Beiträge von Cadda

    Liebe Nisi,

    mir tut es leid, was Du da erfahren musst. Man möchte das Beste für seinen Papa und dann das. Aber ich glaube nicht, dass Du aktuell etwas tun kannst, Dein Dad muss selbst an seine Grenzen stoßen.

    Vor eine Entscheidung nach dem Motto „sie oder ich“ würde ich ihn niemals stellen. Das geht nicht. Er ist erwachsen, sogar Du bist erwachsen. Es ist sein Leben, da würde ich mich an seiner Stelle auch nicht erpressen lassen. Aber das hast Du ja auch gar nicht vor, so wie ich das rauslese.

    Was Du aber tun kannst und solltest, ist Abstand nehmen. Vermutlich wirst Du eh demnächst eine eigene Wohnung beziehen, in Deinem Alter. Geht das vielleicht vorzeitiger, als Du geplant hast?

    Vielleicht wäre es sogar gut, wenn er mit ihr allein lebt und stößt früher an seine Grenzen. Du kannst ihm genau so wenig helfen, wie er ihr helfen kann.

    Aber Du kannst DIR helfen, indem Du Abstand nimmst. Ich finde, Du machst das bisher toll. Du bist sachlich und verstehst, dass sie halt krank ist. Nett scheint sie ja zu sein, aber das hilft Dir auch nicht weiter.

    Ich würde weiterhin bei meiner Meinung bleiben und diese auch meinem Vater sagen. Aber ohne vor einer Wahl zu stellen. Ich würde mich räumlich zurückziehen in der Hoffnung, dass er bald an seine Grenzen kommt.

    Cadda

    Weißt Du, das ist auch so eine Sache. Fast alle Co-Anhängigen sind überzeugt, ihren Seelenverwandten gefunden zu haben. Jeder denkt von sich „Bei UNS ist es wirklich einzigartig, die Anderen denken es nur über ihre Beziehung“. Jeder ist davon überzeugt, sonst würde man wohl auch nicht solange die ganzen negativen Dinge aushalten.

    Mein Seelenverwandter sitzt vermutlich gerade mit seiner besoffenen Seele an seinem Stehtisch und kippt sein Bier und seine Mischung in sich hinein, während meine Seele trocken und zufrieden mit mir in meiner eigenen Wohnung die Freiheit genießt.

    Der Mensch, mit dem ich inzwischen zusammen bin, ist mir vertraut, ich bin in ihn verliebt. Wie ein Seelenverwandter kommt er mir bisher nicht vor, aber das macht nichts. Auf so eine „Verwandtschaft“ wie ich sie hatte, kann ich liebend gern verzichten.

    Lilli, das sind doch schon zwei kleine Freuden am ersten Tag :D

    Auch DAS gehört alles dazu, zur Co-Anhöngigkeit. Man versucht PERFEKT zu sein, damit der Partner bloß keinen Grund hat, genervt zu sein, denn das könnte ihn ja zum Saufen animieren. Verrückte Welt, aber genau so ist es....

    Hallo Lilli,

    gut, dass Du es durchgezogen hast!! Ich werde richtig wütend innerlich, wenn ich so einen Schwachsinn höre. Er hat selbst gesagt, er würde für DICH aufhören, genau DAS funktioniert aber nicht.

    Und WENN es denn so wäre, dann müsste er es doch jetzt, wo Du weg bist viel, viel schneller auf die Kette bekommen. Davon mal angesehen, hat es ja nicht funktioniert, sonst wärst Du ja jetzt nicht weg. Er hört ja nun nicht zum ersten Mal, dass Du das so nicht wolltest.

    Lilli, er wird Dich nicht bewusst anlügen und sich ne Strategie ausdenken und Dir was vormachen. Klar ist er kein Schauspieler und natürlich nimmst Du ihm das ab. Sein Gehirn gaukelt ihm das ja selbst vor, er wird es selbst glauben, was er sagt. Aber das gerade ist ja das Kranke an einer Sucht. Die Sucht lässt ihn verzweifeln, dass es jetzt so ist und er redet sich das selbst so hin, was er da sagt. Aber es funktioniert so nicht. Das ist das Denken eines Alkoholikers. Glaub mir das. Ich bin selbst eine (zwar jetzt trockene) Alkoholikerin, kenne solche überzeugten Gedanken von mir selbst und von meinem (immer nich saufenden) Ex sowieso. Was wollte er nicht alles gemeinsam schaffen... und das hat er auch geglaubt. Geschafft hat er nichts, aber auch GAR NICHTS davon. Und rate mal, wer und was alles daran Schuld ist... die Liste ist lang. Nur ER SELBST steht nicht mit drauf.

    Liebe Mo, ich finde das ganz, ganz klasse. Du willst wirklich etwas verändern. Du denkst jetzt, dass Du ihn so sehr liebst, dass Du ohne ihn nicht mehr glücklich sein kannst, aber das stimmt nicht. Mir ging es absolut genau so, glaub mir das. Du wirst ohne ihn wieder glücklich, es braucht bloß Zeit.

    Cadda

    Lilli, klar ist das schwer. Aber er sagt es selbst. Er will es für Dich machen, nicht für sich. Das kann nicht funktionieren. Ich verstehe total, dass es Dir nicht gut geht. Manchmal muss der Verstand sich einfach durchsetzen. Leider.

    Hallo Harley,

    ich finde die Aussage Deines Therapeutin übrigens total dämlich, wenn ich das mal so direkt sagen darf :D
    Ich würde mir wünschen, dass Du ihn das nächste Mal fragst, ob er sich dafür berufen fühlt, Deine Gefühle und Wahrnehmungen zu sortieren und Dich wieder an Dein Selbstwertgefühl heranzuführen oder ob er sich gedanklich in einer Eheberatung befindet, wo er dafür sorgen möchte, dass Menschen wieder zueinander finden...

    Ganz ehrlich, ich finde es völlig unangebracht, als Therapeut darauf hinaus zu wollen, dass man sich seinem Partner wieder annähert, wenn dieser Alkoholiker ist. Ich glaube, ich würde das beim nächsten Mal tatsächlich ansprechen.

    Da kann man ja froh sein, dass Du inzwischen auf Deine eigenen Empfindungen vertraust. Es gibt sicherlich Menschen, die genau auf das Gerede der Therapeuten hören und denken, das wäre genau der richtige Weg. Höre auf Deinen Bauch, es ist vollkommen richtig, dass Dich die Aussage Deines Therapeuten irritiert. Mich irritiert sie ebenfalls :D

    Guten Morgen Mo,

    ich hatte Deinen Beitrag heute früh schon gelesen und wollte was schreiben und dann hab ich mich wieder ausgeloggt, weil ich dachte "nee, das kannste nicht schreiben und was Anderes fällt Dir nicht ein". Dann dachte ich mir bei meinem Kaffee, dass Dir das nun auch nicht weiter hilft, deshalb hab ich mich wieder eingeloggt. Ich möchte Dir aber gleich vorweg sagen, dass ich nicht hier schreibe, um Dich zu verletzen, aber mir fällt wirklich nichts anderes ein als: Was genau erwartest Du?? Du müsstest doch bei Deiner eigenen Geschichte selbst wissen, dass sich DEFINITIV rein GAR NICHTS ändern wird. Du kommst aus der Nummer definitiv nicht anders heraus, als Dich zu trennen. In Deiner Geschichte gibt es doch nun wirklich so gar keine zwei Meinungen. Hier gibt es viele, viele Storys, aber hier springt einem die Eindeutigkeit doch förmlich ins Gesicht: Er WILL trinken und wird nicht aufhören zu trinken.

    Bitte erlaube mir den Hinweis, dass Dein Freund zu keiner einzigen Zeit abstinent gelebt hat. Er hat es lediglich auf Zwang irgendwie geschafft, dass er die Menge reduziert hat, aus dem einzigen Grund, dass er seinen Führerschein wieder haben wollte. Und jetzt lass Dir mal eines gesagt sein: Ein Alkoholiker kann niemals kontrolliert trinken AUF DAUER. Dein Freund hat das lediglich hinbekommen, weil es eine absehbare Zeit für ihn war. Er wusste die ganze Zeit genau, dass er sich nur ein Jahr zusammen reißen muss, um seinen Führerschein wieder zu bekommen. Der ist nun wieder da und weiter gehts. Daran siehst Du, dass er NICHTS geschnallt hat und auch gar nichts schnallen wollte.

    So, das also einmal vorweg. Er war null komma null abstinent. Wenn ich abstinent lebe, dann trinke ich gar nichts und ich WILL auch abstinent leben. Keines von beiden Dingen ist hier der Fall.

    Und nun noch etwas: Du bist ja nun, wie Du selbst sagst, mit vollem Bewusstsein in Dein Unglück gerannt, denn Du wurdest ja gewarnt und es stellte sich schnell heraus, dass diese Warnungen keine Gerüchte waren, sondern der Wahrheit entsprachen. Es kann ja nur zwei Gründe geben, weshalb Du geblieben bist. Erstens: Du glaubst, dass Du diejenige bist, die ihn retten kann und ihn zu einem besseren Menschen machen kann oder Zweitens: Du willst so leben und versuchen, Dich zu einem Menschen zu machen, der solche schrecklichen Dinge in der Beziehung aushält.
    Ich halte beide Gründe für krank, weil es beides Gründe sind, die nicht funktionieren. Du wirst ihn definitiv nicht ändern können und Du wirst definitiv nicht lernen können, mit so einem Menschen glücklich zusammen zu sein und gehst vor die Hunde.

    Du kannst hier also nur entscheiden: Gehe ich vor die Hunde oder trenne ich mich? Denn noch einmal: Dein "Freund" wird sich zu 100 Prozent nicht ändern, daran gibt es keinen Zweifel, wenn man es neutral betrachtet. Also, was für ein Leben möchtest Du für Dich??

    Ich rieche und sehe es auch sofort. Ich weiß allerdings nicht, ob es daran liegt, dass ich co.-abhängig war oder ob es daran liegt, dass ich selbst gesoffen habe.

    Ok, nun achte ich auch mehr darauf. Neulich habe ich ein Foto von einer Bekannten im Status gesehen. Was ja bedeutet, dass sie da nicht verkatert in die Kamera geguckt hat, denn wer veröffentlicht schon gern Bilder, wo man versoffen aussieht? :D
    Und ich dachte sofort: Scheisse. Sie trinkt.

    Du verlierst nicht gegen die Wodka-Flasche oder gegen den Alkohol, sondern allgemein gegen eine Sucht. Vielleicht hilft Dir das ein bisschen und fühlst Dich weniger minderwertig.

    Sucht ist etwas, was schwer in den Griff zu bekommen ist, egal wie intelligent man ist. Es gibt etliche Menschen, die sind schlau bis zum Umfallen und rauchen trotzdem. Und da weiß schon jedes Kind, dass die Krebsaussichten groß sind und das nicht gesund sein kann, sich Gift in die Lungen zu ziehen.

    Ich befasse mich aktuell mit der Ess-Sucht. Wie viele Menschen sind übergewichtig und schaffen es nicht, die Finger von ungesunden Essen zu lassen, obwohl sie wissen, dass es komplett schlecht für den Körper ist??
    Ich trinke nicht mehr, aber ich bin trotzdem ein Suchtmensch. Ich kann momentan nicht aufhören, Dinge zu essen, die mein Verstand nicht essen WILL. Würde ich keinen Sport treiben, hätte das Auswirkungen und trotzdem sündige ich.

    Was ich damit sagen will: Es gibt etliche Süchte. Egal, wo man sich die Menschen ansieht. Die Alkoholsucht ist nur leider wesensverändernd. Sonst würde wohl kein Hahn danach krähen.

    Also fühle Dich nicht schlecht und denke nicht, dass ne Pulle Stoff ihr besser gefällt als Du. Wäre ja schrecklich, denn mein Freund hört auch nicht auf zu rauchen, obwohl ich selbst nicht rauche. Das bedeutet aber ja nicht, dass man nicht geliebt wird. Es ist halt die Sucht. Und gegen die kann man nur SELBST etwas tun, wenn der persönliche Tiefpunkt erreicht ist. Nicht der Tiefpunkt des Anderen.

    Du wirst Dich nicht täuschen. Ich hab auch immer gemerkt, an der Wortwahl und Stimmungsschwankungen und Anzahl der Nachrichten trotz Nicht-Reaktion, ob getrunken wurde oder nicht.

    So verrückt sich das anhört, aber es ist doch eigentlich gut. Denn:
    Im Grunde genommen, wirst Du am laufenden Band in Deiner Entscheidung bestätigt!!

    Letztendlich bringt es DIR eh nichts, ob Du sie nun verrätst oder nicht. Sie trinkt und ob sie deshalb aufhört damit oder erst recht trinkt, kannst Du nicht beeinflussen.

    Wenn sie aber besoffen einen Menschen anfährt (geht schneller, als man denkt, ein entfernter Bekannter hat jemanden tot gefahren im Suff) dann schadet es diesem Menschen mehr, als sie, falls sie Probleme durchs Erwischen bekommt.

    Der Beweggrund sollte nicht sein, sie zurück zu gewinnen, sondern andere Menschen zu schützen bzw sie sich vor sich selbst.

    Hätte mich damals jemand angezeigt und ich wäre betrunken beim Fahren erwischt worden, hätte ich es demjenigen NICHT übel genommen und ich wäre vermutlich sogar früher zur Besinnung gekommen, weil mein Tiefpunkt früher da gewesen wäre.

    Trotzdem bin ich natürlich froh, dass es nicht dazu kam. Nüchtern habe ich Menschen, die betrunken fahren, verabscheut!

    Ich fände es daher nicht unfair (und schon gar nicht, nachdem Du es angedroht hast) konsequent vorzugehen. Aber auch machen. Drohen und nichts tun... damit machst Du Dich vor ihr ehrlich gesagt noch mehr zum inkonsequenten Affen. Um es mal ungeschönt auf den Punkt zu bringen :D

    Es ist, wie Morgenrot schreibt. Alles ist Thema, nur das Saufen nicht mehr. Ich erinnere mich noch daran, dass ich in der Endphase der Beziehung allein im Urlaub mit den Kindern war, er musste zu Hause arbeiten und hatte abends schön gesoffen und mich aufgrund eines Fotos, auf dem ich wohl ne knackige Jeans anhatte, den Schluss zog, ich würde fremdgehen und hätte mich absichtlich aufgebrezelt. ICH war wieder die Blöde, weil er sich was in seinem Suff zurecht gesponnen hatte. Das Ende vom Lied: Er hat mir den Urlaub versaut. Beleidigungen, Unterstellungen, dann blockiert... ich war verzweifelt. Hab zu der Zeit leider selbst noch gesoffen und mir alles gefallen lassen.

    Später noch wurde das, was er sich da zusammengereimt hat (ich wiederhole: aufgrund einer zu knackig sitzenden Jeans!!! :roll: ) immer wieder Thema. „In dem Urlaub, wo Du bestimmt fremdgegangen bist...“
    Hätte ich es mal bloß gemacht, dann hätte ich wenigstens meinen Spaß gehabt, anstatt da wie ein Häufchen Elend meinem Säufer hinterher zu heulen und zu versuchen, vom Gegenteil zu überzeugen.

    Das sind KLEINE Beispiele. Von den großen Beispielen mal ganz zu schweigen... ich würde nicht mit ihm an einem Strang ziehen, weil ich meinen Job nicht aufgebe, um in seiner Firma zu arbeiten... das habe ich nie gemacht, weil er nicht einsichtig war (oder nur phasenweise), dass er aufhört zu saufen. Sonst hätte ich es gemacht.

    Ich hab gesagt, „lass uns das mit dem Saufen in den Griff bekommen, wenn dann alles klappt, fange ich bei Dir an“.
    Daraus wurde von ihm: „Meine eigene Partnerin lässt mich in der Firma hängen. Kein Wunder, dass ich saufe“.
    Soviel dazu. Ar.......!

    Sorry fürs Auskotzen in Deinem Tagebuch :mrgreen:

    Aber es zeigt eben auch das verrückte Denken, Handeln und Argumentieren eines Säufers auf....