Guten Morgen zusammen 
Erst einmal vorweg: Vielen Dank, Feldmaus, für Deinen Eintrag. Ich ärgere mich gerade, dass ich darauf gar nicht direkt reagiert habe.
Mir geht es sehr gut. Es läuft im Moment ein bisschen besser, was meine schnelle Wut angeht. Ich habe tatsächlich auch schon mal über eine Erziehungsberatung nachgedacht. Wobei ich vor ein paar Jährchen schon einmal dort war und auch in meiner ambulanten Therapie geht es nicht nur um das Thema Alkohol, sondern auch alles drum herum, also auch das. Im Grunde genommen stelle ich immer wieder fest, dass ich in der Theorie eigentlich weiß, wie ich reagieren SOLLTE und so, wie ich es handhaben MÖCHTE, wird mir bestätigt, dass es richtig ist. Es hapert lediglich an der Umsetzung, wenn ich völlig genervt bin. Ich kann einfach schlecht mit solchen Situationen umgehen, wo sich meine beiden z. B. wegen jeder Kleinigkeit streiten oder der Große auf die normalsten Ansagen völlig genervt und somit respektlos reagiert. Ich weiß, dass das zum Teil normal ist und kann mich trotzdem schwer beherrschen. Ich möchte ja auch gar nicht immer nur die Ruhe in Person sein, das wäre nicht ich. Es ist nun einmal so, dass ich temperamentvoll bin und meine Meinung sofort raushaue, wenn mir was nicht gefällt. So kennen sie mich und das ist auch ok. Aber es gibt so Momente, da werde ich innerlich so aggressiv, dass ich wirklich alles auseinander nehmen könnte. Naja, wie gesagt. Ich arbeite daran. Meine Therapeutin meinte auch, das geht eben nicht von heute auf morgen. Ich habe das Verständnis, wie es laufen sollte und kann die Umsetzung nicht von heute auf morgen von mir selbst erwarten.
Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, ich bin total froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Es ist zwar zeitintensiver und es ist mehr Verantwortung, als vorher, aber das ist ok so. Es gelingt mir ganz gut. Ansonsten genieße ich momentan in vollen Zügen da Alleinsein. Also nicht direkt allein, ich hab ja meine Kinder, meine Familie und Freunde, aber speziell das Single-Leben 
Ich hatte mich ja nach meiner gescheiterten, langjährigen Beziehung mit dem Schritt ins trockene Leben nach und nach gelöst und wollte dann erstmal meine Ruhe, aber ich hatte mich dann für ein halbes Jahr mit jemanden getroffen und wir waren auch die Zeit über zusammen, aber das ist mir alles zu anstrengend gewesen, wenn ich ehrlich bin. Es hat mir irgendwie noch mehr Stress bereitet, obwohl ich ja ohnehin so schnell auf 180 bin. Ich möchte hier jetzt nicht näher drauf eingehen, das möchte ich dann doch lieber im geschlossenen Bereich, aber kurz gesagt: Ich hätte abdrehen können über manche Dinge, wie dieser Mann mit so manchen alltäglichen Dingen umgegangen ist. War gar nicht meins und letztendlich war ich froh, als sich das ganze dann wieder erledigt hatte 
Ich sehe es trotzdem nicht als sinnlos an. Vielleicht ist es etwas gemein, aber dadurch, dass ich ein paar Monate ziemlich verschossen in ihn war, konnte ich mich etwas besser von meinem Ex-Partner abnabeln. Das war ja im Grunde genommen nie mein Wunsch, ich hatte ja schon im Co-Bereich darüber berichtet (bin jetzt nicht sicher, ob im offenen oder geschlossenen Bereich), dass ich eigentlich gern an dieser Beziehung festgehalten hätte. Aber mit meinem Schritt ins trockene Leben blieb mir nichts anderes übrig, als diese Beziehung hinter mir zu lassen, denn er trinkt nach wie vor und zwar mindestens genau so viel, wie ich damals. Also blieb nur die Möglichkeit, dass er entweder meinen Weg mit geht oder sich unsere Wege trennen....