Beiträge von Carl Friedrich


    morgen ist also die besagte Weihnachtsfeier und ich habe mich entschieden nicht mitzugehen.

    Letzte Woche war ich bei meiner Mutter und ihrem Mann zu Besuch. Sie hatten am Samstag eine größere Familienfeier und es war schon klar, dass ich daran auch nicht teilnehme. Dort wird nämlich jedes Mal ordentlich gebechert.
    Alkohol = lustige Stimmung.
    Diese Feiern finden ungefähr dreimal im Jahr statt.
    Ich bin mal sehr gespannt wie es wird, wenn ich ihr mitteile, dass ich auch an ihrem Hochzeitstag nicht dabei sein werde.


    Hallo Twizzler!

    Alles richtig gemacht.

    Wenn Du etwas gefestigter bist, was frühestens nach 1 Jahr der Fall ist, kannst Du ja mal drüber nachdenken, nur zu Beginn und bevor es alkoholtechnisch richtig losgeht, mal kurz zu erscheinen, um dich zu verabschieden, sobald die Korken knallen.

    So mache ich es.

    Für dich ist es allerdings noch Zukunftsmusik.

    Weiter so. Es wird schon, auch an Silvester. Ist ja noch was hin. Da fällt dir bestimmt noch was ein.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Ich hatte einen rueckfall.
    Ich bräuchte Geld. Sehr dringend. Was ich gemacht hab spielt keine Rolle. Ich hab es gemacht. Es war anstrengend. Ich hab einen kurzen getrunken und viel Geld bekommen. Es war ein Fehler aber ich hab das Geld was ich brauche. Sehr kompliziert alles. Es geht mir schlecht.

    Hallo!

    Es laufen also im Umfeld von M. Personen herum, die nichts besseres im Sinn haben, als Geld dafür zu zahlen, dass M. einen "Kurzen"=Schnaps trinkt.

    Einfach nur sonderbar.


    Gruß
    Carl Friedrich


    Dann mal eine Frage zum Verständnis?

    Ab wann ist man ein LZT?


    Hallo!

    Gute Frage.

    Sicherlich nicht schon nach 1-2 Jahren.

    Andererseits wird die Abstinenz von einem Prozess der persönlichen Reifung begleitet. Und genau da zeigen sich die Unterschiede ein. Die einen reifen flotter, die anderen langsamer.

    Ich werde schon mal von Leuten mit 10 Jahren+ noch als Anfänger betrachtet, obwohl ich ein solcher definitiv nicht mehr bin.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Aber eure Reaktionen bestätigen nochmals meine Vermutung, dass er aktuell noch nicht an dem Punkt angekommen ist aufzuhören.

    Hallo!

    Ob er diesen Punkt jemals erreichen wird, steht in den Sternen. In Deutschland hat jeder das Recht, sich einfach tot zu saufen. Sie schaffen den Ausstieg nicht. Klingt hart, ist aber Realität.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ist denn die Mehrheit dieser Menschen erst im Alter zum Alkoholiker geworden wegen Einsamkeit etc...? Oder handelt es sich um alt gewordene Alkoholiker...?

    Hallo!

    Ich habe ein paar ältere Herrschaften kennen gelernt. Sie Saat wurde schon früher gesät. Die Schlagzahl nahm mit der Verrentung zu und führte dann in die Abhängigkeit. Sie haben allesamt ehrlich eingeräumt, schon über viele Jahre zu viel getrunken zu haben, was sich mangels einer konkreten und wichtigen Aufgabe nach Verrentung verdichtete.

    Diese Feststellung trifft aber sicherlich nicht auf jeden Rentner zu. Es können auch andere Faktoren in die Sucht geführt haben z.B. harte Schicksalsschläge, die man zunächst mit Alkohol vernebelte, bis dies zur Routine wurde.

    Ich bin nicht der Ansicht, dass es den einzigen und exakt heraus kristallisierbaren Grund für die Sucht gibt. Monokausale Ursachen sind im Leben eher selten. Es treffen meistens mehrere Umstände zusammen, die in ihrer Addition und Wechselwirkung zu einem bestimmten Ergebnis geführt haben.

    Gruß
    Carl Friedrich


    ich mich im nächsten Jahr wohl nochmal durchchecken lassen. Wahrscheinlich hab ich das zu Trinkzeiten alles nicht so wahrgenommen, denn entweder war das Schmerzempfinden durch Alk gedämpft oder in den allgemeinen Kater integriert...? :roll:

    Hallo!

    So was würde ich nicht auf die lange Bank schieben, sondern zeitnah anpacken. Geh zum Hausarzt und lass mal ein "großes" Blutbild machen. Schlappheit im Winter kann auf mangelnden Vitamin-D Spiegel zurückzuführen sein. Ich nehme im Winter zusätzlich ein ärztlich verordnetes Präparat und bin gleich fitter.

    Und bezüglich der Schmerzen mal zum Orthopäden. Da die erfahrungsgemäß recht lange Wartezeiten haben, würde ich schon morgen einen Termin fix machen.

    Klar der Alk-Pegel hat vieles gedämpft, auch den Schmerz.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Nach sehr langer Zeit hatte ich am Freitag mal wieder einen fetten Suchtdruck. Er baute sich am Nachmittag auf. Es stellten sich innere Unruhe, erhöhter Puls und Blutdruck ein.

    Dagegen erst mal 2 große Gläser Wasser mit viel Blubber reingeschüttet. Dann die Tasche gepackt und ins Fitnesstudio gefahren, um mich auszupowern.

    Nach wenigen Minuten im Studio war er wie weggeblasen.

    Woher kam der Druck? Ich vermute mal durch die Jahreszeit. Wohin ich schaue, fast überall in der Stadt, den Läden und Prospekten jede Menge Alkohol. Zudem war der Dezember jahrelang mein versoffenster Monat.

    Auch blieb ich lange von craving verschont. Daher dürfte ich einfach mal wieder dran gewesen sein.

    Der Vorteil des Suchtdrucks: Ich werde dezent daran erinnert, dass die Krankheit immer noch da ist.

    Mein Beitrag zeigt, dass auch mehrjährig abstinent Lebende immer wieder mal von Druck heimgesucht werden können.


    Gruß
    Carl Friedrich

    Die kommenden Feiertage bereiten mir punkto Alkohol hoffentlich keine große Sorgen. Was ich in den letzten 12 Monaten meiner Nüchternheit gelernt habe: nie planlos Urlaubs- und Feiertage angehen.

    Hallo Ernest!

    Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

    Der Dezember war mein versoffenster Monat. Daher bin ich sehr vorsichtig. Der Alk ist dermaßen präsent, ich werde an jeder Ecke förmlich bombadiert mit Reklame, Weihnachtsmärkten, Feiern.... Da gilt es kühlen Kopf zu bewahren.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Bei mir kommt bei negativer Grundstimmung schon mal Suchtdruck vor. In so einer Grundstimmung meldet sich gerne das Suchtgedächtnis und will mir einreden, mit ein paar Bierchen ginge es mir entschieden besser und überhaupt: Man habe jetzt lange genug gedarbt und sich gequält, jetzt sei es Zeit für eine Belohnung. Durch die trockene Zeit habe man alkoholtechnisch eh alles wieder im Griff.

    Mein Rat: Lenk dich mit etwas ab, was dir Freude bereitet und halte die Wasserpulle in Griffnähe. Sorg für ausreichend Nahrung. Auch Hunger hat bei mir schon mal Alkoholgedanken ausgelöst.

    Jetzt gilt es, mögliche Risikofaktoren zu minimieren.

    Viel Glück.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Trotzdem merke Ich aber ja, dass da auch der Glaubenssatz "Dates gehen nur mit Alkohol" mitsvhwingt. Dieser Glaubenssatz nervt und den wuerde ich gern umschreiben.

    Hallo!

    Schreib ihn um, denn der Spruch ist Quatsch. Auf die Idee wäre ich nicht mal in früheren trinkenden Zeiten gekommen.
    Ein Date geht Frau/Mann nüchtern an. Alles andere nervt und stößt ab.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich kann zwar noch nicht aus langer Erfahrung schöpfen, das oben Geschriebene hat für mich aber eine gewisse Logik... den Begriff "vertrocknet" finde ich herrlich :lol:

    Hallo!

    Den Begriff habe ich nicht erfunden, sondern mehrfach gelesen. Gemeint ist der unzufriedene Trockene, der gedanklich in dem Stadium stecken geblieben ist: "Ich darf nicht trinken." (Ergänzung von mir: ..obwohl ich es so gerne täte)

    Gruß
    Carl Friedrich


    Voraussetzung ist dafür „Man“ will überhaupt trocken leben und hat seine Krankheit akzeptiert

    Hallo Hartmut!

    Genau so ist es. Erst, wenn man seine Krankheit akzeptiert und seinen Frieden mit ihr gemacht hat, kann man "trocken" leben.

    Fehlt dieser notwendige Schritt, kann man zwar "trocken sein", jedoch stellt sich dann nicht die nötige innere Einstellung der Abstinenz als Voraussetzung der persönlichen Zufriedenheit ein. Ich würde diesen Zustand als "vertrocknet" bezeichnen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Und so erachte ich die Bausteine als wichtig, aber nicht als sakrosankt.

    Hallo!

    Das sind sie nicht. Ich habe sie noch nie alle eingehalten.

    Sie geben dem Neuankömmlinge einen generellen und unverbindlichen Fahrplan an die Hand, der sich in vielen Fällen bewährt hat.

    Und mit der Ansprache im Forum ist das so eine Sache. Das Forum ist verschriftlicht. Persönliche Interaktion findet nicht statt. Durch diese kann jeder Ratschlag doch eine andere Wirkung erhalten.

    Zudem sind wir alle unterschiedlich strukturiert. Die Einen benötigen eine etwas deftigere Ansprache, damit sie überhaupt erreicht werden, während andere alles, was nicht fein diplomatisch formuliert ist und mit Kritik verbunden ist, leicht ablehnen und sich schnell auf den Schlips getreten fühlen.

    In einem persönlichen Gespräch ließe sich viel erläutern, gerade biegen und rasch klären. Das ist bei rein schriftlicher Kommunikation wesentlich schwieriger, zumal die jeweiligen Antworten auch nicht immer zeitnah erfolgen. Falls sich dann der empfindliche Teil dann zurückzieht, ist das sicherlich auch nicht die beste Entscheidung.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Ernest!

    Zunächst Glückwunsch zu deinem ersten alkoholfreien Jahr.

    Könnte es sein, dass Du deine Baustelle Alkoholkrankheit etwas vernachlässigt hast? Mir wurde am Ende meiner ambulanten Therapie mit auf den Weg gegeben. "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man dann, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit ihr (der Krankheit) befasst."

    Das muss nicht täglich sein, jedoch regelmäßig.

    Gut finde ich, dass Du dich gemeldet und nicht weiter zugewartet hat, wie sich die Dinge evt. in eine sehr ungünstige Richtung entwickeln.

    Gruß
    Carl Friedrich