Beiträge von Cadda

    Was ist das Schwierigste am Elterndasein ?

    Entscheidungen im Sinne des Kindes zu fällen, die es aber in diesem Moment in keinster Weise -entwicklungsbedingt- nachvollziehen kann.

    Den Gegenwind auszuhalten, ist mMn nach das Fordernste.

    Das ist unfassbar gut beschrieben, Mercedes!

    Das bezieht sich nicht nur auf Dich, Lotta.

    Das sollten ganz viele, die das hier lesen, verinnerlichen, denn es ist so wahr!

    Hätte ich meine Kinder damals mit einbeziehen können in die Entscheidung, hätte ich mich nicht trennen können.

    So oft habe ich jedoch hinterher die Bestätigung von ihnen bekommen, dass es genau richtig war.

    Nicht, um mich zu beruhigen, sondern sie haben mir das unaufgefordert mit Aufzählung von Beispielen selbst gesagt.

    Es ist ja auch nicht so, dass Kinder ab Trennung nur noch rückblickend die Seiten der Mutter und des Vaters erleben.

    Die Kinder werden auch mit getrennten Elternteilen beide Parteien erleben und mit der Zeit immer mehr verstehen.

    LG Cadda

    Lotta, ich bin eigentlich kein Fan davon, Dinge zu zitieren, die ewig her sind. Doch ich hatte irgendwie noch in Erinnerung, dass Du bereits im letzten Jahr recht gut motiviert warst, einen anderen Weg einzuschlagen. Deshalb hab ich mal ein paar Seiten zurück geklickt.

    Ich meine es nicht böse, möchte Dir das aber einfach mal hier lassen:

    Ich möchte keinen Partner an meiner Seite der permanent Alkohol trinkt und schon gar nicht möchte ich dass meine Tochter weiter so aufwächst.

    Aber spätestens nach den Feiertagen im neuen Jahr muss ich einen Weg raus finden.

    Ich werde verarscht bis zum geht nicht mehr.

    Ich weiß halt nicht wieviel Wahrheit ein 7 jähriges Kind schon vertragen kann.

    Aber ich merke auch dass sie irgendetwas spürt.

    Sie hinterfragt in letzter Zeit häufig Dinge.

    Das ist nun ein Dreivierteljahr her. Du wolltest nicht, dass Deine Tochter so aufwächst. Zu Recht.

    Wer im ersten Moment bei wem den Schuldigen sucht, spielt keine Rolle. Das klärt sich alles über die Zeit.

    Deine Tochter wird nicht die Erste und nicht die Letzte sein, bei der sich die Eltern trennen und eine Trennung ist langfristig gesehen besser, als so eine Elternbeziehung vorzuleben, wo der Papa trinkt und Deine Tochter bereits damals schon etwas gespürt hat.

    Und weißt Du was? Selbst wenn Dein Mann nicht trinken würde, könnte niemand von Dir verlangen, mit jemandem zusammen zu leben, wo nicht mal mehr Zärtlichkeiten stattfinden, weil die Beziehung kaputt ist.

    Du hast auch ein Recht darauf glücklich zu sein. Und Scheidungskinder können auch glücklich sein, obwohl sie ihren Papa lieb haben.

    Meine Söhne haben ihren Vater übrigens auch lieb. Sie weinten damals und es zerriss mir fast das Herz, als ich mich trennte (er war kein Alkoholiker).

    Ich war der Arsch der Nation (sorry für die Worte) für Diejenigen, die nicht wussten, was genau das Problem in der Beziehung war.

    Nun sind meine Jungs groß. Sie haben ihren Vater lieb (ich inzwischen auch schon lange wieder, jedenfalls meistens :lol: ) und es ist nicht lange her, als sie mir zuletzt sagten „Ein Glück habt ihr nicht zusammen gewohnt, das wäre ja krass anstrengend gewesen für uns“ :S

    Auch mal ein Gedankenansatz: Eltern sein geht auch ohne Zusammenleben.

    Du trennst Dich ja „nur“ als Beziehungspaar. Als Eltern kann man auch freundschaftlich zusammen sein, nachdem alle wieder zur Ruhe gekommen sind…

    LG Cadda

    Hallo Marli,

    Es ist kein Fortschritt für einen Alkoholiker weniger zu trinken. Aber das sieht er nicht ein und somit kannst Du reden und erklären so viel Du willst, es wird an ihm abprallen. Das ist Energie, die in der Luft verpufft. Spare sie Dir.

    Eine Deiner beiden Möglichkeiten ist nur auf den ersten Blick unattraktiv. Denn lass Dir eines sagen: Wenn der Liebeskummer vorüber ist (und das wird irgendwann passieren, auch wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst), dann wirst Du Dich frei fühlen. Kein Beobachten mehr, kein Kontrollieren mehr, die Traurigkeit wird weniger, kein Spießrutenlauf mehr (ich wollte immer alles richtig machen, um keinen Anlass zum saufen zu geben und um eine Chance zu haben, dass er mir den Gefallen tut mal nichts zu trinken). Das alles fällt weg und das ist verdammt erleichternd und insofern eine doch sehr attraktive Möglichkeit/Aussicht :)

    Hallo Nuri,

    ich schließe mich Morgenrot komplett an.

    Er will Dir die Verantwortung aufdrücken. Nach dem Motto „Ich armer Mann hab so eine unzufriedene und wenig liebevolle Frau. Kein Wunder, dass ich trinke….“.

    Vergiss es. Anders herum wird ein Schuh draus! Wer ist denn zufrieden mit Mann, der täglich trinkt?!

    Du übertreibst nicht.

    LG Cadda

    Hallo Hope,

    das ist nicht nur bei Dir so. Alkoholiker können grundsätzlich nicht kontrolliert trinken, sonst wären sie keine Alkoholiker.

    Dann hab ich Dich im Beitrag davor -zum Glück- falsch verstanden und Dir ist bewusst, dass es nur die Abstinenz als Lösung gibt. Sehr gut.

    Und machen wir uns nichts vor, das ist auch so. Das ist in der Tat ein „Preis“, den man „zahlt“. <- mir fällt da leider kein Satz ein um das irgendwie positiv zu benennen.

    Und da ist schon eine gewissen Wehmut hinter zumal ich merke hier, dass mein sozialer Kreis enger wird. Eng im Sinn von weniger

    Das empfinde ich glücklicherweise anders. Ich bin nicht wehmütig, ich bin einfach froh, nicht mehr saufen zu müssen und am nächsten Tag mit einem klaren Kopf aufzuwachen.

    Ich möchte auch nicht mehr in die sozialen Saufkreise gehören. Mein Freundeskreis bzw. Bekanntenkreis ist ganz extrem geschrumpft und ich empfinde das sogar als befreiend. Nette Leute, aber teilweise hat uns nur das Saufen verbunden.

    Wenn ich nun mal auf eine Feier gehe, wie der Hochzeit meiner Freundin, dann bin ich dort, weil mich mehr mit den Menschen verbindet, als das Saufen. Da geht es dann auch nicht vorrangig um das Feiern.

    Vielleicht denkst Du da mit der Zeit auch um und empfindest das auch positiv, nicht mehr mittrinken zu WOLLEN. Ja, denn es ist nicht so, dass ich nicht mehr trinken darf. Ich will es nicht mehr und deshalb bin ich auch nicht wehmütig.

    Wehmütig bin ich nur, wenn ich daran denke, dass ich so viel durchs Saufen an schönen Dingen verpasst habe.

    Bei solchen Gedanken würde ich lieber noch nicht auf solche Feiern gehen.

    LG Cadda

    Hallo Seeblick,

    ich finde Deinen Bericht sehr hilfreich!!

    Das ganze Drum Herum macht definitiv etwas mit dem Unterbewusstsein.

    Ich bin nun knapp 6 Jahre trocken. Wenn ich mich mal entscheide an einer Feier teilzunehmen geht es mir gut damit, ABER:

    Wenn ich am nächsten Morgen wach werde, wie neulich nach der Hochzeit meiner Freundin, habe ich manchmal ein leichtes Katergefühl.

    Was ja eigentlich Quatsch ist. Ich habe Selter getrunken, ich rauche nicht und es wurde auch grundsätzlich nicht drinnen geraucht. Allzu spät im Bett war ich auch nicht. Und trotzdem!!! Das Unterbewusstsein muss was mitschneiden, ich habe mir das kotterige Gefühl am nächsten Tag nicht eingebildet und es war auch kein Zufall, das habe ich in den Jahren ab und an mal erlebt.

    Selten, weil es eben ganz ausgewählte Abende sind, aber definitiv besteht ein Zusammenhang.

    LG Cadda

    Nein, natürlich hat sich nichts geändert, aber ich bin immer noch dabei diese Krankheit etwas kennenzulernen.

    Du musst diese Krankheit nicht kennenlernen. Es ändert nichts an Deiner Situation wenn Du sie verstehst.

    Du solltest Dich mit Deiner Co-Abhängigkeit auseinandersetzen und diese kennenlernen. Das kann etwas an DEINER Situation ändern.

    LG Cadda

    Aber ich denke nach fast 3 Jahren kann mir niemand vorwerfen ich hätte gleich aufgegeben satt zu versuchen das hinzukriegen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mir im Nachhinein vorgeworfen habe, umsonst zu viel Zeit verplempert zu haben, in der ich unglücklich war, denn die gibt einem niemand wieder zurück.

    Dadurch hab ich etwas Distanz gewonnen und kann anders damit umgehen, als es noch der Fall war bevor ich hier Hilfe gefunden habe.

    Ich wünsche Dir, dass Du dadurch wirklich ins Handeln kommst.

    LG Cadda

    Guten Morgen Steffi,

    Es war auf jeden Fall gut das ganze hier los zu werden und heute sehe ich die Situation auch wieder in einem anderen Licht.

    ich hoffe nicht, dass Du die Situation heute in einem anderen Licht siehst, denn Deine Gedanken waren goldrichtig! Du musst kein schlechtes Gewissen haben, dass Du beschlossen hast, auf Abstand zu gehen. Es ist richtig, sich zu schützen.

    LG Cadda

    Der einzige Leberwert, der hinsichtlich chronischem Alkoholabusus aussagekräftig ist, ist der cdt-Wert.

    Danach könntest du gucken.

    Aber was würde es an der Situation ändern, wenn der Wert gut ist?

    Dann ist er kein Alkoholiker lt. Blutwerten, Liesel Du könntest Dich dann hier wieder abmelden und Dein Leben genießen, weil die Welt wieder in Ordnung ist??

    Es tut mir leid, aber ich schnalle das Thema rund um die Werte genau mit folgendem „Verständniswert“, nämlich 0,00