Beiträge von Carl Friedrich

    Ich knüpfe mal an die Stimmungsschwankungen an: Die hatte ich auch früher, als ich noch getrunken habe. Während der Entzugserscheinungen war ich förmlich "ungenießbar". Erst als der Alkohol mal weitgehend abgebaut war, ging es und ich blühte auf, da ich wusste, bald wird wieder meine "Medizin" zugeführt. Nur in der Anflutungsphase nach den ersten beiden Flaschen Bier war ich ruck-zuck mental gut drauf, aber nur bis zu einer bestimmten Alkoholisierung, bis dann die Stimmung ins streitende und uneinsichtige kippte.

    An diesen Punkt will ich nie wieder hin.

    Was mich an den Schwankungen in der abstinenten Zeit stört, ist, dass es täglich rauf- und runter geht und das zumeist mehrmals, wie bei einer Achterbahn. Wenn es wenigstens mal einen ganzen und kompletten schönen Tag gäbe, aber der kommt bestimmt noch. Wie habe ich hier bei den alten Hasen oft gelesen, man braucht viel Zeit und Geduld sowie Demut und Respekt vor der Krankheit.

    Jedenfalls kann ich positiv an mir feststellen, dass die täglichen negativen Phasen nach nunmehr 4 Monaten und 11 Tagen insgesamt kürzer werden und auch ihre Häufigkeit gottlob abnimmt.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Kerstin!

    Erst mal Glückwunsch, dass Du standhaft bleiben konntest und nicht der Suchtteufel deine Geschicke lenken konnte.

    Gegen den Druck hilft neben den üblichen und berechtigten Tipps wie viel Wasser trinken vor allem reden. Ruf Personen deines Vertrauens an, geh zu Freunden/Bekannten/Verwandten, hauptsache Du kommst auf andere Gedanken. Komm in dieses Forum, um Dich auszutauschen. Das hilft alles relativ schnell.

    Kleiner Einkaufstipp am Rande: Die entsprechenden Abteilungen in den Märkten immer rasch durchqueren und ja nicht stehen bleiben. Anfangs habe ich mich genau dazu noch mal extra vor Betreten des Ladens aufgefordert und bin mit einem Tunnelblick durch. Nur schön geradeaus und nicht die für uns teuflischen Getränke anschauen. Deren gezielter Anblick kann den Druck enorm erhöhen.

    Zum Stressabbau hat so jeder seine Methoden, meine lauten: Körperliche Betätigung wie Joggen, Radfahren, mal in die Sauna gehen, lesen. Vielleicht kannst Du dich ja mal morgen mit der Dame aussprechen oder übers Handy Kontakt aufnehmen. Vielleicht ist sie ähnlich gefrustet wie Du und freut sich über ein Zeichen, das sie zur Zeit nicht geben kann.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Andreas!

    Viel Glück und gutes Gelingen. Wir beide sind ungefähr gleich lang clean. Daher meine Frage:

    Wie hast Du Dich denn auf dem Konzert abgesichert? Durch eine Begleitperson? Warst Du auch in deiner trinkenden Zeit auf solchen Konzerten und hast dort (heftig) dem Alkohol zugesprochen?

    Für mich in persona wäre es noch zu früh, ein Spektakel dieser oder ähnlicher Art aufzusuchen. Daher verfahre ich nach dem Prinzip der Risikominimierung. Ich gehe Veranstaltungen, auf denen mehr oder weniger heftig getrunken wird, aus dem Weg, nicht einmal zum Fußball ins Stadion oder in eine Kneipe.

    Hast Du die gesamte bislang trockene Zeit über keinen Suchtdruck gehabt?

    Nach dem, was ich bislang so mitbekommen habe, kann der jederzeit und selbst nach etlichen Jahren wieder aufkommen. Aus eigener Erfahrung und entsprechenden Schüben weiß ich, dass er unterschiedlich schwer ausfallen kann.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo BondAkon!

    1. Risikominimierung: Einfach dazugelernt. Woher? Aus einschlägiger Literatur, den Ausführungen meines Therapeuten und Tipps hier im Forum. Dann noch den Verstand eingeschaltet, alles mal gründlich sacken lassen und fertig war das Ergebnis.

    2. Wein im Keller: Ja es stehen dort noch 3 Flaschen einer Sonderedition meiner Frau. Ich mag ihn nicht, da er mir ein zu lieblich ist. Aber der kommt in den nächsten Tagen weg. Sicher ist sicher, obwohl ich ihn für mich nicht als gefährlich einstufe.

    Hallo Frei!

    Meine Monate ab dem Zeitpunkt meiner Abstinenzentscheidung? Gute Frage. Mein Problem war mir seit langer Zeit klar. Nur konnte ich dank der Aktivität meiner Familie bei der Suchtberatung die ganze Angelegenheit nicht mehr auf die lange Bank schieben, um sie auszusitzen. Da hieß es dann für mich: "Game over". Vom endgültigen Entschluss, über meinem Erstkontakt zur Suchtberatung bis hin zur Entgiftung vergingen nur wenige Wochen, nicht einmal 1 Monat, in denen ich nicht mehr so heftig getrunken und mich runter dosiert habe. Zugleich spürte ich ab der Demaskierung eine enorme Erleichterung, als würde eine riesige Last von mir genommen.

    Im Nachhinein würde ich jedoch die Entgiftung anders angehen und aus Sicherheitsgründen eine Klinik aufsuchen. Da habe ich schon eine gewagte und hochriskante Nummer hingelegt, die nicht zur Nachahmung zu empfehlen ist, da jeder anders reagiert. Bei mir ging es ohne Komplikationen gut. Das ist aber keine Garantie für andere Kandidaten.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo BondAkon!

    Ich bin schon weiter. Stichwort: Absolute Risikominimierung. Ich meide-so gut es eben geht- gefährliche Situationen. Also sind Kneipenbesuche, egal unter welchem Siegel sie firmieren, ersatzlos gestrichen. Meine Tickets für ein paar Spiele für meinen Verein übernimmt Sohnemann, der geht mit einem Freund. Diese Saison wird mich kein Stadion von innen sehen. Diesen Sonntag gehe ich zu einem "eingeweihten" Freund Bundesliga schauen, der trinkt im ganzen Jahr vielleicht 3x ein Glas Bier und hat auch nie was zu Hause. Das ist ein sicherer Rahmen für mich.

    Gruß Carl Friedrich

    4 Wochen habe ich hier nicht geschrieben, wie schnell die Zeit vergeht.

    Ich möchte hier fortsetzen, um auch Interessenten, die ausschließlich im allgemeinen Teil des Forums lesen, von meinem Weg in eine dauerhafte Abstinenz zu berichten, um ihnen auf diese Weise Mut zuzusprechen..

    Ich bin nach wie vor clean, mittlerweile 4 Monate + 1 Woche. Zwischenzeitlich hatte ich einen einen heftigen Anfall von Suchtdruck, den ich mit Mühe und viel Ablenkung, Wasser trinken und Gesprächen bändigen konnte. In der Härte hatte ich ihn bislang noch nicht gespürt. War aber für mich im Nachhinein auch eine positive Erfahrung, dass es verschiedene Stufen von Druck geben kann, nachdem ich zuvor nur die "light"-Version kannte und ich bislang in der Lage bin, auch der härteren Variante zu widerstehen. Der Druck verschwindet irgendwann, manchmal rasch, manchmal etwas später.

    Meine Therapie in ambulanter Form läuft und wie es mit Gruppen unterschiedlicher Typen nun mal so ist, treffen verschiedene Charaktere aufeinander, die einen mag man mehr, die anderen weniger, ist halt wie früher in der Schule oder auf der Arbeit. Man muss irgendwie miteinander klar kommen. Ich habe vor, so Stand heute, sie auf jeden Fall regulär zu beenden, vorausgesetzt ich erlebe keinen alkoholischen Absturz. Mein Respekt vor diesem todbringenden Stoff ist jedenfalls groß. Und was ich auch weiß ist, dass es noch eine verdammt lange, nämlich lebenslange Wegstrecke zurückzulegen ist.

    Was ich bislang verinnerlichen konnte ist, dass unbedingte und vorbehaltlose Krankheitseinsicht sowie die rückhaltlose Aufgabe des Wunsches, irgendwann kontrolliert trinken zu können, ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine dauerhafte Abstinenz sind. Kontrolliertes Trinken kann bei mir nicht funktionieren, ich habe zig gescheiterte Versuche hinter mir. Mein Therapeut mit langjähriger Berufserfahrung bestätigte, dass er in seiner Zeit noch nie einen Alkoholiker erlebt habe, dem dies erfolgreich gelungen sei.

    Würde ich mir heute vornehmen, bei einem bestimmten Anlass eine kleine Menge Alkohol zu konsumieren, sagen wir 1 Flasche Bier, würde ich gar nicht erst bis zum Eintritt des Ereignisses abwarten, sondern früher zuschlagen. Und dann bliebe es auch nicht bei der einen Flasche. Nach meinen früheren mehrwöchigen Saufpausen, als ich irrig annahm, kein Problem mit dem Stoff zu haben, kippte ich stets die ersten beiden Flaschen zügig wie nach großer körperlicher Anstrengung an einem heißen Sommertag in mich hinein. Dann gab es, weil ich ja so lange "brav" war, selbstverständlich noch einen Nachschlag.

    Mir hilft nur eins: Bereits das erste Glas stehen zu lassen. Ich kann nur ganz (saufen) oder gar nicht.

    Da möchte ich nie mehr hin. Ich bin äußerst zufrieden, nein glücklich, auch noch zu vorgerückter Stunde bei klarem Verstand und im Vollbesitz meiner kognitiven Fähigkeiten zu sein.

    Ich werde zu gegebener Zeit weiter berichten.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Frei!

    Warte erst mal die Reaktion der Beihilfestelle ab. Manchmal schicken die einen vor Bewilligung noch zum Amtsarzt. Und einen Selbstbehalt hat man auch noch zu tragen.

    Und was Deine Entgiftung anbelangt, sprich sie bitte unbedingt mit Deinem Arzt ab und halte Dich an seinen Rat. In Eigenregie entgiften kann lebensgefährlich sein und es gibt Fälle, da realisiert sich genau diese Gefahr.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Frei!

    Bin selbst Privatpatient und kann daher ein klein wenig mitreden. Zunächst hast Du Riesenglück, dass 6 Wochen bewilligt wurden, denn eine Rechtspflicht gibt es bei den meisten "Privaten" nicht, da sie Reha-Maßnahmen in ihren allgemeinen Krankenversicherungsbedingungen ausgeschlossen haben. Daher steht dir auch kein Rechtsanspruch auf weitere Wochen zu.

    Du kannst nach Therapiebeginn mit den Ärzten und Therapeuten über eine Verlängerung reden. Falls sie diese für medizinisch notwendig erachten und dies auch schriftlich bestätigen , kannst Du versuchen, die Versicherung auf dem Kulanzweg um Verlängerungzu bitten.

    Diediesbezüglichen Erfolgsaussichten vermag ich nicht abzuschätzen. Das dürfte im Wesentlichen von deren Finanzkraft abhängen. Schreiben sie "rote" Zahlen oder liegen ihre Ausgaben zu hoch, ist sonnenklar, wo zuerst gespart wird, nämlich bei den freiwilligen Leistungen.

    Vielleicht kommt bei Dir auch ein Kompromiss in Frage: In meiner ambulanten Therapiegruppe ist ein "Wechseler". Der hat 6 Wochen stationär verbracht, der Rest wird ambulant weitergeführt. Dieses Modell ist deutlich günstiger für den Kostenträger, da die Finanzierung des Aufenthalts wegfällt.

    Ansonsten wüsste ich nicht, wen Du für eine Verlängerung finanziell in Anspruch nehmen könntest.

    Nachfrage: Du schriebst Pensionärin. Bist Du Beamtin im Ruhestand? Dann stehen Dir Beihilfeansprüche gegen Deinen Beihilfeträger zu und die sind, so weit ich das überblicke, großzügiger. Denen reicht häufig die Attestierung der medizinischen Notwendigkeit. Notfalls schicken die ihre Unterlagen an einen Gutachter.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Da kann ich mich Calida nur anschließen, da in meiner Therapiegruppe einige "Führerscheinler" sind, bei denen man deutlich spürt, dass sie nur aus einem Grund da sind: Die MPU zu bestehen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem ist bei denen leider Fehlanzeige.

    Falls Du noch nicht völlig eindeutig mit Dir im Reinen bist, was Du eigentlich willst und einen absolut uneingeschränkten und bedingungslosen Vorsatz zur Abstinenz gefasst haben solltest, wärst Du aus meiner Sicht gut beraten, das zunächst mal mit Dir selbst zu klären.

    Viel Glück dabei wünscht Carl Friedrich

    Hallo!

    Bei Hitze mit Kindern in einen Freizeitpark? Den Stress würde ich mir niemals antun. Da heißt es nur raus zum Baden. Der Sommer neigt sich zum Ende. So viele Gelegenheiten dazu werden wir wahrscheinlich nicht mehr bekommen.

    Und wenn ich richtig aufgekratzt bin rate ich zu folgendem Stressabbau: Fahrrad fahren oder joggen/walken oder Fitnesstudio oder Sauna (heute allerdings nicht).

    Gr uß Carl Friedrich

    Hallo!

    Einkaufen war nur 1x richtig problematisch, als ich dass erste Mal in einem der Getränkemärkte war, in denen ich mich früher auch mal bei Sonderangeboten eingedeckt habe. Da hatte ich richtig Druck. Ging strammen Schrittes am Bier mit leichtem Zittern am ganzen Körper-vorbei zu Wasser und Säften. Erst nach Verlassen des Parkplatzes legte es sich wieder. Seitdem habe ich keine Probleme, egal ob Discounter, Supermarkt, Drogerie oder Getränkemarkt. Nur im Kassenbereich zwinge ich mich, nicht die Flachmänner zu betrachten, sondern schaue auf die anderen Leute oder die Kassierer.

    Das heißt aber noch lange nicht, dass bereits der nächste Einkauf nicht dennoch zu einem furchtbaren Anfall führen kann, aber ich bin gewappnet. Nur bei Alk schaue ich so gut es eben geht, weg und woanders hin.

    Gruß Carl Friedrich

    HalloQ

    Natürlich kannst Du es schaffen, die 18 Monate sind eine gute Grundlage und ein gutes Zeichen. Nur solltest Du Dir von Anfang an klar machen, dass kontrolliertes Trinken bei Dir nicht geht, das brauchst Du gar nicht mehr ausprobieren, Du schaffst es ebenso wenig wie ich. Von daher sollte dein Vorsatz der Abstinenz ohne heimlichen Vorbehalt gefasst sein.


    Viel Geduld und Glück wünscht Carl Friedrich

    Hallo Dominik!

    Wenn Du nicht häufig Ärger mit dem Magen und dem Gedärme hast, braucht niemand in dem jungen Alter eine Spiegelung von Magen und Darm. Ich würde da mal auf den Rat eines erfahrenen Internisten hören.

    Lunge röntgen ist in Anbetracht der familiären Vorbelastung und dem Risiko Rauchen sicherlich nicht verkehrt und weitaus angenehmer und schneller erledigt , als die vorgenannten Spiegelungen.

    Apropos: Was macht die Lektüre der bestellten Bücher?

    Gutes Gelingen wünscht Carl Friedrich

    Hallo!

    Schön wieder was von Dir zu lesen. Nur keine Angst vor den Ärzten. Ich habe die große Tour mit Internisten, Urologen und Darmspiegelung hinter mir und habe 17 Jahre "gesoffen", gottlob ohne Schäden.

    Du bist noch sehr jung, da ist es sehr unwahrscheinlich, dass was Ernstes an den Organen anliegt. Ich hatte auch Sorgen und sie waren unbegründet. Wofür der Lungenfachmann? Lunge röntgen wegen Nikotinabusus? Ich habe mehr als 30 Jahre gequalmt; Lunge und Bronchien sind ok. Vor 3 1/2 Jahren habe ich es ohne Schwierigkeiten komplett aufgegeben und es hat mir gut getan.

    Also Kopf hoch Dominik, es wird schon.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Kerstin!

    Direkt als eine Art "Päarchen" beim Kreuzbund aufschlagen? Ob dass so eine tolle Idee ist? Auch ich sehe die bereits geschilderte Gefahr: "Schmiert einer ab, zieht er womöglich den anderen gleich mit".

    Ich würde mich auf so etwas nicht einlassen.

    Sich hier mehr einzubringen, ist dagegen ein wirklich guter Vorschlag von Karsten. Das dient dann der Abrundung des Programms.

    Gruß Carl Friedrich