Beiträge von Carl Friedrich

    Oh 2 Monate hier nichts gepostet. Und mein thread steht immer noch auf der ersten Seite und nicht mal unten. Komisch.

    Mir geht es gut. Meine Krankheit habe ich im Griff, bin jedoch stets vorsichtig.

    Einzig mein malades Fußgelenk nervt ab und an. Aber ich will nicht klagen. Im neuen Jahr, das ja nicht mehr weit weg ist, werde ich mal eine vorgeschlagene weitere Behandlungsmöglichkeit in Angriff nehmen.

    Achtung: Vorweihnachtszeit: Da lauern gleich mehrere Gefahrenherde:

    1.) Weihnachtsmarkt. Für frisch Abstinente sicherlich der falsche Ort.

    2.) Weihnachtsfeier. Für frisch Abstinente ebenfalls der falsche Ort.

    3.) Das Gläschen Sekt auf der Arbeit am letzten Arbeitstag vor Weihnachten/Silvester.

    Und die Liste kann gerne fortgesetzt werden.

    Bleibt schön trocken und übt euch in Demut vor der Krankheit.

    Gruß Carl Friedrich

    Mir ist es wichtig, mich regelmäßig -nicht notwendig täglich- mit meiner Krankheit auseinander zu setzen. Mach ich es nicht, erhöhe ich unbewusst die Gefahr für einen Rückfall.

    Man liest und hört es immer wieder von Rückfälligen: Man geht nicht mehr zur SHG, tummelt sich nicht mehr anlassbezogen im Netz und lässt die Abstinenz samt Krankheit in den Hintergrund rücken. Das ist dann das willkommene Einfallstor für das prächtig funktionierende Suchtgedächtnis, Kapriolen zu schlagen.

    Wenn man dann wieder von diesen Herrschaften hört oder liest, ist es zumeist ein mehr oder weniger heftiger Rückfall.

    Ich bezeichne meine Beschäftigung mit meiner Krankheit schlichtweg als Training. Ich muss mich in meiner zusätzlichen "Sportart" namens Abstinenz trainieren.

    Gruß Carl Friedrich

    Da schließe ich mich voll und ganz Martin an.

    Unbewusst kann man sicherlich mal ein Lebensmittel konsumieren, dass Alkohol enthält. Spätestens ab Kenntniserlangung sollte mit dem weiteren Verzehr Schluss sein.

    Und da spielt es auch keine Rolle, ob man den Wein rausschmeckt und wie stark das Produkt damit kontaminiert ist.

    Sicherheit geht vor.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Es geht stetig voran. Gut gemacht.

    Und denke bitte an das blöde Suchtgedächtnis: Das Bedürfnis nach Alkohol stellt sich stets gerne dann ein, wenn Du in Situationen kommst, in denen Du dich früher mit Alkohol scheinbar "belohnt" hast.

    Diesen Automatismus gilt es zu überwinden, indem Du die jeweilige Situation nicht sogleich im Alkohol versenkst, sondern dich durch andere Aktivitäten wie Sport, Hand- und Heimwerken, dem Forum, Lesen.... ablenkst. Ich rate zu Beschäftigungen, die einem Freude bereiten, die man gerne macht.

    Nach einiger Zeit wirst Du merken: Situation A wird nicht zeitnah mit Alkohol begossen. Dadurch konterst Du das Suchtgedächtnis aus.

    Diese Vorgehensweise hat mir in der Anfangszeit, in der man noch etwas wackelig unterwegs ist, geholfen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Bei vielen Alkoholkranken kommt der nötige Anstoß -wie so oft im Leben- von außen.

    1.) Einige standen buchstäblich mit einem Fuß im Grab und entschieden sich dann fürs Leben und das mit aller Konsequenz. Der eigenen Trockenheit als Schutz fürs Leben wird alles untergeordnet.

    2.) Die Führerscheinaspiranten, denen nach heftiger Trunkenheitsfahrt Führerschein und Fahrerlaubnis abgeknöpft wurden und die sich auf die MPU vorbereiten.

    3.) Die Familie, die dem Trinker bildlich die Pistole auf die Brust gesetzt hat: "Entweder die Familie oder der Stoff". So war es bei mir.

    4.) Der Arbeitgeber, der kompromisslos ankündigte: "Therapie und trocken am Arbeitsplatz oder Kündigung".


    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Hull

    Dachte bislang aber auch, dass dieser "Alkohol" in den Drogerieartikeln kein "echter" Alkohol ist, der tatsächlich wirkt.

    Hallo!

    Auch das ist sehr verschieden. Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Im Süßwarenbereich wird gerne mehrwertiger Alkohol zugesetzt, der mit dem Zeug nichts zu tun hat, dass ich gesoffen habe.

    Ich habe nicht behauptet, dass man sofort rückfällig wird und in alte Verhaltensmuster abgleitet, wenn man solche Drogerieartikel konsumiert. Ich habe nur geschrieben, dass das Zeug triggern kann, nicht muss. Das ist z.B. vergleichbar mit Essig im Salat. Mir macht hat er bislang nichts ausgemacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass es auf ewig so bleibt.

    Man sollte das Problem jedoch auf dem Schirm haben.

    Also immer schön die Äuglein auf halten.

    Ich orientiere mich an dem Ratschlag meines ehemaligen Therapeuten: "Alles was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol" ist tabu.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Hull


    Habe allerdings keine Panik davor, dadurch irgendwie meine Nüchternheit gefährdet zu haben, da es natürlich ohne Hintergedanken benutzt wurde.



    Hallo!

    Richtig so. Denn wir haben schließlich keinen Missbrauch mit Zahnspülung betrieben.Trotzdem sollte man auf dem Schirm haben, dass so Wässerchen triggern können. Darin liegt die Gefahr.

    In diesem Zusammenhang denke ich an einen Teilnehmer meiner ambulanten Therapie, der nach mehreren Jahren Abstinenz nach dem Gebrauch von Hustensaft rückfällig wurde. Und zwar nicht, dass er gleich wieder zum Kampftrinker mutierte, sondern sich nach mehrfache Einnahme des Medikaments dachte, er könne jetzt doch wieder mal ein Glas Alkohol probieren, da er ja den Hustensaft so gut vertragen hatte.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Cadda

    Also werde ich mich doch für den Ort in meiner Nähe entscheiden, auch auf die "Gefahr" hin, dass ich dort Leute treffe, die ich irgendwie kenne. Letztendlich ist es ja auch egal. Ich kann ja selbst entscheiden, was ich in der Gruppe preis geben möchte und was lieber nur in den Einzelgesprächen.

    Die Menschen, die ich eventuell dort treffe, sind ja auch nicht grundlos da :D

    Hallo Cadda!

    So ging es mir auch. Die anderen, selbst wenn Du sie kennst, sind ebenfalls willig ihr Problem anzugehen. Das verbindet euch. Du musst dort keine Freundschaften aufs Leben schließen. Siehe das Ganze erst mal rein zweckorientiert.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Sei bitte nicht enttäuscht, falls es am Freitag noch nicht zu sehr ins Detail geht. Das erste Treffen ist eine Art Vorstellungsgespräch, indem man sich mal beschnuppert.

    Die Suchthilfe unterstützt dich, um bei den Kostenträgern eine Finanzierungszusage zu erhalten. Bei uns musste man sich erst mal einige Wochen in einer Vorgruppe zuzüglich Einzelgesprächen bewähren. Wer dies nicht geschafft hat, für den war die ambulante Variante fehl am Platze.

    Auf diese Weise sollen die Abbrecherzahlen überschaubar gehalten werden.

    Geh also erst mal davon aus, dass die für dich entscheidenden Würfel erst in ein paar Wochen fallen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Cadda!

    Die Dauer der ambulanten Therapie wird von den Therapeuten vorgeschlagen.

    Bei uns wurden zumeist 12 Monate angesetzt. 1x wöchentlich Gruppensitzung und zusätzlich ca. alle 14 Tage eine Einzelsitzung. Aber das variiert je nach Bedarf.

    Hinzu kamen noch 2 Untersuchungen bei einem Suchtmediziner.

    Ich habe dort incl. Vorgruppe ca. 9 1/2 Monate verbracht.

    Wenn es auf das Ende der Therapie zugeht, empfehlen die Therapeuten eindringlich den Besuch einer SHG. An letzterer habe ich 1 1/2 Jahre teilgenommen und mich dann ausgeklinkt, da zumindest diese Gruppe mir nichts mehr gebracht hat.

    Ob ich noch mal eine aufsuche, habe ich noch nicht entschieden. Falls ich das Bedürfnis verspüren sollte, werde ich es tun. Im Anschluss an eine Therapie rate ich jedoch dazu.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Cadda!

    Ich habe nur von mir geschrieben.

    Bei mir stand die Frage der SHG erst an, nachdem ich die ambulante Therapie absolviert hatte. Das haben in meiner Therapie einige, jedoch nicht alle, so gehandhabt.

    Nur für den Anfang halte ich sie aus meiner Sicht neben einer ambulanten Therapie nicht für unbedingt erforderlich. An die Stelle der SHG treten schließlich die Gruppensitzungen.

    Aber ich vermute, Du weist noch nicht, wie eine ambulante Therapie im Allgemeinen so abläuft.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von Cadda


    Dann wie gesagt die Suchtberatung, hoffentlich auch bald Therapie und der Austausch hier. Das reicht mir glaube ich erst einmal. Wenn ich merke, das ich mehr Austausch benötige, denke ich aber noch einmal darüber nach. Ich bin jetzt nicht grundsätzlich abgeneigt, nur zur Zeit möchte ich das nicht.

    Hallo Cadda!

    Genau so habe ich es auch gemacht. Eine ambulante Therapie bestehend aus Einzel- und Gruppensitzungen sowie das Forum.

    Damit war ich gut ausgelastet. Ich kann da nur für mich sprechen. Das kann bei anderen Abhängigen ganz anders aussehen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Suchtdruck kommt in den ersten Monaten der Abstinenz häufig und in unterschiedlicher Ausprägung vor. Das legt sich mit der Zeit. Die Abstände werden immer größer. So war es bei mir. So hörte ich es von anderen Kranken.

    Jede erfolgreiche Triggerabwehr stärkt dich für die Zukunft. Das schrieb mir mal Dante nach einem besonders heftigen Anfall nach ca. 3 Monaten Abstinenz.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Da siehst Du mal wie hervorragend dein Suchtgedächtnis arbeitet und funktioniert. Es schlummert im Verborgenen und steht dennoch sofort parat, wenn Du in Situationen kommst, in denen Du früher Alkohol z.B. zum Stressabbau, zum Runterkommen und .... getrunken hast.

    Es hat eine Weile gedauert, bis mir das wirklich klar war. Das Suchtgedächtnis meldet sich sofort und verlangt nach dem Stoff, weil dein Hirn darauf durch lange Übung programmiert ist.

    Ich habe hier im Forum zu meiner Anfangszeit mal gelesen, sich einfach mal zu hinterfragen: "Halt! Stopp! Da stimmt was nicht!" Ich habe mich dann immer zurückgenommen und versucht, so rasch es eben ging, etwas aktiv zu tun, was mir Freude bereitet. Auf diese Weise ist es mir bislang gelungen, dem Suchtdruck zu widerstehen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von FuzziJones


    --> Mein Ansatz ist nun,
    ....ich darf, ich darf jederzeit, keiner hält mich davon ab Alkohol zu trinken Ich darf auch stolpern und hinfallen, das ist ok und keine Schande.

    Hallo!

    Wenn es dir hilft, ist es ein guter Ansatz.

    Dieser Aspekt sollte nur nicht zum Einfallstor für den Gedanken werden, sich mal ab und an einen "auf die Lampe zu gießen", nur weil es keine Schande ist. So lange man nicht rückhaltlos zu seiner Abstinenz steht und sich irgendein Hintertürchen offen hält, wird das voraussichtlich nichts.

    Aber auch diese Erkenntnis braucht Zeit, bis sie die nötige Reife erreicht hat. Mich hat in diesem Zusammenhang die Lektüre einschlägiger Fachliteratur unterstützt.

    Weiterhin viel Erfolg wünscht
    Carl Friedrich