Beiträge von josu

    Hallo Teaser

    Ich habe deine Beiträge gelesen, aber irgendwie werde ich aus daraus nicht ganz schlau? Das einzige was du deutlich schreibst, ist dass du Probleme hast, aber nicht weißt was es ist. Whitewolf hat recht, eine Therapie kann man über das Internet nicht bieten, trotzdem will mal schreiben, was ich für mich erkannt habe, vielleicht siehst du ja Parallelen:

    Mein Vater hat gesoffen und ich bin als Kind deshalb in vielerlei Hinsicht vernachlässigt wurden (emotional, materiel, ...). (Punkt!) Wir hatten oft nichts zu essen, sind schmutzig aus dem Haus gegangen, keine Liebe usw. (Punkt!) Anstatt darüber zu reden, habe ich meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse verdrängt, und sozusagen einen falschen Altruismus entwickelt. (Punkt!) Nach außen hin haben wir das Bild einer fast perfekten Familie abgegeben, da war kein Platz seine eigenen Verletzungen und Kränkungen zu kommunizieren.

    Dieses Verhaltensmuster habe ich auch in mein Erwachsenenleben hineingebracht, habe weiterhin alles nach außen hin perfekt scheinen lassen und in mir drin eine große Leere gespürt, dann kamen die Depressionen und dann (Gott sei Dank!)die Erkenntnis, dass diese Art der Beziehung mich krank gemacht hat, weil ich selbst „alles hineingelegt habe und von der anderen Seite nichts zurück kam“. Nun habe ich mich gelöst und stehe nicht mehr unter dem Druck, meinem Vater alles recht machen zu müssen. Ich brauche nicht mehr die Anerkennung meines Vaters, um mit mir zufrieden zu sein. Ich kann jetzt über meine Verletzungen und Kränkungen, sowie über meine Wünsche und Bedürfnisse reden (natürlich nicht mit meinem Vater, aber mit anderen Menschen).

    Lieber Teaser, leider weiß ich nicht, ob dir das weiterhilft, aber es scheint mir, als ob das sich bewusst machen, was falsch gelaufen ist, der erste Schritt sein kann. Dieses Bewusstmachen erreicht man am ehesten dadurch, dass man darüber redet oder eben schreibt. (Du könntest ja auch ersteinmal für dich aufschreiben, was dich bedrückt, und dir dann in Ruhe überlegen, ob du vllt. hier mitteilen möchtest oder nicht.)

    Grundsätzliches läuft meiner Meinung nach bei Kindern von Alkoholikern falsch:

    Zitat

    Nicht die Eltern kümmern sich um die Sicherheit und Bedürfnisse der Kinder, sondern umgekehrt.

    Das ist aber nicht nur falsch, sondern bringt die Kinder oftmals in eine lebenslange ABhängigkeit, denn die Kinder können sich auch als Erwachsene nur schwer von den Eltern lösen, weil sie sich permanent Sorgen machen. Die eigene Entwicklung, und das eigene Leben wird dabei immer noch hinten angestellt.

    Vielleicht kannst du da ansetzen?

    Josu

    So sollte es richtig aussehen, naja bin wirklich schon etwas müde:

    Meiner Schwester kann ich momentan nicht viel raten, weil sie trinkt. Das heisst aber nicht, dass ich nicht einiges versucht habe, aber sie denkt, ihre Probleme dadurch lösen zu können, dass sie trinkt.


    Zitat


    Was kann man tun wenn die Kraft zum Kämpfen nicht (oder nicht mehr) reicht?

    Naja ich würde mich fragen, wofür ich kämpfe (oder wogegen), was ich wirklich will, und was ich eigentlich nicht will, aber von mir erwartet wird. (leider kann ich das jetzt nicht deutlicher ausführen, weil es schon so spät ist, und ich dann schlafen gehen muss... aeh will. Ich werde aber nochmal darüber nachdenken, und dir dann noch etwas genauer erklären können, was ich meine.)

    Noch etwas zum Buch, dass heisst im Untertitel, "die Suche nach dem wahren Selbst", genau die ist wichtig! Folgendes ist damit gemeint:


    Zitat

    Verdrängung von eigenen Wünschen und Impulsen und die Herausbildung eines falschen Altruismus. Auffallend sei dabei - so Miller, dass begabte - das heißt feinfühlige und intelligente - Kinder dafür besonders empfänglich seien. Diese Kinder bemühten sich besonders, den Ansprüchen und Hoffnungen ihrer Eltern gerecht zu werden. Als Erwachsene nehmen sie ihre eigenen Gefühle und Wünsche nicht wahr oder nicht wichtig. Die Gefühle, Ängste und Hoffnungen ihrer Eltern nehmen sie jedoch besonders deutlich wahr. Nicht die Eltern kümmern sich um die Sicherheit und Bedürfnisse der Kinder, sondern umgekehrt


    Wenn du willst können wir das Gespräch morgen fortführen, vielleicht siehst ja dann alles weniger grau aus.

    Guts Nächtle

    Josu

    Meiner Schwester kann ich momentan nicht viel raten, weil sie trinkt. Das heisst aber nicht, dass ich nicht einiges versucht habe, aber sie denkt, ihre Probleme dadurch lösen zu können, dass sie trinkt.


    [/quote]Was kann man tun wenn die Kraft zum Kämpfen nicht (oder nicht mehr) reicht?

    Zitat

    Naja ich würde mich fragen, wofür ich kämpfe (oder wogegen), was ich wirklich will, und was ich eigentlich nicht will, aber von mir erwartet wird. (leider kann ich das jetzt nicht deutlicher ausführen, weil es schon so spät ist, und ich dann schlafen gehen muss... aeh will. Ich werde aber nochmal darüber nachdenken, und dir dann noch etwas genauer erklären können, was ich meine.)

    Noch etwas zum Buch, dass heisst im Untertitel, "die Suche nach dem wahren Selbst", genau die ist wichtig! Folgendes ist damit gemeint:

    Verdrängung von eigenen Wünschen und Impulsen und die Herausbildung eines falschen Altruismus. Auffallend sei dabei - so Miller, dass begabte - das heißt feinfühlige und intelligente - Kinder dafür besonders empfänglich seien. Diese Kinder bemühten sich besonders, den Ansprüchen und Hoffnungen ihrer Eltern gerecht zu werden. Als Erwachsene nehmen sie ihre eigenen Gefühle und Wünsche nicht wahr oder nicht wichtig. Die Gefühle, Ängste und Hoffnungen ihrer Eltern nehmen sie jedoch besonders deutlich wahr. Nicht die Eltern kümmern sich um die Sicherheit und Bedürfnisse der Kinder, sondern umgekehrt

    Zitat

    Wenn du willst können wir das Gespräch morgen fortführen, vielleicht siehst ja dann alles weniger grau aus.

    Guts Nächtle

    Josu

    naja, ich denke du hast geschrieben, weil du vllt. Hilfe erwartet hast, das war ein guter Schritt und du solltest keinen Rückzug machen.

    Wenn man jahrelang seine Probleme und Gefühle unterdrückt, ist es klar, dass man ersteinmal eine große Leere fühlt, wenn man dann darüber sprechen will, wurde es doch jahre lang weggeschoben.

    Ich habe mal ein sehr gutes Buch empfohlen bekommen:

    Alice Miller, "Drama des begabten Kindes"

    begabte Kinde meint, Kinder, die ihre Kindheit nicht leben können, und sich mit Problemen auseinandersetzen müssen, für die sie zu jung sind, weil die Eltern ihre eigenen Probleme auf sie abwälzen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern trinken. Über diese Kinder wird dann immer gesagt, wie selbstständig und begabt sie doch seien, doch ihre eigenen Probleme und Ängste können sie meistens niemanden anvertrauen. Das Buch erzählt die Probleme die diese Kinder als Erwachsene haben und gibt Anstöße sich davon zu lösen.

    Allerdings weiss ich wirklich nicht, ob es für dich hilfreich ist. Ich habe es gelesen und sehr viel daraus mitgenommen, meine Schwester ist danach nur noch mehr in Slebstmitleid verfallen und hat meiner Meinung nach, daran eine Begrünfung gesehen nichts an ihrem Leben ändern zu müssen, da sie ja als Kind so vernachlässigt wurde (unser Vater war auch ALkoholiker)

    Lesen würd ichs auf alle Fälle mal.

    Sorry wenn ich dir sonst nicht weiter helfen konnte

    Josu

    Hallo Teaser,

    dass ist leider noch alles sehr allegemein.

    Zitat

    dass etwas, was 10 Jahre kein Thema mehr war nun wieder so aktuell ist, wie zu den schlimmsten Zeiten?

    Man kann nur sehr schwer etwas daraus lesen, außer das es dir schlecht geht, aber leider nicht, weshalb und wie man dir helfen kann.

    Wenn du wirklich schwere Depressionen hast und Selbsthass, würde ich dir raten, einen Therapeuten aufzusuchen.

    Ansonsten ist meine Erfahrung, dass es bei Depressionen hilft sich jemanden anzuvertrauen. Wer das sein wird, musst am Ende du selbst entscheiden, aber wenn du willst, kannst du hier im Forum ein Anfang machen. Einfach mal alles von der Seele schreiben, was dich so bedrückt. Du wirst sehen, es hilft ganz bestimmt, wenn einem einfach mal einer zuhört.

    Wenn du hier nicht das nötige Vertrauen hast, kannst du notfalls auch die Seelsorge Notfall Nummer anrufen. Angaben dazu findest du sicher im Netz

    Ich hoffe, dass du die Kraft findest, dich mehr zu öffnen,

    Josu

    Hallo Teaser,

    was heisst denn

    Zitat

    jetzt von der Vergangenheit eingeholt

    Trinkst du auch? Hast du getrunken? Vielleicht schreibst du noch ein bisschen mehr über dich, dann kann man dir gezielter Ratschläge geben.

    Grüße Josu

    Hallo ELfe

    ich finds toll, dass du schon so weit gekommen bist, aber du darfst auf den letzten Metern nicht stehen bleiben.

    Beim nächsten Mal solltest du deinem SOhn die Wahrheit sagen, damit er selbst entscheiden kann, ob er dann noch mitkommen will oder nicht. Du solltest ihm nichts verschweigen, nur weil du eventuell ein schlechtes Gewissen hast. Da hilft weder dir noch ihm, nur deinem Mann, weil er einen Keil zwischen euch treiben kann.

    So wie du das schreibst, denke ich, dass dein Sohn sich verdammt viele Sorgen um dich macht. Mensch, da kannst du richtig stolz sein, dass du so einen tollen Sohn hast, der sich so um seine Mutter sorgt.

    Alles Gute für euch, Josu

    Hallo Elfe,

    ich finds sehr traurig, dass dein Sohn solche Sachen macht, aber ich denke du weisst selbst warum:

    Zitat

    er hat wahrscheinlich Angst, das ich unser Vorhaben nicht durchziehe, er hat Angst,das ich seinen verhassten Stiefvater wieder die Tür aufhalte,

    Dein Mann hat dich ja zumindest schon wieder so weit, dass du zu ihm ins Krankenhaus gehst, dich um ihn kümmerst, sorgst...

    Warum bringst du ihm die Whg-anzeigen mit? Meiner Erfahrung nach gibt es in Krankenhäusern auch Zeitungen. Er kann doch selbst nachschauen. Du bist dabei, wieder in das alte Muster zu fallen, und dein Sohn spürt das eben.

    Warum schenkst du deine ganze Kraft und AUfmerksamkeit immer noch deinem Mann? Du brauchst sie doch selbst, für dich und deine Kinder.

    Grüße Josu

    Hallo Betty,

    zu dem Thema ist zwar schon viel geschrieben worden, dennoch möchte ich es dir nocheinmal ans Herz legen:

    um trocken zu werden, reicht es leider nicht, nur einfach mit dem Trinken aufzuhören, man muss auch seine Gewohnheiten ändern. Die meisten in diesem Forum, die schon über Jahre trocken sind, würden dir davon abraten, in deiner Situation in die Kneipe zu gehen. Du setzt damit einfach zu viel aufs Spiel, weil die Verlockung einfach immer da ist. Frag dich doch auch mal, warum du früher überhaupt in die Kneipe gegangen bist, doch eigentlich um zu trinken... So damit wolltest du aber aufhören, also warum gehst du dann noch in die Kneipe?

    Auch ich stehe noch am Anfang meiner Trockenheit und meide daher viele Situationen, in denen ich früher getrunken habe. Ich bin nach ca. drei Monaten das erste mal auf eine Geburtstagsfeier gegangen, und das auch nur, weil es die von einer wirklich guten Freundin war, der ich nicht absagen wollte. Ich habe den Abend gut überstanden, mich an den Saft gehalten, und war erstaunt darüber, wie leicht es war nichts zu trinken.

    Allerdings trinkst du erst seit ein paar Tagen nicht mehr, es hat dich, wie du selbst schreibst, Überwindung gekostet nichts zu trinken. Du solltest dich jetzt nicht testen, und an deine Grenzen gehen, sondern dir dein trockenes Leben so einfach gestalten wie möglich.

    Grüße Josu

    Hallo Eric,

    vor ein paar Monaten hatte ich einmal in einem Thread einer Forenteilnehmerin, einen Ratschlag bezüglich ihres alkoholkranken Sohns gegeben (vielleicht erinnerst du dich noch, du hattest damals gleich darauf geantwortet und mich zurecht gewissen.) Wie ich fand in einem sehr überheblichen Ton.

    Darauf hin habe ich mir deinen Thread durchgelesen, und es sprang mir auch gleich ins Auge, dass du in deiner nassen Zeit, oftmals in Internetforen ausfallend geworden bist. Ich habe damals sehr lange überlegt, ob ich mich diesbezüglich äußern sollte, habe es dann jedoch nicht getan, denn z.T. hattest du mit deiner Kritik recht. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es dir irgendwie nur darum ging mich bloßzustellen, weil du meine Erklärungsversuche abgeblockt hast und mir auch meine eigene Erfahrung abgesprochen hast. Ich habe dann jedoch nichts geschrieben, mich bei Karsten per email entschuldigt und mich so schlecht gefühlt, dass ich das Forum erst einmal gar nicht mehr besucht habe.

    Ich schreibe das, nicht weil ich dir Vorwürfe machen möchte, sondern dich zum Nachdenken anregen möchte. Ich will dir damit zeigen, wie du damals auf mich gewirkt hast. Ich habe mich zwangsläufig danach damit auseinander setzen müssen, habe mich gefragt warum ich bestmmte Ratschläge erteile, obwohl ich vielleicht nicht befugt bin, warum ich teilweise so missverstanden werde und und und.

    Vielleicht ist es jetzt ganz gut, wenn du dich auch nochmal mit deinen Reaktionen auseinander setzt (nicht unbediingt bezüglich dieser postings) um dann zu verstehen, warum du rückfällig geworden bist.

    Ich wünsche dir, dass du wieder trocken wirst und blebst

    Josu

    Hallo Peter

    auch wenn es schon eine Weile her ist, dass du das letzte mal in diesem Thread geschrieben hast, und ich nicht weiss, ob du hier überhaupt noch reinguckst, möchte ich dir gerne noch etwas zu deinen letzten postings sagen.

    Ich mache auch sehr viel Sport und empfinde es als einen guten Ausgleich, dennoch bin ich mir sehr bewusst darüber, dass es bei mir auch eine Art Suchtausgleich (und somit Suchtverlagerung) ist. Am Anfang habe ich mich fast täglich abgehetzt und wenn ich es mal nicht konnte habe ich mich schlecht gefühlt. Das hat mich dann oft so runter gezogen, dass ich Selbstzweifel bekam und in halbe Depressionen verfallen bin. Also habe ich möglichst versucht jeden Tag Sport zu machen, sozusagen präventiv, damit ich nicht in diese Phasen verfalle. Das klingt doch eindeutig nach Suchtverhalten, oder? Das geht seit ca. zwei Jahren so und ich bin am arbeiten, diese positive (!) Suchtverlagerung nun noch auf ein normales Maß zu bringen.

    Du solltest dir einfach keine Vorwürfe machen, wenn du mal keinen Sport machst, und dich womöglich dadurch in ein tiefes Loch stürzen. Dein Gehirn ist auf schnelle Belohnung aus... fällt diese aus, zieht es dich runter. Wenn du immer noch Depressionen hast, möchte ich dir wärmsten an Herz legen, mal einen Therapeuten aufzusuchen, dass habe ich auch am Anfang damit gemeint, als ich geschrieben habe, du solltest dir mehr Hilfe suchen. Natürlich ist auch das Forum wichtig, aber wenn du wirklich Depressionen haben solltest, wäre es ebenso wichtig zu einem Therapeuten zu gehen.

    Ansonsten wünsche ich dir noch alles Gute, hoffe dich mit meinen Ratschlägen nicht allzu sehr erschlagen zu haben (wenn du diese überhaupt noch liest) und bin gerne bereit, etwas genauer zu erklären, falls etwas nicht so verständlich klingen mag. Und falls das alles mit dem Sport und den Depressionen bei dir doch ganz anders ist, dann vergiss einfach, was ich gesagt habe.

    Grüße Josu

    Die Darstellung von Alkohol in den Medien empfinde ich auch als großes Problem. Mich stört neben dem Bild des zufriedenen, erfolgreichen, gutaussehenden und beliebten Alkoholkonsumenten, der in der Werbung vorgegaukelt wird, vor allem auch dass in vielen fernsehsendungen, -filmen, Polittalks, etc. permanent getrunken wird (siehe z.B. Biolek). Ob da auch die Alkohollobby dahinter steckt? Oder besteht unsere Kultur tatsächlich darin, sich stets "gesittet" zuzudröhnen? Oder ist das am Ende gar ein Vorwand, den einige einflussreiche Alkoholiker vorschieben, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass sie ein Problem haben?

    Einem Bekannten von mir, der Politkwissenschaften studiert, wurde während eines Praktikums einmal auf die Frage, was es denn brauche, um in der Politik erfolgreich zu sein, geantwortet: Man müsse auf alle Fälle trinkfest sein (!) Das sagt ja schon einiges...

    Hallo lilalaune

    ich wollte wirklich keine Diagnose für deinen Sohn stellen, mein Hauptaugenmerk lag auf: gemeinsam.

    Dies Aspekt halte ich hoch, weil du bspw. schreibst, dass dein Sohn obdachlos war. Es gab also für ihn keine Möglichkeit bei euch einzuziehen. Ich bin auch mit 16 ausgezogen, konnte danach nicht mehr zurück, auch wenn ich Probleme mit einer Whg hatte, oder finanzielle. Ich war eben auf mich allein gestellt und habe oftmals Freunde beneidet, die noch bei ihren Eltern gewohnt haben und deren Unterstützung hatten.

    Das muß nicht auf eure Situation zutreffen, aber es ist meine Erfahrung, die ich einfach mitteilen wollte.

    Grüße

    Hallo Kn,

    ich kann deine Verzweflung nachvollziehen, da meine Schwester auch ein Alkoholproblem hat, es aber nicht zugeben will. Bzw. meint, dass ihr Trinkverhalten völlig normal sei. Wenn ich sie frage, wieviel sie trinkt, dann behauptet sie höchstens ein-, zweimal die WOche, das kann ich natürlich schlecht nachprüfen, weiss aber aus meiner eigenen Trinkzeit, dass ich bei der Mengenangabe nie gesagt habe, wieviel ich wirklich trinke, sondern immer so, dass es für mich und andere noch gut klang.

    Trotzdem bleibt mir nichts anderes, als ihr zu glauben und zuzusehen wie sie sich weiter kaputt macht (Geht nicht mehr in Uni, hat keinen Job, Freund und Ex-Freund beide Alkoholiker). Deshalb kann auch ich dir nicht wirklich einen Rat geben. Ich habe tausendmal versucht mit ihr zu reden, sie über die Gefahren des Alkohols aufzuklären, Gespräche über Gespräche über Gespräche. Immer wenn sie ein Problem hatte, war ich für sie da, hab sie aufgenommen, wenn ihr Freund sie verprügelt hat, hab ihr Geld geliehen, wenn ihres am Ende des Monats nicht mehr reichte, was so in etwa jeden Monat der Fall war, und hab mir einfach keinen Reim darauf machen können, warum sie immer weiter abgleitet.

    Als ich mir dann endlich eingestehen konnte, dass ich mich auch nur auf einem sehr dünnen Seil befinde und der Alkohol, sollte ich weiter trinken, mich bald ebenso in die Tiefe reissen würde, und das überhaupt meine Schwester nicht tausende und abertausende von Problemen hatte, sondern genau nur eins: nämlich Alkohol. Da konnte ich endlich die Konsequenz ziehen und ihr jegliche Unterstützung, die ihre Sucht nur verlängern würde einstellen. Ich denke, dass ist das einzige, was man für seine Geschwister tun kann, auch wenn es schwer fällt, ist es letztlich deren Entscheidung, die man akzeptieren muss.

    Josu

    Hallo lilalaune

    Es fällt nicht leicht dir in dieser schweren Zeit einen guten Rat zu geben, zumal ich auch kein Psychologe bin. Ich könnte mir aber vorstellen, wenn dein Sohn mit 20 so exzessiv trinkt und sich sogar umbringen will, dass dann der Schlüssel seiner Probleme nicht im Alkohol liegt, sondern in seiner Kindheit.

    Ihr solltet das gemeinsam aufarbeiten, denn gerade Kinder und Jugendliche, die mit dem Trinken anfangen, signalisieren damit, dass sie Probleme haben (war bei mir nicht anders). Der Suizidversuch deines Sohnes bestätigt das zudem auf eine sehr traurige Weise.

    Natürlich müsstet ihr ihm auch klar machen, dass er nicht mehr trinken sollte, aber das ist nur wirksam, wenn ihr ihn mit seinen anderen Problemen nicht alleine lasst. Und diese gemeinsam aufarbeitet. Eventuell auch gemeinsam zu einen Psychologen geht.

    Leider habe ich keine aufbauende Worte die ich dir in diesem traurigen Moment sagen könnte, ich hoffe nur, dass es deinem Sohn bald besser geht.

    Josu

    Hallo Elfe67

    ich habe in den letzten Tagen immer wieder deine Beiträge gelesen und bin froh wie einsichtig und klar du nun deine Situation siehst.

    Dennoch denke ich dass Dil Recht hat: deine Kinder werden erst glauben, dass es vorbei ist, wenn es auch wirklich vorbei ist. Bzw. sie wollen von dir nicht nur Worte hören sondern auch Taten sehen. Und die lässt du ja jetzt nach und nach folgen...

    auch wenn sie jetzt eben noch nicht begreifen können, dass du nun endlich den "coabhängigkeits Schalter" ausgestellt hast, werden sie später irgendwann sagen können, "wir sind stolz, dass du etwas getan hast", und dich nicht fragen müssen: warum hast du nichts getan...

    ich hoffe das war jetzt halbwegs verständlich

    Grüße Josu

    Hallo Peter 77,

    ich glaube es war etwas rücksichtslos von mir, einfach deinen Thread mit meinen eigenen Problemen zu bombardieren. Ich hoffe ich hab dich dadurch nicht vergrault.

    Also bitte einfach weiter schreiben und ggf. falls sich mal wieder ein posting von mir einschleicht, dass ja so gar nicht passt, einfach ignorieren.

    Josu

    Hallo Coraly,

    du schreibst, dass man als Trinker alleine sei, als Nichttrinker aber auch. Mag sein aber der Unterschied ist, dass man als Nichttrinker wieder gern mit sich alleine ist. Ich jedenfalls bin es, weil ich mich wieder für einen wertvollen Menschen halte.

    Mein Umfeld übrigens auch, wie ich beginne zu merken. Mein Freund bspw. macht jetzt die ganzen DInge, um die ich ihn früher hundert mal bitten musste (wie Aufwaschen, Müllrunterbringen usw.) von ganz alleine. Er überrascht mich sogar mit kleinen AUfmerksamkeiten, was früher nie vorkam: und nur weil ich für ihn wieder ein wertvoller Mensch bin.

    Mittlerweile stehe ich an der Supermarktkasse und bn froh darüber, dass auf meinem Band kein Alkohol mehr liegt. Wenn sie dann vor mir und hinter mir wie Zombies den ganzen (billigen) Fussel aufs Band hauen, nehme ich es kopfschüttelnd zur Kenntniss und freue mich, dass ich es nicht mehr tue.

    Bewusst Entscheidungen zu treffen, klar denken zu können, mich nicht mehr von einer "höheren Macht" lenken zu lassen wie ein Zombie, all diese Attribute machen mich zu einem wertvollen Menschen, mit dem ich auch gerne mal alleine bin :D

    Hallo Egon

    du schreibst:

    "Scheinbar ist meine Suche hier zu Ende?. Die Suche nach Gleichgesinnten bzw. nach Menschen,
    die genauso flüchten vor der Wahrheit ... der Wahrheit schwach und verfallen zu sein. "

    Ich denke letzteres trifft eben genau nicht zu, die meisten hier haben aufgehört vor der Wahrheit zu flüchten und sich ihr gestellt!!!!!!!!!! Deswegen konnte ich zum Beispiel aufhören mit Trinken; grundsätzlich flüchte ich vor keiner Wahrheit (z.b. in Form von Problemen) mehr, sondern stelle mich dieser. Das hies im konkreten Fall Alkohol aber auch aufhören!!!!!!!!!!! Und nicht nur darüber reden.

    Grüße