Beiträge von Meadow

    Hallo Zoi,

    du hast mir ja schon sehr in meinem Thread geholfen! :D

    Jetzt habe ich deine Geschichte nochmal ganz gelesen und ich finde es sehr schön zu lesen, welche Erfolge du schon machst, wie du deinen Weg findest und ihn gehst. Das freut mich für dich.

    Ich finde es toll und wichtig, dass du dir selbst sagen kannst, dass du stolz auf dich bist. Das ist etwas, was ich für mich auch noch mehr üben möchte.

    Den tiefen inneren Wunsch, mit einem Familienangehörigen über den Alkohol offen reden zu können und dann verstanden zu werden, kenne ich. Ich selbst wünsche mir das von meiner co-abhängigen Mutter. Sie beschwert sich oft und gerne darüber, dass mein Vater so viel trinkt und über alles mögliche andere in diesem Zusammenhang. Aber sie erkennt es nicht, dass er Alkoholiker ist oder sie will oder kann es nicht. Bis auf einmal vor einigen Jahren, habe ich es mir noch nicht getraut, so direkt mit ihr darüber zu reden. Auch mit meiner Schwester konnte ich noch nie so richtig darüber reden, nur meinem Bruder habe ich es schon direkt gesagt. Ich weiß leider selbst nicht, wie man damit richtig umgehen soll. Aber ich hoffe, dass die Therapie dann auch bei so was weiter hilft. Der Umgang mit Alkohol ist in diesem Familiensystem eh total verzerrt, so dass offene Gespräche darüber kaum möglich sind... Zumindest bei mir in der Familie ist es so.

    Auch die Gedanken, wieso nie jemand von Außen bemerkt hat, dass etwas nicht stimmen kann, beschäftigen mich immer mal wieder. Ich habe überlegt, ob es daran liegt, dass wir uns - zumindest ich mich - nach Außen hin so unauffällig verhalten habe. Ich war häufig das "unsichtbare Kind" und habe mich von daher oft zurück gezogen, um ja nicht aufzufallen. Somit wurde ich mit meinen Problemen auch nicht ernst genommen oder gar nicht bemerkt. So weit meine Theorie.

    Ach so, du hast geschrieben, dass du ganz starke Verspannungen im Nacken hast. Warst du schon mal bei einem Chiropraktiker/ Osteopaten? Mir hat das sehr geholfen, bzw. hilft es mir immer noch. Gleichzeitig tut man sich damit echt was Gutes, was wiederum positiv fürs Selbstwertgefühl ist. Es gibt auch Chiropraktiker/ Osteopaten, die zusätzlich massieren. Das hätte ich früher nie freiwillig zugelassen, jemand, der mich massiert! Seitdem ich das einmal eher zufällig ausprobiert habe, finde ich es sehr angenehm.

    Wie lange wartest du noch auf deine Therapie? Ich wünsche dir für die Zeit bis dahin auf jeden Fall viel Kraft. Es freut mich, dass dir das Forum auch dabei hilft.

    Die noch alles Liebe!
    Toru-Chan

    Hallo ihr zwei :)

    Zimttee
    Ach so, das wusste ich nicht, dass man auch bei einem "richtigen" Psychologen ein Coaching machen bzw. die Therapie dann einfach Coaching nennen kann. Ich werde mich in nächster Zeit mal über verschiedene Möglichkeiten informieren und diese dann auch mit in Betracht ziehen. Dort, wo ich momentan arbeite, sieht es mit einer Verbeamtung momentan eh schlecht aus. Aber das ist ein anderes Thema. Das trägt aber zumindest dazu bei, dass ich meine Entscheidung nicht nur von der Verbeamtung abhängig machen möchte, die Möglichkeit irgendwann eventuell mal verbeamtet zu werden aber schon berücksichtigen möchte.

    Das Coaching, was ich gemacht habe, war in einem ganz anderen Zusammenhang und wurde auch nicht von einem Psychologen durchgeführt. Das Thema Familie und Alkohol kam nur in zwei Sitzungen mal zur Sprache.

    Zoi
    Danke für den Tipp mit der Grenzsetzung. Ab und zu habe ich das auch schon versucht und zumindest meiner Mutter ab und zu gesagt. Ich habe das Gefühl, dass sie es zumindest teilweise schon besser respektiert. Aber ich muss es mir vor allem selbst wohl immer wieder sagen. Weil bei mir sind die Selbstzeifel und die Schuldgefühle noch so groß, dass ich dann doch immer mal wieder helfen will und dann doch wieder zuhöre und Tipps gebe... Vor allem aber gegenüber Gesprächen über und mit meinen Bruder kann und will ich mich nicht abgrenzen. Er bekommt momentan die Probleme noch hautnah mit, weil er noch bei meinen Eltern wohnt. Dennoch kann ich auch da manchmal sagen, meine Mutter soll das mit der Psychologin meines Bruders besprechen. Ich hoffe nämlich, diese kann ihm in der Stuation helfen...

    Die Bestrafung, im Kalten oder unbequem zu Schlafen, kenne ich aus Kinder- und Jugendzeiten auch noch... Und ich sehe es zum Glück inzwischen auch schon wie du, Zoi: Ich möchte mich endlich selbst annehmen können, mich wertvoll fühlen. Deshalb bin ich diesen Schritt gegangen und habe mich hier im Forum angemeldet und deshalb denke ich auch über die Therapie nach.

    Danke für den Tipp mit dem sich Zeit lassen. Das ist etwas, was in der Tat noch üben muss, geduldiger mit mir selbst zu sein. Mit allen anderen bin ich es ja auch...

    Liebe Grüße, Toru-Chan

    Hallo ihr drei,

    danke erstmal für eure Antworten! Ich freue mich immer sehr darüber!

    Zoi
    Ja, ich glaube auch, dass ich die Rolle des Seelenklempners für meine Eltern deshalb angenommen habe, weil ich gemerkt habe, dass ich dann wichtig für sie war/bin. Gleichzeitig hatte ich früher noch gehofft, ihnen wirklich helfen zu können, wirklich etwas ändern zu können. Immerhin glaube ich inzwischen, dass die Verantwortung dafür bei ihnen selbst liegt. Ich kann mich dadurch wie gesagt schon besser abgrenzen, aber immer gelingt es mir nicht... Die Vorstellung bei solchen Problemen gar nicht mehr für sie da zu sein (vor allem für meine Mutter als Co), ist für mich sehr schwer... Den Kontakt ganz abzubrechen kann ich mir gar nicht vorstellen. Es waren ja auch gute Sachen früher... Außerdem sind meine Geschwister noch sehr in meine Familie verwachsen. Sie sind viel häufiger bei meinen Eltern bzw. wohnt mein Bruder sogar noch dort.

    Das mit dem nachts Wecken kenne ich auch. Allerdings nicht, um Konflikte zu klären. Bei mir kam mein Vater dann betrunken in mein Zimmer. Entweder wollte er, dass ich irgendwelche Filme nachts mit ihm sah, obwohl ich am nächsten Tag in die Schule musste oder er fand sein Bett oder die Toilette oder was auch immer nicht mehr und setzte sich dann irgendwo in meinem Zimmer hin. Manchmal "weckte" ich ihn dann aus seinem Halbschlaf und er ging dann wieder, manchmal wartete ich einfach nur ab, bis er von allein wieder ging.
    Manchmal ist er abends, als ich noch wach war, auch so einfach in mein Zimmer gekommen, um mir von Gott und der Welt zu erzählen. Anfangs habe ich mir alles immer angehört, bis ich es irgendwann immer mehr ignoriert habe bzw. ihn zum Gehen überredet habe.
    Wow, wenn ich das hier so aufschreibe, klingt das gar nicht mehr so normal, wie es für mich in meiner Kindheit und Jugend war... :?

    girasole
    Danke für die Erläuterungen der verschiedenen Therapiearten. Für mich klingen beide sehr interessant. Ich denke für mich wäre auch eine tiefenpsychologische Therapie wichtig, weil ich glaube, dass ganz viel unter der Oberfläche schlummert... Das habe ich vor allem an den Alpträumen gemerkt, die ich hatte, als ich das Buch "Familienkrankheit Alkoholismus" angefangen habe zu lesen. Natürlich soll das dann der Psychologe entscheiden, ob er erst das eine und dann das andere oder nur eins von beiden macht.

    Es klingt vor allem nach einem langen Weg, wenn ich das bei euch so lese. Aber ich hoffe, dass, wenn ich mich dazu entscheide, diesen zu gehen, es mir danach endlich besser geht bzw. ich einfach mehr verstehe, mehr Abstand zu allem habe und ich besser mit den Situationen umgehen kann.

    Zimttee
    Dein Beitrag hat mich nun in meiner Entscheidung etwas verunsichert... Allerdings hatte ich schon mal eine Art Coaching, in dem ich auch von meinem Problem und meiner Familie erzählt habe und auch schon einige Tipps bekommen habe. Auch das Lesen einiger Bücher und das Hören der positiven Gedanken beim Einschlafen haben mir schon viel geholfen. Ich wüsste ansonsten nicht, wie weit ich heute wäre...

    Allerdings reicht mir das noch nicht. Wie oben schon genannt, möchte ich verstehen, ich möchte mich erinnern und auch irgendwie abschließen. Ich glaube, das kann ich nur, wenn ich die Vergangenheit aufarbeite. Viel zu oft hängen meine Gedanken in der Vergangenheit fest und beeinflussen mein Heute.

    Weil du mich gefragt hast, Zimttee, ich bin edit. Meine Probleme sind jetzt nicht unbedingt lebensbedrohlich. Ich glaube jetzt nicht, dass ich mir das Leben nehmen würde. Aber sie sind doch sehr lebensbelastend. Ich verspüre, wie schon erwähnt, eine ständige Unsicherheit. Häufig überkommt mich eine plötzliche Traurigkeit oder Wut, mit der ich gerne besser umgehen würde. Ich habe schon als Kind und als Jugendliche selbstverletzendes Verhalten gezeigt. Ich habe mich nicht geritzt, aber mir mit Absicht die Knie oder so blutig geschlagen, ich habe mich mit Absicht in der Kälte versteckt, ich habe mich in ungesunde Partnerschaften geflüchtet und mich mit Liebesentzug bestraft. Auch heute noch, kommt es immer mal wieder zu Situationen, in denen ich völlig unangemessen reagiere. Dann bin ich abweisend und kalt, dann heule ich, bin wütend und manchmal schlage oder kratze ich mich dann auch selbst. Kann sein, dass das alles nicht so schlimm ist. Ich weiß es nicht. Aber ich dachte, eine Therapie könnte mir dabei besser helfen...

    Liebe Grüße, Toru-Chan

    Danke Zoi!

    Ich habe besonders durch deinen ersten Beitrag das Gefühl gehabt, dass du mich genau kennst und direkt in meine Seele blicken kannst. Und das Gefühl, so viel wirkliches Verständnis für meine Sitation, habe ich so noch nie bekommen. Das hat mir jetzt erstmal die Tränen in die Augen getrieben. Es war ein schönes und gleichzeitig ein erschreckendes Gefühl.

    Du hast genau Recht, ich war eigentlich mein Leben lang immer nur für meine Eltern und ihre Sorgen da. Ich meine, vor allem meine Mutter, hat sich schon immer um unser Wohl bemüht. Aber, ich wurde nie in den Arm genommen, konnte mich nie so richtig ausweinen, wenn es mir schlecht ging. Eigentlich habe ich mich immer zurück gezogen und dann eher heimlich geweint, versucht so viele Sorgen wie möglich allein zu lösen. Aber die Eheprobleme meiner Eltern konnte ich mir immer anhören. Ich kam mir selbst vor wie ein Eheberater. Ständig habe ich mich mit dem einen über den anderen unterhalten, habe versucht, zwischen beiden zu vermitteln. Manchmal saß ich sogar zwischen beiden und habe die Worte des einen für den anderen so übersetzt, dass sie sie eher annehmen konnten, ohne sich dabei ständig anzuschreien. Geholfen hat es eh alles nichts. Und das will ich auch so nicht mehr.

    Es bleiben wie gesagt die Ängste. Auch die Angst, meinen Eltern meine Hilfe ganz zu verwehren. Ich schaffe es schon besser als früher mich abzugrenzen. Aber teilweise fällt es mir sehr schwer bzw. gelingt es mir nicht. Und selbst, wenn ich den räumlichen Abstand habe, gedanklich beschäftigen sie mich ja dann doch.

    Es beruhigt mich schon mal. dass du bei deiner ersten Therapie keine Erstverschlimmerung hattest. Ich hoffe, dass es bei mir auch so sein wird... Ich werde mich dann demnächst wahrscheinlich mal beim Hausarzt oder über die Hotline über Psychologen informieren. Das wird bestimmt auch nochmal eine riesige Überwindung, es dann wirklich in die Hand zu nehmen... Ich hoffe, ich traue mich dann. Aber ich glaube, ich bin schon mal einen Schritt weiter. Früher habe ich die Probleme in meiner Familie ganz abgestritten. Dann habe ich sie gesehen, aber geglaubt, ich komme allein damit zurecht. Inzwischen habe ich erkannt, dass mir selbst professionelle Hilfe einfach gut tun würde, um mich dann hoffentlich besser zu fühlen.

    Liebe Grüße, Toru-Chan

    Vielen Dank für deine Antwort, girasole! :)

    Ja, da hast du wohl Recht, dass meine Lebensqualität mehr Wert ist als die Verbeamtung. So doof wie das jetzt klingt, aber darüber habe ich so noch gar nicht nachgedacht... :oops:

    Wie ist das denn bei einer Therapie? Ich habe mal gehört, dass dabei vorerst erstmal alles schlimmer werden soll, bevor es dann besser wird. Stimmt das? Wie schlimm liegt wahrscheinlich auch daran, wie schlimm die verdrängten Erfahrungen in der Kindheit waren, denk ich mal... Ich habe nur irgendwie Angst davor, was dann alles hoch kommt und wie ich dann damit umgehen soll. Also ich hab Angst, dass ich dann noch weniger mit mir und einigen Situationen klar komme... Ich weiß nicht, klingt wahrscheinlich erstmal komisch oder unlogisch, aber die Angst ist eben da...

    Was habt ihr damit denn für Erfahrungen gemacht? Bzw. wer oder was hat euch geholfen, damit besser umzugehen?

    Und ich habe noch eine Frage. Wie findet man denn einen passenden Psychologen? Gibt es da Unterschiede in Beziehung auf das, was ich als EKA brauche oder kann mir theoretisch jeder Psychologe helfen und nur die "Chemie" zwischen uns muss stimmen? Wie kann ich bei der Suche denn am besten vorgehen? Wäre ein erster Schritt auch erstmal zum Hausarzt zu gehen, sich zu informieren und sich überweisen zu lassen oder braucht man das nicht?

    Liebe Grüße, Toru-Chan

    Hallo,

    ich bin neu hier. Da ich nicht weiß, wer meinen Thread im Vorstellungsbereich gelesen hat bzw. lesen kann, habe ich ihn hier nochmal rein kopiert. Es hat einige Überwindung gekostet, mich hier anzumelden. Eigentlich sogar ein paar Jahre...

    Ich bin edit Jahre alt. Und ich bin ein EKA - ein erwachsenes Kind einer Alkoholikerfamilie. Oft habe ich das noch nicht gesagt und es fühlt sich auch seltsam an, es hier zu schreiben. Jahrelang wollte oder konnte ich es nicht sehen...

    Ich dachte immer, ich hätte eine glückliche Kindheit gehabt und Eltern, die immer für mich da seien. Dabei war ich vor allem für sie da und ein Geheimniswahrer für lange Zeit.

    Mein Vater ist Alkoholiker und meine Mutter ist Co-abhängig. Ich war (bin) gefangen in einem System.

    edit

    Ich war immer irgendwo zwischendrin...
    Zwischen Streit... zwischen Tränen... zwischen Alleinsein... zwischen Angst... zwischen Meinungsverschiedenheiten... zwischen Verantwortung... zwischen Nicht-verstehen-Können... zwischen Hilflosigkit... zwischen SCHWEIGEN... und so vielem mehr...

    Das Schweigen habe ich schon ein paar Mal gebrochen, aber vieles andere ist geblieben. Und deshalb habe ich mich jetzt hier angemeldet.
    Es war ein langer Weg.

    Ich habe auch schon einen Beitrag im Bereich Merkmale eines EKAs geschrieben. Es plagen mich also Selbstzweifel, eine ständige Unsicherheit, Stimmungsschwankungen, eine Ambivalenz in Bezug auf die Gefühle zu meinen Eltern. Ich habe das Gefühl ihnen Unrecht zu tun und habe den Gedanken, ach so schlimm war meine Kindheit nun doch nicht. Und dann habe ich wieder den Gedanken, wie soll ich das nur weiter aushalten (immer wieder für Sorgen da sein zu müssen, die Beraterin sein zu müssen)?

    Ich fühle mich zwischen so vielem hin und her gerissen. Kennt ihr das auch? Und wie geht ihr damit um?

    Ich habe schon einige Bücher gelesen. Unter anderem das Buch "Familienkrankheit Alkoholismus" und Bücher für ein besseres Selbstbewusstsein. Ich höre auch regelmäßig über meinen MP3-Player positive Gedanken zum Einschlafen. Dennoch denke ich auch über eine Therapie nach. Ich bin mir dabei nur so unsicher.

    Einerseits befürchte ich, dass die Therapeutin (oder der Therapeut) sagt, ich hätte doch keine Probleme, das seien doch alles Sachen mit denen ich klar kommen müsste.
    Dann ist noch das Problem, dass ich mich irgendwann einmal eventuell verbeamten lassen möchte. Aber das wäre dann mit einer Therapie gar nicht möglich oder? Kennt ihr euch da aus oder habt ihr selbst schon Erfahrungen damit gemacht?

    Vielen Dank schon mal fürs Lesen.

    Liebe Grüße, Toru-Chan

    Hey,

    ich bin neu im Forum. Auch ich bin ein EKA und konnte mich in so vielen Beiträgen wieder erkennen.

    Auszüge aus zwei Beiträgen, die mich besonders berührt und an meine Situation erinnern, möchte ich zitieren.

    von kithi k

    von J-min

    Zitat

    Und nun meine Beobachtungen:
    Ich bin oft so beflügelt vom Leben dass ich mich selbst nicht wieder erkenne. Und im nächsten Moment so tief bedrückt das ich mir oft wünsche, nicht mehr zu existieren und den Schmerz in mir ersticken zu lassen. Oftmals stehe ich total neben mir und beobachte mich selbst. Wenn ich Menschen etwas "privates" erzähle, was für jeden anderen selbstverständlich wäre, kann ich oft vor lauter Panik zuviel erzählt zu haben nciht einschlafen. Angst die Menschen könnten über mich schlechte Dinge reden. Betrunkene Menschen lösen in mir pure Agression und Hass aus. Wenn Menschen meine Wohnung betreten prüfe ich immer ob es etwas gebe was ich verstecken müsste. Unangekündigte Spontanbesuche versetzen mich in Panik. Oft sehen ich mich unglaublich nach Nähe, wenn ich sie habe möchte ich dieser entfliehen. Manchmal fühle ich mich, dass ich in meinem Körper bin, und andere Male fühle ich mich als wäre ich woanders ... irgendwo verloren gegangen.
    Habe heute Ziel A vor Augen, morgen kann es schon wieder Ziel B sein... verwirrter Lebensweg, planlos. Will in der Familie immer die Heldin sein, allen helfen und versuchen das es allen gut geht, was mich oft derartig überfordert dass ich dem ganzen am liebsten enfliehen wollen würde.

    Am meisten hat mich mein Leben lang immer diese Unsicherheit belastet, die ich immer und in allen Lebenslagen gespürt habe. Einige Freundschaften sind daran sogar auch schon kaputt gegangen.

    Ich habe immer überlegt, was ist anders bei mir? Was stimmt bei mir nicht? Was denken die anderen? Und im Nachhinein bin ich irgendwelche Situationen immer und immer wieder durchgegangen und hab überlegt, habe ich mich jetzt blöd verhalten? Hätte ich was anders machen können? Dabei ging es nur um Kleinigkeiten.

    Außerdem hatte ich früher oft wie einen Kloß im Hals und konnte mich einfach nicht überwinden bestimmte Dinge zu sagen. Einmal hatte ich mein Geld vergessen und Verwandte einer Freundin haben für mich bezahlt. Es hat mich ewige Überwindung gekostet, zu sagen, dass ich das GEld vergessen hatte, obwohl von Anfang an klar war, dass sie eh bezahlen würden.

    Kennt ihr so was auch?

    Liebe Grüße, Toru-Chan