Beiträge von Cadda

    Auch wenn ich es schon geahnt hatte, hat mich die Nachricht heute sehr betroffen gemacht. Ich mochte Sunshine und mit ihren Beiträgen sprach sie mir sehr oft aus der Seele. Ja, ich hätte es manchmal milder formuliert, aber wir Menschen sind unterschiedlich. Ihr war es wichtig, ungeschönt und direkt zu sein und letztendlich hat sie damit hier sehr, sehr vielen Menschen geholfen und zwar auch mir!!!

    Sie wird mir hier sehr fehlen...

    Cadda

    Ein liebes Hallo zurück Struppi :)

    da hast Du aber wirklich ein riesiges Päckchen zu tragen. Es ist immer schlimm, wenn ein Angehöriger trinkt und selbst wenn es "nur" der Partner ist. Da zu sagen "Nimm Abstand, das tut Dir nicht gut", das ist schon eine Hausnummer. Aber beim eigenen Sohn... Ganz schwer, wirklich.

    Das Problem ist wirklich, dass Du ihm nicht helfen kannst, egal wie sehr Du Dich dazu hergibst. Er muss selbst vom Alkohol weg wollen. So hilflos daneben zu stehen, ist stelle ich mir unfassbar schwer vor.

    Aber auch mit so einem Schicksal bist Du nicht allein. Du wirst weitere solcher ähnlichen Geschichten finden.

    Wenn Du Dich hier gern mit Betroffenen austauschen möchtest, dann könntest Du kurz den Bewerbungslink anklicken, kurz ausfüllen und absenden, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

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    Liebe Grüße

    Cadda

    Guten Morgen Stefan,

    100 Tage Abstinenz sind ein super Anfang und auch, dass Du diejenigen, die ein "Problem" damit hatten, hinter Dir gelassen hast, find ich klasse.

    Tja, entweder hatte Dein Bekannter vor Deinen Augen einen Rückfall oder aber er ist gar nicht mehr trocken und hat das dann vor Dir als "Ausnahme" hingestellt. Bei einem trockenen Alkoholiker gibt es keine Ausnahmen, sprich: Dein Bekannter trinkt, egal wie wenig es (angeblich) war.

    Sei nicht enttäuscht. Das kommt leider oft vor. Wichtig ist, dass DU nicht trinkst und genau weißt, dass es bei einer Abstinenz keine Ausnahmen gibt.

    LG Cadda

    Guten Morgen Tardis,

    Habe mich jetzt einfach mal quer durchlesen und es scheint wohl wirklich so zu sein, dass man als Angehöriger nichts machen kann um seinem Partner zu helfen...

    Aber ist das denn wirklich so?

    Ja, das ist wirklich so. Solange Dein Partner nicht aus tiefstem Herzen für SICH selbst aufhören möchte zu trinken, kannst Du machen was Du willst: Es bringt absolut nichts. Deine ganze Energie wird in der Luft verpuffen. Es liest sich nicht so, als ob Dein Mann überhaupt etwas ändern möchte und Du wirst ihn dazu auch nicht bewegen können.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es nicht mal klappen muss, selbst wenn er wollen würde. Mein Ex-Partner war eine Zeit lang sehr einsichtig, wollte den Weg, den ich gegangen bin (nicht mehr trinken) mitgehen und hat irgendwann offen zugegeben, dass er auch Alkoholiker ist und sich informiert, wie er es am besten angeht. Das ist jetzt über 5 Jahre her und er säuft immer noch. Die Einsicht ist ganz weit nach hinten geschoben worden und irgendwann hieß es: "So schlimm ist es bei mir doch nicht, kann alles so bleiben".

    Was ich damit sagen will: Verplempere nicht Deine Energie, es ist einfach sinnlos, darauf zu warten, dass Dein Partner Dich erhört und es auf einmal klickt.

    Schon seit 6 Jahren sagt er jetzt, dass er mich gar nicht mehr will, ich ihm als Frau egal bin, unsere Ehe nur noch eine Zweckgemeinschaft sei..usw..

    aber wenn dem so wäre, warum ist er dann noch da? Ist es nicht eher so, dass er durch den Alkoholkonsum so abgestumpft ist?

    Tardis, ich frage Dich jetzt einfach mal ganz ehrlich, was mir durch den Kopf geht, auch wenn es vielleicht etwas verletzend für Dich sein könnte:

    Warum glaubst Du, dass dieses Empfinden Deines Mannes nur dem Alkohol geschuldet ist?

    Machst Du es Dir damit nicht etwas leicht?

    Es gibt etliche Alkoholiker, die so etwas niemals zu ihrer Frau sagen würden, ganz einfach, weil sie es nicht so empfinden. Nur aufgrund der Tatsache, dass er noch da ist, davon auszugehen, dass er das nicht so empfindet, wie er sagt... Da redest Du Dir das glaube ich etwas schön.

    Denn mal eine Gegenfrage:

    Warum sollte er denn nicht mehr da sein (obwohl er das so sieht wie er sagt)? Aus seiner Sicht läuft doch alles. Es gibt Menschen, die haben nicht viel Bock auf Veränderungen. Ich werfe einfach mal in den Raum, dass nasse Alkoholiker erst Recht wenig Motivation für eine Veränderung haben. Die sind froh, wenn sie in Ruhe gelassen werden und sich zusätzlich nicht noch mit dem Stress einer Trennung oder Wohnungssuche auseinander zu setzen.

    Es mag ja sein, dass er direkter und offener ist, weil er trinkt und Alkohol enthemmt ja bekanntlich auch und lässt auch mal Sätze fallen, die nicht so gemeinte sind. Aber so etwas Grundlegendes??? Nee, tut mir leid, aber das wird nicht nur dem Alkohol geschuldet sein.

    Wie gesagt gibt es etliche Alkoholiker, die ihre Partnerin oder ihren Partner trotzdem sehr lieben und niemals solche Sätze von sich geben würden, egal wie voll sie sind.

    Ich kann Dir nur raten, Dir das nicht weiter anzutun. Das hat niemand verdient, sich so etwas Verletzendes sagen lassen zu müssen. Und wenn der Liebeskummer noch so groß ist... ich schwöre Dir, es kommen bessere Zeiten. Viel besser, als aktuell.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass Du da raus kommst.

    LG Cadda

    Hallo Mimi,

    Du musst Dich nicht überzeugen, es war richtig und das weißt Du auch. Im Grunde genommen geht es mir darum, es zu schaffen, bei der (richtigen) Entscheidung zu bleiben.

    Du hast ihn nicht im Stich gelassen. Die Trennung war doch letztendlich eine Konsequenz für SEIN Verhalten.

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    Gerade wenn emotionaler Missbrauch ein Thema war, ist es wichtig, dass Du Dich weiterhin abgrenzt.

    Momentan ist das sicherlich schwer, aber Du kannst es schaffen, dass es Dir besser geht.

    LG Cadda

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    Ich denke sogar ganz oft, dass ich dankbar für meine Alkoholabhängigkeit bin (auch wenn das schräg klingt). Denn das Trockenwerden hat mein ganzes Leben umgekrempelt und in wirklich jeder Hinsicht verbessert!

    Das finde ich überhaupt nicht schräg! Ich freue mich gerade, dass Du das so "aussprichst". Ich hatte auch schon Momente, wo ich dachte "wenn ich nicht abhängig gewesen wäre, dann würde ich jetzt diese oder jene Situation/Zeit/Tatsache nicht so positiv empfinden, wie ich es jetzt mache".

    Cadda : Du schreibst ja, dass es für Dich heute keinen einzigen Grund mehr zum Trinken gibt. Hat sich Dein Wesen verändert? Weil das ja, so wie Du geschrieben hast, früher die Erklärung war, wieso Du getrunken hast?

    Mein Wesen hat sich dahingehend verändert, dass meine Scham weniger geworden ist und mein Selbstbewusstsein stärker, allein durch die Tatsache, dass ich nicht mehr trinke.

    So grundsätzlich bin ich aber einfach so wie ich bin und es steht mir immer noch bevor, wenn ich in Situationen gerate, die nicht zu meinem alltäglichen Ablauf gehören. Da ich aber nicht mehr trinke und mich somit nicht durch Alkohol enthemmen kann, fällt das nun einmal weg und ich bin halt auf mich allein gestellt, die Situation zu meistern. Es ist einfach keine Option mehr und dass seit nun über 5 Jahren nicht mehr.

    Ich habe somit auch keine Angst, dass ich in der Zukunft plötzlich denke "Ach, früher hab ich das ja so und so gelöst, ich werde das mal wieder so machen".

    Das meine ich damit, dass ich durch das Bewusstsein, Alkoholikerin zu sein, natürlich kein Hintertürchen mehr offen habe.

    Hallo Sue,

    naja, inzwischen weiß ich doch aber, dass ich alkoholabhängig geworden bin. Dadurch, dass ich mir das Bewusstsein geschaffen habe, verändert sich doch der Zustand.

    Ich denke da auch inzwischen nicht mehr drüber nach. Ich bin halt in die Sucht geraten und fertig. Aber am Anfang hab ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Hat es auch etwas damit zu tun, was ich alles schon so früh durfte (Party machen)? Ich möchte ja auch bei meinen eigenen Kindern keine eventuellen Fehler machen. Ich möchte einfach ein Wissen haben über die Sache, was in die Sucht führen kann.

    Ich finde es - wie ich weiter oben geschrieben habe - auch völlig normal, dass ich mich das gefragt habe. Nicht ewig, nicht jeden Tag, aber ich bin grundsätzlich ein Mensch, der sich Gedanken über die Psyche macht.

    Es würde überhaupt nicht zu meinem Wesen passen, mir zu sagen, dass die Sucht einfach mal eben so vom Himmel gefallen ist und mich zufällig getroffen hat. Das wäre mir zu wenig.

    LG Cadda

    Ich habe für mich allerdings die Gründe gefunden, die unter anderem dazu geführt haben, weshalb ich in die Sucht gerutscht bin.

    Nachdem ich heute morgen diesen Text geschrieben habe, ging mir das noch durch den Kopf auf dem Weg zur Arbeit und ich hatte mir schon vorgenommen, das nochmal etwas besser zu erklären.

    Dann las ich (zu Recht) eben das hier zu meinen oben genannten Zitat:

    ( Dibbelscheißer Modus an :mrgreen: )


    irgendwas beißt sich da bei meinem Verständnis. Vielleicht kann mich da mal einer aufklären. Kann ja sein, dass ich es über 15 Jahre verkehrt verstanden habe. Bitte mal die Langzeittrocken zu mir. :mrgreen:


    Wenn es heute keinen Grund zum Saufen gibt, dann gab es früher vor der Sucht auch kein Grund. Wenn ich während der Sucht es als Grund ansah, dann sprach doch die Sucht aus mir? Oder nicht?


    (Dibbelscheißer Modus aus :mrgreen: )

    Also ich unterscheide das etwas. Zu der Zeit, als ich gesoffen habe, suchte ich vermeintliche Gründe zur Erklärung. Das sind diese Gründe, die ich hier aufgeführt habe, wie z . B. Trennungsschmerz, Tod eines Familienmitgliedes, Krankheit usw. Das sind selbstverständlich keine Gründe und ich sehe mich im Nachhinein betrachtet auch nicht als Opfer. Im Grunde genommen war es auch schon in dem Moment klar, dass es Quatsch ist. Aber ich redete mir die Situation eben schön bzw. versuchte mich vor mir selbst und Anderen eine Rechtfertigung zu bauen, weshalb ich zu viel trank.

    In der Therapie (und auch außerhalb, einfach weil es mit interessierte) versuchte ich dann am Anfang, als ich aufhörte zu trinken, mir zu erklären, weshalb ich tatsächlich in die Sucht gerutscht war. Vielleicht sollte ich nicht schreiben, dass ich nach Gründen suchte, sondern vielmehr nach Erklärungen, wie es dazu kommen konnte.

    Die Erklärungen waren dann weniger äußere Umstände, sondern mein Wesen. Ich war nach außen hin schon immer sehr locker, lustig und hatte immer einen Spruch drauf. Doch im Grunde genommen war ich innerlich früher sehr schüchtern, gehemmt und fühlte mich zwischen fremden Menschen extrem unwohl, manchmal sogar zwischen mir bekannten Menschen. Ich hatte regelrecht Angst vor Veränderungen. Da ich seit meiner Jugend schon viel Alkohol trank (mein ganzer Freundeskreis hat zu viel getrunken und ich fühlte mich normal) wusste ich mein eingeschüchtertes Wesen zu enthemmen. Ein paar Sekt waren da ein super Hilfsmittel. Da ich mich betrunken aber grundsätzlich daneben benahm, wurde mein Selbstbewusstsein immer kleiner, anstatt größer und so konnte ich irgendwann solche Situationen nur noch mit Alkohol meistern.

    "Schuld" daran sind also keine äußeren Gründe, die mich dazu gebracht haben, mich als Opfer zu fühlen. Diese offensichtlichen Gründe in Form von Trennung, Tod, Krankheit waren dann also willkommen, um es einfach plausibler zu rechtfertigen.

    Für mich wäre wirklich nichts auf der Welt ein Grund, wieder zu saufen.

    Guten Morgen,

    ja, es führt ja letztendlich auch zu nichts, sich nun ein Leben lang immer wieder die Frage nach dem Warum zu stellen.

    Ich habe für mich allerdings die Gründe gefunden, die unter anderem dazu geführt haben, weshalb ich in die Sucht gerutscht bin. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich rückwirkend in die Opferrolle begebe. Ich war kein Opfer. Ich hatte es nicht leichter oder schwerer als Andere, die nicht süchtig wurden.

    Nur weil ich mir erklären kann, was begünstigt hat, dass ich gesoffen habe, bedeutet das nicht, dass ich das damit rechtfertigen will. Andere hatten es wesentlich schlechter als ich und haben nicht gesoffen, das ist mir bewusst.

    Wer heute noch denkt "kein Wunder, dass ich damals gesoffen habe", (sich also tatsächlich rückwirkend noch als Opfer sieht), der wird es verdammt schwer haben zukünftig.

    LG Cadda

    Ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt dorthin verschoben.

    Damit Du und wir Dich besser wieder finden, habe ich mal Deinen Usernamen vor den Betreff gesetzt.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Hexe,

    das was Du beschreibst, erleben viele Co-Abhängige. Eigentlich wissen sie, dass es Zeit ist zu gehen, aber sie schaffen den Absprung nicht. Ich kenne das auch, was Du beschreibst.

    Die Hoffnung schwingt ja auch oft mit, dass der Alkoholiker zum Aufhören bewegt werden kann, doch das geht leider nicht. Du kannst Deinem Mann nicht helfen, Du kannst nur Dir selbst helfen.

    Es ist gut, dass Du Dich hier angemeldet hast. Ähnliche Geschichten zu lesen wird Dir sicherlich helfen.

    Möchtest Du Dich mit anderen Betroffenen austauschen?

    Falls ja, fülle kurz den Bewerbungslink aus, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

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    LG Cadda

    Hoch motiviert hab ich mich wieder eingeloggt, allerdings diesmal über das Handy im Liegen sozusagen.

    Tja, das geht nicht, denn ich bin im Grunde genommen in den ersten 5 Minuten eingeschlafen und als ich wach wurde, war der Chat bereits wieder geschlossen.

    Sollte jemand mich also angesprochen- und keine Antwort erhalten haben: Das tut mir aufrichtig leid :S

    War das wirklich so? Oder hat die Sucht erstmal signalisiert, ein Opfer zu sein, und die Lösung Saufen angeboten? Es gab eine Zeit vor dem Saufen und eine Zeit nach dem Saufen. Warst du vorher auch schon Opfer? Fühlst du dich heute nach der gestoppten Sucht immer noch als Opfer?

    Nein, das war natürlich nicht so, dass ich ein Opfer war. Das wollte ich mit meinem Beitrag sagen. Die Sucht war es, die mich trinken ließ. Die vermeintlichen Gründe hierfür kamen mir nur gelegen, mein Saufen vor mir selbst (und anderen) zu rechtfertigen.

    Meine Zeit vor dem Saufen liegt lange zurück. Ich begann bereits in der Jugend mich von Wochenende zu Wochenende zu hangeln, um zu trinken. Damals konnte ich das Trinken noch mit "das ist in unserem Partyalter normal" begründen (auch vor mir selbst).

    Und nein, ich fühle mich nach der gestoppten Sucht nicht als Opfer. Auch nicht wirklich während des Saufens. Jedenfalls nicht grundsätzlich. Aber gewisse Dinge, die mir widerfahren sind (Trennung, Tod eines Familienmitgliedes, Krankheit eines Familienmitgliedes) habe ich für mich als Erklärung genommen, weshalb es mir gerade besonders schlecht geht (Opferrolle eingenommen) und es deshalb ja kein Wunder ist, dass ich den Drang habe, zu trinken.

    Jetzt, wo ich trocken bin, sind mir dieselben Dinge, die ich oben aufgeführt habe, auch im Laufe der Zeit wieder passiert. Zu keinem Zeitpunkt hab ich jedoch das Gefühl gehabt, dass es jetzt kein Wunder wäre, wenn ich den Drang hätte zu trinken. Das liegt daran, dass ich die Sucht gestoppt habe.

    Das Ergründen, warum und wieso ich zum Säufer wurde, beinhaltet immer wieder die Gefahr, es heute noch als Grund zu nehmen, rückfällig zu werden.

    Das finde ich nicht. Wenn ich Erklärungen für mich gefunden habe, welche wirklichen Gründe mich in die Sucht geführt haben (und damit meine ich nicht die vorgeschobenen Gründe, weshalb ich in dem Moment damals getrunken habe, wie z. B. Schicksalsschlag usw.), dann hab ich mich einfach nur mal selbst reflektiert und ich kann zukünftig vielleicht darauf achten, dass ich daran arbeite, nicht wieder in alte Muster zu fallen.

    Inzwischen beschäftige ich mich nicht mehr damit. Aber als ich trocken wurde und eine ambulante Therapie gemacht habe, da ging es schon zum Teil darum, wie es dazu kommen konnte, dass ich in die Abhängigkeit geriet.

    Dass ich jetzt über diese Dinge schreibe oder mir Gedanken darüber mache, empfinde ich nicht als "nasses Denken", wie hier oftmals geschrieben wird, sondern ich mache das in diesem Moment z. B. einfach nur, weil ich gerade im Forum schreibe und es gut finde, dass es im Alkoholikerbereich um solche Themen geht und da möchte ich mich einfach beteiligen und mal zum Besten geben, wie es bei mir damals war :)

    Da sehe ich nämlich auch einen großen Unterschied:

    Beschäftige ich mich mit dem Alkohol ständig im Alltag, weil ich nicht zufrieden bin und versuche, eine Zufriedenheit auf Krampf zu erreichen. Dann finde ich das auch gefährlich. Wenn ich Dinge austeste, um mir etwas zu beweisen und mich bewusst dem Thema Alkohol in allen möglichen Situationen stelle. Das ist sicherlich nicht gesund und ich denke, dann bin ich schon ziemlich nah an Rückfallgedanken.

    Wenn ich aber ab und zu, wenn der Zufall es will, über eine Sache stolpere, die ich dann hinterfrage, weil ich das Thema spannend finde, da ich ja auch durch meine eigenen Erfahrungen viele Gedanken dazu habe, dann finde ich das völlig gesund und auch "normal".

    LG Cadda

    für mich hinkt der Zusammenhang Opferrolle-Gründe-Saufen -Alkoholiker. Zumindest aus heutiger Sicht. Die Sucht ist der Grund, nicht die Umstände, die mich saufen ließen.

    Genau darum gehts ja im Grunde genommen auch. Zu Saufzeiten fühlte ich mich in der Opferrolle und fand immer Gründe zu saufen. So hab ich es auch bei anderen Alkoholikern gesehen und sehe es zum Teil noch immer.

    Im Nachhinein gesehen ist mir völlig bewusst, dass mich nicht die Gründe, sondern die Sucht an sich saufen ließ. Die vermeintlichen Gründe wurden als willkommene Erklärung benutzt.

    Jetzt wo ich trocken bin, wäre kein Ereignis für mich ein Grund, um zu saufen.

    Guten Morgen,

    Als ich abstinent war, meinte eine Freundin mal zu mir, sie hätte das Gefühl, dass ich trauriger wäre, wenn wir trinken und du nicht. Es wäre früher schon sehr lustig gewesen. Mein Gedanke dazu war, das ist Projektion. Da ist wohl eher sie traurig.

    Da ist auf jeden Fall was dran. Klar verändert sich ja auch die Situation, es ist schon etwas anderes, ob ich mit Freunden zusammen bin und alle trinken oder eben nicht. Alkohol enthemmt, gibt ein euphorisches Gefühl. Da kann es schon mal "lustiger" zugehen, als wenn die Freude einfach unbehandelt ans Tageslicht tritt. Sie ist dafür aber real und viel mehr wert, als wenn es nur lustig ist, weil gerade ein Sekt auf den lustigen Abend gekippt wurde.

    Dass sich dann die Situation auch für mein Gegenüber verändert, wenn ich plötzlich nicht mehr trinke, das ist klar. Ich kann verstehen, dass sie das bemerkt. Aber Du hast völlig Recht: Das ist dann letztendlich nicht Deins, sondern Ihrs. Gut, dass Du das so klar erkennst.

    LG Cadda

    Hallo Confuzius,

    ein gutes Thema!!

    Ich bin überzeugt, dass dieses Merkmal, Gründe zu suchen, ein Merkmal der Sucht ist. Ich denke, dass sogar optimistische Menschen, die sich sonst nicht so schnell in die Opferhaltung begeben, immer die Gedanken haben, also die Gründe, weshalb man nun gerade trinkt.

    Bei mir war es jedenfalls so, dass ich zumindest für mich oft solche Dinge dachte wie "kein Wunder, dass Du jetzt das Bedürfnis hast, zu trinken. Das ist ja anders auch nicht auszuhalten". Oder bei positiven Dingen eben der Gedanke "ja, jetzt hast Du Dir aber Wein verdient".

    Mir war irgendwann völlig klar, dass das alles für mich selbst vorgeschobene Gründe sind und mein Suchthirn mir das nur vorgaukelt. Deshalb hab ich das zum Schluss auch nicht mehr laut ausgesprochen.

    Seit dem ich nicht mehr trinke flüstert mir mein Suchthirn selbst bei traumatischen Dingen nicht mehr vor, dass es doch jetzt einen Grund gäbe, zu trinken. Absolut nicht. Das ist ein gutes Gefühl.

    LG Cadda

    Hallo Nici,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt in den Anghörigenbereich verschoben. Hier geht es nun für Dich weiter.

    Du hast keinen Fehler gemacht und musst Dich absolut nicht als Verräterin fühlen. Du musst nicht für ihn lügen, Dich verbiegen oder sonst was. Es ist das, was Du erlebst und wenn Du sein Trinkverhalten verheimlichst um ihn zu schützen, dann tust Du letztendlich nichts Gutes für Dich, anderen Leuten etwas vorzumachen.

    Es ist manchmal ja auch für einen selbst befreiend, diese "Lüge" los zu sein.

    Ich kann verstehen, dass Du Deinen Partner am liebsten zur Vernunft bringen möchtest. Leider funktioniert das nicht. Er muss selbst wollen. Manchmal ist es aber so, dass so ein Aufdecken der Sucht einen Stein ins Rollen bringen kann. Darauf solltest Du Dich natürlich nicht verlassen, aber auf alle Fälle musst Du deshalb kein schlechtes Gewissen haben.

    Ich denke, dass es richtig ist, dass Du hier bist. Der Austausch wird Dir sicherlich helfen, noch ein wenig klarer zu sehen.

    LG Cadda

    Hallo Tardis,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum. Deine Situation mit Deinem Mann tut mir leid. Leider ist es so, wie Kintsugi schreibt, Du kannst Deinem Mann nicht helfen, wenn er nicht von sich aus mit dem Trinken aufhören möchte. Das Einzige, was Du tun kannst, ist an Deiner Situation etwas zu verändern.

    Möchtest Du Dich hier gern austauschen? Die Geschichten der Anderen und der Austausch kann Dir sicherlich helfen. Du bist mit Deiner Geschichte jedenfalls nicht allein, es gibt hier sehr viele, die unter der Alkoholsucht ihres Partners leiden und die möchten, dass es ihnen besser geht.

    Ich sende Dir den Bewerbungslink. Falls Du Dich austauschen möchtest, kannst Du diesen kurz ausfüllen, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    LG Cadda

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