Beiträge von lalu14

    Freitag, ein guter Tag in jeder Woche.

    Ich arbeite, wenn es geht, nur bis Mittag. Dann fühlt sich das Wochenende viel länger an.

    Was mache ich heute in der Zeit, in der ich bis vor kurzem noch trinkend unterwegs war?

    Ich gehe in einen Buchladen. ( Gekauft wird nur ein Buch pro Woche!)

    Ich sitze auf einer Bank im Freien und trinke Kaffee und gelegentlich gönne ich mir ein Eis.

    Ich besuche meine Mutter.

    Ich bin viel und lange im Garten (was auch zu sehen ist, im Vergleich zu den letzten beiden Jahren)

    Ich mache Kreuzworträtsel.

    Ich lese (warum sonst kaufe ich wohl Bücher 😀)

    Ich gehe zeitig ins Bett.

    Ich lese und schreibe im Forum.

    Ich koche mir Mittagessen für Arbeit.

    Ich lese Zeitung (am Wochenende).

    Ich nehme mir viel mehr Zeit für die Körperpflege (an der Stelle wird es ein wenig peinlich 🙈)

    Tja und schon ist der Tag um.

    Alles in allem fühlen sich die Tage gut und ausgefüllt an. Langeweile kommt nicht auf. Im Gegenteil: ich bremse mich oft und erkläre mir selbst immer mal wieder, dass alles seine Zeit hat. Jetzt ist Sommer und da ist Gartenzeit und ich bin viel draußen an der frischen Luft. Im Herbst und Winter kann ich dann im Haus das eine oder andere tun.

    Was gelegentlich fehlt, ist der reale Austausch über meine Sucht, mit Menschen, die das gleiche Thema haben. Ab Herbst werde ich mir wieder eine SHG suchen. Bis dahin wird es auch so gehen müssen.

    Schreibe ich halt hier ein wenig mehr. ☺️

    Ich wünsche allen Kraft und Energie für die Dinge, die morgen anstehen.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Hallo und guten Abend,

    Ich überlege manchmal schon im Laufe des Tages, was ich abends schreiben möchte. Es gibt so viel, was festgehalten werden will.

    Was hat sich eigentlich schon in kurzer Zeit verbessert, nur mal so rein physiologisch?

    - ich habe über 10kg abgenommen

    - mein Gesicht ist nicht mehr aufgedunsen und rot

    - meine Haare sind gesünder und glänzen

    - die Schweißfüße sind weg

    - mein Blutdruck ist im Keller ( habe die Tabletten erst reduziert, seit gestern keine mehr genommen) (Arzttermin erst im August)

    - viel, ganz viel mehr Energie

    - Konzentration sehr viel besser


    Was ist noch nicht so gut? (Obwohl ich es schneller erwartet habe)

    Nur der Schlaf ist noch nicht so, wie ich es mir wünsche. Ich wache nachts mehrmals auf, kann aber immer schnell wieder einschlafen und bin tagsüber nicht müde. Der Schlaf reicht also aus und ist auch erholsam.

    Für alle anderen Erwartungen an mein trockenes Leben habe ich mir viel Zeit gegeben.

    Euch allen eine erholsame Nacht

    Lalu

    Hallo und einen guten Abend

    Ein recht normaler Tag liegt fast hinter mir. Ein Stündchen länger schlafen, da mein erster Gang heute zum Zahnarzt ging. Seit einem Jahr wird saniert und das Ende ist in zwei Wochen endlich erreicht. Meine Beißerchen sind ziemlich hinüber und mein ungesunder Lebenswandel hat sicherlich dazu beigetragen, dass es heute ist wie es ist. Da ich nicht das notwendige Kleingeld habe, um die Ideen des Zahnarztes zu finanzieren, gibt es die Kassenvariante. Aber das ist okay.

    Auf Arbeit habe ich gerade eine ruhige Phase, die ich nutze, um Überstunden abzubauen. Nach meinem Urlaub kommen die aber ganz schnell wieder obendrauf. Das weiß ich und kann es heute entspann sehen.

    Auf meinem Weg nach Hause (ich fahre gute 80 Minuten öffentlich) kam ich, wie täglich, nicht daran vorbei, das Elend dieser Stadt zu sehen. Kranke, verelende Menschen. Sie haben keine sauberen Kleider, kaputte Schuhe, sich offensichtlich seit Tagen (Wochen?) nicht gewaschen. Und der eine oder die andere eine Flasche oder Büchse in der Hand. Ihr Retter im Elend?
    manchmal sehe ich diese Menschen gar nicht mehr. Aber im Moment fallen sie mir doch sehr auf. Oder schau ich bewusster hin, weil das mein Schicksal wäre? Gefühlte Abschreckung für mich?

    Ich weiß ja, dass hier Mitleid völlig fehl am Platz ist. Aber wenn man soweit unten ist, wie soll da ein Weg raus aus dem Sumpf gelingen. Hilfe gibt es ja. Jedoch ist ja den meisten hier glasklar, dass Hilfe auch angenommen werden müsste. Von einem selber muss es kommen. Diese Menschen können es wahrscheinlich nicht mehr. Es gibt nur ganz wenige, die es aus diesem tiefen Tal schaffen. Es ist traurig, mich macht es traurig.

    Heute ist Tag 111 und ich bin auf einem guten Weg.

    Euch allen eine ruhige Nacht und träumt was schönes.

    Lalu

    PS: ich lasse meine Gedanken hier, die mich so umtreiben. So am Tag und weniger tiefgründig. Die Auseinandersetzung mit meinen Süchten und der möglichen Ursachen schiebe ich noch ein wenig, da ist vieles noch wirr und unsortiert. Zuviel Themen, die neben und übereinander liegen.

    Guten Abend in die Runde,

    ich habe heute die Reservierungsbestätigung für meinen Kurzaufenthalt im Kloster bekommen. Ich werde im Juli mir ein paar Tage Ruhe und Entspannung in anderer Umgebung gönnen. Geplant habe ich einen solchen Aufenthalt schon viele Jahre. Jetzt ist es an der Zeit. Ich möchte auch erst einmal ein paar Tage probieren und mich danach entscheiden, ob ich später für zwei oder auch drei Wochen eine solche Auszeit nehme. Ich habe mich für eine ruhige Gegend in Sachsen entschieden und freu mich jetzt schon auf die Reise.

    Heute musste ich zu Hause bleiben, da mein Mitbewohner nach einer OP für 24 Stunden unter Aufsicht sein muss. Ich habe den Tag genossen.... der Operierte kam ja erst nach 14 Uhr nach Hause und ist gleich ins Bettchen verschwunden, um zu schlafen.

    Was ich überaus fein finde, sind die kleinen Glücksmomente oder Glücksgefühle, die mich manchmal ganz unvermittelt für wenige Sekunden überkommem. Einfach so, wenn ich im Garten stehe und mein Werk betrachte, oder wenn ich in der Bahn aus dem Fenster schaue und die Stadt betrachte, die an mir vorrüberzieht.

    Ich habe bis jetzt immer ein analoges kleines Tagebuch geführt, in dem ich den Tag mit wenigen Worten festgehalten habe. Ich schließe dieses morgen am 111 Tag meiner Nüchternheit und werde hier wieder täglich schreiben. Das liegt mir wohl mehr, in die Tasten zu hauen, als mit dem Stift oftmals sehr unleserlich meine Gedanken festzuhalten.

    Uns allen wünsche ich (frei nach U. Wickert) eine geruhsame Nacht.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Bolle

    Genau deshalb lasse ich mir Zeit und werde mich später damit auseinandersetzen. Jetzt hier und heute geht es mir erst mal um Stabilität. Ich bin froh drum, dass ich das theoretische Rüstzeug schon habe. Nun heißt es aber, das auch in der Praxis einzusetzen.

    Allerdings kann ich den Kopf nicht ausschalten, das Gedankenkarusell dreht sich halt. Ich lasse mir aber Zeit, meine Überlegungen zu Papier zu bringen.

    Im Moment genieße ich jeden nüchternen Tag und bin ein klein wenig stolz ob der Erfolge.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Stern Alles gut. Ich schreibe gerne auch zum Thema Suchtverlagerung und wie ich das aus meiner Perspektive sehe. Aber eher nicht hier im offenen Bereich. Da stecken dann wahrscheinlich tatsächlich zu viele private Details drin.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Ich kann und möchte das Thema hier im offenen Bereich nicht vertiefen. Ich schrieb ja schon, dass ich noch am Anfang meines Erkenntnisprozess stehe. Ich denke schon, dass da noch mehr in der Vergangenheit liegt, dass schlussendlich zur Abhängigkeit geführt hat.

    Und ist es nicht am Ende egal, was zuerst da war? Sucht ist Sucht. Abhängigkeit bleibt Abhängigkeit. Da ist die Wahl der Droge doch zweitrangig.

    Und von ab und zu kann keine Rede sein. Anfänglich „normal“ getrunken dann missbräuchlich getrunken und schlussendlich täglich. Auch wenn ich nicht ganz unten war, Haus und Hof noch stehen und ich einem recht verantwortlichen Job nachgehe, bin ich doch abhängig. Und habe jetzt die Erkenntnis, dass ich mich um alles bringe, wenn ich weiter Drogen nehme. Egal welche. Ich bin suchtkrank. Ich bin Medikamentenabhängig und ich bin Alkoholikerin.

    Stern

    Ja ich war eine Zeit lang nüchtern. Aber ich hatte damals die Diagnose Medikamentenabhängikeit. Vor fünf Jahren. Und Alkohol spielte damals keine große Rolle. Mir wurde empfohlen, auch keinen Alkohol zu trinken. Das habe ich beherzigt und dann trotzdem ab 2019 wieder angefangen gelegentlich Alkohol zu trinken. Das steigerte sich dann und 2020 wusste ich schon, das ich problematisch trinke. Es hat dann aber bis dieses Jahr gedauert, für mich anzunehmen, dass ich die eine Sucht durch die andere ersetzt habe.

    Was dazu geführt hat? Da bin ich noch im Erkenntnisprozess. Eins ist aber sicher. Ich habe meine Trockenarbeit nicht ernst genommen. Habe nicht erkannt, dass ich suchtkrank bin. Und es der meiner Sucht egal ist, welche Droge ich nehme.

    Aber wie gesagt: ich stehe da noch am Anfang mit der Analyse und würde es gerne im geschützten Bereich genauer betrachten.

    Vor allem, was will/wollte ich mit den Drogen eigentlich wegdrücken.

    Ich bin im Moment dabei, die Zeitlinie für mich genauer zu betrachten, vor allem die verschiedenen Ereignisse, die in den letzten Jahren so passiert sind. Vielleicht hilft es, besser zu verstehen, wie alles gekommen ist. Um es in Zukunft zu erkennen und rechtzeitig gegen zu steuern.

    Grüße

    Lalu

    Hallo in die Runde,

    Ich bin heute Mittag bereits von Arbeit nach Hause gegangen. Ich fühlte mich absolut energielos und nachts bin ich mehrmals mit Kopfschmerzen aufgewacht. Es tat gut, den Nachmittag im Garten zu sitzen und einfach nur zu lesen. Das Wetter hat mich dann ins Hause getrieben und jetzt geht es mir wieder besser. Es hat auch ordentlich abgekühlt nach dem Gewitter und es regnet immer noch. Das freut das Gärtnerinnenherz.

    Täglich hier zu schreiben und zu lesen ist mir ein wichtiger Baustein in meiner Trockenarbeit 😉. Was mich traurig macht, sind die Schicksale der Angehörigen von Alkoholikern. Soviel Leid für die Familien. Ich kann da mitfühlen, war selbst vor über 25 Jahren davon betroffen.

    Heute habe ich mit meiner Sucht niemanden geschadet, aber dennoch Kummer bereitet. Meine Familie und Freunde standen hilflos neben mir. Sie wussten ja, dass nur ich mir selbst helfen kann. Ich musste den Schritt gehen, zu Entgiftung und ich muss jetzt für mich sorgen. Aber ich kann auf meine Angehörigen stolz sein. Sie unterstützen mich und sind nicht fordernd. Aus der Erfahrung von vor sieben Jahren kennen alle den Weg, der vor uns liegt. Es wird noch Monate dauern, bis sich neue Strukturen eingestellt haben.

    Ich werde dieses Mal nicht zu viel auf einmal ändern. So wie es jetzt tagtäglich läuft, fühle ich mich sicher. Und daran werde ich bis zum Herbst nichts ändern.

    Gedanken mache ich mir in den letzten Tagen darüber, wie ich mich in einer anderen Online-SHG verhalten werde. Viel Beitrag leiste ich dort nicht, bin überwiegend stiller Mitleser. Aber immer öfter juckt es in den Fingern, mal deutlich meine Meinung zu schreiben. Aber habe ich die Traute, dem Gegenwind, der auf jeden Fall kommt, etwas entgegen zu setzen?

    Ich denke mal noch eine Weile nach und lasse bis auf weiteres die Tastatur in Ruhe.

    Jetzt komme ich hier wieder an und fühle mich wohl. So soll es sein. Alles andere findet sich, nur keine Eile.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Ich hatte ein Wochenende, mit dem ich zufrieden bin und mich erholen konnte. So ein Gärtchen ist doch was Feines ☺️.

    Noch zwei Wochen arbeiten und dann habe ich drei Wochen Urlaub. Zum ersten Mal seit Jahren, drei Wochen am Stück. Wie toll ist das denn 😀

    Geplant ist eigentlich nix. Ich will mich treiben lassen und mal schauen, wo mich das 49,-€-Ticket so hinbringen wird.

    Für heute genug geschrieben. Ich lese noch ein wenig im Forum und werde dann pünktlich im Bett verschwunden sein. Um fünf klingt der ⏰.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Whitewolf

    Ich finde den Begriff „Trockenarbeit“ ausgesprochen passend. Und sehe es auch als eine Arbeit an, die zum Beginn anstrengend sein kann, dann aber, mit zunehmender Zeit auf dem Trockenen, leichter wird. Wie im Berufsleben. Erst die Ausbildung, dann der erste Job und dann Routine. Und auch später, wenn man schon ein paar Jährchen im Job gearbeitet hat, gibt es immer wieder Neues, aber auf Grund der Erfahrungen, die man gesammelt hat, fällt es leichter, das Neue zu erkennen und achtsam zu bleiben.

    Und ganz nebenbei: ich mag meinen Job 😉

    Zu deiner Frage zu meiner Medikamentenabhängikeit gibt es hier nicht viel zu sagen. Oder genauer gesagt, würde ich meine Auseinandersetzung zu diesem Thema gerne aufschieben, bis ich im geschützten Bereich wieder ein Tagebuch schreiben kann.

    An dieser Stelle nur soviel: Auch verschreibungspflichtige Medikamente lassen sich in der großen Stadt, in der ich lebe, ganz einfach „besorgen“.

    Guten Abend in die Runde

    Thalia: ja meine Familie weiß Bescheid. Im Prinzip haben sie es schon lange gesehen, aber nie was gesagt. Um so erleichtert waren sie, als ich mich entschlossen hatte, die Finger vom Alkohol zu lassen. Sorge hatten sie allerdings, dass ich zu Hause und nicht in der Klinik entziehen wollte. Die Absprache habe ich dann mit meiner Hausärztin getroffen, dass ich bei Bedarf in die Klinik gehe. Und da mein Entzug ohne Nebenwirkungen verlief, waren alle erleichtert. Ich hatte auch nicht mit Entzugserscheinungen gerechnet, deshalb war ich optimistisch, dass alles gut laufen würde. Hat auch geklappt.

    Ja Hartmut, ich akzeptiere, dass ich Suchtkrank bin. Ich bin Medikamentenabhängig und ich bin Alkoholikerin. Aber ich bin mehr als das. Und auf dieses mehr werde ich mich zukünftig fokussieren. Und das kann nur klappen, wenn ich trocken bleibe. Und trocken bleiben heißt Trockenarbeit. Deshalb bin ich hier. Es ist nach meiner Erfahrung ein wichtiger Baustein für mich. Das hatte ich vergessen.

    Hallo und Guten Abend

    Gestern habe ich mich selbst ins off geschossen. Wollte mich am PC anmelden, da dort das Schreiben einfacher ist. Nach vielen misslungenen Anmeldeversuchen wurde ich gesperrt. Irgendwie klappte es nicht mit dem Passwort.

    Nun ja. Jetzt läuft alles wieder.

    Ich hatte ja geschrieben, dass ich mein Gefühl hinsichtliche der endgültigen Abstinenz nicht richtig beschreiben kann. Wie soll ich, wenn mir die passenden Worte fehlen, das auch hinbekommen.

    Mir ist es auch nur sehr begrenzt wichtig, was geglaubt wird. Aber ich als noch sehr kurz Trockene, bin vorsichtig mit den Aussagen „niemals wieder“ „für immer“ usw.

    Es zählt im Moment das hier und heute. Und ein wenig auch bereits das morgen und übermorgen.

    Aber das Gefühl, Alkohol nicht zu brauchen, also nicht das Gefühl, ich würde für jetzt und immer auf was verzichten, dieses Gefühl ist gut. Und in mir.

    Das ist neu und anders, als vor Jahren. Keine Ahnung, wo es herkommt. Aber es ist gut.

    Wenn ich auf die letzten drei Monate zurück schau, dann hat sich einiges geändert. Ich bin aktiver, schaffe ganz normale Dinge die mir vor Monaten viel Überwindung und Kraft gekostet haben. Wen ich Sie überhaupt gemacht habe. Mein Garten sieht wieder wie ein Wohlfühlort aus. Ich darf gar nicht ans letzte Jahr denken. Gruselig 🫣

    Und im Dienst kann ich konzentriert arbeiten und schaffe gut. Und bin nicht mehr so erschöpft und fertig.

    Nichts geht mit riesigen Schritten, aber es geht von Woche zu Woche voran. Ein nicht eingeplanter Punkt ist für mich die verlorenen Pfunde, die einfach so gepurzelt sind. Das ist wie ein Bonus und erfreut mich ehrlich, vor allem, weil es so einfach passiert.

    Es geht mir gut und ich hatte heute einen ruhigen Tag im Garten und Abends mit einem kleinen Teil der Familie. So darf es bleiben.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Guten Abend in die Runde,

    ja Hartmut, da gibt es ganz sicher einen Zusammenhang. Wenn Gelerntes nicht angewendet wird, dann passieren halt Dinge.

    So ganz ins Detail möchte ich hier im offenen Bereich nicht gehen. Das würde ich gerne später, wenn ich geschützt bin ausführlicher reflektieren.

    Vielleicht nur so viel: Weil ich ja die Diagnose Medikamentenabhängikeit hatte, habe ich den Alkohol nicht ernst genommen. Aber Droge ist Droge. Sucht ist Sucht. Egal womit ich mich vergifte.

    Ich bin heute wissender als noch vor sieben Jahren. Und ich habe mich in den letzten Monaten sehr intensiv mit dem Thema Sucht beschäftigt. Ich verstehe heute vor allem besser, was Drogen im Kopf anrichten. Alleine physiologisch betrachtet. Gruselig!

    Dennoch halte ich die Wege, die hier in diesem Forum, von genau diesen Menschen aufgeschrieben werden, für zielführend. Ich kann das gut für mich annehmen.

    Deshalb bin ich wieder hier. Es fühlt sich gut und richtig an.

    Ich glaube mein Fädchen von 2016 hieß auch „Es ist ein langer Weg“ (ganz sich bin ich mir nicht)

    Und ja: Das war es: ein langer Weg. Und jetzt geht es weiter.

    Es ist sicherlich zu früh zu sagen, dass mir der Gedanke „Nie wieder Alkohol“ überhaupt keine Angst macht. Möglicherweise glaubt ihr da draußen mir das nicht. Aber mein Gefühl bei diesen Gedanken ist ein Gutes. Es fühlt sich richtig an. Es ist auch kein Hochgefühl oder Stolz dabei. Es ist einfach da.

    Besser kann ich es nicht beschreiben.

    So ihr lieben Liebenden, für heute soll es genug sein. Ich lese noch ein wenig in euren Beiträgen. Weil es super interessant und Teil meiner „Therapie“ ist.

    Liebe Grüße

    Lalu

    Ach dann doch noch was.

    Habe ich es richtig verstanden, dass ich hier in diesem Thema auch bei den anderen Usern schreiben kann? Aber auf keinen Fall bei den Neuen im Vorstellungsbereich? Zumindest in den ersten 4 Wochen?

    Und ich freu mich darauf, von Hartmut und Carl Friedrich wieder den Kopf gewaschen zu bekommen, wenn ich übermütig werden sollte. Und das meine ich Ernst. Aus Erfahrung!

    Guten Abend in die Runde,

    da ich mir jeden Tag viele und auch verschiedene Gedanken über meine Abstinenz mache, weiß ich so gar nicht, über welche ich berichten könnte. Also habe ich heute erst einmal wieder die Basics aufgefrischt und mir die Grundbausteine und den Notfallkoffer zu Gemüte geführt. Beim Notfallkoffer bin ich noch gut im Thema. Bei den Grundbausteinen ist mein Gedächtnis nicht ganz so gut gewesen. Ich schreibe mir alles noch einmal analog auf. Dann halte ich es fest.

    Was ich allerdings in guter Erinnerung hatte, war der Punkt, dass man insbesondere zum Anfang ( für mich mindestens ein halbes Jahr) ganz weit weg sein muss von allen Orten und Gelegenheiten, die mit Alkohol zu tun haben. Schon am ersten Tag habe ich mein Zuhause von jedem Alkohol befreit. Ich gehe vom ersten nüchtern Tag an in einem anderen Markt einkaufen. Mein Heimweg von der Arbeit habe ich sofort verändert. Ich steige eine Station eher aus und laufe nach Hause. Ich habe unterwegs immer einen Becher Kaffee im Rucksack. Ich bin bis heute auf keiner Veranstaltung gewesen, auf der Alkohol im Mittelpunkt gestanden hätte ( Geburtstage und Ähnliches). Treffen mit Leuten, bei denen sonst Alkoholtrinken zum Treffen dazu gehörte, habe ich gecancelt ( Motto: Lass uns mal wieder ne Bier trinken gehen).

    Ich hatte mir eine andere online SHG gesucht, da ich Gutes gelesen habe. Aber mit der Zeit gemerkt, das ich da nicht hingehöre.

    Ab September werde ich mir wieder eine analoge SHG suchen. Ich schau mal, ob meine alte Gruppe noch existiert. Wenn nicht, dann gibt es in dieser großen Stadt noch ein paar mehr. ( ab Herbst erst, da ich seit März jeden Tag in meinem Garten verbringe und es sehr genieße)

    Für heute soll es gut sein.

    Lg Lalu

    Guten Abend

    Ich werde mich in den nächsten Tagen und Wochen regelmäßig hier umsehen und auch schreiben. Das muss ich erst wieder üben und als festes Ritual in meinen Alltag einbauen.

    Als ich 2016 zum ersten Mal hier war, hat mir das Schreiben und Lesen im Forum super super gut geholfen. Ich habe mit Hilfe dieses Forums meine Therapie begleitet. Entgiftung, Entwöhnung und bis heute keine - edit, Medikament - mehr angerührt. Die Diagnose Tablettenabhängig habe ich erst nach fast zwei Jahren erhalten. Ich hatte in der Klinik eine Entgiftung von Tabletten gemacht und parallel dazu auf die Empfehlung gehört, auch keinen Alkohol mehr anzurühren. Das klappt mit den Tabletten bis heute und ist kein Thema mehr. ABER der Alkohol kam ab 2019 wieder in meinen Alltag, langsam aber stetig wurde aus einmal in der Woche ein ganzes Wochenende. Mitte 2020 dann hatte ich schon erkannt, dass ich zu viel trank. Und eine Zeit lang konnte ich die Finger vom Alkohol lassen. Aber seit 2021 trank ich wieder und irgendwann war ich bei täglich und irgendwann wurden die Mengen immer mehr. Im Frühling 2022 hatte ich einen echt krassen Absturz mit anschließenden dreitägigen Klinikaufenthalt. Verdacht auf sonst was. Dabei hatte ich soviel in mich reingeschüttet, dass ich einen sehr langen Blackout hatte. Und die Ärzte nicht über meinen Alkoholkonsum informiert. Meine Werte ließen nicht auf einen Missbrauch schließen, also hielt ich die Klappe.

    Ende 2022 war mir dann endgültig bewusst, dass ich abhängig von meiner täglichen Dosis Alkohol war. So wie von den - edit, Medikament - . Suchtverlagerung?

    Ich las also ab da an Bücher, hörte Podcasts und schaute Videos. Alles über Alkoholabhängikeit.

    Und Anfang März dann hatte ich die letzte Flasche getrunken und bin seit dem nüchtern.

    Ich hatte nicht mit körperlichen Entzugserscheinungen gerechnet und hatte zum Glück auch keine. ABER meine Mitbewohner und mein Arzt wussten Bescheid und die nächste Klinik ist nur wenige 100 Meter entfernt. Auch ich empfehle jedem, der mit dem Trinken aufhört, dass nur in Rücksprache mit einem Arzt zu machen. Oder zu Entgiftung in die Klinik zu gehen.

    Ich habe erst andere Wege gesucht und gefunden, die mich beim nüchtern und trocken bleiben begleiten. Ich habe vieles gehört und gelesen. ABER mein Bauch und mein Kopf und meine Erfahrungen sagen mir ganz deutlich, dass mir DIESES Forum hilft. Das ich mich hier wieder aufgehoben und verstanden fühlen werde.

    Ich bin also wieder hier und freu mich auf euch alle. Auf die, die wie ich gerade anfangen, auf die, die schon lange hier sind und auf die ganz „Alten“ 😉

    Habt alle eine gute Nacht

    Liebe Grüße

    Lalu