Kleiner Zusatz: Unbedingt zusätzlich viel Wasser trinken. Ich nehme dann stets solches mit viel Kohlensäure, dass der Magen schön prall gefüllt wird und nichts mehr reinpasst.
Gruß Carl Friedrich
Kleiner Zusatz: Unbedingt zusätzlich viel Wasser trinken. Ich nehme dann stets solches mit viel Kohlensäure, dass der Magen schön prall gefüllt wird und nichts mehr reinpasst.
Gruß Carl Friedrich
Zitat von Fridolin129Wie kann ich mir diese denn Vorstellen ?
Hallo!
Strategie gegen Suchtdruck? Zunächst dir klarmachen, dass er garantiert wieder vergeht. Mal dauert er länger, mal ist er kürzer, mal intensiver, mal sanfter. So war es bislang bei mir.
Dann unbedingt reden. Reden mit einer Vertrauensperson über den Suchtdruck. Hast Du da niemanden, ab hier ins Forum und darüber schreiben.
Mir hat es stets geholfen, aktiv zu werden. Ab in die Laufschuhe oder auf's Fahrrad und mal ordentlich körperlich anstrengen, sich mal gründlich auspowern. Oder sich mit anderen Dingen beschäftigen, vor allem mit solchen, die dir grundsätzlich Spaß machen.
Gruß Carl Friedrich
Muss heißen "Meistens nimmt man etwas ...mit"
Hallo!
Du bist noch recht frisch dabei im Geschäft mit der Abstinenz. Daher wäre es aus meiner Sicht ratsam, mal eine R-SHG zu probieren. Lass einfach mal eine solche Gruppe auf dich wirken. Meistens man etwas aus der Gruppe mit und sei es festzustellen, wie gut es einem doch eigentlich geht.
Übrigens das mit dem Durchfall und den Blähungen kann ich nur bestätigen. Beides ist schlagartig verschwunden.
Gruß Carl Friedrich
Hallo Gauguin!
Das mit dem Suchtgedächtbis bedeutet, dass es sich dann meldet oder melden kann, wenn man in Situationen kommt, in denen man früher häufig oder regelmäßig Alk konsumiert hat.
Wir müssen uns halt unsere Freiheit Stück für Stück zurück erarbeiten. Kommen wir in vergleichbare Situationen wie in der "aktiven" Zeit, muss etwas anderes erfolgen, als der Griff zur Flasche. Diese Gegenaktivität sollte sich in eine Art Automatismus entwickeln, so wie bei mir: Fahrradtour hieß die letzten Jahre vor meiner Abstinenz, eine Tränke anzusteuern, um Nachschub in den Körper zu kippen. Teilweise habe ich 3 oder 4 Stopps eingelegt, nur um zu saufen. Das ist jetzt vorbei. Sozusagen durch ein neues Verhalten überschrieben. Mit der Zeit verblassen dann auch die Erinnerungen an den Stoff. Ich finde, es ist ein spannendes, zugleich beflügelndes und bestätigendes Erlebnis.
Bei dir, so schätze ich mal, war es nicht nur das Suchtgedächtnis, sondern schlichtweg Suchtdruck, der deine Vorstellungen Kapriolen schlagen ließ. Schön, dass Du standhaft geblieben bist. Davon kannst Du beim nächsten Mal zehren, indem Du genau weißt, dass der Druck auch wieder verschwindet und dich nicht endlos foltert.
Als ich in meiner Anfangszeit mal besonders heftigen Druck hatte, schrieb mir Dante sinngemäß, dass jede erfolgreiche Triggerabwehr mich für die Zukunft stärkt. Recht hat er.
Gruß Carl Friedrich
Fortsetzung:
Bei frühlingshaften Temperaturen gönnte ich mir heute nachmittag mal eine Fahrradtour. Als der Durst aufkam und ich bei einem Getränkeladen vorbeikam, steuerte ich automatisch gen Wasserflaschen. Früher in der aktiv konsumierenden Zeit war die Richtung eine andere, direkt zum gekühlten Bier . Letzteres habe ich im Laden schon gar nicht mehr bewusst wahrgenommen, es war mir völlig egal.
Fazit: Das Suchtgedächtnis lässt sich sehr wohl wie eine Software überschreiben. Aber das dauert 'ne ganze Weile. Und dass die darunter liegende alte Software nicht doch noch ab- und an mal anfängt "herum zu zicken", kann ich leider nicht ausschließen. Ich habe es aber auf dem Schirm.
Gruß Carl Friedrich
Zitat von Karsten
Hättest du in der Zeit einen oder zwei anderen Mitgliedern deine Erfahrungen geschrieben, wäre dem mehr geholfen.
Hallo Karsten!
Das habe ich doch. Schau nur mal bei Marius, Gauguin und Fridolin nach.
Gruß Carl Friedrich
Das habe ich heute bei Correns in einem anderen thread gefunden:
Ich habe meine Schreibtätigkeit ebenfalls deutlich reduziert.
Weniger Austausch führt bei mir zwangsläufig zu weniger Interesse.
Und wenn der Austausch dann auch noch mit Sperraktionen
künstlich verhindert wird, vergeht mir die Lust am weiteren Schreiben.
Da jedoch die Hoffnung zuletzt stirbt,
bleibe ich weiterhin an Bord
und versuche den Kahn am Kentern zu hindern.
Das ist gar nicht so einfach, da konkrete Hilfsangebote
unkommentiert verpuffen.
Recht hat er. Auch ich bin irritiert und etwas enttäuscht, wie das Forum so vor sich hin schrumpft.
Dabei wurde doch unlängst diskutiert, wie man dem Offenen Teil des Forums neues Leben einhauchen kann.
Schade drum. Ich bleibe am Ball.
Gruß Carl Friedrich
Hallo!
Urlaub nach 50 Tagen? Eine Herausforderung für einen frisch Abstinenten. Das Suchtgedächtnis wird sich wahrscheinlich mehrfach und heftig melden. Warum? Du dürftest im Urlaub stets ordentlich gebechert haben. Also bereite dich mal gedanklich darauf vor, dass sich der Druck spätestens in Situationen melden wird, in denen Du früher typischerweise getrunken hast. Habe das bitte vorher auf dem Schirm und entwickel bereits jetzt eine Gegenstrategie. Vorbereitung ist das A&O.
Ich gehe mal davon aus, dass sich womöglich gleich einige Forianer melden, um darauf zu verweisen, dass sie in den ersten Jahren gar nicht im Urlaub waren. Ich habe meinen ersten Urlaub nach 5 1/2 Monaten gemacht und bis auf eine kritische Situation dank entsprechender Vorbereitung gut überstanden. Nur sind wir nicht in einem AI-Hotel oder Hotel mit Verpflegung abgestiegen.
Nimm dir 2 der bestellten Bücher mit in den Urlaub und lies regelmäßig darin. Dann entfernst Du dich gedanklich nicht so sehr von deiner "Baustelle".
Diskussionen mit Herrschaften, die selbst einen grenzwertigen Alkoholkonsum pflegen, kannst Du ja mal ausprobieren. Meine Erfahrung: Sie bringen nichts. Lass sie also weiter saufen bis sie selbst innerlich so weit sind, sich zu ändern. Ich habe bei solchen Gesprächen bemerkt, dass solche Leute rasch versuchen, das Thema zu wechseln. Ich hatte wohl einen wunden Punkt getroffen.
Oder hättest Du in der Spätphase deiner aktiv konsumierenden Zeit eine intensive Diskussion über die Schädlichkeit des Alkohols und deiner "Schlagzahl" führen wollen? Eher nicht.
Kontakte zu trinkfreudigen Herrschaften sind bei mir ausgelaufen, Abbruch wäre ein zu harter Ausdruck. Er wurde einfach nicht fortgesetzt. Und glaub mir, es fehlt mir nichts. Meine Welt ist jetzt anders als früher.
Da die besagte Dame eine gute Freundin von euch ist, kannst Du sie ja einweihen. Mal schauen, wie sie reagiert.
Einen notorischen Luftverpester würde ich nicht in meine Bude lassen. Er/sie darf dann auf dem Balkon/Terrasse der Nikotinsucht frönen.
Abschließend möchte ich auf einen guten Spruch einer bekannten Komödiantin und Entertainerin verweisen: "Ich bin mittlerweile zu alt, um Dinge zu tun, an denen ich keine Freude habe." Recht hat sie.
Schönen Urlaub
wünscht Carl Friedrich
Zitat von Thalia1913Tatsächlich konnte ich erst eine ganze Weile, nachdem ich aufhörte zu trinken, erkennen, dass ich es tatsächlich war: Alkoholikerin. Ein Wunder eigentlich, dass ich lange genug trocken bleiben konnte, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.
Hallo!
Das lief bei mir anders ab. Mir war es in der Spätphase der aktiv konsumierenden Zeit klar, dass ich allein davon nicht mehr weg komme und ich alkoholkrank bin.
An dieser Erkenntnis hat sich nichts geändert.
Gruß Carl Friedrich
Zitat von Gauguin
unermüdlich bist Du im Einsatz für eine "Welt" ohne Abhängigkeit.
Hallo Gauguin!
So habe ich mich noch nie gesehen. Diesen Anspruch habe ich gar nicht an mich. Ich schreibe nur das, was mir hier wichtig erscheint, sofern es einen engen und unmittelbaren Zusammenhang mit der Krankheit und ihren Gefahren steht. Im Übrigen ist es mir egal, ob andere meinen sich "berauschen" zu müssen. Nur halte ich mich von so was fern.
Schön, dass Du mit meinen Anregungen was anfangen kannst.
Leider tummeln sich hier im Offenen Teil nicht allzu viele Herrschaften, die schon länger den Pfad der Abstinenz beschreiten und ihre eigenen Erfahrungen durchaus weitergeben könnten. Schade drum.
Ich bleibe hier am Ball.
Gruß Carl Friedrich
Hallo Gauguin!
Gegen solche Bilder -die spukten mir in den ersten 1 1/2 Jahren auch gelegentlich durch den Kopf- habe ich immer angearbeitet. Mir vorgestellt, jetzt ein großes Wasser, 'ne Cola oder Saftschorle. Mit mir selbst gesprochen:"Dein Quantum hast Du schon gesoffen. Du willst es doch gar nicht. Wenn Du jetzt schwach wirst, bleibt es eh nicht bei einem und dann geht der ganze Mist wieder von vorne los. Das willst Du dir doch nicht antun."
Dazu viel Wasser trinken. Vielleicht kommen die Bilder bloß, weil Du Durst oder Hunger hast?
Gruß Carl Friedrich
Hallo Fridolin!
Na siehst Du. Gibt doch noch etwas zu berichten.
Ob Du eine ambulante Therapie benötigst oder nicht, würde ich mit der zuständigen Suchtberatung klären. Nicht jeder Arzt ist ein Suchtexperte und kennt sich mit Rückfallrisiken und Craving aus..
Eine R-SHG ist m.E. sehr sinnvoll, insbesondere, falls Du keine ambulante Therapie machst. Der Austausch von Angesicht zu Angesicht hat mir viel gebracht. Geh einfach mal hin und schau es dir zumindest ein paar Male an. Dann weißt Du mehr, ob es was für dich ist.
Für's Fitnesstudio gilt das Vorgenannte entsprechend.
Ansonsten empfehle ich, dir eine Strategie zurecht zu legen, falls sich mal heftiger Suchtdruck einstellen sollte. Das ist bei den allermeisten Abstinenzanwärtern irgendwann der Fall.
Gruß Carl Friedrich
Zitat von Fridolin129Hallo Correns,
Danke mir geht s gut
ja den Weg verfolge ich weiter, habe nichts mehr getrunken und mir gehts gut.
Hatte mich nicht mehr gemeldet weil ich nicht wusste was ich schreiben söllte ...hmm
Hallo Fridolin!
Die Frage von Correns kann ich gut nachvollziehen. Ich bin zwar auch erst seit knapp 2 Jahren dabei, aber eines fiel mir auf. Es melden sich hier viele Herrschaften an, hauen ein paar Beiträge raus und tauchen dann völlig ab.
Das ist insoweit schade, weil doch der eine oder andere Forianer Zeit und Mühe aufgewendet hat, die ersten Fragen des Neuen gewissenhaft zu beantworten.
Und wenn dann zu viele grußlos verschwinden, überlegt man es sich beim nächsten Mal, ob sich die Mühe für die Neulinge überhaupt noch lohnt.
Schön, dass es dir gut geht. Und das Ganze ohne Komplikationen oder Schwierigkeiten? Das wäre erstaunlich.
Gruß Carl Friedrich
Hallo!
Das ist ein ganz bekanntes Problem; z.B. in Schwarzwälder Kirschtorte, Rumkugeln ist 'ne ordentliche Dosis einwertigen Alkohols drin.
Bei vielen anderen Dingen auch. Warum? Alkohol ist ein Geschmacksträger sprich Geschmacksverstärker wie z.B. Fett beim Käse.
Also immer schön die Äuglein auf beim Kauf und Verzehr.
Jedoch sind im Regelfall die verwendeten Mengen so gering, dass ich sie nicht raus schmecke, von mit Schnaps gefüllten Pralinen und den obigen Beispielen mal abgesehen.
Und jetzt wird"s kompliziert: In vielen Süßigkeiten steckt nicht der uns bekannte einwertige, sondern sog. mehrwertiger Alkohol. Dabei handelt es sich nicht um "Alkohol" im herkömmlichen Sinne, also Trinkalkohol, sondern um sogenannte Zuckeralkohole oder Zuckeraustauschstoffe. Sie dienen zum kalorienarmen Süßen. Ich nenne mal als Beispiele bestimmte Pastillen.
Alles klar? Eher nicht.
Ich mache mir keine Sorgen. Mich triggern Süßigkeiten jedenfalls nicht. Alles was nach "richtigem" Alkohol riecht und aussieht, wird konsequent gemieden.
Gruß Carl Friedrich
Hallo Calida!
Das ist die Schwester des Suchtdrucks. Sie verschwindet schon wieder. Mal braucht der ungebetene Besuch halt länger, bis er sich "verdünnisiert".
Halte Kurs. Du schaffst es.
Gruß Carl Friedrich
Hallo Calida!
Das wäre schön, wenn die Jugend umdenkt. Die Zahl der Raucher nimmt ja gottlob auch ab. Heutzutage qualmen weniger junge Leute als früher. Das ist zumindest meine rein subjektive Einschätzung.
Nur genießt der Alkohol in unserer Gesellschaft einen deutlich höheren Stellenwert als die Nikotinprodukte. Alk so zu ächten wie Nikotin, erscheint mir in naher Zukunft noch nicht sonderlich wahrscheinlich zu sein.
Gruß Carl Friedrich
Hallo Marius!
https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic2167-0.html
Ich kann Nr. 1, 2 + 4 empfehlen. Die restlichen dort angeführten Werke habe ich nicht gelesen.
Gruß Carl Friedrich
Zitat von Marius52Und dann gerate ich zufällig in Carl Friedrichs erste Posts aus dem Jahr 2015 und siehe da: der gute hat nicht nur den selben Mist veranstaltet, wie ich (Stammkneipe besuchen etc..), nein, er hat von den anderen auch genau so auf die Ohren bekommen;-)).
Das weckt in mir doch große Hoffnungen im Bezug auf die Lernfähigkeit auch des alkoholkranken Menschen.
Hallo!
Da siehst Du mal, welche Entwicklungen möglich sind, auch bei dir. Trockenheit muss man erlernen und sich erarbeiten. Das dauert nun mal. Sie fällt einem nicht in den Schoß. Wichtig ist, den Risiken so gut es eben möglich ist, aus dem Weg zu gehen. Das ist dann schon die halbe Miete. Das Prinzip scheint bei dir angekommen zu sein. Freut mich.
Gruß Carl Friedrich
Das las ich heute in der Rheinischen Post:
"Briten schränken Alkoholkonsum stark ein. Vor allem junge Menschen üben zunehmend Verzicht - auch das Resultat gezielter Kampagnen."
Findet man auf der HP von RP Online. Suchfunktion unter "dry january"
Wäre schön, wenn es stimmt.
Ich male mir gerade aus, wenn es so was vor 20 Jahren bei uns gegeben hätte. Das hätte meiner Familie und mir womöglich so einiges erspart; vorausgesetzt ich hätte die Aktion denn ernst genommen. Bei Letzterem bin ich mir nicht so sicher.
Komisch nur, dass so was in England angeblich funktioniert. Hier in D dürfte die Lobby der Bierbrauer, Winzer und Schnapsbrenner einfach zu stark für öffentlichkeitswirksame Aktionen sein, die zum Ziel haben, den ohnehin zu hohen Alkoholkonsum deutlich zu senken.
Schade.
Gruß Carl Friedrich