Tolle Familie, guter Job, gute Ausbildung, läuft auch ohne Alkohol ganz prima.
Schnell schleicht sich der Gedanke ein, dass, weil so alles in Butter ist, man ja vielleicht doch nur übertrieben hat & sich doch mal ein Gläschen gönnen könnte.Dem wirkt tägliche Beschäftigung mit der Materie entgegen.
Hallo!
Da hat Dante absolut recht. So sahen es auch meine Therapeuten bezüglich meiner Person. Ich hatte noch nicht Führerschein, Familie, Wohnung, Job und Gesundheit versoffen, stand noch nicht mit einem Bein im Grab. Ich bin einfach in die Sucht durch zu regelmäßigen und stets gestiegenem Konsum rein gerutscht.
Ich war halt noch nicht ganz tief unten angelangt. Dies nennen viele Aussteiger ihren persönlichen Tiefpunkt, den sie zugleich auch benötigten, um umzusteuern. Letztere können sich bei aufkommendem Suchtdruck einfach mal vorhalten, von wo sie kommen und sie dort nie mehr hinmöchten.
Es war auch für mich ein längerer Prozess bis ich wirklich eingesehen hatte, dass bei mir nichts mehr mit Alkohol geht, auch nicht ein Gläschen.
Am Schluss meiner ambulanten Therapie gab mir ein erfahrener Suchtmediziner mit auf den Weg: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetzt."
Diese Auseinandersetzung muss nicht täglich stattfinden. Die Art und Weise bleibt jedem selbst überlassen. Anfangs besuchte ich noch eine "analoge" SHG, die mir mit der Zeit aber zu besitzergreifend wurde und mir nichts mehr brachte. Seitdem (knapp 3 Jahre) bin ich nur noch digital unterwegs und komme damit hervorragend klar, meine ich zumindest ![]()
Gruß
Rekonvaleszent