Beiträge von Cadda

    Hallo MiLa,

    da unterscheiden wir uns zum Beispiel auch. Ich war nicht mehr gesellschaftstauglich, wenn ich getrunken habe. Wenn ich angefangen habe zu trinken, war es nahezu jedes Mal so, dass ich nicht aufgehört habe, bis ich einen Filmriss hatte. Am Ende brauchte es nicht mal viel und ich wusste am nächsten Tag fast nichts mehr, was nach den ersten Gläsern stattfand.

    Deshalb ist es bei mir so, dass sämtliche Erinnerungen nach den ersten 2-3 Gläsern immer absolut schrecklich und katastrophal für mich sind. Vermutlich hilft es mir deshalb. Am Anfang hab ich bewusst die Situationen durchgespielt. Mir ist die Lust dann wirklich gründlich vergangen. Inzwischen reicht ein kurzer Gedanke.

    Aber es kommt von Monat zu Monat seltener vor. Irgendwie wird es immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Das ist ein schönes Gefühl irgendwie.

    Hallo Lunki, Hallo Hartmut,

    genau MEIN Thema :D

    Für mich persönlich (nur für mich) ist es genau der richtige Weg, den Gedanken zu Ende zu denken.

    Ich habe meine Krankheit vollkommen akzeptiert, als ich aufhörte zu trinken. Dennoch hilft es mir sehr, mich zeitweise selbst daran zu erinnern, WARUM ich aufgehört habe und WIE sehr krank ich war.

    Mir gibt das Sicherheit. Ich will mir ganz bewusst immer mal wieder vor Augen führen, was ich definitiv nie wieder will.

    Ich weiß es auch ohne diese Erinnerungen. Es gibt für mich kein Hintertürchen. Aber diese Erinnerungen sind das i Tüpfelchen meiner Stabilität.

    Liebe Grüße

    Hallo Ernest,

    Danke für Deine Beschreibungen, finde sowas immer interessant.

    Bei mir hilft von Anfang an, dass ich den „Gedanken zu Ende denke“.

    Ich stelle mir die ersten Gläser vor und wie es dann weiter geht. Erst schmeckt es, gibt ein lockeres Gefühl. Dann bin ich betrunken, weiß nicht mehr, wie ich ins Bett gekommen bin. Ich stelle mir vor, mit welchen Gefühlen ich am nächsten Tag wach werde, wie schlecht es mir geht. Dass ich vielleicht noch etwas drauf kippen müsste, um den Kater loszuwerden. Wie ich dann aussehe, mich verhalte, wie ich mich schäme.

    Danach verzichte ich gern auf „das gute Gefühl bei den ersten Gläsern.

    Am Anfang hab ich immer alles zu Ende gedacht. Heute manchmal auch noch. Oft reicht aber auch ein deutliches NEIN!!! in meinem Kopf.

    Davon mal ganz abgesehen: Inzwischen könnte ich nie wieder ein Glas genießen, weil ich mich während dessen bereits gedanklich damit befassen würde, dass ich gerade einen Rückfall habe.

    Hallo Ernest,

    ich finde es ganz schön beschissen von Deinem Kollegen, dass er diesen Vorschlag gemacht hat, obwohl er weiß, dass Du nichts mehr trinkst. War das aus der Unerfahrenheit heraus, weil er nicht weit genug denkt, WARUM Du keinen Alkohol (mehr) trinkst oder verharmlost er Dein Problem? Weiß er davon?

    Das interessiert mich einfach mal. Denn mal angenommen, eine Kollegin wüsste von meinem Problem und möchte mich trotzdem zum Trinken animieren... Die könnte mich mal kreuzweise :D

    Hallo ihr :)

    DAS ist genau das, was ich mache: Jacke an und raus. Wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin oder -was bei mir am ehesten ans Saufen erinnert- wenn ich zu euphorisch bin.

    Einfach überschüssige Energie loswerden und brauchbare tanken, indem ich raus gehe. Dabei spielt keine Rolle, ob ich jogge, walke oder einfach nur spazieren gehe.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend :)

    Es laufen also im Umfeld von M. Personen herum, die nichts besseres im Sinn haben, als Geld dafür zu zahlen, dass M. einen "Kurzen"=Schnaps trinkt.

    Einfach nur sonderbar.

    Ich habe da andere Vorstellungen. Manche Dinge lassen sich mit Alkohol „besser ertragen“, wenn man süchtig ist.

    Aber liebe Missnoalk, Du musst da ja gar nicht ins Detail gehen. Wichtig finde ich, dass Du nun schnell wieder zurück auf den richtigen Weg kommst.

    Hallo Ernest, hallo PB,

    durch Druck von außen trocken werden, das funktioniert nicht. Das muss man schon selbst wollen.

    Aber wenn man bereits die Erkenntnis hat, Alkoholiker zu sein und bereits den Wunsch hat, sein Leben diesbezüglich zu ändern, dann kann ein gewisser Druck das Ganze beschleunigen oder eventuell ein Auslöser für den Beginn der Durchsetzung sein.

    So war es bei mir jedenfalls. Ein gewisser Druck hat zwar nicht bestimmt, DASS ich trocken werde, aber zumindest den Zeitpunkt bestimmt, den letzten Schritt in ein trockenes Leben zu gehen.

    Liebe Grüße

    Guten Morgen,

    so, wie Du die Sache beschreibst, trifft bei Dir der hier oft genannte Satz „Nur nichts trinken reicht nicht“ zu. Du beschreibst, dass etwas, was Du tun „musstest“ dazu geführt hat, dass Du zum Glas gegriffen hast. Ich denke, Du solltest Lösungen finden, erwas zu verändern, damit Du nicht mehr in diese Situationen gerätst.

    Dass es sich „nur“ um ein Glas gehandelt hat, finde ich nicht weniger gefährlich. Denn gerade DAS kann einen ja schnell mal glauben lassen, dass ab und zu dieses eine Glas ja nicht schlimm sein kann. Und dann steigert sich das und man ist wieder mittendrin.

    Gut, dass Du Dich hier mitgeteilt hast!!!

    Wie kannst Du solche Situationen, wo Du das Glas trinken „musst“, vermeiden?
    Änderungen müssen her.

    Hallo Feldmaus,

    tut mir leid, dass Du so eine traurige Zeit durch den Tod Deines Onkels erwischt hast :(

    Das mit der beruflichen Situation oder Lebenszielen. Ich denke auch viel mehr über solche Dinge nach, als zu Saufzeiten. Man ist jetzt insgesamt mehr mit der eigenen Zufriedenheit beschäftigt. Das ist auch gut so!

    Hallo Lunki,

    eine schwierige Situation. Ich kenne das. Als ich aufgehört habe zu trinken, war ich zwar schon in meine eigene Wohnung gezogen, aber ich war noch mit meinem Ex-Lebensgefährten zusammen, der Alkoholiker ist und heute noch trinkt. Natürlich wirst Du hier weder von einem Langzeittrocknen, noch von jemand anderes hören, dass das gut gehen kann. Aber ich denke, der Grund, weshalb hier nicht direkt jeder aufschreit ist, dass Du erstmal alles sacken lassen musst. Keiner kann verlangen, dass Du sofort handelst und z.B. eine Trennung herbeiführst. Da würdest Du ja direkt entmutigt werden und es wäre Dir alles zu viel auf einmal. Vielleicht geht er ja auch Deinen Weg mit, wer weiß das schon.

    Erst einmal ist es wichtig, dass Du selbst erkennst, dass diese Situation für Dich gefährlich ist. Das ist schon einmal viel wert. Nun schau Schritt für Schritt, wie es weitergeht. Ich kann Dir aber eines langfristig gesehen mit auf den Weg geben:
    Ich habe meinen Ex-Partner sehr geliebt und mir war er sehr wichtig. MEIN Leben war mir jedoch wichtiger.

    Missnoalk: Es passte einfach so schön zu Deiner Date-Geschichte neulich. Aber geschickt ignoriert und umgeleitet :lol::lol:

    Ernest: Lustig hier bei Dir im Thread. Wenn das bei Dir zu Hause auch so läuft, wird’s ja eine nette Rentner-WG :D

    Missnoalk :lol::lol::lol:
    Ich bezog das „Einquartieren und gemeinsame Bäume fällen“ auch eher auf ein .... sozusagen Langzeitdate :mrgreen:
    Daher der Ratschlag mit den Bachblütentropfen. Aber Du hast schon recht, die Tropfen sollen ja bei ALLEM helfen. Schlechte Laune, Angst, Nervosität, schlechtem
    Wetter.... :lol: Warum mich mal an den Baum schmieren?! :D

    Ernest: Ich finde diese Rentner-WG-Sache gar nicht schlecht, ganz ehrlich :)
    Meine Eltern haben sich früher auch immer ausgemalt, dass sie sich mit 2 befreundeten Paaren rechtzeitig im Seniorenheim einmieten (ich glaub, zu dem Zeitpunkt waren sie gerade mal um die 50 :D ). Warum nicht auch zu Hause, so lange es geht?

    Übrigens zur Trinksituation (er wusste von nichts). Er hat sich ein Alster bestellt und ich ne Cola. Beim zweiten Getränk fragte er glaub ich irgendwas in Richtung alkoholisches Getränk und ich antwortete, dass ich keinen Alkohol trinke. Er fragte dann, ob es daran liegt, dass ich mit dem Auto da bin und ich sagte dann, dass ich grundsätzlich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich das Trinken einfach absolut nicht vertrage und auch ER darüber froh sein kann, weil er mich ansonsten nicht aushalten könnte :lol:
    Kurzer Lacher und dann sagte ich ernst, dass es wirklich so ist, dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde, auch nicht zukünftig und dass ich auch sehr zufrieden mit meinem Entschluss bin. Fertig, das war’s zu dem Thema.

    Irgendwann, als wir dann schon zusammen gekommen waren, kam das Thema ab und zu mal auf den Tisch. Da hab ich dann zwischenzeitlich auch in Gesprächen erzählt, wie schlimm das alles schon war und er hat nach und nach auch den Ernst der Lage total gecheckt und war beeindruckt und hat das völlig akzeptiert.

    Aber das braucht Zeit. Für den Moment geht es ja nur ums Kennenlernen und da muss man nicht immer das Bild von einer „Alkoholiker-Beichte“ im Kopf haben. Ein ganz lockeres „Nee, lass mal. Ich trinke keinen Alkohol“ reicht vorerst vollkommen aus.

    So, nochmal zu Dir und der Sache mit dem Date, das Du nicht hattest :D

    Ich kann mich totaaaaal in Deine Lage versetzen. Ich hatte letztes Jahr im September aufgehört zu trinken und habe dann zum Ende des Jahres jemanden kennengelernt, der damals in meinen Augen ein absoluter Glücksgriff zu sein schien. War zwar letztendlich nicht der Fall, aber das ist ne andere Geschichte :mrgreen:

    Wir hatten also ein Date und ich bin vorher fast die Wände hochgegangen. Liebend gern hätte ich mich mit Sekt zugeschüttet, um locker zu werden. Das Ende vom Lied war, dass ich aus der Apotheke Bachblütentropfen Rescue Tropfen geholt habe, in der Hoffnung, dass irgendeine Wirkung eintritt. Ich hab fast die ganze Flasche geleert und habe folgende Veränderung festgestellt: Gar keine.

    Ich bin also zu meinem Date, hätte kotzen können und zwar bis zu dem Moment, wo wir am Tisch saßen und anfingen, uns zu unterhalten. Es war total klasse und völlig locker und das Schönste: Ich hab mich nicht durch das Trinken von Alkohol zum Affen gemacht.

    Liebe Feldmaus, das tut mir leid. Stell Dir mal vor, Du hättest gestern den Wein getrunken, um Dich für den Moment zu beruhigen. Was meinst Du wie beschissen es Dir jetzt erst recht gehen würde. Zusätzlich zu Deiner Trauer würde es Dir noch schlecht gehen, weil Du Alkohol getrunken hättest.