Beiträge von Cadda

    Guten Morgen,

    ja, es führt ja letztendlich auch zu nichts, sich nun ein Leben lang immer wieder die Frage nach dem Warum zu stellen.

    Ich habe für mich allerdings die Gründe gefunden, die unter anderem dazu geführt haben, weshalb ich in die Sucht gerutscht bin. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich rückwirkend in die Opferrolle begebe. Ich war kein Opfer. Ich hatte es nicht leichter oder schwerer als Andere, die nicht süchtig wurden.

    Nur weil ich mir erklären kann, was begünstigt hat, dass ich gesoffen habe, bedeutet das nicht, dass ich das damit rechtfertigen will. Andere hatten es wesentlich schlechter als ich und haben nicht gesoffen, das ist mir bewusst.

    Wer heute noch denkt "kein Wunder, dass ich damals gesoffen habe", (sich also tatsächlich rückwirkend noch als Opfer sieht), der wird es verdammt schwer haben zukünftig.

    LG Cadda

    Ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt dorthin verschoben.

    Damit Du und wir Dich besser wieder finden, habe ich mal Deinen Usernamen vor den Betreff gesetzt.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Hexe,

    das was Du beschreibst, erleben viele Co-Abhängige. Eigentlich wissen sie, dass es Zeit ist zu gehen, aber sie schaffen den Absprung nicht. Ich kenne das auch, was Du beschreibst.

    Die Hoffnung schwingt ja auch oft mit, dass der Alkoholiker zum Aufhören bewegt werden kann, doch das geht leider nicht. Du kannst Deinem Mann nicht helfen, Du kannst nur Dir selbst helfen.

    Es ist gut, dass Du Dich hier angemeldet hast. Ähnliche Geschichten zu lesen wird Dir sicherlich helfen.

    Möchtest Du Dich mit anderen Betroffenen austauschen?

    Falls ja, fülle kurz den Bewerbungslink aus, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    LG Cadda

    Hoch motiviert hab ich mich wieder eingeloggt, allerdings diesmal über das Handy im Liegen sozusagen.

    Tja, das geht nicht, denn ich bin im Grunde genommen in den ersten 5 Minuten eingeschlafen und als ich wach wurde, war der Chat bereits wieder geschlossen.

    Sollte jemand mich also angesprochen- und keine Antwort erhalten haben: Das tut mir aufrichtig leid :S

    War das wirklich so? Oder hat die Sucht erstmal signalisiert, ein Opfer zu sein, und die Lösung Saufen angeboten? Es gab eine Zeit vor dem Saufen und eine Zeit nach dem Saufen. Warst du vorher auch schon Opfer? Fühlst du dich heute nach der gestoppten Sucht immer noch als Opfer?

    Nein, das war natürlich nicht so, dass ich ein Opfer war. Das wollte ich mit meinem Beitrag sagen. Die Sucht war es, die mich trinken ließ. Die vermeintlichen Gründe hierfür kamen mir nur gelegen, mein Saufen vor mir selbst (und anderen) zu rechtfertigen.

    Meine Zeit vor dem Saufen liegt lange zurück. Ich begann bereits in der Jugend mich von Wochenende zu Wochenende zu hangeln, um zu trinken. Damals konnte ich das Trinken noch mit "das ist in unserem Partyalter normal" begründen (auch vor mir selbst).

    Und nein, ich fühle mich nach der gestoppten Sucht nicht als Opfer. Auch nicht wirklich während des Saufens. Jedenfalls nicht grundsätzlich. Aber gewisse Dinge, die mir widerfahren sind (Trennung, Tod eines Familienmitgliedes, Krankheit eines Familienmitgliedes) habe ich für mich als Erklärung genommen, weshalb es mir gerade besonders schlecht geht (Opferrolle eingenommen) und es deshalb ja kein Wunder ist, dass ich den Drang habe, zu trinken.

    Jetzt, wo ich trocken bin, sind mir dieselben Dinge, die ich oben aufgeführt habe, auch im Laufe der Zeit wieder passiert. Zu keinem Zeitpunkt hab ich jedoch das Gefühl gehabt, dass es jetzt kein Wunder wäre, wenn ich den Drang hätte zu trinken. Das liegt daran, dass ich die Sucht gestoppt habe.

    Das Ergründen, warum und wieso ich zum Säufer wurde, beinhaltet immer wieder die Gefahr, es heute noch als Grund zu nehmen, rückfällig zu werden.

    Das finde ich nicht. Wenn ich Erklärungen für mich gefunden habe, welche wirklichen Gründe mich in die Sucht geführt haben (und damit meine ich nicht die vorgeschobenen Gründe, weshalb ich in dem Moment damals getrunken habe, wie z. B. Schicksalsschlag usw.), dann hab ich mich einfach nur mal selbst reflektiert und ich kann zukünftig vielleicht darauf achten, dass ich daran arbeite, nicht wieder in alte Muster zu fallen.

    Inzwischen beschäftige ich mich nicht mehr damit. Aber als ich trocken wurde und eine ambulante Therapie gemacht habe, da ging es schon zum Teil darum, wie es dazu kommen konnte, dass ich in die Abhängigkeit geriet.

    Dass ich jetzt über diese Dinge schreibe oder mir Gedanken darüber mache, empfinde ich nicht als "nasses Denken", wie hier oftmals geschrieben wird, sondern ich mache das in diesem Moment z. B. einfach nur, weil ich gerade im Forum schreibe und es gut finde, dass es im Alkoholikerbereich um solche Themen geht und da möchte ich mich einfach beteiligen und mal zum Besten geben, wie es bei mir damals war :)

    Da sehe ich nämlich auch einen großen Unterschied:

    Beschäftige ich mich mit dem Alkohol ständig im Alltag, weil ich nicht zufrieden bin und versuche, eine Zufriedenheit auf Krampf zu erreichen. Dann finde ich das auch gefährlich. Wenn ich Dinge austeste, um mir etwas zu beweisen und mich bewusst dem Thema Alkohol in allen möglichen Situationen stelle. Das ist sicherlich nicht gesund und ich denke, dann bin ich schon ziemlich nah an Rückfallgedanken.

    Wenn ich aber ab und zu, wenn der Zufall es will, über eine Sache stolpere, die ich dann hinterfrage, weil ich das Thema spannend finde, da ich ja auch durch meine eigenen Erfahrungen viele Gedanken dazu habe, dann finde ich das völlig gesund und auch "normal".

    LG Cadda

    für mich hinkt der Zusammenhang Opferrolle-Gründe-Saufen -Alkoholiker. Zumindest aus heutiger Sicht. Die Sucht ist der Grund, nicht die Umstände, die mich saufen ließen.

    Genau darum gehts ja im Grunde genommen auch. Zu Saufzeiten fühlte ich mich in der Opferrolle und fand immer Gründe zu saufen. So hab ich es auch bei anderen Alkoholikern gesehen und sehe es zum Teil noch immer.

    Im Nachhinein gesehen ist mir völlig bewusst, dass mich nicht die Gründe, sondern die Sucht an sich saufen ließ. Die vermeintlichen Gründe wurden als willkommene Erklärung benutzt.

    Jetzt wo ich trocken bin, wäre kein Ereignis für mich ein Grund, um zu saufen.

    Guten Morgen,

    Als ich abstinent war, meinte eine Freundin mal zu mir, sie hätte das Gefühl, dass ich trauriger wäre, wenn wir trinken und du nicht. Es wäre früher schon sehr lustig gewesen. Mein Gedanke dazu war, das ist Projektion. Da ist wohl eher sie traurig.

    Da ist auf jeden Fall was dran. Klar verändert sich ja auch die Situation, es ist schon etwas anderes, ob ich mit Freunden zusammen bin und alle trinken oder eben nicht. Alkohol enthemmt, gibt ein euphorisches Gefühl. Da kann es schon mal "lustiger" zugehen, als wenn die Freude einfach unbehandelt ans Tageslicht tritt. Sie ist dafür aber real und viel mehr wert, als wenn es nur lustig ist, weil gerade ein Sekt auf den lustigen Abend gekippt wurde.

    Dass sich dann die Situation auch für mein Gegenüber verändert, wenn ich plötzlich nicht mehr trinke, das ist klar. Ich kann verstehen, dass sie das bemerkt. Aber Du hast völlig Recht: Das ist dann letztendlich nicht Deins, sondern Ihrs. Gut, dass Du das so klar erkennst.

    LG Cadda

    Hallo Confuzius,

    ein gutes Thema!!

    Ich bin überzeugt, dass dieses Merkmal, Gründe zu suchen, ein Merkmal der Sucht ist. Ich denke, dass sogar optimistische Menschen, die sich sonst nicht so schnell in die Opferhaltung begeben, immer die Gedanken haben, also die Gründe, weshalb man nun gerade trinkt.

    Bei mir war es jedenfalls so, dass ich zumindest für mich oft solche Dinge dachte wie "kein Wunder, dass Du jetzt das Bedürfnis hast, zu trinken. Das ist ja anders auch nicht auszuhalten". Oder bei positiven Dingen eben der Gedanke "ja, jetzt hast Du Dir aber Wein verdient".

    Mir war irgendwann völlig klar, dass das alles für mich selbst vorgeschobene Gründe sind und mein Suchthirn mir das nur vorgaukelt. Deshalb hab ich das zum Schluss auch nicht mehr laut ausgesprochen.

    Seit dem ich nicht mehr trinke flüstert mir mein Suchthirn selbst bei traumatischen Dingen nicht mehr vor, dass es doch jetzt einen Grund gäbe, zu trinken. Absolut nicht. Das ist ein gutes Gefühl.

    LG Cadda

    Hallo Nici,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt in den Anghörigenbereich verschoben. Hier geht es nun für Dich weiter.

    Du hast keinen Fehler gemacht und musst Dich absolut nicht als Verräterin fühlen. Du musst nicht für ihn lügen, Dich verbiegen oder sonst was. Es ist das, was Du erlebst und wenn Du sein Trinkverhalten verheimlichst um ihn zu schützen, dann tust Du letztendlich nichts Gutes für Dich, anderen Leuten etwas vorzumachen.

    Es ist manchmal ja auch für einen selbst befreiend, diese "Lüge" los zu sein.

    Ich kann verstehen, dass Du Deinen Partner am liebsten zur Vernunft bringen möchtest. Leider funktioniert das nicht. Er muss selbst wollen. Manchmal ist es aber so, dass so ein Aufdecken der Sucht einen Stein ins Rollen bringen kann. Darauf solltest Du Dich natürlich nicht verlassen, aber auf alle Fälle musst Du deshalb kein schlechtes Gewissen haben.

    Ich denke, dass es richtig ist, dass Du hier bist. Der Austausch wird Dir sicherlich helfen, noch ein wenig klarer zu sehen.

    LG Cadda

    Hallo Tardis,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum. Deine Situation mit Deinem Mann tut mir leid. Leider ist es so, wie Kintsugi schreibt, Du kannst Deinem Mann nicht helfen, wenn er nicht von sich aus mit dem Trinken aufhören möchte. Das Einzige, was Du tun kannst, ist an Deiner Situation etwas zu verändern.

    Möchtest Du Dich hier gern austauschen? Die Geschichten der Anderen und der Austausch kann Dir sicherlich helfen. Du bist mit Deiner Geschichte jedenfalls nicht allein, es gibt hier sehr viele, die unter der Alkoholsucht ihres Partners leiden und die möchten, dass es ihnen besser geht.

    Ich sende Dir den Bewerbungslink. Falls Du Dich austauschen möchtest, kannst Du diesen kurz ausfüllen, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich habe den Begriff bewusst auch so gewählt, um zu verdeutlichen, wie ich ihn verstanden habe.

    Als Außenstehender entsteht bei solchen ungeschönten Wörtern natürlich oft das Gefühl, dass das ein wenig hart ist. Aber letztendlich ist glaube ich jedem von uns Alkoholikern bewusst, dass wir gesoffen haben und dementsprechend die unterschiedlichen Geschichten dazu, die sich nicht immer ähneln müssen, aber dennoch aufs gleiche hinaus geführt haben, der Sucht.

    Ich kann nur von mir persönlich sprechen, aber ich bin da nicht empfindlich, denn Ja, ich habe gesoffen. Trinken möchte ich das nicht nennen, das wäre für mich untertrieben.

    Zurück zum Thema: Ich wollte jedenfalls darauf hinaus, dass es bei manchen Vergangenheiten eben keinen Sinn macht, zu behaupten, man würde den Alkohol nicht mehr so gut vertragen. Ich hab ihn noch nie vertragen, da muss ich niemanden was vormachen von meinem nahen Umfeld. Wenn ich jedoch neue Leute kennenlerne, mit denen ich nicht vor habe, näher in Kontakt zu treten oder enger in Kontakt zu treten. Dann reicht mir auch ein "Ich trinke keinen Alkohol" aus, auch ohne Begründung.

    Meine Familie, Kolleginnen und Freunde wissen es. Das reicht mir völlig aus.

    Sollte sich jedoch mit jemand Neuem in meinem Bekanntenkreis das Thema ergeben, dann rede ich ebenfalls offen. Aber nur dann, denn ansonsten hab ich gar keine Lust das ständig zu thematisieren.

    LG Cadda

    Naja, die Saufgeschichten unterscheiden sich ja tatsächlich.

    Bei meiner wäre es ähnlich, wie bei Hartmut. Meine Leute hätten sofort gewusst, weshalb ich nicht mehr trinke.

    Doch ich kenne tatsächlich auch Jemanden, der nicht mehr trinkt und bei bei ihm würde ich jetzt nicht vermuten, dass er abhängig getrunken hat.

    Falls ich mich irre und er doch abhängig war, ist seine Saufgeschichte dahingehend offensichtlich nicht mit meiner zu vergleichen.

    Ich habe den Begriff und Zusammenhang aus dem Blickwinkel aufgefasst.

    LG Cadda

    Fischerin, Du hattest ja vorhin einen weiteren Text unter dem Namen „Erkenntnis Alkoholikerin zu sein“ (oder ähnlich) eröffnet. Der Titel ist durch das Zusammenfügen nicht mehr sichtbar.

    Soll ich die Überschrift „Vorstellung Fischerin“ in „Fischerin - Erkenntnis Alkoholikerin zu sein“ ändern oder möchtest Du es bei dieser Überschrift lassen?