Beiträge von Cadda

    Hallo zusammen,

    ich hätte meinen Sohn ehrlich gesagt auch gebeten, zu antworten. Ich finde, das hat nicht mal unbedingt damit was zu tun, ob nun das Thema Alkohol im Spiel ist oder nicht. Es ist einfach oftmals so, dass die Kinder in einem gewissen Alter einfach keinen Wert drauf legen oder sich gar nicht solche Gedanken machen, was sie mit dem Ignorieren für Gefühle auslösen.

    Wenn meine Schwiegermutter meinen Jungs eine Nachricht schreibt oder sie fragt, ob sie nicht mal wieder eingucken wollen und meine Jungs das nicht auf dem Zettel haben und nicht reagieren, dann bitte ich sie auch, das doch bitte zu tun. Ich möchte meinen Kindern einfach auch mit auf den Weg geben, dass man sich keinen Zacken aus der Krone bricht, solche Kleinigkeiten im Leben einfach mal zu machen, weil es einfach höflich ist und weil man mit solchen Dingen jemanden einfach auch glücklich machen kann, ohne viel Aufwand.

    Das hat für mich etwas mit Mitgefühl zu tun und ich finde, das kann nicht schaden.

    Anders ist es bei einem Streit oder bei einem schlechten Verhalten dem Kind gegenüber. Wenn das Kind dann nicht möchte, ok... Aber einfach aus Desinteresse ignorieren. Das versuche ich meinen Kindern auch zu erklären, dass das nicht so schön ist. Es ist ja nur eine Antwort. Kein Ausflug oder sonstiges.

    Was die Sache mit dem Haus angeht, da stimme ich Lea total zu. Ich würde mir das auch nicht antun glaube ich. Also zumindest, wenn ich merken würde, dass es mich stört, würde ich versuchen, mich da rauszuziehen.

    Ich freu mich jedenfalls für Euch, dass ihr den Schritt in eine eigene Wohnung gemacht habt. Das war definitiv richtig.

    LG Cadda

    Hallo Borussia,

    ich hoffe, Du bist dem Suchtdruck nicht nachgekommen. Das ist eine schwierige Situation mit Deiner Familie. Aber was passiert, wenn Du nun weiter trinkst? Werden die Sorgen dadurch besser? Vielleicht für den Moment erträglicher, aber es macht langfristig gesehen doch alles schlimmer. Zeig Deiner Familie doch lieber, dass Du an Dir arbeitest, indem Du eben NICHT mit Trinken reagierst auf diesen Auszug.

    LG Cadda

    Hallo Savia,

    ich habe mich am Anfang, als ich aufhörte zu trinken, auch sehr mit dem Thema beschäftigt. Einfach, weil es mich unglaublich erschrocken hat, zu hören, wie hoch der Prozentsatz der Rückfälligen ist. Ich habe das damals mal bei meiner Therapeutin angesprochen, weil es für mich katastrophal erschien, rückfällig zu werden. Ich wollte das einfach nicht und war aber wie gesagt erschrocken über die hohe Rückfallquote. Ich sagte zu ihr, dass es ja wirklich nur sehr, sehr wenige sind, die eben nie einen Rückfall erleiden. Daraufhin meinte sie zu mir, dass diese sehr wenigen Leute ja auch irgendwo herkommen müssen und dass ich ja dann eben zu denen gehören könnte. Das klang für mich sowas von logisch, dass mir das danach aus dem Kopf ging.

    Ich bin nun seit fast 4 1/2 Jahren trocken und zwar ohne Rückfall und das soll auch so bleiben, weil ich eben zu den Wenigen gehören werde. Mach doch "einfach" mit :)

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich sehe es von außen betrachtet wie Hartmut: Wenn das Schlechte überwiegt ist es Zeit zu gehen.

    Wenn man in der Situation steckt weiß man das und ist handlungsunfähig manchmal. Anders:

    Wenn ich in so einer Situation steckte, wusste ich das zwar, war aber dennoch handlungsunfähig.

    Da ich davon ausgehe, dass es DIR aufgrund des Sachverhaltes auch so geht, schreibe ich MAN :saint:

    Aber Du kannst das ändern. Indem Du es Dir immer und immer wieder vor Augen führst. Sorge dafür, dass Du Deine Schmerzgrenze erreichst.

    Ich kann nur immer wiederholen: Ich bin von einem wunderschönen Haus mit Garten in eine kleine Wohnung gezogen und bin hier viel, viel glücklicher als vorher. Weil ich frei bin.

    Nicht "frei" im Sinne von: Ich kann machen was ich will sondern "frei" im Sinne von der ganzen Belastung, Enttäuschung, Wut und den Verletzungen.

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    dass Du übertreibst und vielleicht alles doch nicht so schlimm ist?? Du weißt selbst, dass das Blödsinn ist. Allein das, was Du in Deinem letzten Beitrag berichtest... er war besoffen. Punkt. Da helfen auch keine Säfte.

    Es ist lächerlich, das Saufen abzumildern, indem im Gegenzug viel Sport gemacht wird, auf gesunde Ernährung geachtet wird oder eine Saftbar das neue zu Hause wird. Selbst wenn er sich in die Säfte nicht noch irgendwas dazu mischt, macht es das nicht besser.

    Ich konnte mir bei meinem Saufgelage früher auch zwischendurch mal eine Banane und einen Saft reinziehen, um danach wieder zur Flasche Sekt oder Wein überzugehen.

    Das ist Schönreden vom Allerfeinsten. Vermutlich tut er das für sich selbst, um die Wahrheit besser ertragen zu können. Aber Du bist nicht alkoholkrank. Du erkennst, dass das alles Quatsch ist, versuchst es Dir aber auch schönzureden. Es funktioniert nur nicht. Sonst wärst Du nicht hier, oder?

    Ich neige eigentlich dazu, alles immer ein wenig diplomatischer zu schreiben. Hier habe ich allerdings von Anfang an das Gefühl, dass die Diplomatie überlesen werden würde von Dir. Deshalb leider etwas plump geschrieben, aber dennoch nur, um zu helfen die Augen zu öffnen und nicht, um zu verletzen.

    LG Cadda

    Hallo Steffi,

    Du kannst einfach hier in Deinem Tagebuch bleiben und berichten, wovon Du möchtest. Achte allerdings ein bisschen drauf, dass Du keine realen Namen nennst oder so, hier können ja auch viele mitlesen, aber das weißt Du sicherlich. Es ist jedenfalls übersichtlicher, wenn man alles in einem Thread lässt. Natürlich kannst Du auch bei anderen Leuten schreiben, jederzeit... dafür ist das Forum ja da. Aber wenn Du etwas loswerden möchtest, was Dich betrifft, dann bleib am besten hier und öffne keinen neuen Thread, sonst kommt es so durcheinander.

    Ich kann Deine Wut und Verzweiflung so sehr verstehen. Das ist alles wirklich nicht schön abgelaufen. Zum Einen der Termin beim Arzt (ich begreife das auch nicht, was Du da geschrieben hast), dann das späte Reagieren, von dem seine Lebensgefährtin berichtet hat (ich hätte ihn übergangen und den RTW gerufen). Aber das sind alles Dinge, die Du nun nicht mehr ändern kannst. Das ist schwer, aber es geht nicht.

    DIe größte Frage, die bleibt - und vielleicht kann Jemand, der selbst getrunken hat, oder trinkt... mir versuchen das zu erklären:
    Warum hat er sich gegen ein Leben mit uns, in Gesellschaft, mit Liebe und Geborgenheit und für ein Leben mit Alkohol, Schulden, enormen gesundheitlichen Problemen und letztendlich den Tod entschieden? :?::?::?:

    Ich möchte versuchen, das zu beantworten. Man entscheidet sich nicht bewusst gegen das Eine und für das Andere. Das macht die Sucht. Die Sucht lässt einen Trinken, so wie die Sucht einen Menschen rauchen lässt beispielsweise. Jeder Mensch, aber auch wirklich JEDER... weiß, dass Rauchen schädlich ist. Warum entscheidet sich nicht JEDER Raucher gegen ein Leben mit dem Rauchen und FÜR die Gesundheit? Weil die Sucht einen daran hindert.

    So ist es auch beim Saufen. Wie oft habe ich mir gesagt, dass ich das alles nicht mehr will, Weil es alles kaputt macht. Immer wieder redet das Suchtgedächtnis einem ein, dass es das eine Mal doch noch geht. Dass es diesmal bei wenigen Gläsern bleibt. Wenn man psychisch abhängig ist, kann man nicht mehr bewusst mitentscheiden und wenn dann noch die körperliche Abhängigkeit hinzukommt, dann sowieso nicht mehr. Dann musst man trinken, damit man nicht zusammenbricht. Der Gang, sich dann Hilfe zu holen und entscheiden, mit dem Trinken aufzuhören... das wiederum lässt eben die psychische Abhängigkeit nicht zu oftmals. Manche schaffen den Absprung, wenn sie unten angekommen sind, manche aber auch nicht.

    Steffi, ich habe eine wundervolle Familie um mich herum gehabt, tolle Freunde und ganz tolle - damals noch kleine - Kinder. Glaubst Du, ich habe da gesessen und mich für ein Leben mit Alkohol und mit der Sucht entschieden und gegen ein Leben mit Zufriedenheit und für meine Kinder? Nein... Ich liebe meine Kinder über alles und ich habe trotzdem getrunken. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Es ist ist die Sucht, die das entscheidet. Das hört sich ganz banal an, aber so ist es auch.

    LG Cadda

    Guten Morgen liebe Steffi,

    ich hab Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema auch direkt dort hin verschoben. Wenn das nicht ok sein sollte, sag bitte Bescheid. HIER geht es also für Dich weiter :)

    Es tut mir sehr leid, dass Dein Papa gestorben ist. Ich weiß, wie Du Dich fühlst, denn mein Vater ist auch vor wenigen Tagen gestorben und wir beide sind ungefähr in einem Alter, ich bin 43.

    Allerdings hat mein Vater nicht getrunken und ich kann mir vorstellen, dass es besonders schwer ist, dabei zusehen zu müssen, wie ein Mensch sich selbst zerstört und man muss dabei zusehen. Das tut mir wirklich sehr leid.

    Du wirst hier einige EKA, Erwachsene Kinder von Alkoholikern „kennenlernen“. Der Austausch wird Dir sicherlich gut tun!

    LG Cadda

    Guten Morgen Ela,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dich direkt dorthin verschoben. Ich habe den Betreff etwas ergänzt, damit wir Dich besser finden und Du Dich selbst auch :) Wenn das nicht ok sein sollte, sag bitte Bescheid.

    Ich wünsch Dir einen guten Austausch :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Nudeltante,

    interessant, dass ein Therapeut meint, wissen zu können, ob Dein Mann Suchtdruck verspürt oder anderweitig unzufrieden.

    Es mag ja sein, dass die Unzufriedenheit auch mit dem Thema zu tun hat, aber ob er nun Suchtdruck hat oder nicht, das weiß nur er selbst. Auch ein Therapeut kann nicht in einen Menschen reinsehen.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    und nochmal vielen Dank für Deinen Beitrag Seeblick. ich ärgere mich gerade, dass ich gar nichts mehr dazu geschrieben habe. Ich habe "Gefällt mir" angeklickt und wollte später am Laptop etwas schreiben und bin dann davon abgekommen.

    Ich scheibe im Moment sehr viel nur im geschützten Bereich, da bei mir privat doch einiges los ist. Hier aber auch bald wieder mehr, versprochen. Nur so viel: Momentan bin ich unglaublich traurig und dennoch kann ich mir nichts schrecklicheres vorstellen, als diese Trauer mit Alkohol zu betäuben. Das ist ein gutes Zeichen.

    LG Cadda

    Hallo Maike,

    Du hast ihn nicht im Stich gelassen. Er hat DICH im Stich gelassen, indem er säuft.

    Lies hier mal die Geschichten. Es wiederholt sich alles. Der Alkoholiker trinkt und gibt die Schuld seiner Partnerin, um von sich abzulenken. Er kann die Wahrheit selbst nicht ertragen und muss sich eben einreden, dass er womöglich nur trinkt, weil Du so schlecht bist. Wenn er dann auch noch Freunde hat, die vermutlich auch gern trinken und ihn deshalb bestärken, dann hast Du keine Chance.

    LG Cadda

    Hallo Maike,

    Er trinkt bereits morgens wenn er zuhause ist geht das den ganzen Tag, meine Worte kamen nie an.

    Für diese Tatsache benötigst Du nicht einmal Dein Bauchgefühl. Ich bin der Meinung, das Bauchgefühl macht sich bemerkbar, wenn ich etwas nicht weiß, sondern nur vermute.

    Das hier ist aber etwas, was Dein Bauchgefühl gar nicht einschätzen muss, weil es offensichtlich für Dich ist.

    Hast Du ihn schon mal mit diesen Tatsachen konfrontiert? Was sagt er denen dazu? Findet er das normal?

    LG Cadda

    Florian, genau DAS wäre ja auch die richtige Konsequenz.

    Heute würde ich mir das auch absolut nicht mehr bieten lassen. Damals sah die Sache leider anders aus. Ob es daran lag, dass ich selbst getrunken habe oder ob es daran lag, dass ich in einer Co-Abhängigkeit steckte oder eine Mischung aus Beidem? Das weiß ich heute nicht so ganz genau.

    Fakt ist aber, dass es leider viel zu viele Frauen (oder auch Männer) gibt, die da nicht aussteigen können, trotz diesem No-Go.... :(

    Und es tut mir leid, dass Du solche Erfahrungen machen musstest, Cadda. Das ist abscheulich.

    So richtig geschlagen wurde ich nicht. Eine Ohrfeige hat es mal gegeben, die ich dann allerdings auch erwidert habe.

    Ich habe das allgemein gemeint, denn es gibt ja viele Frauen, die regelmäßig geschlagen werden oder was auch immer.

    Aber mein Ex wurde auch aggressiv. Hat mit Glasflaschen nach mir geworfen, beleidigt, beschimpft und grob festgehalten bzw. geschubst. Nüchtern hat er das niemals getan, nicht einmal ansatzweise. Nüchtern ist er nicht einmal laut geworden im Streit. Er hat seine Meinung gesagt, aber niemals verletzend oder abwertend. Von daher ist es erschreckend, zu was man eben fähig ist, wenn die Hemmungen fallen.

    Von daher ist Deine Sichtweise wohl nicht von der Hand zu weisen, dass Alkohol eben nur ein Auslöser ist bei manchen Menschen.

    Ich weiß es aber eben nicht ganz genau, weil mein Ex schon Alkoholiker war, als ich mit ihm zusammen kam. Er hat nicht durchgehend gesoffen, ist ja auch noch zur Arbeit gegangen, aber er hat eben sehr oft getrunken schon damals. Deshalb kann ich nicht beurteilen, ob er jemals so ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt hätte, wenn er kein Alkoholiker gewesen wäre.


    Ich denke nun schon die ganze Zeit über das Thema nach, weil es hier in diesem Thread ja auch darum geht. Wenn wir uns denn im Suff gestritten haben, dann habe ich auch schon Dinge gesagt, die ich nüchtern vermutlich nicht gesagt hätte. Allerdings hatte ich da einfach das Gefühl mich wehren zu müssen. So aus heiterem Himmel wäre ich nicht zu ihm gegangen und hätte ihm böse Dinge an den Kopf geworfen. Oder die Ohrfeige, die ich am Anfang dieses Beitrages erwähnt habe. Dieses Erwidern war dann in dem Moment, weil ich dachte, ich darf mich jetzt nicht unterkriegen lassen, ich darf mir das nicht gefallen lassen, ich muss nun reagieren. Ist natürlich nicht wirklich die klügste Art gewesen. Eine Trennung wäre wohl die vernünftigere Reaktion gewesen :) Aber da sind wir ja wieder beim Thema Co-Abhängigkeit. Da denkt man dann am nächsten Tag über den Vorfall nach und sagt sich:

    "Nüchtern ist er ja soooo ein lieber Mensch. Das mit der Ohrfeige ist ihm ja nur passiert, weil er Alkoholiker ist" :roll:

    Weshalb darf das eine sein aber das andere nicht?

    Weil ich niemanden damit verletze, wenn ich im Suff einen Typen anspringe, um ihn zu knutschen (außer vielleicht den Typen selbst :lol: ).

    Wenn ich aufgrund von Aggressivität aber meine Frau schlage, dann siehts schon ganz anders aus.


    Dennoch... es ist doch möglich dass ein Mensch auf Alk aggresssiv wird, und nüchtern "ein total lieber Mensch ist".

    Vielleicht ist es tatsächlich so. Ich habe es ja bei meinem Ex-Partner auch so erlebt. Deshalb beschäftigt mich das Thema ja auch so sehr. Weil ich mich eben frage, wie es wäre, wenn er trocken geworden wäre. Ist es dann tatsächlich so, dass er dauerhaft ein total lieber Mensch gewesen wäre?

    Letztendlich spielt es aber ja auch gar keine Rolle.

    Als Betroffene bringt es mir ja auch herzlich wenig, wenn mein Partner nüchtern ein total liebevoller Kerl ist, wenn er denn besoffen trotzdem ätzend ist.