Beiträge von Cadda

    Hallo Chrissi,

    ich habe Dich freigeschaltet und direkt in den offenen Bereich verschoben und den Betreff um "Chrissi44" ergänzt, damit Du leichter zu finden bist. Ich gehe davon aus, dass das ok ist, ansonsten melde Dich bitte noch einmal dazu.

    Wie geht es Dir denn inzwischen?

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich würde im Notfall (betrunken Auto fahren) auch die 112 rufen. Nicht nur, um ihn zu schützen, sondern eben auch ANDERE, die VOR ihm geschützt werden müssen.

    Das war es dann aber auch mit dem Kümmern. Alles Andere macht denke ich wenig Sinn. Solche Zwangseinweisungen sind ja nur Momentsituationen, da ist er schneller wieder raus, als man gucken kann.

    LG Cadda

    Wo mache ich denn meine Zufriedenheit im suchtkranken Hirn fest? Hirn bleibt ja suchtkrank. Nur stillgelegt.

    Meiner Meinung nach ist das Suchthirn solange stillgelegt, wie ich eben zufrieden trocken bin.


    Zufriedene Abstinenz … ich habe mich lange gefragt, was damit gemeint ist. Bis ich (für mich) begriff, es ist damit ein zufriedenes Leben, ohne Alkohol, gemeint.

    Wenn ich also unzufrieden bin, mit meinen Problemen (die ja jeder hat, ob Streß, Einsamkeit oder sonst was) nicht klar komme und ich mich in dieses Nicht-Klarkommen hineinsteigere, bis es unerträglich wird, dann ist der Gedanke verlockend … man könne es ja 1x probieren.

    Und genau DAS passiert bei der zufriedenen Abstinenz nach meinem Empfinden eben nicht. Ich kann in meinem Leben noch so unzufrieden sein, ob nun Stress, ein Schicksalsschlag oder sonst etwas.... ich bin dennoch zufrieden in Bezug auf meine Abstinenz. Diese ist nicht davon abhängig, ob ich insgesamt in meinem Leben gerade zufrieden oder unzufrieden bin.

    LG Cadda

    Guten Morgen, spannendes Thema....

    Kontrollverlust hat ja nichts mit der Flasche, die vor mir steht, zu tun. Der Kontrollverlust findet im suchtkranken Hirn statt.

    Richtig! Damit ist für mich alles gesagt.

    Wenn ich trinken will, weil mein suchtkrankes Hirn gerade einen Kontrollverlust erleidet, dann ist die Flasche, die ich sehe, gefährlich.

    Wenn ich nicht trinken will und mich die Abstinenz zufrieden macht, dann sehe ich diese Flasche anders, als die Person, die im Kopf schon einen Rückfall erleidet.

    Was ist Euch ein Rückfall wert?

    Wenn jemanden hierzu etwas einfällt, dann gehört er bereits zu der ersten von mir beschriebenen Kategorie.

    LG Cadda

    Es tut mir übrigens sehr leid, dass Du solche Schuldgefühle hast, weil Du Deine Mutter zum Weinen gebracht hast. Aber weißt Du, das ist doch auch in einer Familie, wo es nicht um Alkohol geht, "normal", dass es mal Worte gibt, die verletzend sein können. Du hast dazu noch Deine Gründe gehabt. Es wird ja oftmals auch sehr schwer für Dich als Tochter gewesen sein. Ich bin mir sicher, dass Du wegen ihr auch schon geweint hast.

    Du betonst, dass diese Dinge, die Du gesagt hast passiert sind, als sie schon trocken war. Dennoch sind Deine Verletzungen doch aber aus der Vergangenheit auch noch in Dir drin gewesen. Das stellt sich doch nicht mit der Trockenheit Deiner Mutter ab.

    Streit und Verletzungen und dann stirbt der Mensch. Das ist immer eine Sache, an der man zu knabbern hat. Ich habe meinem Vater vor einigen Wochen auch einige Dinge an den Kopf geworfen. Er ist nun auch gerade vor Kurzem erst verstorben und natürlich denke ich auch ab und zu an diesen Streit. Aber das gehört zum Leben dazu, manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Du hast durch die Alkoholkrankheit Deiner Mutter mit Sicherheit sehr viel mitmachen müssen und hast bestimmt darunter gelitten. Da finde ich es völlig normal, dass diese Verletzungen, die Du erlitten hast, auch mal ans Tageslicht gekommen sind.

    Deine Mutter war am Ende zwar trocken. Aber ich vermute einfach, dass Deine Art ihr gegenüber ein Schutz war, den Du Dir selbst zugelegt hast.

    Vielleicht liege ich da auch falsch, ich will hier nicht einen auf Psychologin machen :)

    Aber ich finde, das ist irgendwie naheliegend.

    LG Cadda

    Wenn er denn seine Gründe hat… ok.

    Aber ich hab eben die Erfahrung gemacht, dass Kinder einfach nur keinen Bock haben oder nicht dran denken. Das fände ich dann nicht ok.

    So wie ich das verstanden habe, war der Große doch sogar traurig, bei der Oma weg zu müssen. Deshalb bin ich jetzt nicht davon ausgegangen, dass ER ein Problem mit der Oma hat. Nur weil Eltern Sorgen mit- oder untereinander haben, müssen die Kinder ja nicht zwangsläufig mitziehen. Das war so mein erster Gedanke.

    Aber das erkennt man wohl nur, wenn man mittendrin steckt.

    LG Cadda

    Hallo zusammen,

    ich hätte meinen Sohn ehrlich gesagt auch gebeten, zu antworten. Ich finde, das hat nicht mal unbedingt damit was zu tun, ob nun das Thema Alkohol im Spiel ist oder nicht. Es ist einfach oftmals so, dass die Kinder in einem gewissen Alter einfach keinen Wert drauf legen oder sich gar nicht solche Gedanken machen, was sie mit dem Ignorieren für Gefühle auslösen.

    Wenn meine Schwiegermutter meinen Jungs eine Nachricht schreibt oder sie fragt, ob sie nicht mal wieder eingucken wollen und meine Jungs das nicht auf dem Zettel haben und nicht reagieren, dann bitte ich sie auch, das doch bitte zu tun. Ich möchte meinen Kindern einfach auch mit auf den Weg geben, dass man sich keinen Zacken aus der Krone bricht, solche Kleinigkeiten im Leben einfach mal zu machen, weil es einfach höflich ist und weil man mit solchen Dingen jemanden einfach auch glücklich machen kann, ohne viel Aufwand.

    Das hat für mich etwas mit Mitgefühl zu tun und ich finde, das kann nicht schaden.

    Anders ist es bei einem Streit oder bei einem schlechten Verhalten dem Kind gegenüber. Wenn das Kind dann nicht möchte, ok... Aber einfach aus Desinteresse ignorieren. Das versuche ich meinen Kindern auch zu erklären, dass das nicht so schön ist. Es ist ja nur eine Antwort. Kein Ausflug oder sonstiges.

    Was die Sache mit dem Haus angeht, da stimme ich Lea total zu. Ich würde mir das auch nicht antun glaube ich. Also zumindest, wenn ich merken würde, dass es mich stört, würde ich versuchen, mich da rauszuziehen.

    Ich freu mich jedenfalls für Euch, dass ihr den Schritt in eine eigene Wohnung gemacht habt. Das war definitiv richtig.

    LG Cadda

    Hallo Borussia,

    ich hoffe, Du bist dem Suchtdruck nicht nachgekommen. Das ist eine schwierige Situation mit Deiner Familie. Aber was passiert, wenn Du nun weiter trinkst? Werden die Sorgen dadurch besser? Vielleicht für den Moment erträglicher, aber es macht langfristig gesehen doch alles schlimmer. Zeig Deiner Familie doch lieber, dass Du an Dir arbeitest, indem Du eben NICHT mit Trinken reagierst auf diesen Auszug.

    LG Cadda

    Hallo Savia,

    ich habe mich am Anfang, als ich aufhörte zu trinken, auch sehr mit dem Thema beschäftigt. Einfach, weil es mich unglaublich erschrocken hat, zu hören, wie hoch der Prozentsatz der Rückfälligen ist. Ich habe das damals mal bei meiner Therapeutin angesprochen, weil es für mich katastrophal erschien, rückfällig zu werden. Ich wollte das einfach nicht und war aber wie gesagt erschrocken über die hohe Rückfallquote. Ich sagte zu ihr, dass es ja wirklich nur sehr, sehr wenige sind, die eben nie einen Rückfall erleiden. Daraufhin meinte sie zu mir, dass diese sehr wenigen Leute ja auch irgendwo herkommen müssen und dass ich ja dann eben zu denen gehören könnte. Das klang für mich sowas von logisch, dass mir das danach aus dem Kopf ging.

    Ich bin nun seit fast 4 1/2 Jahren trocken und zwar ohne Rückfall und das soll auch so bleiben, weil ich eben zu den Wenigen gehören werde. Mach doch "einfach" mit :)

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich sehe es von außen betrachtet wie Hartmut: Wenn das Schlechte überwiegt ist es Zeit zu gehen.

    Wenn man in der Situation steckt weiß man das und ist handlungsunfähig manchmal. Anders:

    Wenn ich in so einer Situation steckte, wusste ich das zwar, war aber dennoch handlungsunfähig.

    Da ich davon ausgehe, dass es DIR aufgrund des Sachverhaltes auch so geht, schreibe ich MAN :saint:

    Aber Du kannst das ändern. Indem Du es Dir immer und immer wieder vor Augen führst. Sorge dafür, dass Du Deine Schmerzgrenze erreichst.

    Ich kann nur immer wiederholen: Ich bin von einem wunderschönen Haus mit Garten in eine kleine Wohnung gezogen und bin hier viel, viel glücklicher als vorher. Weil ich frei bin.

    Nicht "frei" im Sinne von: Ich kann machen was ich will sondern "frei" im Sinne von der ganzen Belastung, Enttäuschung, Wut und den Verletzungen.

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    dass Du übertreibst und vielleicht alles doch nicht so schlimm ist?? Du weißt selbst, dass das Blödsinn ist. Allein das, was Du in Deinem letzten Beitrag berichtest... er war besoffen. Punkt. Da helfen auch keine Säfte.

    Es ist lächerlich, das Saufen abzumildern, indem im Gegenzug viel Sport gemacht wird, auf gesunde Ernährung geachtet wird oder eine Saftbar das neue zu Hause wird. Selbst wenn er sich in die Säfte nicht noch irgendwas dazu mischt, macht es das nicht besser.

    Ich konnte mir bei meinem Saufgelage früher auch zwischendurch mal eine Banane und einen Saft reinziehen, um danach wieder zur Flasche Sekt oder Wein überzugehen.

    Das ist Schönreden vom Allerfeinsten. Vermutlich tut er das für sich selbst, um die Wahrheit besser ertragen zu können. Aber Du bist nicht alkoholkrank. Du erkennst, dass das alles Quatsch ist, versuchst es Dir aber auch schönzureden. Es funktioniert nur nicht. Sonst wärst Du nicht hier, oder?

    Ich neige eigentlich dazu, alles immer ein wenig diplomatischer zu schreiben. Hier habe ich allerdings von Anfang an das Gefühl, dass die Diplomatie überlesen werden würde von Dir. Deshalb leider etwas plump geschrieben, aber dennoch nur, um zu helfen die Augen zu öffnen und nicht, um zu verletzen.

    LG Cadda

    Hallo Steffi,

    Du kannst einfach hier in Deinem Tagebuch bleiben und berichten, wovon Du möchtest. Achte allerdings ein bisschen drauf, dass Du keine realen Namen nennst oder so, hier können ja auch viele mitlesen, aber das weißt Du sicherlich. Es ist jedenfalls übersichtlicher, wenn man alles in einem Thread lässt. Natürlich kannst Du auch bei anderen Leuten schreiben, jederzeit... dafür ist das Forum ja da. Aber wenn Du etwas loswerden möchtest, was Dich betrifft, dann bleib am besten hier und öffne keinen neuen Thread, sonst kommt es so durcheinander.

    Ich kann Deine Wut und Verzweiflung so sehr verstehen. Das ist alles wirklich nicht schön abgelaufen. Zum Einen der Termin beim Arzt (ich begreife das auch nicht, was Du da geschrieben hast), dann das späte Reagieren, von dem seine Lebensgefährtin berichtet hat (ich hätte ihn übergangen und den RTW gerufen). Aber das sind alles Dinge, die Du nun nicht mehr ändern kannst. Das ist schwer, aber es geht nicht.

    DIe größte Frage, die bleibt - und vielleicht kann Jemand, der selbst getrunken hat, oder trinkt... mir versuchen das zu erklären:
    Warum hat er sich gegen ein Leben mit uns, in Gesellschaft, mit Liebe und Geborgenheit und für ein Leben mit Alkohol, Schulden, enormen gesundheitlichen Problemen und letztendlich den Tod entschieden? :?::?::?:

    Ich möchte versuchen, das zu beantworten. Man entscheidet sich nicht bewusst gegen das Eine und für das Andere. Das macht die Sucht. Die Sucht lässt einen Trinken, so wie die Sucht einen Menschen rauchen lässt beispielsweise. Jeder Mensch, aber auch wirklich JEDER... weiß, dass Rauchen schädlich ist. Warum entscheidet sich nicht JEDER Raucher gegen ein Leben mit dem Rauchen und FÜR die Gesundheit? Weil die Sucht einen daran hindert.

    So ist es auch beim Saufen. Wie oft habe ich mir gesagt, dass ich das alles nicht mehr will, Weil es alles kaputt macht. Immer wieder redet das Suchtgedächtnis einem ein, dass es das eine Mal doch noch geht. Dass es diesmal bei wenigen Gläsern bleibt. Wenn man psychisch abhängig ist, kann man nicht mehr bewusst mitentscheiden und wenn dann noch die körperliche Abhängigkeit hinzukommt, dann sowieso nicht mehr. Dann musst man trinken, damit man nicht zusammenbricht. Der Gang, sich dann Hilfe zu holen und entscheiden, mit dem Trinken aufzuhören... das wiederum lässt eben die psychische Abhängigkeit nicht zu oftmals. Manche schaffen den Absprung, wenn sie unten angekommen sind, manche aber auch nicht.

    Steffi, ich habe eine wundervolle Familie um mich herum gehabt, tolle Freunde und ganz tolle - damals noch kleine - Kinder. Glaubst Du, ich habe da gesessen und mich für ein Leben mit Alkohol und mit der Sucht entschieden und gegen ein Leben mit Zufriedenheit und für meine Kinder? Nein... Ich liebe meine Kinder über alles und ich habe trotzdem getrunken. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Es ist ist die Sucht, die das entscheidet. Das hört sich ganz banal an, aber so ist es auch.

    LG Cadda

    Guten Morgen liebe Steffi,

    ich hab Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema auch direkt dort hin verschoben. Wenn das nicht ok sein sollte, sag bitte Bescheid. HIER geht es also für Dich weiter :)

    Es tut mir sehr leid, dass Dein Papa gestorben ist. Ich weiß, wie Du Dich fühlst, denn mein Vater ist auch vor wenigen Tagen gestorben und wir beide sind ungefähr in einem Alter, ich bin 43.

    Allerdings hat mein Vater nicht getrunken und ich kann mir vorstellen, dass es besonders schwer ist, dabei zusehen zu müssen, wie ein Mensch sich selbst zerstört und man muss dabei zusehen. Das tut mir wirklich sehr leid.

    Du wirst hier einige EKA, Erwachsene Kinder von Alkoholikern „kennenlernen“. Der Austausch wird Dir sicherlich gut tun!

    LG Cadda