Beiträge von Cadda

    Richtig Lütte, wir haben eine Souffleuse in uns. Das Bauchgefühl täuscht uns nicht. Und wenn der Kopf mit seinen Wünschen und Hoffnungen das Bauchgefühl kaputt redet, dann am besten im Forum einloggen. Hier sind auch viele Souffleusen :)

    Guten Morgen,

    ich würde ihr klipp und klar sagen, dass Du die Dinge melden wirst, wenn noch einmal etwas in der Art passiert, da Du Dich durch Dein Mitwissen verantwortlich fühlst (Schüler, andere Verkehrsteilnehmer usw.). Dann hast Du es vorher angekündigt und es liegt an ihr. Ich kann verstehen, dass Du Dir Vorwürfe machen würdest, es nicht getan zu haben, wenn jemand zu Schaden kommt.

    Erwarte aber nicht, dass das der Moment ist, wo sie aufhört.

    Hallo Lalu,

    ich habe noch nicht bei Dir gelesen, werde das aber nachholen :)

    Darf ich fragen, warum konkret Risikominimierung bei Dir das Problem war/ist? Was konkret meinst Du, also in Deinem Fall? Mich interessiert das Thema sehr und ich denke viel drüber nach, deshalb frag ich mal nach, wenn ich darf :)

    Hallo Mel und Ideja,

    ihr könnt Euren Männern gern glauben, dass sie die Wahrheit sagen. Sie werden Euch nicht anlügen, denn sie sind selbst davon überzeugt, dass es nicht so schlimm wird wie früher. Sie werden bemüht sein und das selbst glauben.

    Aber das wird langfristig nicht funktionieren. Es KANN nicht funktionieren. Das Hirn ist durch die Sucht umprogrammiert und ohne dass sie es wollen, werden sie früher oder später wieder genau an dem Punkt angelangen, wo sie schon einmal waren. Alkoholiker können nicht kontrolliert trinken. Wenn sie sich wirklich und ernsthaft mit ihrer Sucht auseinander gesetzt hätten, dann wüssten sie, dass es nicht funktionieren KANN.

    Deshalb könnt ihr im Grunde genommen nur dabei zusehen, wie es langsam wieder abwärts geht... :(

    Ich hatte den Kontakt auch nicht abgebrochen. Als endgültig Schluss war, habe ich immer wieder mal von Zeit zu Zeit widerliche Whats App bekommen. Mal Liebesbekundungen, mal Hass, mal Beleidigungen, mal Einsicht und der Wille, mit dem Trinken aufzuhören. Ich frage mich manchmal, warum ich mir das überhaupt angetan habe, immer und immer wieder so viel Energie in whats App Texte zu stecken. Aber vielleicht brauchte ich das, um zu begreifen, dass sich nichts ändert.
    Die Zeit hat etwas mit mir gemacht, heute will ich ihn nicht mehr. So oder so nicht, egal ob er säuft oder aufhören würde. Neulich kam ne whats App nach sehr langer Zeit und ich hab mich gar nicht abgesabbelt. Er ist mir nicht mehr wichtig und das merkt er. Dementsprechend kommt auch nur noch alle paar Wochen mal ne Nachfrage, wie es mir geht und dass er an mich denken würde gerade. Wenn ich ehrlich bin, macht es mir inzwischen Freude, antworten zu können, dass es mir gut geht. Und zwar deshalb, weil ich für mich ganz allein weiß, dass es tatsächlich so ist :)

    Lilli, Du machst das richtig gut. Ich bin froh, dass Du ihn ziemlich durchschaust. Zieh das durch und dann warte mal ab. Ich will nicht gehässig sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese Therapie für sich machen möchte. Warum sonst nicht früher? Warum noch sein Saufen vorgestern? Ich denke, er will damit die Beziehung retten, nicht mehr und nicht weniger. Aber letztendlich braucht Dich das zur Zeit nicht beschäftigen. Du wirst es sehen.

    Es ist toll, dass Du Sonntag in die Wohnung kannst. Mach Dich drauf gefasst, dass Du natürlich Liebeskummer haben wirst. Aber Du hast dann Dein kleines Reich, indem Du Kraft tanken kannst und zur Ruhe kommen kannst!

    Hallo Mel,

    Du hast nicht überreagiert. Es ist völlig verständlich, verzweifelt und sogar wütend zu reagieren, wie Du oder Dein Sohn, wenn ein abstinent lebender Alkoholiker wieder trinkt. Es ist eher unnatürlich, es so hinzunehmen, wie jetzt, wo Du Angst vor einer Trennung hast, weil er den Spieß ja so schön umgedreht hat. Er hat so den Freifahrtschein wieder zu saufen. Seine Co. funktioniert bestens. Warum sollte er etwas ändern?

    Hallo Mel,

    es tut mir total leid, wenn ich das lese. Aber Du hast alles super erkannt. Durch seine geäußerten Zweifel ist das Alkoholthema ganz geschickt in den Hintergrund gerutscht. Er hat Dich quasi mundtot gemacht. Durch Deine Angst, ihn zu verlieren, tolerierst Du den Alkohol.

    So wie Du das beschreibst, ist es ja noch einigermaßen im Rahmen. Das wird sicherlich nicht so bleiben. Ich habe noch nie gehört, dass ein rückfälliger Alkoholiker dauerhaft kontrolliert trinken kann. Wie gesagt, noch nie! Ich habe in der Selbsthilfegruppe einige Berichte gehört, dass es zunächst, wie bei Deinem Mann klappte. Alles eine Frage der Zeit...

    Ich schätze, Du wirst wohl oder übel aus dieser Geschichte aussteigen müssen, wenn Du nicht so unglücklich wie früher werden möchtest. Und lass Dich nicht erpressen, das ist verkehrte Welt. Nicht er sollte an der Beziehung zweifeln, sondern Du. Mit erpressen meine ich, dass es zur Zeit so abläuft (aus seiner Sicht):
    „Ich will trinken dürfen. Damit Du mir das nicht vermiest, habe ich eh Zweifel an der Beziehung. Also nehme es so hin oder ich muss mich wegen fehlender Gefühle trennen“. Thema Alkohol wie gesagt ganz geschickt in den Hintergrund geschubst.

    Steh zu Dir selbst. Sag das, was Dich bewegt. Lass Dich nicht zum Schweigen bringen. Vielleicht bringt es Dich letztendlich nach vorne und er besinnt sich, wenn es ernst wird. Und falls nicht, bist Du ohne ihn eh besser dran. Oder willst Du alles von damals nochmal durchleben? Denn dazu wird es früher oder später kommen. Denn wie gesagt: Alkoholiker können niemals kontrolliert trinken, auch nicht nach Jahre langer Abstinenz. Es funktioniert nicht.

    Guten Morgen Lilli,

    ich fühle mich zurückversetzt in meine Trennungszeit und kann Dich zu hundert Prozent verstehen. Mir fiel es auch schwer, aber nach allem, was da passiert, musst Du es Dir immer wieder sagen, dass nun Dein Verstand Oberhand behalten muss.

    Lilli, das ist doch verrückt! Er labert besoffen von Therapie! Besoffen! Wenn er das auch nur ansatzweise Ernst meinen würde, dann würde er doch nicht saufen. Aber ich kenne es von meinem Ex: Wasser predigen, während er Wein säuft. Das ist komplett durchgeknallt!

    Und dieses irre Spiel zwischen Aggressivität und „bitte komm zurück“! Das Saufen hat da schon extreme Spuren hinterlassen, der kann nicht mal eben so aufhören.

    Im übrigen führt die Polizei nicht mal eben jemanden so ab und verhängt ne einstweilige Verfügung, sich nicht nähern zu dürfen. Da muss schon Einiges vorgefallen sein. Er ist offensichtlich unberechenbar und ich finde es absolut richtig, dass Du nicht mehr dort schlafen willst!!

    Ganz ehrlich: Nimm die Beine in die Hand und lauf weit weg von dieser „Beziehung“.

    Wie gesagt: Ich hatte das gleiche Programm in grün. Der Liebeskummer ist heftig, aber er vergeht. Ich hatte auch lange, lange Mitleid. Das ist inzwischen vorbei. Zieh es durch Lilli und werde wieder glücklich! Mit ihm wird Dir das nicht gelingen!

    Bei mir persönlich war es so, wie ich es oben beschrieben habe. Ich habe mich vor etlichen Jahren hier angemeldet, weil ich die Erkenntnis hatte, dass ich alkoholabhängig bin. Seit dem lese ich hier mit, obwohl ich noch nicht aufhörte zu saufen. Ich wusste aber schon sehr lange, dass ich irgendwann aufhören werde. Ich habe also nicht direkt nach der Erkenntnis mit dem Saufen aufgehört und mir auch phasenweise gesagt „dann ist es eben so, ich will/kann noch nicht aufhören“.

    Irgendwann wurde die Schlinge um meinen Hals immer enger, ich rutschte immer weiter rein in die Sucht und ich wusste, dass es nun mal soweit ist, dass ich aufhöre. Dann kam ein Tiefpunkt-Moment, mein Ex-Mann knallte mir (zum wiederholten Male, nur diesmal war ich bereit, Taten folgen zu lassen) die heftige Wahrheit ins Gesicht und das war’s. Ich hörte auf zu saufen. Setzte das, was ich in der Theorie hier im Forum durch das Lesen über Jahre gelernt hatte, in die Praxis um.

    Hallo zusammen,

    es wurde ja bereits im Eröffnungstext geschrieben:

    „Wer meldet sich schon freiwillig in einem Alkoholikerforum an, wenn er keine Erkenntnis hat?“

    Genau das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt. Die Erkenntnis wird also irgendwo da sein. Vielleicht gerät sie ins Wanken, man redet sich etwas schön oder denkt, es ist vielleicht doch nicht so schlimm. Deshalb ja auch oft Rückfälle.
    Aber: Die Erkenntnis muss da sein. Sonst würde man sich hier nicht anmelden und aufhören zu trinken.

    Ich glaube, dass eine Erkenntnis hier aber noch reifen kann und sich festigen kann. Sei es durch Bücher, Erfahrungsberichte usw. Da muss sie sein. Aber davon gehe ich aus, denn wie oben schon geschrieben, hätte man sich hier sonst nicht angemeldet und aufgehört zu trinken.

    Cadda

    Lillie, Du hast alles richtig gemacht!!! Und sein Verhalten und seine Reaktion ist auch völlig typisch. Trinken, doch nicht trinken wollen, Verständnis, doch kein Verständnis, Drohen, dass man sich aufhängen könnte....
    Findest Du das normal? Ich nicht....

    Und selbst WENN er wirklich nur unter Druck trinken würde. Machen das Nicht-Abhängige? Sich unter Druck besaufen?

    Und nun will er also eine Therapie machen. Wo es zu spät ist. Wie schön. Kann er ja. Denn wenn man WIRKLICH etwas ändern will, macht man das für SICH. Für Andere ist noch niemand dauerhaft trocken geworden. Umso wichtiger, dass Du bei Deiner Entscheidung bleibst und ausziehst. Nur so siehst Du dann ja, wie ernst ihm seine Therapiegedanken sind.

    Nochmal: Du machst es richtig!

    Hallo Jessica,

    ich weiß nicht, ob meine Nachricht angekommen war bei Dir. Ich hatte Dir das Buch ALK empfohlen. Ich glaube, wenn ich früher unsicher gewesen wäre, hätten mich dort einige Gedankenansätze überzeugt.

    Ich hoffe, dass Du hier bleibst. Ja, Du sagst zwar, Du siehst Dich vielleicht noch nicht ganz klar abhängig. Aber Du scheinst Dir ja nicht sicher zu sein, wenn Du weiterhin nüchtern bleiben möchtest. Manchmal ist vielleicht der Weg das Ziel.

    Deshalb auch nun noch ein kurzer Satz an Karsten und Hartmut: Ich finde es gut und richtig, dass ihr die geäußerten Gedanken berücksichtigt hast.
    Hartmut, ich hatte damit nicht gerechnet und bin dementsprechend positiv überrascht.

    Jessica, es wäre schön, wenn Du am Ball bleibst!

    LG Cadda

    Hallo Lilli,

    soll ich ehrlich sein? Ich hab fast gehofft, dass Deine Befürchtungen eintreten. Aus dem Grunde, den Du selbst siehst: Es bestätigt Dich und Deine Entscheidung! Ich finde es gut, dass Du Dir Hilfe holst!

    Dass seine Antwort eher genervt ist, zeigt, wie sehr er Dich an sich binden will, auf Krampf. Du machst eine schwere Zeit durch und es wird noch eine Weile stressig. Aber behalte immer im Hinterkopf: Bald wird es besser! Wenn der erste Liebeskummer durch ist und Du Dich eingelebt hast... und diesen widerlichen Druck einer Co-Abhängigen los bist... diesen Energieraub... dann geht’s Dir besser, glaub mir!!!!! Du schaffst das!

    Guten Morgen,

    er merkt genau, dass etwas nicht stimmt, deshalb verhält er sich so.

    Ich würde ihm zumindest sagen, dass er bitte für sich allein entscheiden soll. Dass er Dich nicht in seine Entscheidung berücksichtigen soll. Dass Dir das zu viel ist und Du Dich nicht festlegen möchtest. Mach ihm deutlich, dass es SEIN alleiniges Projekt ist.

    Wenn Du Dich noch nicht bereit fühlst, ihn alles zu sagen, bevor die Wohnung frei ist, würde ich zumindest das obige sagen.

    Liebe Bella,
    ich schließe mich Dana an. Es mag zwar sein, dass Du es an dem Abend schaffst, aber es wird etwas mit Dir machen. Du machst es Dir damit viel schwerer.

    Ich bin ehrlich, ich habe am Anfang solche Situationen auch nicht vermieden, aber: Ich habe ALLEN Freunden gesagt, dass ich nicht mehr trinke. Und zwar nicht aufgrund irgendwelcher Ausreden, die ich erfunden habe, sondern weil ich alkoholkrank bin und abstinent leben werde zukünftig. Sie kannten mein Problem ja auch und waren froh, dass ich aufhören möchte, haben mich unterstützt. Das war sozusagen ein Schutz für mich, dass Alle Bescheid wussten.