Beiträge von Cadda

    Guten Morgen E.M.,

    ich konnte mich noch an Dich erinnern, als ich Deinen aktuellen Beitrag gelesen habe, weil ich in Erinnerung hatte, dass das Verhalten Deines Partners wirklich ziemlich krass war und Du es aber offensichtlich gar nicht so schlimm empfunden hast, wie die Userinnen, die Dir geantwortet haben.

    Ich habe mir nochmal alles durchgelesen und empfinde Deine Situation immer noch als schlimm, inzwischen ja offensichtlich auch für Dich schlimm genug, um selbst zum Alkohol zu greifen, vermutlich um das Elend zu ertragen.

    Das geht so nicht und das weißt Du. Deine Kinder haben es doch eh schon schwer genug und nun läufst Du Gefahr, auf die selbe Schiene zu geraten.

    Gut, dass Du Dich hier nochmal meldest, weil es ja scheinbar so weit ist, dass Du merkst, dass es so nicht weitergehen kann.

    Du schreibst, dass Du gern in normalen Maßen trinken würdest. Ist das denn überhaupt noch möglich oder hast Du für Dich auch bereits eine Grenze überschritten? Wenn diese nämlich erst einmal überschritten ist, dann gibt es kein Zurück mehr.

    Darf ich Dich fragen, ob Du Dich selbst bereits als Alkoholikerin siehst?

    Was Deinen Mann angeht: Wie kannst Du nun endlich etwas an der Situation verändern? Könntest Du denn tatsächlich dem Zusammenleben mit Deinem Mann entfliehen, um Dir selbst und vor auch Deinen Kindern diesen Kummer zu ersparen?

    LG Cadda

    Die Suchtberatung ist eine super Begleitung, allerdings auch nicht für die Entgiftung geeignet, da sie keine Ärzte sind und Deine Werte auch nicht kennen.

    Wenn sie und ich die aktuellen Werte kennen würden, könnte man darüber reden.

    Wann sollen die vorliegen? Gehst Du zum weiterten Besprechen des Vorgehens, um mit dem Trinken aufhören zu können hin?

    Denn das ist ja Schritt Nr. 1: Nüchtern sein.

    Der Rest (Suchtberatung, Therapie usw.) folgt -wenn gewünscht- ja erst danach.

    obwohl sie sich ja nicht wirklich in der Beratungspflicht gesehen hat, hat sie mir doch allen Ernstes einen kalten Entzug als Möglichkeit genannt, gegen die unangenehmen Nebenwirkungen gäbe es Tabletten ...kein Wort von Gefahr oder Überwachungsbedarf ...

    Wenn sie Dir begleitend Medikamente vorgeschlagen hat, wäre das ja kein kalter Entzug. Wie hast Du auf den Vorschlag reagiert?

    Fakt ist: Es muss eine Lösung her, die nichts mit „nochmal vor sich herschieben“ zu tun haben darf.

    Wo könntest Du morgen hingehen, um mit dem Entzug zu starten?

    Wenn Deine Hausärztin es so einschätzt, dass Du den Entzug aufgrund Deiner Werte ambulant (evtl. mit Medikamenten) machen kannst, ist das ja eine Option!

    Das war bei mir im übrigen auch so.

    Stop Schattenblume, Du musst nicht in ein Loch fallen!! Es geht hier nicht um die Reaktion Deiner fragwürdigen Hausärztin, sondern um DICH und DEINE Handlung!!! Du hast alles richtig gemacht! Du hast mit offenen Karten gespielt, Du hast einen Schritt nach vorne gemacht und das ist großartig und etwas, worauf Du stolz sein kannst!

    Liebe Franziska, das tut mir unfassbar leid, was für eine Tragödie.

    Umso stärker, dass Du Dich nun aufraffst und für Dich ein besseres, nüchternes Leben möchtest!

    Es gibt so vieles, wofür es sich lohnt. Von Dir aufgezählt, Kinder und Enkelkinder.

    Und nicht zu vergessen, für Dich selbst.

    Dass Du in Deinem Elternhaus bleiben möchtest, verstehe ich absolut!

    Das Haus hat sicher mehr Erinnerungen zu bieten, als diesen schrecklichen Vorfall.

    Meine Mutter und mein Vater sind beide viel zu früh im Wohnzimmer meines Elternhauses exakt an der selben Stelle plötzlich und unerwartet verstorben.

    Trotzdem ist meine Schwester in unser Elternhaus gezogen und wir fühlen uns dort wohl, weil es so viele schöne Erinnerungen gibt, unsere ganze Kindheit und glückliche Momente haben wir dort verbracht.

    Das Alles verschwindet nicht durch die zwei traurigen Schicksale.

    Ich finde es gut, dass Du da ähnlich zu denken scheinst.

    Umgestalten, Veränderungen… ein neuer Anfang im alten Zuhause, das ist möglich.

    Ich wünsche Dir hierfür alles Gute!

    LG Cadda

    Hallo Franzi,

    Herzlich Willkommen hier bei uns.

    Du hast im ersten Beitrag geschrieben, dass Du noch viel vor hast. Schwebt Dir da etwas Konkretes vor?

    Vielleicht etwas, dass Du jetzt, wo Du nüchtern bist, in Angriff nehmen könntest?

    Wie gestaltest Du denn Deinen Alltag?

    Fällt es Dir schwer, nichts zu trinken?

    Klasse jedenfalls, dass Du es angehst!

    LG Cadda

    Nee. Das geht nicht. Wenn Alkoholiker kontrolliert trinken könnten, wären sie keine Alkoholiker, denn dann würden sie den Konsum ja noch unter Kontrolle haben.

    Ist erstmal eine Grenze überschritten, gibt es kein Zurück mehr.

    Hallo Lotta.

    habe aber tatsächlich immer noch nicht die Hoffnung zu 100%aufgegeben, dass er es doch irgendwann begreift dass er was ändern muss.

    Der springende Punkt ist:

    Er muss überhaupt nichts ändern. Er darf Alkoholiker sein und trinken.

    Lange Zeit, bevor ich aufhörte zu trinken, wusste ich bereits, dass ich Alkoholikerin bin. Eine Zeit lang dachte Ich mir „Ja, dann ist das halt so… gibt genügend Menschen mit Süchten“.

    Ja, ich war irgendwann am Boden zerstört und hörte auf.

    Doch ich kenne etliche Menschen, die sich mit ihrer Alkoholsucht arrangiert haben.

    Es gibt nicht nur Alkoholiker, die aufhören wollen und es bloß nicht schaffen.

    Es gibt sehr viele Alkoholiker, die gar nicht aufhören wollen, weil sie gern trinken und keine Veranlassung sehen, das zu ändern.

    Dass sie lügen und abstreiten liegt wohl daran, dass sie es vor Anderen nicht zugeben wollen, weil es ihnen peinlich ist oder weil sie ihre Co. nicht verlieren wollen oder weil sie schlicht und ergreifend ihre Ruhe- und keine Diskussionen nach dem Motto „Du musst aufhören zu trinken“ wollen.

    Denn wie ich meinen Text bereits begann:

    Er braucht nicht erkennen, dass er aufhören muss (er wird eh wissen, dass er süchtig ist, sonst würde er nichts verstecken), denn das muss er nicht.

    Hier sind etliche Alkoholiker gelandet, denen ein Arzt/Therapeut oder sonst wer mal gesagt hat, es wäre „gar nicht so extrem, nicht ungewöhnlich, nur eine Phase“ usw.

    wobei die Therapeutin ja auch eine fachliche Einschätzung haben wird

    Daher:

    Nee. Kann sie nicht einschätzen, auch wenn sie es versucht. Sie ist Therapeutin und keine Hellseherin ;)

    Deshalb nochmal: Nur DU selbst kannst das einschätzen.

    LG Cadda

    Guten Morgen.

    ich bin auch selbst letztens die entsprechenden ICD10 Kriterien durchgegangen und so gesehen besteht kein Zweifel. Ich selbst weiß es ja auch im innern, das ich Alkoholabhängig bin. Ich

    Sich das hier, vor allem Dir selbst gegenüber einzugestehen, ist doch schon mal ein wichtiger Schritt!!

    Das Wichtigste ist DEINE Erkenntnis. Wie Du dann letztendlich damit umgehst, auch Anderen gegenüber, ist Deine Entscheidung.

    Doch hier im Forum ist es eben wichtig, dass Du zumindest für Dich sicher bist und das hast Du ja nun zum Ausdruck gebracht.

    Ich kann Dir nur raten, nicht zu versuchen, Andere (Therapeut, Partnerin) etwas herausfinden zu lassen. Ob oder wie schlimm sie es sehen. Das interessiert NULL. Dein Wissen und Deine Erkenntnis zählt!

    LG Cadda

    Hallo Berta,

    umso wichtiger, nüchtern zu bleiben. Damit nicht noch mehr schlimme Dinge durch Deine Alkoholkrankheit ausgelöst werden.

    Du kannst die Vergangenheit nicht mehr beeinflussen, aber die Zukunft schon.

    Und wer weiß wie sich alles entwickelt und ob Du dann nicht vielleicht doch irgendwann wenn Du länger trocken bist, eine Chance auf Kontakt bekommst.

    Doch selbst wenn nicht: Du kannst Dein Leben so oder so nur nüchtern besser gestalten.

    LG Cadda

    aber mit der Zeit merken die Leute von selbst, wer spinnt.

    Das ist auch noch ein guter Punkt, den ich in meinem Beitrag nicht erwähnt habe.

    In meinem Bekanntenkreis wurde mir dann auch erzählt, was er über mich gesagt hat und es wurde oft dazu gesagt "Naja, wir wissen ja, dass der völlig durch ist mit der Schicht und er nur Mist erzählt".

    Also das geht an den Leuten ja auch nicht vorbei.

    Guten Morgen Coco,

    ich kenne so eine Situation. Du wirst hier nun vermutlich unterschiedliche Ratschläge bekommen. Die Einen werden sagen "Wehre Dich, zeige ihn an", die Anderen sagen "Lass es auf sich beruhen, sonst findest Du nie Ruhe".

    Ich gehöre tatsächlich, obwohl ich sonst ein Mensch bin, der sich nichts gefallen lässt, zu der zweiten Sorte. Jedenfalls habe ich es damals bei mir so gehandhabt.

    Mein Ex hat mich noch sehr lange Zeit über whatsapp beleidigt und gedroht, "Dinge über mich auszupacken". Er hat auch damals meinem Vater Texte geschrieben, meiner Schwester und auch meinen Freundinnen. Es war einfach nur peinlich und mega beschämend, denn natürlich hat er nicht nur Dinge berichtet, die stimmen.

    Da ich selbst getrunken habe, gab es jede Menge negativer Dinge über mich zu sagen, dabei blieb es aber nicht, sein Alkoholikerhirn hat die Geschichten teilweise komplett verdreht bzw. noch Sachen hinzugefügt, die absolut seiner Phantasie entsprungen sind.

    Problem dabei: Er hat sie selbst so geglaubt, deshalb konnte ich ihn auch nicht dazu bringen, bei der Wahrheit zu bleiben.

    Beispiel: Ich war mit meinen Kindern allein im Urlaub, ich habe ein Bild gesendet, bevor wir zu einem Abend mit Livemusik auf dem Campingplatz gegangen sind und anhand der Tatsache, dass ich eine neue Jeans getragen habe, hat er behauptet, ich würde ihn dort betrügen und ich wurde aufs Übelste beleidigt und er hat das dann in die Welt gesetzt. Er selbst hat das wirklich selbst geglaubt, das war deutlich zu merken und ich hatte an dem Abend auch nicht das Gefühl, dass er gerade besoffen ist. Was ich damit sagen will: Es wird sich die eigene "Wahrheit" gebastelt.

    Es hieß, ich hätte ihn Jahre lang nur finanziell ausgenutzt, ihn betrogen, nur wegen mir müsse er saufen und so weiter. Ach noch sämtliche Geschichten, bei denen ich jetzt nicht näher ins Detail gehen möchte, aber nur so viel: Ich fand es unangenehm für mich und er hat mir auch gedroht, meinem Arbeitgeber mal eine schöne e-mail zu schreiben, um über mich "auszupacken".

    Das war wirklich der Punkt, wo ich überlegt habe, ob ich gegen ihn vorgehen könne. Ich hatte ihn übrigens auf whatsapp schon lange gesperrt, auch die sms hatte ich gesperrt und per e-mail auch.

    Er war dann so kreativ, mir über paypal einen Geldbetrag zu senden und seinen Text in das Überweisungsfeld zu tippen.

    Ihm wäre zu Ohren gekommen, dass ich schlecht über ihn rede und dass er nun wie gesagt mal über mich auspacken würde.

    Tja, was soll ich sagen. Ich habe mich entschieden, ihn kurz zu entblockieren und ihm sinngemäß zu schreiben, dass ihnm da falsche Sachen zu Ohren gekommen sind und ich kein Interesse habe, ihn schlecht zu machen. Dass ich einfach nur meine Ruhe möchte und hoffe, dass es ihm auch so geht.

    Ähnlich, ich weiß es nicht mehr.

    Das hätte auch nach hinten losgehen können, das weiß ich. Also so, dass ich ihn wieder mehr an den Hacken habe. Es hat jedoch geklappt, die Situation ein wenig zu entschärfen und es ging keine e-mail an meinen Arbeitgeber oder sonst wen heraus.

    Logisch hab ich mich geärgert, dass ich mich nicht gewehrt habe, es hat schon an meinen Ego gekratzt, dass ich ihm trotz der ganzen Schei..... freundlich gegenüber getreten bin, aber letztendlich hat es mir noch viel, viel mehr Stress und Kummer erspart denke ich.

    Du kannst so einen Alkoholiker, der so tickt wie Dein Ex oder mein Ex (nicht alle sind ja so, das ist auch charakterabhängig) nicht zur Vernunft bringen, auch nicht mit einer einstweiligen Verfügung vom Anwalt (das wäre ja der Schritt).

    Jemand, der so realitätsfremd ist, der wird dann da nicht sitzen mit einem Schreiben vom Gericht und sich denken "Ok, nun lass ich sie mal lieber in Ruhe".

    Nee, der Zug ist abgefahren.

    Deshalb würde ich mir wie gesagt genau überlegen, ob Du dagegen vorgehst oder es lieber eine Weile aushältst, bis er auf andere Gedanken kommt und Du nicht mehr so eine Rolle in seinem Kopf spielst. Klar kann das dauern und manchmal hört es auch nie ganz auf (ich jedenfalls bekomme heute manchmal noch Nachrichten, allerdings keine bösen mehr), aber es rückt von Zeit zu Zeit mehr in den Hintergrund.

    Die Energie, die Du verschwendest, wird in der Luft verpuffen, so denke ich das.

    LG Cadda