Beiträge von Carl Friedrich

    Kleine Ergänzung:

    Der Begriff des Egoismus wird häufig, jedoch nicht immer, negativ gewertet.

    Ich meine den gesunden Egoismus, der der eigenen "guten" Sache, in diesem Fall der Abstinenz und somit der Gesundheit dient.

    Insoweit gibt es ihn positiv wie negativ. Diese doppelte Wertung gibt es auch bei dem Begriff des Neids. Die meisten Menschen sind neidisch auf andere, weil sie ihnen irgendwas nicht gönnen. Ich bin positiv neidisch, da ich gewisse Dinge auch gerne hätte, sie anderen jedoch gönne.

    Ich hoffe das dient der Klarstellung.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Karsten!

    Wir reden aneinander vorbei.

    Den Absprung aus dem aktiven Teil der Sucht habe ich erst geschafft, als ich bereit war, alles, wirklich alles meiner Abstinenz unterzuordnen. Insoweit bin ich auch egoistisch und achtsam zugleich.

    Demut? Habe ich auch mal geglaubt. Ich habe diesen unterwürfig klingenden Begriff durch den des Respekts vor der Krankheit ersetzt.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Viele trockene Alkoholiker werden egoistisch und schauen nur auf sich selbst.


    Hallo!

    Müssen sie das nicht auch ein Stück weit, um überhaupt abstinent leben zu können? In erster Linie die eigenen Bedürfnisse beachten, um einem Rückfall in die Sucht vorzubeugen.

    Ein ehemaliges Forumsmitglied hat es so schön beschrieben:

    "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht".

    Das impliziert eine gesunde Portion Achtsamkeit, manche mögen es als Egoismus bezeichnen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Solange dieser Gedanke noch irgendwo im Hirnstübchen herumgeistert, ist man erheblich rückfallgefährdet. Eine zufriedene Abstinenz lässt sich erst gewinnen, wenn man sich von diesem Gedanken löst.

    Der genannte Gedanke ist dann womöglich der Anfang allen Übels.

    Da man die eigenen Gedanken nicht immer so steuern kann, wie es angebracht wäre, sollte bei einem derartigen Gedanken sofort gegengesteuert werden.

    Ich habe mal hier im Forum gelesen: Kommt der Gedanke auf, sollte man sich selbst zurufen: "Halt! Stopp! Irgendwas stimmt nicht!"

    Gruß
    Carl Friedrich


    So richtig eindeutig ist das alles nicht.

    Hallo!

    Es hängt halt vom jeweiligen Einzelfall mit all seinen Facetten ab.

    Auch entscheiden die jeweiligen Sachbearbeiter der Versorgungsämter unterschiedlich. Ich behaupte mal: 3 vergleichbare Fälle bei 3 verschiedenen Sachbearbeitern führen zu 2 verschiedenen Ergebnissen. Verstanden? Eher nicht. :smiling_face:

    Stell einfach den Antrag.

    Bleiben die unter 50%, dann gibt es noch das Widerspruchsverfahren und anschließend den Gang zum Sozialgericht. Dort wird ein Gutachter beauftragt, der den Patienten taxiert.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    50% bringen einen Pauschbetrag von 570€. edit Karsten - bitte keine externen Links einstellen

    Das heißt, dass man für diesen Betrag keine Steuern abführen muss. Und das hängt von der Höhe des zu versteuernden Einkommens und vom Steuertarif ab. Also so groß sind die finanziellen Vorteile nicht, jedoch ein nettes Zubrot.

    Darüber hinaus gehende Krankheitskosten laufen als außergewöhnliche Belastungen und sind teilweise steuerlich relevant.

    Unternehmen, Betriebe und Behörden haben ein Interesse daran, dass eigene langjährige Leute "schwerbehindert werden". Sie kennen ihre Beschäftigten genau und müssen keine Fehlabgabe abführen. Also eine win-win Situation.

    Was die Einstellung anbelangt, wird's kniffeliger. Einen Schwerbehinderten wird ein Arbeitgeber nicht so leicht los. Daher das Interesse an den eigenen "bewährten" Leuten.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich finde es erschreckend das mein Suchtgedächniss wirklich immer Am Wochenende (Freitag, Samstag) extrem anspringt und ich richtig Druck bekomme.

    Hallo!

    Das ging mir anfangs auch so. Früher habe ich mich am Freitag nachmittag immer fürs Wochenende eingedeckt und dann ging's los. Das war und ist tief im Suchtgedächtnis abgespeichert. Nimm dir für die beiden Tage einfach was Schönes vor, was dir Freude bereitet, dann verbindet dein Hirn nicht mehr jeden Freitag mit Alkoholkonsum.

    Gruß
    Carl Friedrich

    In meinem Suchtgedächtnis gibt es immer Momente, wo dieses mal aufblitzt und mir ein Bierchen schmackhaft machen will. Ich höre da genau hin und blicke auf meine Trockenheit zurück - danach schicke ich das Suchtgedächtnis wieder in seine dunkle Ecke.

    Hallo!

    Miela hat das Prinzip des Suchtgedächtnisses schön beschrieben. Andere Verknüpfungen sind und waren auch für mich sehr wichtig. Das Dumme am Suchtgedächtnis ist nur, dass trotz aller noch so schöner neuer Verknüpfungen das alte Verlangen wieder hochkommen kann, auch noch nach Jahren. Daher sage ich immer, ich bin clean, aber nicht geheilt.

    Bei Joschi fände ich es gut, wenn er mitteilt, wie er dem Suchtgedächtnis die Rote Karte zeigt.

    Ich persönlich praktiziere es wie folgt: Bei richtigem Suchtdruck hilft mir nur ein sofortiger Ortswechsel, viel Wasser und das Befassen mit Dingen, die mir Freude bereiten.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Kolibri!

    Alles gut. Ich tippe mit 2 Fingern, daher reiht sich schon mal ein Dreher ein.

    Das mit dem Alkohol im TV fällt mir auch immer wieder auf. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit wird er konsumiert. Aber genau so ist auch das reale Leben. Immer und überall wird dem Alkohol zugesprochen. Es fällt einem abstinenten Außenstehenden erst jetzt richtig auf. Früher war ich ein Teil davon.

    Gruß

    Carl Friedrich


    Momentan ist es so, das ich öfters nach süssem greife! Ist das normal, wenn man Abistinent lebt? Ich und süß!!!! Kenne ich gar nicht. Ich habe lieber nach einem Wurstbrot gegriffen als nach Schokolade. Es ist nicht übermäßig, aber auffallend.

    Hallo!

    Das kommt sehr oft vor. Der Alkoholabbau ist ein biochemischer Prozess. Vereinfacht ausgedrückt, baut der Körper den Alkohol erst mal in Zucker um. Daher verlangt der Körper jetzt nach ihm, den Zucker, da er auf ihn eingestellt ist.

    Das lässt jedoch mit der Zeit nach. Da musst Du einfach durch.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Karamasow!

    Das war dein Suchtgedächtnis, das dich auf charmante Art umschmeichelt und dich verführen will.

    Das kenne ich. Auch da muss man durch. Manchmal ist es freundlich, geradezu sanftmütig, ab- und an auch brachial. Kommen diese Gedanken bei mir auf, lenke ich mich zeitnah ab und versuche mich mit Dingen zu befassen, die mir Freude bereiten. Auch ein sofortiger Ortswechsel hilft mir.

    Allein die Abstände sind bei mir immer größer geworden. Ich werde glücklicherweise nur noch selten gepiesackt. Ich gehe nicht davon aus, dass es irgendwann mal aufhört. Ich habe von Langzeitabstinenten gelesen, die noch nach vielen Jahren heimgesucht werden.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Wir schweifen ab. Mir ging es in diesem Thread viel darum das sich Alkoholiker im Vorfeld schon eine Rechtfertigung im Kopf bereitlegen, um an einer „Suff oder Alkohol Veranstaltung“ teilzunehmen. Ich entziehe mich zwar auch nicht jeder Veranstaltung, jedoch macht es für mich einen Unterschied ob es jemand macht, der Jahre schon trocken lebt und das Rüstzeug dazu hat, als jemand der gerade mal paar tage Monate oder gar erst ein Jahr trocken lebt.

    Hallo Hartmut!

    Den Gedanken kann ich gut nachvollziehen und teilen.

    Ich bin auch verwundert, wenn Leute, die gerade mal leicht angetrocknet sind, vollmundig verkünden, es am Wochenende mal wieder richtig krachen zu lassen. Selbstverständlich mit den alten Kollegen. Als angebliche Absicherung wird dann einer als Aufpasser vorgeschoben, der selbst nicht trinkt.

    Ansonsten würde ich die nötige innerliche Festigung nicht an einer ganz bestimmten Anzahl von Monaten oder Jahren an Abstinenz festmachen. Ich habe nach 5 Monaten das erste Mal wieder ein Speiserestaurant aufgesucht. In der Zwischenzeit hatte ich schon einen Teil meiner ambulanten Therapie durchlaufen, einiges an Fachliteratur gelesen und mich reichlich hier im Forum getummelt.

    Gruß
    Carl Friedrich

    die frage die ich mir manchmal stelle ist: kann man ohne persönlichen tiefpunkt überhaupt mit dem saufen aufhören?
    hier scheiden sich die geister, ich für mich persönlich würde sagen das es extrem schwierig ist aber nicht unmöglich.

    Ich kenne keinen, der es ohne Tiefpunkt geschafft hat. Ich hatte meinen persönlichen. Der reicht mir, obwohl er im Vergleich zu vielen anderen, keinen besonderen Tiefgang (z.B. Job weg, Familie weg, Führerschein weg, Gesundheit weg) aufwies.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Dann habe ich irgendwann den Ausstieg geschafft, als mein persönlicher Tiefpunkt erreicht war. Bei anderen ist dieser Punkt anscheinend noch nicht einmal erreicht, wenn sie dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen sind. Wie seht Ihr das?

    Hallo Caruso!

    Volle Zustimmung. Und wieder andere schaffen den Absprung nie. Es hat jeder das Recht, sich zu Tode zu saufen.

    Und die Tiefpunkte, die man erreichen muss, sind halt unterschiedlich tief bemessen und von der Persönlichkeit sowie den begleitenden sozialen Umständen des Probanden abhängig.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Es ist schön, dass Du auch den Morgen danach genießen kannst, ohne einen dicken Kopf zu haben.

    Das ist mir zuletzt an Neujahr so gegangen. Andere zogen sichtlich verkatert durch die Gegend, mir ging es blendend. Bezüglich der Risiken am Abend vorher, wäre jedoch eine Sensibilisierung ratsam. Nimm diese nicht auf die leichte Schulter, nur weil es diesmal gut gegangen ist. Das ist keine Garantie für die Zukunft.

    Ich rate, sich mal mit dem sog. Suchtgedächtnis auseinander zu setzen. Das kann schon mal erbarmungslos zuschlagen.

    Warst Du schon bei der Suchtberatung?

    Gruß
    Carl Friedrich