Hallo Forum,
@thalia
Zitat
Du scheinst mir (ähnlich wie ich es war und bin) recht ungeduldig mit dir selbst zu sein.
Da kann schon was dran sein, obwohl ich mich eher als geduldig einschätzen würde.
Ich mache mir ja auch immer wieder bewusst, dass nicht von heute auf morgen alles super wird, dass das Phasen sind, die auch wieder vorübergehen.
Aber es ist eben ein bisschen Angst dabei, dass es nicht vorübergeht und fortan mein Leben bestimmt.
Insgesamt gibt es aber für mich nichts zu klagen, die positiven Aspekte überwiegen bei weitem.
Die Gedanken führen nicht zu Saufdruck und können nicht verhindern, dass ich weiterhin mit Optimismus in die Zukunft sehe.
@Nobby
In solchen Situationen versuchte ich den Alkohol zu ersetzen.
Zum Glück ist es ja kein akutes Verlangen nach Alkohol, nur diese Grübelei, wie es denn dann werden soll, in dieser und jener Situation.
Also Gedanken an Situationen, die ich seit der Entgiftung noch gar nicht hatte.
Ging es mir schlecht, trank ich. Ging es mir gut, trank ich.
Genau so war es bei mir.
Die Gedanken kreisen ausschließlich um den zweiten Fall.
Als Beispiel: Bis vor zwei Jahren, als ich noch die Kraft hatte, habe ich es geschafft, wenigstens einmal im Jahr für ein paar Tage mit Fahrrad und Zelt eine Tour zu machen.
Dabei ging es mir immer sehr gut.
Aber auch dazu gehörte der Alkohol.
In meinen Fahrradtaschen waren zwei 3-Liter-Boxen Rotwein für die Abende, und wenn ich nachmittags am Ziel ankam, waren ein paar kalte Bier am Zeltplatz-Imbiss die wunderbare Belohnung für die Strapazen.
Ich hab da dann einen Abend sogar mal Leute kennengelernt auf einem Zeltplatz, obwohl ich überhaupt nicht der Typ bin, der einfach Leute kennenlernt.
Und das war, das muss ich leider sagen, nur mit dem Alkohol möglich.
Und das war eine schöne Erfahrung.
Um sowas kreisen die Gedanken.
Rattenschwanz
Was mir in der LZT geholfen hat, waren vor allen Dingen die räumliche Trennung zu meiner Saufumgebung und der klar strukturierte Tagesablauf
Genau darauf baue ich auch, außerdem auf Spaziergänge in der schönen Natur dort, Sportangebote etc.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine LZT niemandem nützt, der nicht auch im Kopf die entscheidende Einstellung hat.
Aber für den, der entschlossen ist, für den kann es sicher ein zusätzlicher und nützlicher Faktor auf dem Weg sein.
@Correns
Zitat
vor kurzer Zeit hatte ich ebenfalls wieder so eine Phase.
Du hast recht. Die Gedanken sind lästig.
Abstellen konnte ich sie bisher noch nicht.
Selbst das Akzeptieren, dass es eben so ist, fällt mir schwer.
Vielleicht gelingt mir dies nie???
Genau das ist meine Sorge.
Vielleicht muss man das dann auch für sich akzeptieren:
Dass die Gedanken immer wieder kommen und auch mit den Jahren nicht seltener werden.
Dass sie zu einem gehören.
Dein Thread war übrigens, da ganz oben, der erste hier, den ich durchgearbeitet habe.
Und trotz deiner nicht immer vor Glück sprühenden Schilderungen mit die Initialzündung für meinen Entschluss.
Auch wenn ich nicht alle 380 Seiten durchgelesen habe:
Du bist sicher jemand (korrigiere mich, wenn ich falsch liege!), der prinzipiell viel grübelt, auch über Dinge, die man vielleicht selbst gar nicht ändern kann.
Das ist bei mir ähnlich.
Und führt eben öfter auch zu depressiven Verstimmungen.
Und das ist bei mir auch ein Punkt, bei dem ich denke, das wird durch die Nüchternheit wahrscheinlich nicht viel besser oder anders.
Aber ich glaube und hoffe, dass ich
1. durch die Nüchternheit nicht mehr wochenlang darin versinken werde, weil ich
2. nüchtern viel mehr Kraft habe, damit umzugehen und zumindest teilweise dagegen zu steuern, sei es durch Sport oder Spaziergänge oder sonstiges.
Du machst das ja eigentlich alles richtig.
Dein Engagement, das Laufen, du bist da schon ein Vorbild für mich und meine Ziele gehen auch in diese Richtung.
Trotzdem werde ich mich wahrscheinlich niemals leicht fühlen. (Kann es nicht besser ausdrücken, vielleicht verstehst du mich)
Aber so viele kleine glückliche Momente wie möglich will ich mir erarbeiten und das konnte ich zum Schluss gar nicht mehr.
Gruß Pancho