Beiträge von Cadda

    Hallo Harley,

    ich finde die Aussage Deines Therapeutin übrigens total dämlich, wenn ich das mal so direkt sagen darf :D
    Ich würde mir wünschen, dass Du ihn das nächste Mal fragst, ob er sich dafür berufen fühlt, Deine Gefühle und Wahrnehmungen zu sortieren und Dich wieder an Dein Selbstwertgefühl heranzuführen oder ob er sich gedanklich in einer Eheberatung befindet, wo er dafür sorgen möchte, dass Menschen wieder zueinander finden...

    Ganz ehrlich, ich finde es völlig unangebracht, als Therapeut darauf hinaus zu wollen, dass man sich seinem Partner wieder annähert, wenn dieser Alkoholiker ist. Ich glaube, ich würde das beim nächsten Mal tatsächlich ansprechen.

    Da kann man ja froh sein, dass Du inzwischen auf Deine eigenen Empfindungen vertraust. Es gibt sicherlich Menschen, die genau auf das Gerede der Therapeuten hören und denken, das wäre genau der richtige Weg. Höre auf Deinen Bauch, es ist vollkommen richtig, dass Dich die Aussage Deines Therapeuten irritiert. Mich irritiert sie ebenfalls :D

    Guten Morgen Mo,

    ich hatte Deinen Beitrag heute früh schon gelesen und wollte was schreiben und dann hab ich mich wieder ausgeloggt, weil ich dachte "nee, das kannste nicht schreiben und was Anderes fällt Dir nicht ein". Dann dachte ich mir bei meinem Kaffee, dass Dir das nun auch nicht weiter hilft, deshalb hab ich mich wieder eingeloggt. Ich möchte Dir aber gleich vorweg sagen, dass ich nicht hier schreibe, um Dich zu verletzen, aber mir fällt wirklich nichts anderes ein als: Was genau erwartest Du?? Du müsstest doch bei Deiner eigenen Geschichte selbst wissen, dass sich DEFINITIV rein GAR NICHTS ändern wird. Du kommst aus der Nummer definitiv nicht anders heraus, als Dich zu trennen. In Deiner Geschichte gibt es doch nun wirklich so gar keine zwei Meinungen. Hier gibt es viele, viele Storys, aber hier springt einem die Eindeutigkeit doch förmlich ins Gesicht: Er WILL trinken und wird nicht aufhören zu trinken.

    Bitte erlaube mir den Hinweis, dass Dein Freund zu keiner einzigen Zeit abstinent gelebt hat. Er hat es lediglich auf Zwang irgendwie geschafft, dass er die Menge reduziert hat, aus dem einzigen Grund, dass er seinen Führerschein wieder haben wollte. Und jetzt lass Dir mal eines gesagt sein: Ein Alkoholiker kann niemals kontrolliert trinken AUF DAUER. Dein Freund hat das lediglich hinbekommen, weil es eine absehbare Zeit für ihn war. Er wusste die ganze Zeit genau, dass er sich nur ein Jahr zusammen reißen muss, um seinen Führerschein wieder zu bekommen. Der ist nun wieder da und weiter gehts. Daran siehst Du, dass er NICHTS geschnallt hat und auch gar nichts schnallen wollte.

    So, das also einmal vorweg. Er war null komma null abstinent. Wenn ich abstinent lebe, dann trinke ich gar nichts und ich WILL auch abstinent leben. Keines von beiden Dingen ist hier der Fall.

    Und nun noch etwas: Du bist ja nun, wie Du selbst sagst, mit vollem Bewusstsein in Dein Unglück gerannt, denn Du wurdest ja gewarnt und es stellte sich schnell heraus, dass diese Warnungen keine Gerüchte waren, sondern der Wahrheit entsprachen. Es kann ja nur zwei Gründe geben, weshalb Du geblieben bist. Erstens: Du glaubst, dass Du diejenige bist, die ihn retten kann und ihn zu einem besseren Menschen machen kann oder Zweitens: Du willst so leben und versuchen, Dich zu einem Menschen zu machen, der solche schrecklichen Dinge in der Beziehung aushält.
    Ich halte beide Gründe für krank, weil es beides Gründe sind, die nicht funktionieren. Du wirst ihn definitiv nicht ändern können und Du wirst definitiv nicht lernen können, mit so einem Menschen glücklich zusammen zu sein und gehst vor die Hunde.

    Du kannst hier also nur entscheiden: Gehe ich vor die Hunde oder trenne ich mich? Denn noch einmal: Dein "Freund" wird sich zu 100 Prozent nicht ändern, daran gibt es keinen Zweifel, wenn man es neutral betrachtet. Also, was für ein Leben möchtest Du für Dich??

    Ich rieche und sehe es auch sofort. Ich weiß allerdings nicht, ob es daran liegt, dass ich co.-abhängig war oder ob es daran liegt, dass ich selbst gesoffen habe.

    Ok, nun achte ich auch mehr darauf. Neulich habe ich ein Foto von einer Bekannten im Status gesehen. Was ja bedeutet, dass sie da nicht verkatert in die Kamera geguckt hat, denn wer veröffentlicht schon gern Bilder, wo man versoffen aussieht? :D
    Und ich dachte sofort: Scheisse. Sie trinkt.

    Du verlierst nicht gegen die Wodka-Flasche oder gegen den Alkohol, sondern allgemein gegen eine Sucht. Vielleicht hilft Dir das ein bisschen und fühlst Dich weniger minderwertig.

    Sucht ist etwas, was schwer in den Griff zu bekommen ist, egal wie intelligent man ist. Es gibt etliche Menschen, die sind schlau bis zum Umfallen und rauchen trotzdem. Und da weiß schon jedes Kind, dass die Krebsaussichten groß sind und das nicht gesund sein kann, sich Gift in die Lungen zu ziehen.

    Ich befasse mich aktuell mit der Ess-Sucht. Wie viele Menschen sind übergewichtig und schaffen es nicht, die Finger von ungesunden Essen zu lassen, obwohl sie wissen, dass es komplett schlecht für den Körper ist??
    Ich trinke nicht mehr, aber ich bin trotzdem ein Suchtmensch. Ich kann momentan nicht aufhören, Dinge zu essen, die mein Verstand nicht essen WILL. Würde ich keinen Sport treiben, hätte das Auswirkungen und trotzdem sündige ich.

    Was ich damit sagen will: Es gibt etliche Süchte. Egal, wo man sich die Menschen ansieht. Die Alkoholsucht ist nur leider wesensverändernd. Sonst würde wohl kein Hahn danach krähen.

    Also fühle Dich nicht schlecht und denke nicht, dass ne Pulle Stoff ihr besser gefällt als Du. Wäre ja schrecklich, denn mein Freund hört auch nicht auf zu rauchen, obwohl ich selbst nicht rauche. Das bedeutet aber ja nicht, dass man nicht geliebt wird. Es ist halt die Sucht. Und gegen die kann man nur SELBST etwas tun, wenn der persönliche Tiefpunkt erreicht ist. Nicht der Tiefpunkt des Anderen.

    Du wirst Dich nicht täuschen. Ich hab auch immer gemerkt, an der Wortwahl und Stimmungsschwankungen und Anzahl der Nachrichten trotz Nicht-Reaktion, ob getrunken wurde oder nicht.

    So verrückt sich das anhört, aber es ist doch eigentlich gut. Denn:
    Im Grunde genommen, wirst Du am laufenden Band in Deiner Entscheidung bestätigt!!

    Letztendlich bringt es DIR eh nichts, ob Du sie nun verrätst oder nicht. Sie trinkt und ob sie deshalb aufhört damit oder erst recht trinkt, kannst Du nicht beeinflussen.

    Wenn sie aber besoffen einen Menschen anfährt (geht schneller, als man denkt, ein entfernter Bekannter hat jemanden tot gefahren im Suff) dann schadet es diesem Menschen mehr, als sie, falls sie Probleme durchs Erwischen bekommt.

    Der Beweggrund sollte nicht sein, sie zurück zu gewinnen, sondern andere Menschen zu schützen bzw sie sich vor sich selbst.

    Hätte mich damals jemand angezeigt und ich wäre betrunken beim Fahren erwischt worden, hätte ich es demjenigen NICHT übel genommen und ich wäre vermutlich sogar früher zur Besinnung gekommen, weil mein Tiefpunkt früher da gewesen wäre.

    Trotzdem bin ich natürlich froh, dass es nicht dazu kam. Nüchtern habe ich Menschen, die betrunken fahren, verabscheut!

    Ich fände es daher nicht unfair (und schon gar nicht, nachdem Du es angedroht hast) konsequent vorzugehen. Aber auch machen. Drohen und nichts tun... damit machst Du Dich vor ihr ehrlich gesagt noch mehr zum inkonsequenten Affen. Um es mal ungeschönt auf den Punkt zu bringen :D

    Es ist, wie Morgenrot schreibt. Alles ist Thema, nur das Saufen nicht mehr. Ich erinnere mich noch daran, dass ich in der Endphase der Beziehung allein im Urlaub mit den Kindern war, er musste zu Hause arbeiten und hatte abends schön gesoffen und mich aufgrund eines Fotos, auf dem ich wohl ne knackige Jeans anhatte, den Schluss zog, ich würde fremdgehen und hätte mich absichtlich aufgebrezelt. ICH war wieder die Blöde, weil er sich was in seinem Suff zurecht gesponnen hatte. Das Ende vom Lied: Er hat mir den Urlaub versaut. Beleidigungen, Unterstellungen, dann blockiert... ich war verzweifelt. Hab zu der Zeit leider selbst noch gesoffen und mir alles gefallen lassen.

    Später noch wurde das, was er sich da zusammengereimt hat (ich wiederhole: aufgrund einer zu knackig sitzenden Jeans!!! :roll: ) immer wieder Thema. „In dem Urlaub, wo Du bestimmt fremdgegangen bist...“
    Hätte ich es mal bloß gemacht, dann hätte ich wenigstens meinen Spaß gehabt, anstatt da wie ein Häufchen Elend meinem Säufer hinterher zu heulen und zu versuchen, vom Gegenteil zu überzeugen.

    Das sind KLEINE Beispiele. Von den großen Beispielen mal ganz zu schweigen... ich würde nicht mit ihm an einem Strang ziehen, weil ich meinen Job nicht aufgebe, um in seiner Firma zu arbeiten... das habe ich nie gemacht, weil er nicht einsichtig war (oder nur phasenweise), dass er aufhört zu saufen. Sonst hätte ich es gemacht.

    Ich hab gesagt, „lass uns das mit dem Saufen in den Griff bekommen, wenn dann alles klappt, fange ich bei Dir an“.
    Daraus wurde von ihm: „Meine eigene Partnerin lässt mich in der Firma hängen. Kein Wunder, dass ich saufe“.
    Soviel dazu. Ar.......!

    Sorry fürs Auskotzen in Deinem Tagebuch :mrgreen:

    Aber es zeigt eben auch das verrückte Denken, Handeln und Argumentieren eines Säufers auf....

    Richtig Lütte, wir haben eine Souffleuse in uns. Das Bauchgefühl täuscht uns nicht. Und wenn der Kopf mit seinen Wünschen und Hoffnungen das Bauchgefühl kaputt redet, dann am besten im Forum einloggen. Hier sind auch viele Souffleusen :)

    Guten Morgen,

    ich würde ihr klipp und klar sagen, dass Du die Dinge melden wirst, wenn noch einmal etwas in der Art passiert, da Du Dich durch Dein Mitwissen verantwortlich fühlst (Schüler, andere Verkehrsteilnehmer usw.). Dann hast Du es vorher angekündigt und es liegt an ihr. Ich kann verstehen, dass Du Dir Vorwürfe machen würdest, es nicht getan zu haben, wenn jemand zu Schaden kommt.

    Erwarte aber nicht, dass das der Moment ist, wo sie aufhört.

    Hallo Lalu,

    ich habe noch nicht bei Dir gelesen, werde das aber nachholen :)

    Darf ich fragen, warum konkret Risikominimierung bei Dir das Problem war/ist? Was konkret meinst Du, also in Deinem Fall? Mich interessiert das Thema sehr und ich denke viel drüber nach, deshalb frag ich mal nach, wenn ich darf :)

    Hallo Mel und Ideja,

    ihr könnt Euren Männern gern glauben, dass sie die Wahrheit sagen. Sie werden Euch nicht anlügen, denn sie sind selbst davon überzeugt, dass es nicht so schlimm wird wie früher. Sie werden bemüht sein und das selbst glauben.

    Aber das wird langfristig nicht funktionieren. Es KANN nicht funktionieren. Das Hirn ist durch die Sucht umprogrammiert und ohne dass sie es wollen, werden sie früher oder später wieder genau an dem Punkt angelangen, wo sie schon einmal waren. Alkoholiker können nicht kontrolliert trinken. Wenn sie sich wirklich und ernsthaft mit ihrer Sucht auseinander gesetzt hätten, dann wüssten sie, dass es nicht funktionieren KANN.

    Deshalb könnt ihr im Grunde genommen nur dabei zusehen, wie es langsam wieder abwärts geht... :(

    Ich hatte den Kontakt auch nicht abgebrochen. Als endgültig Schluss war, habe ich immer wieder mal von Zeit zu Zeit widerliche Whats App bekommen. Mal Liebesbekundungen, mal Hass, mal Beleidigungen, mal Einsicht und der Wille, mit dem Trinken aufzuhören. Ich frage mich manchmal, warum ich mir das überhaupt angetan habe, immer und immer wieder so viel Energie in whats App Texte zu stecken. Aber vielleicht brauchte ich das, um zu begreifen, dass sich nichts ändert.
    Die Zeit hat etwas mit mir gemacht, heute will ich ihn nicht mehr. So oder so nicht, egal ob er säuft oder aufhören würde. Neulich kam ne whats App nach sehr langer Zeit und ich hab mich gar nicht abgesabbelt. Er ist mir nicht mehr wichtig und das merkt er. Dementsprechend kommt auch nur noch alle paar Wochen mal ne Nachfrage, wie es mir geht und dass er an mich denken würde gerade. Wenn ich ehrlich bin, macht es mir inzwischen Freude, antworten zu können, dass es mir gut geht. Und zwar deshalb, weil ich für mich ganz allein weiß, dass es tatsächlich so ist :)

    Lilli, Du machst das richtig gut. Ich bin froh, dass Du ihn ziemlich durchschaust. Zieh das durch und dann warte mal ab. Ich will nicht gehässig sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese Therapie für sich machen möchte. Warum sonst nicht früher? Warum noch sein Saufen vorgestern? Ich denke, er will damit die Beziehung retten, nicht mehr und nicht weniger. Aber letztendlich braucht Dich das zur Zeit nicht beschäftigen. Du wirst es sehen.

    Es ist toll, dass Du Sonntag in die Wohnung kannst. Mach Dich drauf gefasst, dass Du natürlich Liebeskummer haben wirst. Aber Du hast dann Dein kleines Reich, indem Du Kraft tanken kannst und zur Ruhe kommen kannst!

    Hallo Mel,

    Du hast nicht überreagiert. Es ist völlig verständlich, verzweifelt und sogar wütend zu reagieren, wie Du oder Dein Sohn, wenn ein abstinent lebender Alkoholiker wieder trinkt. Es ist eher unnatürlich, es so hinzunehmen, wie jetzt, wo Du Angst vor einer Trennung hast, weil er den Spieß ja so schön umgedreht hat. Er hat so den Freifahrtschein wieder zu saufen. Seine Co. funktioniert bestens. Warum sollte er etwas ändern?

    Hallo Mel,

    es tut mir total leid, wenn ich das lese. Aber Du hast alles super erkannt. Durch seine geäußerten Zweifel ist das Alkoholthema ganz geschickt in den Hintergrund gerutscht. Er hat Dich quasi mundtot gemacht. Durch Deine Angst, ihn zu verlieren, tolerierst Du den Alkohol.

    So wie Du das beschreibst, ist es ja noch einigermaßen im Rahmen. Das wird sicherlich nicht so bleiben. Ich habe noch nie gehört, dass ein rückfälliger Alkoholiker dauerhaft kontrolliert trinken kann. Wie gesagt, noch nie! Ich habe in der Selbsthilfegruppe einige Berichte gehört, dass es zunächst, wie bei Deinem Mann klappte. Alles eine Frage der Zeit...

    Ich schätze, Du wirst wohl oder übel aus dieser Geschichte aussteigen müssen, wenn Du nicht so unglücklich wie früher werden möchtest. Und lass Dich nicht erpressen, das ist verkehrte Welt. Nicht er sollte an der Beziehung zweifeln, sondern Du. Mit erpressen meine ich, dass es zur Zeit so abläuft (aus seiner Sicht):
    „Ich will trinken dürfen. Damit Du mir das nicht vermiest, habe ich eh Zweifel an der Beziehung. Also nehme es so hin oder ich muss mich wegen fehlender Gefühle trennen“. Thema Alkohol wie gesagt ganz geschickt in den Hintergrund geschubst.

    Steh zu Dir selbst. Sag das, was Dich bewegt. Lass Dich nicht zum Schweigen bringen. Vielleicht bringt es Dich letztendlich nach vorne und er besinnt sich, wenn es ernst wird. Und falls nicht, bist Du ohne ihn eh besser dran. Oder willst Du alles von damals nochmal durchleben? Denn dazu wird es früher oder später kommen. Denn wie gesagt: Alkoholiker können niemals kontrolliert trinken, auch nicht nach Jahre langer Abstinenz. Es funktioniert nicht.