Beiträge von Carl Friedrich

    Zitat von Martin


    Ich könnte mir vorstellen dass ich mir unter bestimmten Umständen, (Suchtdruck) dann sagen würde,

    jetzt hab ich eh schon"versagt", jetzt kann ich auch weiter saufen :!:

    Als LZT haben wir mehr Erfahrung, sind meist stabiler, aber wir sind nicht perfekt.

    Hallo!

    Ich minimiere gerne das Risiko. Daher jetzt schon meine gedankliche Vorbereitung für den Fall des versehentlichen Konsums. Damit ich nicht im Fall der Fälle erst überlegen und abwägen muss, was zu tun ist. Meine Strategie ist hoffentlich fest genug im Hirn verankert.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Dante

    Das mit dem Kuchen hätte böse ins Auge gehen können.
    Deine Mutter akzeptiert deine Entscheidung bezüglich des Alkohols nicht.

    Hallo!

    Ist es wirklich ein Akzeptanzproblem? Ich habe in meiner bisherigen Zeit eher den Eindruck gewonnen, dass es die Ahnungslosigkeit ist. Dritte kennen sich mit unserer Krankheit nicht aus. Das können wir ihnen nicht vorwerfen, da es nicht die ihre ist. Wir können nur wie ein guter Lehrer (solche gibt es tatsächlich :wink: ) nur durch Aufklärung und stetes Wiederholen versuchen, zu einem Bewusstseinswandel beizutragen und sie entsprechend zu sensibilisieren.

    Ich würde die Dame noch mal ins Gebet nehmen.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von Sunshine_33


    So war ich auch etwas sauer auf mich selbst, weil ich so leichtfertig war und nicht achtsam genug.

    Und hätte sunshine etwas aus dem Fläschen getrunken, wäre sie daran nicht zugrunde gegangen.

    Das ist halt der Unterschied zwischen dem bewussten Zuführen von Alk und dem versehentlichen. Letzterer kann trotz Vorsicht immer mal passieren. Ich bin darauf vorbereitet. Mein Plan: Sofort den Ort wechseln, ne Pullle Wasser oben drauf und mit was Schönem ablenken.

    Ernest : Schade, dass Du einen Rückzieher machst. Denk noch mal drüber nach.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Ernest!

    Es gibt in der Tat verschiedene Wege, die Sucht zu stoppen. Wenn Du mit deiner Vorgehensweise klar kommst, dann ist es für dich ok.

    Ob dein Weg jedoch auf Dauer zielführend sein wird, wird die Zukunft zeigen.

    Mein Weg ist er jedenfalls nicht. Mir wäre er viel zu riskant. Wenn die Weinsauce, der Alkohol verdunstet nur zu einem Teil, so toll und prima mundet, ist der Weg zur Weinpulle nicht mehr weit, um auf die Sauce doch noch gleich mal ein richtiges Gläschen zu kippen.

    Ich schließe nicht aus, dass ich ab- und an im Restaurant mal in Saucen etwas Alk vorgesetzt bekommen habe, ohne dass ich ihn bemerkt habe und die Speisekarte auch keinen entsprechenden Hinweis beinhaltete, wobei ich schon gehörig aufpasse.

    Sich jedoch bewusst den Alk zuzuführen, das halte ich bei einem Alkoholiker -Du bist doch einer?- für eine sehr riskante Nummer.

    Mir riet mein ehemaliger Therapeut: "Stets eine Armlänge Distanz zum Alk zu wahren". Damit meinte er, sich den Alk auf Distanz zu halten und ihm nicht noch entgegen zu laufen.


    Aus deinen Ausführungen entnehme ich, dass Du innerlich mit deiner Krankheit, sofern Du sie hast, noch lange nicht abgefunden hast. Das dauert halt eine Weile, länger als Du momentan nicht "säufst."

    Auch ich habe mir die Krankheit nicht ausgesucht und ich finde sie alles andere als prickelnd. Aber ich habe meinen inneren Frieden mit ihr gemacht, weil ich weiß, sie klebt wie eine zweite Haut an mir und ich werde sie nie mehr los. Da hilft kein Jammern und Lamentieren, das ist halt so.

    Ich bringe mal ein Beispiel: Ein Motorradfahrer verliert nach einem selbst verursachten und verschuldeten Unfall ein Bein. Er kann erst dann wieder ein befreites und ihn erfüllendes Leben führen, wenn er den Verlust des Beins akzeptiert und sich damit abfindet. Sein Leben wird etwas anders verlaufen, als er es von früher gewohnt ist. Aber es kann durchaus mit Lebensqualität gefüllt sein.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Martin

    Ernest ,


    egal ob LZT oder nicht, das hat in meinen Augen mit abstinent nichts zu tun und mit trocken erst recht nicht :!:

    LG Martin

    Da schließe ich mich an. Das ist eher so 'ne Art Kontrollierter Alkoholkonsum.

    Wir haben den Wein in den Soßen durch Traubensaft -von der teuren Sorte- ersetzt. Schmeckt auch, uns zumindest.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Das ist für mich Begriffskosmetik. Vorfall klingt in meinen Ohren eher nach einer harmlosen Bagatelle.

    Entscheidend ist, dass man nach einem Vor-/Rückfall rasch die Kurve kriegt und nicht wieder über Monate/Jahre in den Strudel der aktiven Sucht absinkt. Und dazu gehört, den Vor-/Rückfall gründlich zu analysieren, nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Waschbaer

    Hallo MieLa


    Ich meide sie. Ich probiere nur was ich kontrollieren kann.

    Gruß Nobby :wink:

    Genau so mache ich es. Und bei Pralinen oder Torten ist doch eigentlich klar, dass sie gerne kontaminiert sind. Das muss ein trockener Alki auf dem Schirm haben.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Tomc


    Soll man nicht positiv denken?

    Hallo Tom!

    Doch. Genauso so ist es. Nur die Risiken sollte man vor lauter positiven Denken nicht übersehen.

    Gemeint wurde offensichtlich von Dante & Co., dass Du aufgrund eigener Überzeugung trocken werden solltest und nicht, weil es die Familie so wünscht und Du dich notgedrungen unterordnest.

    Auch bei mir kam der Anstoß von der Familie und ich nahm ihn dankbar an. Für wen bin ich also seit 2 Jahren, 10 Monaten und 7 Tagen abstinent? Für mich und daher gleichermaßen auch für meine Familie.

    Vielleicht hilft dir das weiter.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Cadda


    Und dann hab ich noch eine Bitte. Ich hab es mal irgendwo gelesen und finde es nicht wieder. Aber hier wurde mal geschrieben, in welcher Reihenfolge es Sinn macht, die empfohlenen Bücher zu lesen. Ich kann mich daran erinnern, dass

    Alk
    Lieber schlau, als Blau
    und
    Suchtfiebel

    glaub ich die Bücher waren, die so empfohlen wurden. Könnt ihr empfehlen, womit man anfängt?

    Hallo Cadda!

    Gratulation zum ersten halben Jahr.

    Es gibt keine Reihenfolge und sicherlich keine Wunderwerke. Das berühmte Rad hat keiner der Autoren neu erfunden.

    Die Suchtfibel ist schon sehr schwere Kost und nur in geringen "Dosen" zu empfehlen. Die anderen beiden Bücher habe ich ganz zu Beginn meiner Abstinenz jeweils mehrfach gelesen. Sie sind leicht verständlich geschrieben.

    Mir kam es darauf an, auch Werke aus Therapeutensicht beizumischen, um das Gesamtbild abzurunden und mich abzusichern. Ich habe schon gestaunt, wie eng die Sichtweisen doch beieinander liegen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von IndianSummer


    Auf die Frage hin warum ich nichts trinke, sagte mein Mann: „ Sie trinkt gar keinen Alkohol mehr“. „Ja und warum? Kannst du nicht nur ein oder zwei Gläser trinken?“ „Nein, das kann ich leider nicht. So ist das bei Alkoholikern!“

    Hallo!

    Das war eine sehr direkte Ansprache.

    Ich bevorzuge etwas diplomatischere Formulierungen und bin damit gut gefahren. Aber das muss ein jeder mit sich selbst ausmachen.

    Apropos: Meine Frau käme gar nicht auf die Idee, bei Fremden/Dritten über meine Krankheiten zu plaudern. Das ist meine Aufgabe und die handhabe ich sehr restriktiv.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Barthell

    [quote='Tomc'][...]

    Beim Zahnarzt z.B. wenn sie da desinfizieren machen sie das z.T. mit alkohol, verschiedene Medikamente und Spülungen enthalten Alkohol... daher sollten die das Wissen.

    Hallo Tom!

    Den Zahnarzt habe ich nicht eingeweiht. Ich habe mehrere Behandlungen mit neuem Zahnersatz hinter mir. Alles ohne Probleme. Ich habe ja schließlich keinen Missbrauch an Spülmittelchen betrieben.

    Auch die Betäubungen wirkten so wie es sein sollte.

    Wie gesagt, so war es bei mir. Es gibt keine Garantie, dass es auch anderen so ergehen wird.

    Aber ich komme mal zurück auf die angesprochenen Grundbausteine. An welchen hapert es denn bei dir?

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Tom!

    Ja, es ist dein Weg und deine Entscheidung. Ob er erfolgreich sein wird, zeigt die Zukunft.

    Kleiner Tipp: Beschaffe dir Fachliteratur und zwar sowohl aus Patienten-, als auch Therapeutensicht, um dich für die Komplexität unserer Krankheit und die Themen Suchtgedächtnis sowie Suchtverlangen zu sensibilisieren. Denn diese beiden Aspekte werden dich wahrscheinlich noch betreffen und ggf. piesacken.

    Viel Erfolg
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Bei uns liegt ein Hauch von Frühling in der Luft. Endlich.

    Ich durfte heute nachmittag den Formationsflug von 2 Schwärmen Wildgänsen beobachten. Sie zogen in Richtung Nord-Ost.

    Das Sozialverhalten dieser Vögel ist schon erstaunlich. Da kann sich so manch Einer 'ne Scheibe von abschneiden.

    Welch ein Fortschritt zu früheren Sauf-Zeiten. Da nahm ich solche Szenen nur ansatzweise wahr.


    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Tom!

    Willkommen hier im Forum.

    So ähnlich lief es bei mir auch ab, nur dass am WE noch Spirituosen dazu kamen.

    Der Anstoß, endlich was aktiv gegen die Sucht zu tun, kommt häufig von außen, z.B. der Familie, dem Arbeitgeber, der MPU, der Intensivstation einer Klinik....

    Auch mir setzte die Familie die Pistole auf die Brust: Entweder der Suff oder die Familie. Zugleich hatte sie für mich einen Termin bei der Suchtberatung ausgemacht.

    Und ich muss eingestehen: Das war genau der richtige Weg für mich.

    Hast Du noch weitere Schritte unternommen wie SHG, Kontakt zur Suchtberatung oder Therapie?

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von kamarasow

    Was mir darüberhinaus aktuell Schwierigkeiten bereitet, ist, dass das Gehirn offensichtlich unterschiedlich auf Stress reagiert. Bei scheinbar gleichem Stresspensum, komme ich an manchen Tagen gut damit zurecht.

    Hi!

    Das kenne ich von mir, dass es mal besser und mal schlechter läuft. Je länger ich abstinent bin, um so seltener bin ich "gestresst". Was hilft mir: Ich nehme mich in Ducksituationen zurück und sage mir: "Halt! Stopp! Sofort 'ne kleine Auszeit!" Die verschafft mir sofort eine gewisse Distanz und verbessert den Überblick über die zu erledigenden Aufgaben.

    Achte auf ausreichend Schlaf und genügend Bewegung an frischer Luft. Kommen bei mir fehlender Schlaf und Stress zusammen, leidet die nötige Gelassenheit.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Willkommen hier im Forum!

    Die ersten 5 Wochen hast Du fast geschafft. Glückwunsch.

    Dazu der Kontakt zur Suchtberatung und Abklärung, dass Du eine weitergehende Unterstützung in Form einer Therapie benötigst.

    Das sind schon erfreuliche erste Schritte, auf die Du aufbauen kannst.

    Vielleicht hast Du ja Glück und die Bearbeitungszeit deines Antrags ist ebenso kurz wie die Warteliste der Klinik.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Hartmut

    Es heißt Selbsthilfe und kein Nachtragen der Selbsthilfe.

    Hallo Hartmut!

    Wobei die Betonung auf SELBSThilfe liegt.

    Ich bin für mich abstinent und nicht für andere, ok auch für die Frau und den Nachwuchs, denen ich früher zu saufenden Zeiten übel mitgespielt habe. Aber das war es dann auch schon.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Hartmut

    Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

    Hallo Hartmut!

    Genau das ist für mich die zutreffende Antwort. Und ich habe schon genügend getestet, was mich nervös und unsicher macht und was mich nicht anspricht.

    Das wird aber von Person zu Person verschieden sein und ist auch für mich nicht in Stein gemeißelt. Ich schreibe dazu nichts, damit sich andere hieran kein Beispiel nehmen und denken, wenn's dem CF nicht schadet, dann ihnen auch nicht und sie sich dadurch womöglich unnötig in Gefahr bringen.


    Gruß
    Carl Friedrich