Beiträge von Carl Friedrich


    Mir fällt mein nüchternes Leben leicht, es war nie Kampf, nie Arbeit, es war, als hätte sich eine Weiche in meinem Kopf umgelegt und mein Lebenszug hat eine neue, freie Schiene befahren.

    Hallo!

    So leicht gelingt das jedoch nicht vielen Neueinsteigern. Bei mir musste erst die auf einem anderen Gleis fahrende Lok mühsam auf ein neues Hauptgleis geschoben werden und das war schon ein Stück harte Arbeit.

    Auch das Überwinden der ersten heftigen Anfälle von Suchtdruck war nicht ohne.

    Leicht war das alles garantiert nicht, jedoch auch keine Herkulesaufgabe. :wink:

    Gruß
    Carl Friedrich

    Erst mal Danke Correns für deine Antwort.

    Erstaunlicherweise bin ich jetzt im Oktober trotz der nahenden dunklen Jahreszeit gut drauf.

    Mal schauen, was Corona uns noch alles an Zumutungen, Einbußen an Lebensqualität und Belästigungen bringt. Wir sind weiterhin vorsichtig. Ich sehe es wie schon vor Monaten, ich wahre Abstand, achte auf Hygiene und der Rest ist einfach Glück.

    Volle Läden betrete ich nicht. In Restaurants oder Cafes sitze ich nicht im schlecht belüfetetn Innenbereich, sondern nur außen, wo ein Windzug durchgeht. Und wenn's demnächst draußen zu kalt wird, dann fällt der jeweilige Besuch halt aus.

    Ansonsten schaue ich gespannt über den großen Teich wie dort im November gewählt wird, falls die Wahl denn überhaupt stattfindet.

    Ansonsten geht's mir gut.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Nichts für ungut Peter, aber für mich bist Du als Neuling VIEL zu nah am Alkohol dran. Mal schauen, wie lange es gut geht. Erst kommt der Schmacht auf den Stoff, dann der Griff zur Flasche, die Du ja die ganze Zeit im Visier hast.

    Ich kann nur raten, in den ersten Monaten dem Alkohol gründlich aus dem Weg zu gehen, bsi eine gewisse Festigung eingetreten ist, was nach 5 Wochen nicht der Fall sein dürfte.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Der Urlaub ist Geschichte. Es war einfach mal wieder schön, den Blick auf die Weiten des Atlantiks und die herrlich langen Strände zu genießen. Da stellt sich bei mir immer ein ganz anderes Gefühl ein als an den deutschen Küsten. Meine Akkus sind geladen und bringen mich hoffentlich gut über Herbst und Winter.

    Der Herbst ist schon gut zu spüren, das Licht hat sich schon enorm verändert.

    Alkohol hat mich nicht beschäftigt. Er hat mich völlig kalt gelassen und nicht gereizt. Meine Frau hat moderat Wein getrunken. Wie gut sie mit dem Suchtmittel umgehen kann, das konnte ich nie. Sie kann problemlos nach einem Glas aufhören, da ging es bei mir erst richtig los. An einer Flasche Wein trank sie im Urlaub mindestens 3 Abende lang.

    So, genug vom Alkohol geschwätzt: Mir geht es gut und es darf gerne so bleiben.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Das ist das Wesen der Sucht. Eigentlich will man nicht, greift dennoch wieder zu, da der Wille allein nicht ausreichend ist, um abstinent zu werden. Ohne den Willen läuft aber erst recht nichts.

    Meine Familie hat mir damals vor 5 1/2 Jahren die Pistole auf die Brust gesetzt: "Entweder Therapie oder Trennung." Ich bin der Auffassung, das der Alkoholiker eine klare Ansprache benötigt und die Familie/ der Partner unbedingt konsequent agieren sollte, damit der glänzende Schauspieler namens Alkoholiker, ihr nicht auf der Nase herumtanzt.

    Andererseits sind Rückfälle im ersten Jahr sehr häufig und kein Grund die Flinte ins Korn zu sc hmeißen. Aber der Alkoholiker steht da schon in der Bringschuld. Er muss aktiv werden und gegen die Krankheit vorgehen.

    Unabdingbare Voraussetzung ist es, die eigene Abstinenz an erste Stelle zu setzen und ihr fast alles unterzuordnen. Dazu zählt auch, dass nicht irgendwo im Hinterstübchen des Hirns der Gedanke herumspukt, irgendwann geht doch noch mal eas mit dem Stoff. Aber diesen Punkt habe ich auch erst nach ein paar Monaten erreicht. Der stellt sich nicht gleich nach der Entgiftung ein.Sehr wichtig waren für mich die Schilderungen von Rückfälligen, die mir eindrucksvoll berrichteten wie schnell sie wieder bei alten Schlagzahlen und noch darüber hinaus landeten.

    Ich rate euch mal gemeinsam die Folgen "Der Trockendoc" (am besten googlen) an. Sehr lehrreich und zwar für beide.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Cadda und Dante haben schon recht. Der schnellste Weg für Otto-Normalverbraucher führt über die Suchtberatung. Die kümmern sich um alles Organisatorische.

    Wer dagegen finanziell gut dasteht, der kann auch recht zeitnah in der Betty-Ford-Klinik nachfragen. Ist aber kein billiges Vergnügen und nur für Selbstzahler, wobei die Kosten bei der Steuer als außergewöhnliche Belastungen nach Abzug eines Eigenanteils abgesetzt werden können.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Hast Du Erfahrungen mit alkoholfreien Coctails oder Bieren? Ich hatte gehofft dass ich so etwas trinken dürfte - auch um besonderen Anlässen diesen gewohnten Rahmen ohne Alkohol zu geben.

    Hallo!

    Ich rate grundsätzlich von dem Zeug ab.

    Mein Therapeut pflegte stets zu sagen: "Alles, was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol ist gestrichen."

    Ich nehme Saft, Saftschorlen, Wasser oder Zero-Cola zum Anstoßen.

    Ich habe es nicht nötig, mich mit der vermeintlich alkoholfreien Version, die genau so ausschaut wie der Suchtstoff, für andere Leute zu tarnen.

    Das Zeug kann gewaltig triggern und einen Rückfall verursachen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Nobby!

    Wir sind halt alle etwas anders gestrickt. So lange es nur Gedanken sind, die rasch verworfen werden, ist ja alles im Lot.

    Mit dem Gedanken im hinteren Stübchen meinte ich nur, dass ich nicht überzeugt bin, jemals geheilt zu werden, um wie ein "Normaler" mal was zu trinken. Ich habe keinen geheimen Vorbehalt, mich noch mal dem Stoff hingeben zu wollen.

    Dass gelegentlich dennoch mal der Gedanke z.B. nach einem Glas Weißbier, aufkommt, es bliebe bei mir eh nicht bei einem, dürfte letztlich meinem gut funktionierenden Suchtgedächtnis zu verdanken sein, das halt bei gewissen äußeren Reizen, gerne noch mal anspringt. Das stellt jedoch meine grundsätzliche Entscheidung nicht in Frage.

    Jetzt habe ich meine Taschen und das Auto gepackt, morgen geht's an den Atlantik. Ich hoffe, ich komme einigermaßen durch, insbesondere halbwegs staufrei um Paris herum.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Wenn ich mir nicht absolut sicher sein kann, dass er von sich aus trocken werden will, zieht er auch nicht wieder ein.

    Woran machst Du das fest?

    Der werte Herr sollte erst mal konkrete Taten sprechen lassen wie z.B. regelmäßiger Kontakt zur Suchtberatung, ggf. eine ambulante oder stationäre Therapie oder der regelmäßige Besuch einer analogen SHG.

    Gruß
    Carl Friedrich

    er schafft sich nur ein Zeitpuffer, um in Ruhe weiter saufen zu können. Es gibt nur eine Antwort auf die Fragen. Er müsste von sich auf aufhören zu saufen. Und zwar nur von sich aus.
    Macht er es nicht, weil er noch nicht soweit ist, dann bleiben dir nur 2 Sachen übrig. Du machst es weiterhin mit und jammerst über die Situation oder du ziehst für dich Konsequenzen damit du wieder zufrieden und ohne Ängste, glücklich werden kannst.

    Genau so ist es.

    Meine Familie hat mir vor mehr als 5 Jahren die Pistole auf die Brust gesetzt: "Entweder Therapie oder Trennung." Die Ansprache war klar und deutlich. Meine Familie hatte sich vorher Rat von der örtlichen Suchtberatung geholt.

    Das war genau zu der Zeit, als selbst mir klar war, dass es so nicht weiter gehen kann. Ich war im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr in der Lage, 'ne Saufpause einzulegen, sondern trank abends einfach weiter, obwohl ich mir morgens fest vorgenommen hatte, zumindest mal alltags nichts zu trinken.

    Vielleicht kannst Du damit was anfangen. Übrigens, mein Ausstieg aus dem aktiven Teil der Sucht hat nicht nur meine Gesundheit, sondern auch unsere Familie gerettet. Du siehst, am Ende einer klaren und deutlichen Ansage muss nicht immer eine Trennung stehen. Vorausgesetzt, der Betroffene zieht mit.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Jessica : Du hast meinen Beitrag wohl gar nicht zu Ende gelesen. :wink:

    Ich habe darauf hingewiesen, wie schwer es anfangs ist, sich mit der Dauerhaftigkeit der nötigen Abstinenzentscheidung abzufinden. Das hat bei mir Monate und einen Teil meiner Therapie gedauert, in der ich viel Kontakt mit Rückfälligen hatte, die mir klar machten wie schnell man wieder bei alten Schlagzahlen landen kann, wenn man doch wieder zu Glas greift.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Mein Therapeut sagte stets: "Finger weg von allem, was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol. Der Trigger kann enorm sein.

    Früher machte ich ab- und an Saufpausen. Mit der Zeit griff ich dann zur alkoholfreien Variante des Bieres und es dauerte nicht lange, bis sich wieder das Original am Hals hatte. Ich dachte und sagte mir, wenn Du jetzt schon diese Plörre (alkoholfreies Bier) rein kippst, kannst Du auch gleich das Richtige nehmen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich fürchte, Hartmut hat recht. Im Fußbal würde man sagen: "Du legst Dir den Ball gerade auf den Elfmeterpunkt."

    Jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es in den ersten Wochen und Monaten noch etwas schwierig ist, sich mental mit einer dauerhaften Abstinenz abzufinden. Es hat bei mir auch eine ganze Weile gedauert, bis der Groschen fiel. Insgheim schwirrt bei vielen Neueinsteigern noch im Hirn der Gedanke herum, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol und man könne wieder wie ein "Normaler" gelegentlich was trinken.

    Dagegen hilft viel lesen in einschlägigen Werken und diesem Forum und der Austausch mit Gleichgesinnten. Die findest Du ebenfalls hier.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Iwona!

    Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben.

    Dann fährst Du halt nächstes oder übernächstes Jahr, wenn sich die ganze Corona Sache hoffentlich mal erledigt hat.

    Übrigens: Die besagte Gegend im Norden ist sehr schön. Da lässt es sich prima aushalten.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Heute werde ich nichts trinken. Und dann kommt der Dienstag. Am Dienstag werde ich genau drei Wochen keinen Alkohol getrunken haben. Und was drei Wochen funktioniert, klappt auch sechs Wochen!!!!!!!!


    Hallo!

    Stimmt. Nur rate ich, anfangs erst mal kürzere Zeitfenster zu setzen, da sie überschaubarer sind. Und so kommt dann Zeitfenster zu Zeitfenster und die werden immer länger. :wink:

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Glückwunsch zu 11 Jahren in Freiheit.

    Na ja, Rentenarmut? Wer nicht viel einzahlt und womöglich noch Lücken in der Erwerbsbiographie hat, bekommt halt entsprechend wenig ausbezahlt. :wink:

    Vielleicht kommt ja die ins Auge gefasste Grundrente in Betracht.

    Die Reise nach Südpolen habe ich vor Jahren auch mal gemacht. Nur für die Tatra würde ich mir mehr Zeit nehmen als nur 1 Tag. Genieß den Trip.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Ach du liebe Güte, ich scheine mich total falsch auszudrücken: Ich habe von der Gesellschaft im Allgemeinen geschrieben.

    ich dachte, in einem Forum, welches die Alkoholsucht zu Thema hat, ist Alkohol nun einmal das Thema, bzw. wie man es schafft, langfristig keinen zu trinken.

    Es gibt keine Gesellschaft im Allgemeinen, die viel zu viel säuft. Es gibt etliche Menschen, die wenig bis gar nichts trinken, aus welchen Gründen auch immer (Einsicht, schmeckt nicht, religiös oder ärztlich verordnet...). Und die zählen auch zur Gesellschaft. :wink: Das andere Herrschaften viel bis zuviel trinken, steht außer Frage.

    Der Alkohol sollte jedoch nicht größer gemacht werden als er ohnehin schon ist.

    Ich weiß nicht, wie es dir gelingen kann, dauerhaft die Finger vom Stoff zu lassen. Das musst Du schon allein hinbekommen. Du kannst hier z.B. bei den Grundbausteinen und Leuten, die viele Jahre suchtmittelfrei leben, schauen, wie es ihnen gelungen ist. Vielleicht ist da auch für dich der richtige Weg dabei.

    Ich kann nur raten, der Abstinenz und somit der eigenen Gesundheit absolute Priorität im Leben einzuräumen und dem Alkohol in den ersten Monaten -so gut es eben geht- aus dem Weg zu gehen, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist. 1 Jahr ist da schon mal eine gute Orientierung. Erst als ich bereit war, meine Abstinenz an erste Stelle zu setzen, war es mir möglich, mich aus dem Suff zu befreien.

    Ein kluger Kopf hat mal gesagt: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht." Da steckt alles Wichtige und Richtige drin, neben dem allgemeinen Rat, das erste Glas stehen zu lassen.

    In den ersten Monaten habe ich mir morgens nach dem Aufwachen stets geschworen: "Heute trinkst Du nichts." Auch das hat mir in der Anfangszeit geholfen.

    Ein schönes Wochenende wünscht
    Carl Friedrich