Hallo Teaser
Ich habe deine Beiträge gelesen, aber irgendwie werde ich aus daraus nicht ganz schlau? Das einzige was du deutlich schreibst, ist dass du Probleme hast, aber nicht weißt was es ist. Whitewolf hat recht, eine Therapie kann man über das Internet nicht bieten, trotzdem will mal schreiben, was ich für mich erkannt habe, vielleicht siehst du ja Parallelen:
Mein Vater hat gesoffen und ich bin als Kind deshalb in vielerlei Hinsicht vernachlässigt wurden (emotional, materiel, ...). (Punkt!) Wir hatten oft nichts zu essen, sind schmutzig aus dem Haus gegangen, keine Liebe usw. (Punkt!) Anstatt darüber zu reden, habe ich meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse verdrängt, und sozusagen einen falschen Altruismus entwickelt. (Punkt!) Nach außen hin haben wir das Bild einer fast perfekten Familie abgegeben, da war kein Platz seine eigenen Verletzungen und Kränkungen zu kommunizieren.
Dieses Verhaltensmuster habe ich auch in mein Erwachsenenleben hineingebracht, habe weiterhin alles nach außen hin perfekt scheinen lassen und in mir drin eine große Leere gespürt, dann kamen die Depressionen und dann (Gott sei Dank!)die Erkenntnis, dass diese Art der Beziehung mich krank gemacht hat, weil ich selbst „alles hineingelegt habe und von der anderen Seite nichts zurück kam“. Nun habe ich mich gelöst und stehe nicht mehr unter dem Druck, meinem Vater alles recht machen zu müssen. Ich brauche nicht mehr die Anerkennung meines Vaters, um mit mir zufrieden zu sein. Ich kann jetzt über meine Verletzungen und Kränkungen, sowie über meine Wünsche und Bedürfnisse reden (natürlich nicht mit meinem Vater, aber mit anderen Menschen).
Lieber Teaser, leider weiß ich nicht, ob dir das weiterhilft, aber es scheint mir, als ob das sich bewusst machen, was falsch gelaufen ist, der erste Schritt sein kann. Dieses Bewusstmachen erreicht man am ehesten dadurch, dass man darüber redet oder eben schreibt. (Du könntest ja auch ersteinmal für dich aufschreiben, was dich bedrückt, und dir dann in Ruhe überlegen, ob du vllt. hier mitteilen möchtest oder nicht.)
Grundsätzliches läuft meiner Meinung nach bei Kindern von Alkoholikern falsch:
ZitatNicht die Eltern kümmern sich um die Sicherheit und Bedürfnisse der Kinder, sondern umgekehrt.
Das ist aber nicht nur falsch, sondern bringt die Kinder oftmals in eine lebenslange ABhängigkeit, denn die Kinder können sich auch als Erwachsene nur schwer von den Eltern lösen, weil sie sich permanent Sorgen machen. Die eigene Entwicklung, und das eigene Leben wird dabei immer noch hinten angestellt.
Vielleicht kannst du da ansetzen?
Josu