Beiträge von Cadda

    Guten Morgen zusammen :)


    Erst einmal vorweg: Vielen Dank, Feldmaus, für Deinen Eintrag. Ich ärgere mich gerade, dass ich darauf gar nicht direkt reagiert habe.


    Mir geht es sehr gut. Es läuft im Moment ein bisschen besser, was meine schnelle Wut angeht. Ich habe tatsächlich auch schon mal über eine Erziehungsberatung nachgedacht. Wobei ich vor ein paar Jährchen schon einmal dort war und auch in meiner ambulanten Therapie geht es nicht nur um das Thema Alkohol, sondern auch alles drum herum, also auch das. Im Grunde genommen stelle ich immer wieder fest, dass ich in der Theorie eigentlich weiß, wie ich reagieren SOLLTE und so, wie ich es handhaben MÖCHTE, wird mir bestätigt, dass es richtig ist. Es hapert lediglich an der Umsetzung, wenn ich völlig genervt bin. Ich kann einfach schlecht mit solchen Situationen umgehen, wo sich meine beiden z. B. wegen jeder Kleinigkeit streiten oder der Große auf die normalsten Ansagen völlig genervt und somit respektlos reagiert. Ich weiß, dass das zum Teil normal ist und kann mich trotzdem schwer beherrschen. Ich möchte ja auch gar nicht immer nur die Ruhe in Person sein, das wäre nicht ich. Es ist nun einmal so, dass ich temperamentvoll bin und meine Meinung sofort raushaue, wenn mir was nicht gefällt. So kennen sie mich und das ist auch ok. Aber es gibt so Momente, da werde ich innerlich so aggressiv, dass ich wirklich alles auseinander nehmen könnte. Naja, wie gesagt. Ich arbeite daran. Meine Therapeutin meinte auch, das geht eben nicht von heute auf morgen. Ich habe das Verständnis, wie es laufen sollte und kann die Umsetzung nicht von heute auf morgen von mir selbst erwarten.

    Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, ich bin total froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Es ist zwar zeitintensiver und es ist mehr Verantwortung, als vorher, aber das ist ok so. Es gelingt mir ganz gut. Ansonsten genieße ich momentan in vollen Zügen da Alleinsein. Also nicht direkt allein, ich hab ja meine Kinder, meine Familie und Freunde, aber speziell das Single-Leben :D
    Ich hatte mich ja nach meiner gescheiterten, langjährigen Beziehung mit dem Schritt ins trockene Leben nach und nach gelöst und wollte dann erstmal meine Ruhe, aber ich hatte mich dann für ein halbes Jahr mit jemanden getroffen und wir waren auch die Zeit über zusammen, aber das ist mir alles zu anstrengend gewesen, wenn ich ehrlich bin. Es hat mir irgendwie noch mehr Stress bereitet, obwohl ich ja ohnehin so schnell auf 180 bin. Ich möchte hier jetzt nicht näher drauf eingehen, das möchte ich dann doch lieber im geschlossenen Bereich, aber kurz gesagt: Ich hätte abdrehen können über manche Dinge, wie dieser Mann mit so manchen alltäglichen Dingen umgegangen ist. War gar nicht meins und letztendlich war ich froh, als sich das ganze dann wieder erledigt hatte :lol:

    Ich sehe es trotzdem nicht als sinnlos an. Vielleicht ist es etwas gemein, aber dadurch, dass ich ein paar Monate ziemlich verschossen in ihn war, konnte ich mich etwas besser von meinem Ex-Partner abnabeln. Das war ja im Grunde genommen nie mein Wunsch, ich hatte ja schon im Co-Bereich darüber berichtet (bin jetzt nicht sicher, ob im offenen oder geschlossenen Bereich), dass ich eigentlich gern an dieser Beziehung festgehalten hätte. Aber mit meinem Schritt ins trockene Leben blieb mir nichts anderes übrig, als diese Beziehung hinter mir zu lassen, denn er trinkt nach wie vor und zwar mindestens genau so viel, wie ich damals. Also blieb nur die Möglichkeit, dass er entweder meinen Weg mit geht oder sich unsere Wege trennen....

    Hallo Mario,

    ich möchte Dir mal erzählen, wie ich den letzten Herbst/Winter empfunden habe: Völlig anders, als zu Saufzeiten!
    Ich merke gerade, wie bescheuert sich das anhört, da es ja logisch ist, dass es nüchtern anders ist, als ständig betrunken :D Aber ich meine dieses generelle Gefühl, was man sonst in dieser Jahreszeit eher mal hat. Das sentimentale Gefühl um die Weihnachtszeit und mit dem Jahreswechsel, es ist früher immer eher mit Traurigkeit verbunden gewesen. Letztes Jahr war es eher Optimismus und Zuversicht, dass jetzt endlich alles wieder schöner ist, durch die Abstinenz. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, zu Saufzeiten im kalten Herbst spazieren zu gehen, es sei denn, ich musste von irgendwo besoffen nach Hause und es war kein Fahrer mehr da :wink:

    Jetzt geht es mir gerade ganz anders als Dir, denn ich freue mich sogar auf die Kälte und dunkle Jahreszeit. Ich hab den langen Sommer genossen, ich liebe Sonne und Wärme, keine Frage. Aber die dunkle Jahreszeit hat nüchtern auch Vorteile. Betrunken ist der Sommer toll. Im Garten sitzen, Grillen, Wein trinken. Da verlagert sich im Winter alles nach drinnen. Im Wohnzimmer sitzen, essen, Wein trinken. Da gibt es nichts, was nach draußen zieht. Man geht ja selten betrunken spazieren, joggen oder walken. Jedenfalls nicht freiwillig, wie gesagt ;)

    Aber nüchtern, in einem Leben ohne Alkohol?? Da hat die dunkle Jahreszeit so viele schöne Seiten. Abends draußen durchs Dorf (oder meinetwegen auch durch die Stadt) schlendern, Weihnachtsbeleuchtung sehen. Spazieren gehen oder joggen bei FRISCHER, KLARER Luft... viel schöner, als im Sommer. Im Sommer fand ich das so blöd, dass ich es pauschal gelassen habe :D

    Und drinnen, wenn es draußen dunkel ist, kann man endlich wieder Kerzen anzünden, ohne Angst zu haben, dass man besoffen vergisst, sie rechtzeitig auszupusten, bevor man einpennt :roll:

    Weißt Du... und wenn ich Dich nun nicht überzeugt haben sollte und Du nicht voller Vorfreude auf den Winter in die Hände klatscht, dann mach Dir nichts draus: Wir haben schon fast Weihnachten. Dann noch ein kleines bisschen warten und dann steht im Februar auch schon wieder der Frühling quasi fast vor der Tür :mrgreen:

    Kurz möchte ich noch erwähnen, dass einige „Zurechtweisungen“ durchaus angebracht waren. Aber man hatte im Laufe der Zeit auch gemerkt, dass Du Dir zumindest Gedanken darüber gemacht- und dann für Dich selbst einen Weg gefunden hast. Jedenfalls klingt im Laufe des Threads alles irgendwie klarer und Deine Gedanken geordnet. Ich mag es jedenfalls, wenn jemand direkt austeilt, aber gleichzeitig auch nicht beleidigt ist, wenn andere Meinungen ebenfalls direkt „ins Haus flattern“ :D

    Hallo Rattenschwanz,

    ich bin eben im Co.Bereich über Deine Beiträge gestolpert und war mir nicht sicher, ob wenigstens Ich diese richtig verstanden/eingeordnet habe. Ich habe gehofft, dass dies der Fall ist und interessehalber mal kurz in Dein Tagebuch reinlesen wollen, um zu sehen, was für ein Typ Du bist. Sofort hatte ich meine Antwort :)

    Aus dem „kurz reinlesen“ wurde „das ganze Tagebuch lesen“ und ich muss sagen, dass mir Deine Art gefällt. Dich haben Zurechtweisungen nicht schockiert, Du gehst den für Dich richtigen Weg und das gelingt Dir ja nun schon eine ganze Weile. Du hast ja eine längere Schreibpause hingelegt... schön, dass Du nun wieder hier schreibst. Bleib doch einfach mal hier :D Würde mich freuen.

    Das mit dem Lokal kann ich mir vorstellen. Ich habe Ähnliches bei Schulfesten oder Kindergartenveranstaltungen erlebt. Vor einigen Jahren wurde Kaffee und Kuchen günstig verkauft. Inzwischen hat es sich eingebürgert, dass ein Großes Spenden-Sparschwein aufgestellt wird und die Leute Kaffee und Kuchen für den Betrag ihrer Wahl in Form einer Spende erwerben. Hat sich wohl mehr gelohnt.... :)

    Oder wäre es eine Möglichkeit, dass man hier weiterhin umsonst lesen kann im offenen Bereich, damit man überhaupt als stiller Mitleser aufmerksam wird und Interesse geweckt wird, aber sobald man sich beteiligen und anmelden möchte, einen Betrag zahlen muss? Der Betrag muss ja nicht so hoch sein, für den offenen Bereich, aber dennoch ist es irgendwie vielleicht möglich, da eine Lösung zu finden?

    Fakt ist ja nun einmal, dass neue Mitglieder wichtig sind, damit mehr Austausch stattfindet. Die Leute, die lang hier sind, haben nicht mehr so viele Fragen und Austausch findet über alltägliche Dinge statt. Was ich im übrigen auch schön und interessant finde :)

    Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, eine kürzere Zeit freizuschalten im geschlossenen Bereich? Ich persönlich finde den Betrag zwar nicht hoch, aber dann meldet man sich vielleicht eher an, wenn die Verpflichtung ein halbes Jahr beträgt und somit der Betrag noch übersichtlicher?

    Hallo Karsten,

    naja, eröffnet wurde das Thema indirekt aber schon durch Dich und zwar dadurch, dass Vorwürfe oder Spitzen in vielen Beiträgen zu lesen waren.

    So schlecht finde ich die Frage auch gar nicht, was denn nun konkret geschehen sollte.

    Nur lesen dürfen, wenn man sich auch schriftlich beteiligt? Schwebt Dir überhaupt konkret etwas vor?

    Hallo Mira,

    erst einmal finde ich es toll, dass Dein Mann es angeht und er eine Therapie macht. Ich würde ihm eine Chance geben. Es gibt genügend Menschen, für die man leider auf immer und ewig ein Säufer bleibt, der Wahrnehmungsstörungen hat, ob trocken oder nicht. Zum Glück denken nicht alle so, sondern wissen, dass es genügend Alkoholiker gibt, die es schaffen, ein trockenes Leben zu führen. Dass Dein Mann sich mit einem eventuellen Rückfall auseinander setzt, ist sogar sehr positiv. Wenn er es nicht tun würde, wäre die Gefahr viel größer, dass ihm ein Rückfall passiert. Es ist wichtig, die Gefahren zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Damit setzt sich Dein Mann auseinander und das ist auch gut so. Es KANN ein Rückfall passieren. Aber MUSS ja nicht sein. Ich würde mir auch nicht vorher Gedanken darüber machen, was wäre WENN und wie oft Du so etwas durchgehen lassen würdest. Das sind ungelegte Eier über die Du Dir da Gedankek machst. WENN es passieren sollte, kannst Du ganz nach der Situation und vor allem nach DEINEM Gefühl entscheiden, was Du tust.

    Ich kann verstehen, dass das Rückfall-Thema unangenehm auf Dich wirkt. Aber es ist wirklich absolut positiv, dass er das nicht verdrängt und sich mit den Gefahren auseinander setzt.

    Dass Du alles allein stemmen musst, ist sicherlich ein anderes Thema. Da würde ich unabhängig von der Alkoholsituation mehr Hilfe erbitten. Dass er zur Zeit sehr mit sich beschäftigt ist, finde ich gut. Aber allein gelassen solltest Du Dich dabei nicht fühlen.

    Jedenfalls freut es mich, dass Dein Mann es konsequent angegangen ist und die Beziehung offensichtlich gern erhalten möchte. Warte einfach die Zeit ab. Dein Gefühl wird Dir schon sagen, wohin der Weg Dich führt.

    LG Cadda

    „Aussitzen“ um im Zuhause zu bleiben, ist in der Tat nicht der richtige Weg. Weißt Du, ich bin aus einem eigenen Haus ausgezogen mit meinen Kindern und lebe inzwischen in einer kleinen, gemütlichen Wohnung mit meinen Jungs. Ich hätte es bei meinem Auszug nicht für möglich gehalten, aber ich habe mich niemals so Zuhause gefühlt, wie jetzt. Nur, wenn man sich wirklich wohl fühlt, ist man Zuhause.

    Hallo Emmaleah,

    der Punkt zum Handeln ist nicht erreicht. Dann nimmt man nämlich auch Veränderungen gern in Kauf, auch wenn man etwas Angst davor hat.

    Ich denke, so lange Du noch nicht erkannt hast, dass Dein Mann nie wieder kontrolliert trinken können wird, wirst Du auch noch sehr, sehr lange weiter hoffen.

    Wenn Du Deine persönliche Schmerzgrenze noch nicht erreicht hast, ist das eine Sache. Aber ich hoffe, dass sie bald erreicht ist, denn Deine Kinder haben die Grenze bestimmt schon erreicht :(

    Du wirst Dich sicherlich freier fühlen, wenn Du gehst. Aber momentan geht es Dir glaub ich nur darum, Dir das Leid von der Seele zu schreiben. Ändern wird sich Dein Zustand und der Zustand der Kinder nur leider dadurch nicht.

    Ich hoffe für Euch, dass Du bald soweit bist, zu erkennen, dass weniger trinken nicht funktioniert.

    Und mal ehrlich, selbst WENN: Wer sich betrunken so widerlich verhält, wie Dein Mann, der kann nüchtern wohl auch nicht gerade der Knaller sein.

    Du bist mit Deinen Kindern mit Sicherheit allein besser dran. Ich wünsche Dir, dass Du das schaffst. Und den Kindern wünsche ich das!!!

    Hallo Mullemaus,
    ich denke, das ist ganz normal. Eben weil etwas näher rückt, was einem bevor steht. Man kann das Thema schwer loslassen und hat irgendwie keinen richtigen Abschluss. Das Wort hört sich in dem Zusammenhang doof an, denn nur weil jemand beerdigt ist, verschwindet er ja nicht aus den Gedanken. Aber dieser Schwebezustand ist nicht schön. Man ist einfach froh, wenn man eine Beerdigung hinter sich hat. Dann kann man ein bisschen mehr selbst bestimmen, wann und wie man sich mit den Gedanken auseinander setzt.

    Hallo Kossi,

    es gibt viele Gründe.

    Ich selbst habe gelitten. Es ging mir körperlich und vor allem seelisch grauenvoll durch das Saufen. Meine Kinder haben gelitten. Sie haben es gehasst, wenn ich betrunken war. Meine restliche Familie und meine Freunde haben gelitten. Sie haben sich große Sorgen gemacht. Mein Arbeitgeber hat es nicht direkt gemerkt, aber ich war auf der Arbeit oft dermaßen im Eimer. Leistung sieht anders aus.

    Ich habe im Suff grundsätzlich Kontrollverlust gehabt. Diese Peinlichkeiten haben mir endlos zugesetzt. Ich hab mich echt gequält und es ist mir immer wieder passiert.

    Ich wusste, ich will aufhören. Wusste nur noch nicht wann. Den Zeitpunkt hat letztendlich mein Ex-Mann bestimmt, indem er mich zum wiederholten Male angesprochen und mir Sachen an den Kopf geworfen hat. Beim letzten Mal war ich eh kurz vor dem Schritt des Aufhörens. Dazu kam, dass er mir diesmal wirklich schonungslos die bittere Wahrheit gesagt hat. Laut, direkt und verletzend mit dem Hinweis, dass die Kinder sonst besser bei ihm aufgehoben sind.

    Diese Androhung war nicht unbedingt das, was mich bewegt hat, sofort aufzuhören. Ich bin ziemlich sicher, dass er das -zumindest zu dem Zeitpunkt- nicht in Angriff genommen hätte. Aber die Dinge, die er mir sagte. Dass ich so eine tolle Frau und Mutter bin, die alles im Griff hat, aber wehe wenn ich besoffen bin. Dass dann davon nichts übrig ist. Dass ich dann widerlich bin. Absolut peinlich und was ich den Kindern Schlimmes damit antue. Dass er es als Kind gehasst hat, wenn sein Vater gesoffen hatte (war ebenfalls alkoholkrank, inzwischen über 20 Jahre trocken) und dass es unseren Kindern jetzt auch so geht und ich sie fertig mache mit meinem Gesaufe.
    Noch viele andere Dinge. Das volle Programm. Ich stand vor ihm und habe geweint.

    Am nächsten Morgen habe ich eine lange Nachricht über whats app verfasst, weil ich nicht jeden anrufen wollte:

    Dass ich schon lange den Entschluss gefasst habe, aufzuhören und es jetzt endlich soweit ist. Dass ich zum Arzt gehen werde und den Schritt jetzt gehe und mich entschieden habe, nie wieder im Leben Alkohol zu trinken. Verschickt habe ich sie an meine liebsten Menschen. Meinen Ex-Mann, meiner besten Freundin, meiner Schwester, meinem Vater und meinem damaligen Partner (auch Alkoholiker, säuft leider immer noch).

    Alle haben mich sofort ernst genommen und mir geglaubt. Alle waren absolut erleichtert.

    Mein Ex-Mann antwortete:
    „Das ist der einzige und richtige Weg.“....

    Du hast Recht, es ist hier recht ruhig zur Zeit. Im geschlossenen Bereich ist etwas mehr Bewegung.

    Mir hilft dieses Forum sehr und gerade am Anfang hat es mir geholfen, einige Beiträge zu verinnerlichen. Ich hab hier vieles mitgenommen, auch aus älteren Tagebüchern.

    Hallo Feldmaus,

    ich habe da keine eigenen Erfahrungen und kenne mich in dem Bereich nicht aus. Allein vom Bauchgefühl denke ich, dass es manchmal einfach notwendig ist, um wieder „in die richtige Spur“ zu kommen.

    Aber sag einmal, wie geht es Dir sonst so? Wie lief es so in den letzten Tagen?