Beiträge von Carl Friedrich

    Bis zum 27.05.19 ich bin aufgestanden und habe mir gedacht heute trinkst du nicht. Ich halte mich seit dem an die 24 Stundenregel und es klappt sehr gut habe jetzt 2 mal das Angebot ein Bier zu trinken erfolgreich ausgeschlagen.

    Hallo!

    Die 24 Stunden Regel halte ich gerade für Einsteiger für ausgesprochen gut. So kommt dann Tag zu Tag, Woche zu Woche .... Sie ist viel überschaubarer als zu sagen, ich trinke nie wieder.

    Was mich an deinem Beitrag stört ist, weshalb konnte man dir in so kurzer Zeit überhaupt gleich 2x was zu trinken anbieten? In welchen Kreisen verkehrst Du denn? Mir wird fast nie was angeboten.

    Ich kann aus eigener Erfahrung nur raten, alkoholtrinkenden Menschen anfangs so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen, bis eine eigene gewisse Grundfestigung eingetreten ist. Ich nenne es Risikominimierung. Was nützt der eigene alkoholfreie Haushalt, wenn einem ruck-zuck was angeboten wird, sobald man das Heim verlässt. In dem Bereich sehe ich bei dir Verbesserungsbedarf.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Ob ich in einer realen Gruppe gehe oder mich schriftlich mitteile, ich bleibe am Ball.

    Hallo!

    Mir wurde nach meiner ambulanten Therapie geraten, mich regelmäßig mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen. Auf welchem Weg, ist m.E. jedem selbst überlassen.

    Manche schätzen es halt, im direkten und unmittelbaren persönlichen Kontakt zu anderen zu stehen, die einen mitnehmen und mit denen ein Teil der Freizeit verbracht werden kann.

    Für mich war diese Vereinnahmung nichts. Mir reicht der Austausch per www. Das hat mich mehr als 4 Jahre clean abstinent gehalten.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Du bist für ihn nicht verantwortlich. Ihr seid weder verheiratet, noch miteinander verwandt, wenn ich das recht in Erinnerung habe. Auch lebt ihr nicht zusammen.

    Wenn er sich zu Tode saufen will, dann darf er das, ob es dir gefällt oder nicht.

    Mehr als ihm Hilfe und Unterstützung anbieten kannst Du nicht. Wenn er nicht darauf eingeht, dann ist das halt so und Du wärst gut beraten, dich anderen Personen und Dingen zuzuwenden, die deine Aufmerksamkeit nötiger haben.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Die Frage richtet sich an die ehemaligen Alkoholiker - ich sage bewusst ehemalige, denn ich finde jemanden der nicht trinkt als Alkoholiker zu bezeichnen nicht angemessen. Das ist meine persönliche Meinung.

    Nun aber zu meiner Frage:
    Hat jeder von Euch hier wirklich selbst und freiwillig den Entschluß gefasst in die Suchttherapie zu gehen, oder ist es doch eher unter Zwang passiert? Ich bitte um Ehrlichkeit.

    Hallo!

    Wie andere mich nennen ist mir wurscht. Ich sehe mich als inaktiv an, da mir der Ausdruck "trocken" nicht gefällt.

    So lange, der Betroffene nicht selbst erkennt, dass er abhängig ist, wird es schwer aus dem aktiven Part der Sucht auszusteigen. Nicht jeder ist in der Lage, selbst die Reißleine zu ziehen. Gelegentlich bedarf der eigene Antriebs der unterstützenden Befeuerung durch Außenstehende z.B. der Führerscheinstelle, des Arbeitgebers, der Familie oder der ärztlichen Diagnose, wenn man mehr tot als lebendig in die Klinik eingeliefert wird.

    Bei mir war es die Familie, die mir die Pistole auf die Brust setzte. Das war zum Glück zu einer Zeit, als es mir im Gegensatz zu früher nicht mehr möglich war, Saufpausen einzulegen. Ich nahm mir montags vor, erst am Freitag wieder zu trinken, doch spätestens um 19.00 hatte ich die Pulle doch wieder am Hals.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Wie seht ihr das mit dem Besuch einer realen Gruppe um die Abstinenz zu unterstützen und zu erhalten? Geht ihr in Gruppen oder seid ihr da gewesen eine Weile lang?

    Hallo!

    ich habe nach meiner ambulanten Therapie für 1 1/2 Jahre mal eine SHG besucht. Aus ihr habe ich mich dann verabschiedet, weil sie mir nichts brachte.

    Grundsätzlich rate ich jedem, mal die eine oder andere Gruppe auszuprobieren und sich ein eigenes Bild zu machen, ob diese Form des Austauschs für den Betroffenen sinnvoll ist.

    Seit dem bin ich nur noch im Netz unterwegs. Mir reicht das.

    Gruß
    Carl FRiedrich

    Hallo!

    An anderer Stelle las ich, dass hier aus welchen Gründen auch immer, keine Resonanz zu vermelden war.

    Daher lasse ich mal schnell einen Gruß hier.

    Du lebst seit August'18 wieder abstinent. Klasse. Insbesondere hast Du die für mich gefährlichste Zeit im Dezember unbeschadet überstanden. Darauf kannst Du aufbauen.


    Weiterhin alles Gute wünscht
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Jetzt sind 4 Jahre ins Land gezogen. Wenn ich überlege, wie holperig der Anfang so war, läuft es jetzt wie "geschmiert."

    Gedanken an den Konsum von Alkohol kommt gelegentlich noch auf, da mein Suchtgedächtnis prima funktioniert. Es ist halt ein Teil von mir. Ich kann es nicht eliminieren und habe gelernt, mit ihm zu leben und mich mit ihm arrangiert.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Die 4 Wochen im Rückblick waren auch eher so Tag für Tag, einer nach dem anderen und es war echt keiner dabei, an dem ich nicht an Alkohol gedacht habe. Ich las jetzt irgendwo "bei euch klingt das immer so leicht", es stimmt schon, es ist nicht leicht, aber es macht mir sehr viel Spaß an der Gestaltung meines Lebens und Überlebens aktiv mitzuwirken.

    Hallo!

    Mir erging es anfangs ähnlich. In den ersten Wochen und Monaten hangelte ich mich Tag für Tag durch. Morgens nach dem Wachwerden habe ich mir stets vorgenommen: "Heute trinkst Du nichts." Damit war das Ziel des Tages klar definiert.

    Mit der Zeit wird es besser und die Abstände, in denen man an den Stoff denkt, werden größer. Das war zumindest bei mir ein klarer Entwicklungsprozess.

    Erfreulich finde ich deine Einstellung, dein Leben wieder selbstverantwortlich zu gestalten. Das ist schon mal eine gute psychische Basis.

    Da habe ich ganz andere Zeitgenossen kennengelernt, die voller Selbstmitleid jammerten, weil sie nichts mehr trinken dürfen.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Mit dem Gedanken zu Ende denken und mir hat es bisher immer geholfen. Ich habe es selbst einmal hier im Forum gelesen. Ich weiß nicht mehr bei wem, leider. Denn das hat mir so unglaublich geholfen.

    Hallo!

    Ein Teilnehmer einer ehemaligen SHG formulierte es wie folgt: "Wenn ich jetzt wieder trinke (kiffe/kokse), dann fängt die ganze Schei... wieder von vorne an."

    Den habe ich mir gut gemerkt. Recht hat er.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich bin wirklich keine, die alles meidet, was mit Alkohol zu tun hat. Ich schreibe wenig darüber hier im Forum, weil die Akzeptanz nicht sehr groß ist, wenn man dem Alkohol nicht komplett aus dem Weg gehe. Vielleicht ist das auch gut so, weil manche leichtsinnig wären.

    Hallo!

    Es gibt unterschiedliche Wege, um abstinent zu bleiben. Grundvoraussetzung einer jeden Spielart ist, dass die eigene Abstinenzentscheidung zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt und im Zentrum der Lebensführung steht. Es gibt gefestigte Zeitgenossen, die etwas mehr Nähe zum Alkohol zulassen können, als andere. Wir sind nun mal alle unterschiedlich gestrickt. Was bei dem einen funktioniert, geht bei anderen schief.

    Auch ich durfte mir hier schon heftige Kritik gefallen lassen, dass ich nicht alles aus den Grundbausteinen 1 zu 1 umgesetzt habe und wohl auch niemals komplett umsetzen werde. Dennoch sind die Grundbausteine eine wirklich gute Handlungsempfehlung.

    Neueinsteigern rate ich, zunächst strikte Distanz zum Alkohol und trinkenden Zeitgenossen zu wahren, um sich selbst erst mal aus der Gefahrenzone zu nehmen und zur Ruhe zu kommen.

    Ein regelmäßig zechender Partner macht es einem Aussteiger aus dem aktiven Teil der Sucht unnötig schwer, da dessen Suchtgedächtnis zu stark provoziert wird.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Man sollte nicht alles glauben, was andere so von sich geben. In meiner Orientierungsgruppe gab es auch ein paar Herrschaften, bei denen war nach außen alles ganz einfach. Sie wurden allesamt binnen kürzester Zeit rückfällig oder kreuzten gar nicht mehr auf, weil das Saufen für sie wichtiger war.

    Jeder ist anders veranlagt. Ich habe in den ersten Monaten meiner Abstinenz fast täglich Gedanken an Alkohol gehabt, das Verlangen war da, mal stärker, mal schwächer.

    Nach ca. 6 Monaten wurde es dann deutlich besser und die Abstände wurden größer.

    Üb dich in Geduld, auch wenn's schwer fällt. So wie dir ging und geht es vielen Neueinsteigern. Du bist nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Es ist hilfreich, mit vielen Menschen, egal ob Ärzten, Suchtberatern, Bekannten oder Freunden usw. zu kommunizieren, das man Alkoholiker ist.

    Hallo!

    So weit gehe ich nicht, dass jeder Doc und jeder Bekannte zu informieren ist. Es kommt für mich stets auf die Umstände an. Vor einer OP nebst Betäubung würde ich den Doc einweihen. Der Hausarzt weiß es eh.

    Warum sollte ich sog. Bekannten meine Krankengeschichte auf die Nase binden?

    Ich habe nur diejenigen informiert, die ich auch über andere gefährliche Krankheiten in Kenntnis setzten würde. Der Kreis ist überschaubar gehalten. Damit bin ich bislang gut gefahren.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Im Sportverein gehe ich nicht jedem Alkohol aus dem Weg. Das gesellschaftliche Zusammensein nach dem Sport benötige ich für die innere Zufriedenheit. Es ist ein Risiko, dass ich eingehen muss, um innerlich nicht zu verkümmern. So auch bei Pokerabenden. Wenn ca. 50% der Anwesenden Bier trinken (was mich nicht so sehr triggert wie Wein), dann ist es so. Ich schlürfe gut gekühlte Cola. Falls jetzt bei einigen Lesern, die reflexartigen Gefahrenzonen im Gehirn anspringen, dann sage ich: Ja, ich weiß. Ohne Gesellschaft ist aber auch keine Option. Das Risiko trage ich.

    Hallo Karamasow!

    Ich sehe da kein Problem. Du bist 2 1/2 Jahre abstinent. Da hat sich ein gehörige Portion Festigkeit und Erfahrung eingestellt, auf die Du bauen kannst.

    Das ist halt der Unterschied zu frisch Abstinenten, die schon nach wenigen Tagen oder Wochen meinen, dem Alkohol hinterher rennen zu müssen und sofort "pampig" reagieren, wenn man sie auf ihr riskantes Verhalten hinweist.

    Auch ich musste es erlernen, mich in einem Umfeld zu bewegen, in dem Alkohol präsent ist und in meiner Nähe konsumiert wird. Nur überfordert das den Anfänger und das sind wir beide nicht mehr.

    Also, weiterhin alles Gute wünscht
    Carl Friedrich