Guten Morgen Mo,
ich hatte Deinen Beitrag heute früh schon gelesen und wollte was schreiben und dann hab ich mich wieder ausgeloggt, weil ich dachte "nee, das kannste nicht schreiben und was Anderes fällt Dir nicht ein". Dann dachte ich mir bei meinem Kaffee, dass Dir das nun auch nicht weiter hilft, deshalb hab ich mich wieder eingeloggt. Ich möchte Dir aber gleich vorweg sagen, dass ich nicht hier schreibe, um Dich zu verletzen, aber mir fällt wirklich nichts anderes ein als: Was genau erwartest Du?? Du müsstest doch bei Deiner eigenen Geschichte selbst wissen, dass sich DEFINITIV rein GAR NICHTS ändern wird. Du kommst aus der Nummer definitiv nicht anders heraus, als Dich zu trennen. In Deiner Geschichte gibt es doch nun wirklich so gar keine zwei Meinungen. Hier gibt es viele, viele Storys, aber hier springt einem die Eindeutigkeit doch förmlich ins Gesicht: Er WILL trinken und wird nicht aufhören zu trinken.
Bitte erlaube mir den Hinweis, dass Dein Freund zu keiner einzigen Zeit abstinent gelebt hat. Er hat es lediglich auf Zwang irgendwie geschafft, dass er die Menge reduziert hat, aus dem einzigen Grund, dass er seinen Führerschein wieder haben wollte. Und jetzt lass Dir mal eines gesagt sein: Ein Alkoholiker kann niemals kontrolliert trinken AUF DAUER. Dein Freund hat das lediglich hinbekommen, weil es eine absehbare Zeit für ihn war. Er wusste die ganze Zeit genau, dass er sich nur ein Jahr zusammen reißen muss, um seinen Führerschein wieder zu bekommen. Der ist nun wieder da und weiter gehts. Daran siehst Du, dass er NICHTS geschnallt hat und auch gar nichts schnallen wollte.
So, das also einmal vorweg. Er war null komma null abstinent. Wenn ich abstinent lebe, dann trinke ich gar nichts und ich WILL auch abstinent leben. Keines von beiden Dingen ist hier der Fall.
Und nun noch etwas: Du bist ja nun, wie Du selbst sagst, mit vollem Bewusstsein in Dein Unglück gerannt, denn Du wurdest ja gewarnt und es stellte sich schnell heraus, dass diese Warnungen keine Gerüchte waren, sondern der Wahrheit entsprachen. Es kann ja nur zwei Gründe geben, weshalb Du geblieben bist. Erstens: Du glaubst, dass Du diejenige bist, die ihn retten kann und ihn zu einem besseren Menschen machen kann oder Zweitens: Du willst so leben und versuchen, Dich zu einem Menschen zu machen, der solche schrecklichen Dinge in der Beziehung aushält.
Ich halte beide Gründe für krank, weil es beides Gründe sind, die nicht funktionieren. Du wirst ihn definitiv nicht ändern können und Du wirst definitiv nicht lernen können, mit so einem Menschen glücklich zusammen zu sein und gehst vor die Hunde.
Du kannst hier also nur entscheiden: Gehe ich vor die Hunde oder trenne ich mich? Denn noch einmal: Dein "Freund" wird sich zu 100 Prozent nicht ändern, daran gibt es keinen Zweifel, wenn man es neutral betrachtet. Also, was für ein Leben möchtest Du für Dich??