Beiträge von Cadda

    Wobei ich jetzt nicht alle trockenen Alkoholiker an den Pranger stellen möchte, die im Suff mal aggressiv geworden sind. Mitunter hat man ja auch eine Wut in sich, die man nüchtern eben anders los wird oder die man in sich halten kann und unter Kontrolle halten kann.

    Es geht mir um die Alkoholiker, die ihre Frauen schlagen, beleidigen und mit Flaschen bewerfen. So ein Verhalten zu entschuldigen, mit den Worten "Nüchtern ist er aber ein so lieber Mensch"... das gefällt mir eben nicht bzw. frage ich mich, ob das denn eben tatsächlich so ist.

    Manche kennen ihren Partner ja auch nur als Alkoholiker. Wer sagt einem denn, dass der Partner nicht auch seine schlechten Eigenschaften irgendwann nüchtern an den Tag gelegt hätte?

    Nein, das hast Du nicht missverstanden. Das "nein, das ist nicht so" bezog sich tatsächlich auf die Aggressivität.

    Weil ja oft von Co-Abhängigen oder Angehörigen behauptet wird, dass der Partner oder das Familienmitglied nur aggressiv ist, weil er oder sie Alkoholikerin ist. Und das ist es, was ich anzweifle und wo ich anhand meines Beispiels dachte "nein, das ist nicht so". Denn ich wurde eben nicht aggressiv wenn ich etwas getrunken habe, weil das eben auch nicht in mir drin steckt.

    Peinlich hingegen wurde ich offensichtlich, weil das eben in mir drin steckt :)

    Das würde bedeuten dass in Dir, Cadda, halt nicht jene aggressive Regung innewohnt, sondern jene peinliche Figur, die durch den Alkohol ans Tageslicht kommt.

    Was ich sagen will: Wieso wohnt bei einem aggressiven Menschen jene aggressive Verhaltensweise in ihm sowieso drin, jedoch jene peinliche Verhaltensweise in den Menschen nicht? Gilt das nur für aggressives Verhalten?

    Da fällt mir doch gerade ein, dass ich darauf noch eingehen wollte, aber eben erst später vom Laptop aus. Aus "Später" wurden nun ein paar Tage, aber besser spät als nie :D

    Ja Florian, das bedeutet es. Dass jene peinliche Figur wohl in mir drin steckt. Ich bin in meinem Humor sehr derbe manchmal. Ich lache unglaublich laut mit einer Tendenz zu hysterisch. Ich kann mich gut verlieben und mag gern knutschen :P

    Das alles eben auch nüchtern! Aber nüchtern weiß ich mich eben zu benehmen. Ich kann unterscheiden, ob ein derber oder sexistischer Witz gerade angebracht ist (unter Freunden) oder eben nicht, weil fremde Menschen dabei sind.

    Ich kann meine hysterische Lache anpassen, wenn es gerade nicht so passend ist, weil wir vielleicht eine Teambesprechung auf der Arbeit haben und eben nicht mit Freunden beim Grillen sitzen.

    Ich kann einen Bekannten am Abend attraktiv finden und ins Geheimen Herzchen in den Augen haben, ohne mit ihm vor anderen Leute zu knutschen.

    Besoffen kann ich das oben beschriebene eben NICHT, das Verhalten ist dann peinlich :mrgreen:

    Also beantworte ich Deine Frage für mich persönlich damit, dass das nicht nur für aggressives Verhalten gilt :)

    Hallo Sunbear,

    ich schließe mich Hartmut an, mach es nicht kleiner, als es ist. Du hast einen guten Anfang hingelegt und trinkst nun schon einige Zeit nichts mehr. Nun hast Du Dich hier auch noch angemeldet, was ja zeigt, dass Du am Ball bleiben möchtest.

    Ein sehr seltener Blick in den Spiegel. Die Fratze die mir da entgegen sah glich nicht dem Bild was ich von mir hatte.

    Das kann ich total gut nachvollziehen. Es ging mir auch so, dass ich mich selbst nicht mehr leiden konnte und dass mein Verhalten überhaupt nicht meinem Charakter entsprach. Ich war überhaupt nicht mehr so, wie ich mich beschrieben hätte, wenn man man gefragt hätte, welche Eigenschaften ich habe.

    Es freut mich, dass Du Deinen Lebenswillen wieder gefunden hast.

    LG Cadda

    Hallo Tippi,

    ich hatte gestern Besuch von einem Familienmitglied, das bummelige 30 Jahre trocken ist. Neulich, auf einem Geburtstag hatten wir das Thema Sucht. Wir haben längere Zeit darüber gesprochen, auch im Beisein meiner Jungs, wir haben berichtet von unseren Gefühlen usw. Es war ein sehr gutes Gespräch! Das war vor ungefähr 2 Wochen.

    Gestern war dann genau dieses Familienmitglied bei mir zu Besuch und hat nochmal angesprochen, dass das Gespräch ja neulich echt gut gewesen sei, wo wir beide mal ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Dann hat er mir erzählt, dass er neulich einen Traum hatte, in dem ihn der Alkohol verfolgt hat, indem er getrunken hat. Er sagte, er wüsste nicht, was das nun sollte. Ich hab meine Vermutung erzählt, dass es vielleicht eben mit dem Gespräch zu tun hatte, was wir neulich hatten.

    Denn auch ich denke, dass wir in Träumen ja unsere Gedanken verarbeiten und deshalb einfach solche Träume haben. Je mehr man sich damit befasst umso eher können dann eben auch diese Träume auftreten.

    Jedenfalls hat er mir erzählt, dass er auch jetzt nach 30 Jahren eben diesen Traum hatte. Dass er das in den ersten Jahren sehr oft hatte und es dann irgendwann nachgelassen hat. Aber es hat nie komplett aufgehört. Es ist eben ab und zu immer noch so (wie neulich) und dass es vermutlich auch immer so bleiben wird.

    Das wollte ich Dir nochmal erzählen. Ich habe direkt an diesen Thread gedacht. Also, wenn bei einem Menschen, der 30 Jahre trocken ist, sowas noch vorkommt, dann "darf" das bei Dir wohl auch so sein :)

    LG Cadda

    Liebe Alba,

    ich habe gerade Deinen Thread gelesen und wollte Dir nur sagen, dass ich Deine Geschichte total interessant und spannend finde!! Ich finde es sehr klasse, dass Du hier bist und auch noch so gut beschreiben kannst, wie es in Dir aussieht. Dass hier eine Geschichte erzählt wird, wo eben nicht alles wieder gut ist, wenn der Alkoholiker trocken wird. Ich finde, Du klingst sehr durchdacht und kannst Deine eigenen Gefühle sehr gut einordnen. Ich habe das Gefühl, bei Dir und Deinem Mann ist irgendwie noch alles offen. Es könnte sein, dass aus dieser Freundschaft wieder eine tiefere Liebe wird. Der anfängliche Zauber von dem Du sprichst, ist der nicht eh mit den Jahren irgendwann vorbei? Ist nicht eine tiefe Freundschaft auch irgendwie Liebe? Jetzt werde ich aber wirklich melodramatisch :mrgreen:

    Ich bin tatsächlich gespannt, wie es bei Dir weitergeht. Vielleicht hilft Dir dieses Forum ja auch bei der ganzen Verarbeitung der Sache. Vielleicht kannst Du durch das Lesen bei den Alkoholikern Deinen Mann besser verstehen und es hilft dabei, sich wieder näher zu kommen auf der emotionalen Ebene.

    Wenn das denn überhaupt noch Dein Ziel ist.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    vielen Dank für die vielen, guten Antworten. Die Sichtweisen finde ich wirklich interessant. Ohne jetzt auf alles einzugehen, denn ich will mich hier gar nicht abschließend äußern, es kann ja auch gern noch weiter berichtet oder geschrieben werden...

    ... aber das hier ist auch ein wichtiger Punkt:

    Das Problem bei vielen ist der Satz: mein Partner ist so ein wundervoller Mensch. Wenn nur der Alkohol nicht wäre...


    Ich glaube deshalb fallt die Trennung von dem Menschen so schwer. Es macht ja "nur der Alkohol" diesen Menschen zum unerträglichen Partner.

    Ist das so???

    Ich habe ein Beispiel selbst erlebt, wo ich sagen würde "Ja, das ist so". Es geht um meinen Ex-Partner, mit dem ich Jahre lang zusammen war. Er ist ein großartiger Mensch. Gutmütig, immer hilfsbereit, humorvoll, liebevoll. Ein toller Vater, immer für seine Kinder da. Beruflich selbständig und immer sehr fleissig. Beliebt bei allen Leuten aus seiner Umgebung, da auf ihn immer Verlass ist und er so ein gutes Herz hat.

    Besoffen?! Lustig, ein Kerl zum Pferde stehlen und Spaß haben. Besoffen im Streit mit mir: Widerlich! Wird extrem verletzend. Wirft mit Flaschen. Macht seine jugendlichen Kinder runter, sie würden nichts taugen. Verpennt seine Arbeit. Rastet aus, wirft mit Gegenständen. Wird beleidigend und wie gesagt sehr verletzend.

    Und nun? Macht nur der Alkohol ihn zu diesem unerträglichen Menschen?

    Da komme ich dann mit meinem zweiten Beispiel hinterher, wo ich sagen würde "nein, das ist nicht so". Es geht um mich. Ich habe Jahre lang gesoffen, bin nun trockene Alkoholikern. Ja, ich war im Suff peinlich. Habe mich daneben benommen, weil die Hemmungen einfach nicht mehr da waren. Ja, ich konnte nicht so eine gute Mutter sein, weil ich einfach nicht in der Lage dazu war, entweder körperlich oder psychisch. Das hat der Alkohol aus mir gemacht, stimmt.

    ABER: Ich bin nicht aggressiv geworden. Ich habe Menschen um mich herum nicht beleidigt oder habe ihre Gefühle absichtlich verletzt. Ich bin nicht ausgerastet oder habe mit Flaschen nach Jemanden geworfen. Egal wie voll ich war, ich hatte trotzdem Empathie.

    Deshalb frage ich mich selbst oft: Steckt nicht in jedem aggressiven und beleidigenden Alkoholiker eh im Kern eine ätzende Art, die einfach nur im Suff ans Tageslicht kommt?

    Ich möchte noch betonen, dass es hier nicht um die Alkoholiker geht, wo die Partnerschaft "nur" unerträglich ist, weil eben der Alkoholiker betrunken ist und eben im Alltag nicht mehr funktioniert. Das ist schlimm und auch das macht eine Partnerschaft unerträglich.

    Ich rede von den Partnern, die im Suff wirklich so sind wie oben beschrieben. Denn auch da heißt es immer: Nüchtern ist er ja so ein guter Mensch. Darauf bezog sich die Frage, die ich nochmal stelle: Ist das wirklich so??

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich habe gerade einige Beiträge gelesen, die ich sehr interessant fand. Dabei ging es darum, dass die Wahrnehmung des Alkoholikers gestört ist, aber dass eben auch die Wahrnehmung des Co.Abhängigen gestört ist. Ist das tatsächlich so oder funktioniert die Wahrnehmung im Grunde genommen sehr gut, wird aber dennoch hingenommen?

    Ich glaube, dass es viele Co-Abhängige gibt, die schon längst verstanden haben, was Sache ist und deren Wahrnehmung auch gar nicht (mehr) gestört ist. Sie schaffen es dennoch nicht, dem ganzen Drama ein Ende zu setzen, weil sie an der Hoffnung festhalten, der Süchtige hört auf zu Saufen und dann wird alles wieder gut. Und so lassen sie die ganzen Demütigungen, Beleidigungen und Ausreden des Säufers über sich ergehen.

    Ich denke beim Lesen vieler Geschichten, wie es sein kann, dass der Co-Abhängige sich also quasi vornimmt, die Situation AUSZUHALTEN. Ich habe oft den Eindruck, dass dann die Geschichten hier erzählt werden, um eben die Situation besser ertragen und aushalten zu können. An einer Änderung wird aber gar nicht gearbeitet, weil ja immer noch die Hoffnung besteht, dass nach dem Aushalten und Ertragen der Situation die Belohnung kommt, indem der Säufer aufhört zu saufen. Dass das aber in den meisten Fällen eben nicht passiert, das wird ausgeblendet. Das ist dann wohl der Schutzmechanismus des Co-Abhängigen.

    Oftmals wird ja auch in Etappen gedacht. Es wird zunächst auf die sogenannte Einsicht gehofft. Wenn die dann erstmal da ist, dann sieht der Co-Abhängige sich in einer Art Zwischenziel, also einen großen Schritt weiter.

    Stimmt aber auch nicht wirklich. Einsicht bedeutet noch lange keine Handlung.

    Vermehrt fällt mir auch auf, dass Co-Abhängige erst Recht Hoffnung bekommen, weil sie hier im Forum ja so viele Menschen treffen, die wirklich aufgehört haben zu trinken. Dass es allerdings daran liegt, dass das hier ein Alkoholikerforum ist und sich ja nun diese Leute gerade deshalb hier treffen und deshalb ein ganzer Schwung hier anzutreffen ist, das ist ja auch klar.

    Wenn ich zu einer Gruppe gehe, indem sich Menschen treffen, die essenstechnisch Punkte zählen, um an Gewicht zu verlieren, dann treffe ich dort natürlich auch sehr, sehr viele Menschen, die abgenommen haben oder dabei sind.

    Da "draussen" gibt es jedoch viel mehr Menschen, die Übergewicht haben und eben nicht schaffen, abzunehmen.

    Genau so, wie es eben da "draussen" auch viel mehr Menschen gibt, die Saufen und eben nicht schaffen, aufzuhören.

    Bei beiden Beispielen oftmals, obwohl die Einsicht vorhanden ist.

    Ich weiß, dass es ein Prozess ist, sich zu lösen und wieder an sich zu denken. Das funktioniert nicht von heute auf morgen. Ich habe den Eindruck, hier melden sich viele Frauen an, die noch nicht soweit sind, sich aber auf einen guten Weg begeben, etwas sacken zu lassen, von dem was sie lesen und vor haben, etwas an der Situation zu verändern.

    Bei einigen habe ich aber ganz stark den Eindruck, dass sie sich hier anmelden, um sich "nur" auszutauschen, also Dampf abzulassen, um eben die Situation weiter aushalten und ertragen zu können. Ein Wunsch, wirklich etwas an der Situation zu verändern, besteht aber irgendwie nicht.

    Bringt es diese Co-Abhängigen denn aber tatsächlich weiter oder tappen sie dadurch weiter auf der Stelle. Was meint ihr?

    LG Cadda

    Alles Gute zum Geburtstag, Nudeltante :)

    Ich wollte Dir mit meinen Beiträgen ganz sicher nicht den Tag vermiesen. Wenn ich falsch liegen sollte und es tatsächlich funktioniert, dann freut es mich wie gesagt für Dich und auch für Deinen Mann und für Deine Tochter erst Recht.

    Und falls nicht, dann nimmst Du vielleicht etwas aus meinen Beiträgen für Dich mit. Sie waren jedenfalls dafür gedacht, dass sie Dir mal helfen könnten und Dich gedanklich weiterbringen, jedenfalls langfristig gesehen, falls es eben nicht funktioniert mit der Therapie.

    Dass Du ihm diese Chance jedenfalls gibst, das verstehe ich, auch nach Deinen genaueren Ausführungen.

    Mach Dir jedenfalls einen schönen Tag heute an Deinem Geburtstag!

    LG Cadda

    Hallo nochmal,

    Du hast zwar nicht mich gefragt Sunshine, aber da ich ja in dieselbe Richtung geschrieben habe, wie Stern, kann ich für mich sagen: Stimmt. Ich bin wütend und enttäuscht und rate vielleicht gerade deshalb zu mir Realitätssinn, als ich es damals hatte. Ist das falsch? Vielleicht erhofft man sich dadurch, dass man Andere davor bewahrt, ebenso viel wertvolle Lebenszeit zu verschenken.

    Aber Du hast natürlich Recht, dass es eben auch die Ausnahmen gibt, wo der Partner dann doch trocken wird.

    Den richtigen Zeitpunkt dabei zu erwischen ist nicht einfach.

    Und Nein, ich nehme mich selbst absolut nicht aus dem Thema Trunkenheitsfahrt (auch mit Kindern) heraus. Und gerade DESHALB, weil ich weiß, wie schuldig man sich mit so einer Sache macht, gilt das oben beschriebene: Aus den eigenen Fehlern heraus, eventuell Andere davor bewahren.

    Natürlich muss Jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Aber ich bin damals froh gewesen, dass mir hier immer mal wieder die Augen geöffnet wurden über die Realität (zu denen gehörtest Du übrigens auch ;) ).

    Ja, diese letzte Chance würde ich dann vermutlich auch geben. Aber wie gesagt bin ich aus dem Geschriebenen im anderen Thread davon ausgegangen, dass das nun kein Einzelfall mit dem sogenannten Tiefpunkt war. Deshalb bin ich da skeptisch. Das bin ich aber auch nicht nur hier bei Dir, Nudeltante, sondern generell. Bei mir selbst auch immer im realen Leben. Wo ich früher ZU naiv war, da bin ich jetzt vielleicht ZU realistisch (pessimistisch?). Bisher bin ich damit aber besser gefahren, als mit der ersten Variante.

    LG Cadda

    Ich hatte es in einem anderen Thread so verstanden, dass hier auch schon zum zweiten Mal der Führerschein entzogen wurde. Dass ein Familienmitglied nicht verhindert hat, dass der Vater betrunken mit dem Kind Auto gefahren ist und dass ein weiteres Mal betrunken, auch mit Kind ein Unfall gebaut wurde und deshalb jetzt die Therapie bzw. der Entschluss aufzuhören.

    Das hat bei mir den Eindruck hinterlassen, als wenn sich das Ganze schon länger zieht und es schon mehrfach eskaliere (Führerschein nicht zum ersten Mal weg usw.). Aufgrunddessen kam es mir nicht so vor, als ob der Entschluss aufzuhören, nun das erste Mal ist.

    Vielleicht hab ich das auch falsch interpretiert. Mag ja auch sein, dass es funktioniert. Ich würde es Dir sehr wünschen, Nudeltante.

    Aber was nicht passieren darf, bei aller Hoffnung, dass es nun geklickt hat, ist eben, dass noch einmal so etwas passiert. Mir wird ganz anders, wenn ich das höre mit Trunkenheitsfahrten usw. deshalb neige ich dann automatisch dazu, eher ablehnend zu empfinden. Wenn’s wirklich geklickt hat und die Langzeittherapie Erfolg hat, dann freut mich das natürlich!

    Ich freue mich über jeden Alkoholiker, der es schafft. Das ist doch wohl klar.

    LG Cadda

    Natürlich verstehe ich das. Klar trennt man sich nicht mal eben, wenn es Probleme gibt, wenn man so lange verheiratet ist.

    Aber wenn bereits 3 Mal ein Tiefpunkt erreicht war (der ja letztendlich dann doch nicht der Tiefpunkt war, weil es ja mit dem Trinken weiter ging), indem der Führerschein entzogen wurde… dann kann das ja mit der Alkoholsucht nun so kurz auch wieder nicht sein. Denn so einem Führerscheinentzug geht ja schon etwas mehr Voraus und den bekommt man ja auch nicht nach einer Woche wieder.

    Ich denke also, da wird sicherlich schon eine Menge Zeit verstrichen sein, umsonst meldet man sich hier ja auch nicht an, da ist der Leidensdruck ja schon ziemlich hoch.

    Ich sag ja auch nicht, dass man sich sofort trennen muss. Müssen sowieso nicht. Man kann sich ja auch genau so gut entscheiden, zu bleiben. Ich wollte nur gern verdeutlichen, dass es danach schöner und freier wird, als man sich zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht vorstellen kann. Hätte ich gewusst, wie SEHR das Leben schöner sein kann, wäre ich viel früher gegangen. Und ich hab im Vergleich zu manchen hier nicht mal sooooo lange gebraucht. Trotzdem empfinde ich es als verlorene Zeit eines zufriedenen Lebens. Das könnten andere Frauen (oder Männer) sich doch ersparen.

    Dass man nicht sofort aufgibt, verstehe ich. Aber man sollte aufpassen, wann es eben wirklich Zeit ist, auszusteigen. Die Entscheidung liegt selbstverständlich bei Jedem selbst!!

    LG Cadda

    Danke Dir, Stern :)

    Weißt Du Nudeltante, ich verstehe doch auch, dass es schwer ist, wenn man noch so viel Hoffnung hat. Ich hoffe mit den Beiträgen nur ein wenig mehr Realität in den Vordergrund bringen zu können.

    Natürlich findest Du HIER viele trockene Alkoholiker die es offensichtlich geschafft haben. Aber das liegt eben auch daran, dass das hier ein Alkoholikerforum ist, wo eben auch nur die schreiben können, die den Absprung schaffen.

    Wie viele Alkoholiker gibt es im Gegenzug da draußen, die es eben NICHT schaffen?? Das Risiko, dass eben der Partner zu genau denen gehört ist leider extrem hoch! Darauf zu warten und zu vertrauen, dass es funktioniert, ist eben oftmals eine Verlängerung des eigenen Leidens und das der Kinder.

    Wenn Du das wirklich als letzte Chance betrachtest, dann hoffe ich, dass es klappt. Wenn nicht, dann hoffe ich, dass Du danach eben nicht vergisst, dass das die letzte Chance war. Einfach weil sonst so viel Zeit verstreicht in der Du und vor allem Euer Kind der Situation ausgesetzt seid.

    LG Cadda

    Guten Morgen Peter,

    DANKE für diesen Satz. Den werde ich mir auch einprägen. Ob nun weiterhin was das Thema Alkohol betrifft oder auch, wenn ich das nächste Mal beim Einkaufen durch das Naschregal schlendere :)

    Und Alex: Klasse, wie Du durchhältst :)

    LG Cadda

    Hallo Diego,

    Du hast versucht, nach dem Vorfall mit ihm zu reden? Meinst Du, das hätte etwas gebracht, außer vielleicht für den Moment?

    Du schreibst, Du kannst dauerhaft nicht irgendwo bleiben, wegen der Arbeit usw. Aber was bedeutet das letztendlich für Dich? Dass Du die Situation weiter aushalten willst und Gefahr läufst, dass die Handgreiflichkeiten irgendwann schlimmer werden?

    LG Cadda

    Guten Morgen Nudeltante,

    ja, manchmal ist es echt eine verkehrte Welt. Das hab ich ehrlich gesagt bei Deinem Eingangspost auch gedacht. Dein Mann säuft und DU musst zum Psychologen, um das zu ertragen. DAS ist verkehrte Welt. Ich würde mir auch wirklich absolut keine Gedanken um die Schwiegermutter machen. Das ist eine Verlagerung des eigentlichen Problems. Wer aus der Familie nun genau WIE mit dem Suff umgeht, ist doch eigentlich nebensächlich und würde überhaupt nicht zur Debatte stehen, wenn Dein Mann nicht saufen würde. DAS ist ja letztendlich das Problem. Nicht die anderen kleinen Probleme, die das Saufen, also das Hauptproblem, mit sich bringen.

    Du hast irgendwo anders geschrieben, dass Dein Mann betrunken mit dem Kind Auto gefahren ist. Entschuldige, wenn ich das jetzt durcheinander bekomme, aber ich meine, dass es bei Dir so war. Zeitgleich war dann von dem persönlichen Tiefpunkt bei einem Alkoholiker die Rede.

    Ich habe mich da ehrlich gefragt, wann denn bei der Angehörigen der persönliche Tiefpunkt der Co-Abhängigkeit endlich erreicht ist, wenn der betrunkene Mann mit dem Kind sogar besoffen Auto fährt? Ich würde mir da also ehrlich gesagt lieber um meinen EIGENEN persönlichen Tiefpunkt Gedanken machen und mich fragen, wann dieser erreicht ist und ich endlich aussteige aus dieser schrecklichen Abwärtsspierale.

    Ja, solche Dinge sorgen bei den Alkoholikern immer (ERSTMAL) fürs Umdenken. Der Wille ist dann ganz groß, endlich aufzuhören. Aber die Sucht ist meist doch größer. Ich würde mich also nicht darauf verlassen, dass es funktioniert und dann auf weitere Ausfälle warten. Denn erstens müssen die Kinder die ganze Zeit über das Elend weiter mitbekommen und empfinden es später vielleicht sogar als normal, dass es so abläuft oder sie bekommen irgendwann mit, dass es eben NICHT normal ist und leiden dann den Rest ihres Lebens darunter und zweitens hast Du doch selbst auch etwas besseres verdient oder nicht? Du opferst Dich so sehr für die Beziehung auf, gehst zum Psychologen, um die Situation zu ertragen oder besser einordnen zu können und das Ende vom Lied ist, dass er nun wieder in eine Entzugsklinik musste, weil es ja offensichtlich gerade wieder zu einem Ausfall gekommen ist.

    Ich möchte Dir wirklich nichts böses und ich hab auch schon überlegt, ob die Worte nun hier zu direkt gewählt sind, aber ich will Dir damit im Grunde genommen zur helfen. Es sagt sich alles leichter, als getan, das weiß ich selbst. Ich möchte mich hier auch nicht hinstellen, den Zeigefinger schwingen und so tun, als ob ich alles richtig gemacht habe, deshalb erzähle ich Dir auch gern noch was von mir, damit Du nicht denkst, hier kommt eine Heilige, alles richtig machende Person und erklärt Dir mal eben die Welt :)

    Ich selbst bin trockene Alkoholikerin und war außerdem Jahre lang co-abhängig noch dazu. Ich habe Jahre lang gesoffen und meinen Kindern wirklich nicht das Beste vorgelebt, im Gegenteil. Dazu kommt, dass mein Ex-Partner ebenfalls gesoffen hat und ich immer schön alles verharmlost habe und versucht habe, dass er mit mir gemeinsam aufhört. Ich selbst habe dann vor über 4 Jahren aufgehört, er nicht. Aber ich habe meinen Kindern auch viel zu viel zugemutet. Heute haben wir sehr viel aufgearbeitet. Die Kinder sind im Teenager-Alter und wir reden ganz offen über alles. Ich habe keine Geheimnisse vor ihnen was damals angeht und sie haben viele Fragen, die ich brav beantworte. Von daher haben sie nun - soweit ich das beurteilen kann - nicht mehr allzu sehr darunter zu leiden. Das hoffe ich zumindest. Aber auch nur, weil ich dann irgendwann ENDLICH mal gegangen bin und nicht mehr zugelassen habe, dass ihnen dieser ätzende Alltag vorgelebt wird. Trotzdem hätte ich viel früher reagieren bzw. handeln müssen. Vielleicht ist es mir gerade deshalb so wichtig, dass möglichst viele Frauen zeitiger den Absprung schaffen, schon allein für die Kinder.

    Man denkt immer, dass man so großen Liebeskummer hätte, dass man es nicht aushält. Man denkt, man würde alles wegwerfen. Das ist aber nicht so. Der Alkoholiker hat längst alles weggeworfen, indem er säuft. Und Liebeskummer vergeht. Hinterher wird man viel glücklicher, wenn der erste Kummer erstmal überwunden ist. Das weiß ich :)

    Also nicht Aushalten, sondern Handeln.

    LG Cadda

    Guten Morgen Christrose,

    herzlich Willkommen hier. Du schreibst, dass Alkoholiker erst ihren Tiefpunkt erreichen müssen, wie z. B. Führerscheinabgabe usw. aber offensichtlich reicht das für Deinen Mann nicht aus, denn er hat ja daraus eben nicht gelernt, sondern schon mehrfach den Führerschein abgeben müssen. Sein Tiefpunkt wird dadurch offensichtlich nicht erreicht, da er danach nicht dauerhaft aufgehört hat zu trinken.

    So wie Du scheibst "letztes Drittel" usw. kommt es mir ein bisschen so vor, als ob Du denkst, dass Du nun schon so lange mit Deinem Mann zusammen bist und es für Dich irgendwie unmöglich erscheint oder besonders schwer, dass ausgerechnet das letzte Drittel nicht zusammen stattfindet, so als ob es besonders genau zu überlegen ist, weil es besonders schade wäre oder es nicht nicht lohnen würde oder so ähnlich. Ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben soll, aber ich glaube Du weißt, was ich meine.

    Ich möchte Dir nur sagen, dass das nicht wahr ist. Man kann immer neu anfangen und sein Leben glücklicher gestalten. Ich habe in meiner Familie eine mir sehr nahestehende Person, die ist ebenfalls über 60. Da ihr Mann über 20 Jahre älter war, ist er vor ein paar Jahren verstorben. Sie war erst so drauf, dass sie dachte, nun würde sie eben allein bleiben in der Zeit, die ihr noch übrig bleibt. Aber das hat sich sehr schnell gelegt. Inzwischen hat sie mit nun fast Mitte 60 jemanden kennengelernt und ist total verliebt :)

    Bei ihr kam nun eine Krebserkrankung hinzu und dennoch lässt sie sich das Leben nicht vermiesen. Was ich damit sagen will: Es ist nie zu spät um wieder glücklich zu sein oder zu werden.

    Mit einem Alkoholiker an der Seite KANN man aber nicht glücklich sein. Es werden so viele Jahre verschenkt, die glücklicher hätten sein können. Aber das Augenmerk ist ständig auf dem Alkoholiker und immer ist die Hoffnung im Hintergrund, dass es besser wird. Wird es nicht. Wenn der Tiefpunkt schon nicht erreicht ist, obwohl der Lappen weg genommen wurde, obwohl seine Frau mit der er so lange zusammen ist, unglücklich ist... Wann soll der Tiefpunkt der dann zum endgültigen Aufhören mit dem Saufen führt, endlich eintreten?

    Vielleicht wenn Du endgültig weg bist?! Vorher mit Sicherheit nicht und vielleicht auch nicht mal dann....

    Ich wünsche Dir, dass Du umdenken kannst. Dass das Ende dieser Ehe nicht das Scheitern Deines Lebens bedeutet. Sondern dass das Bleiben das Scheitern für das restliche Leben bedeutet. Scheitern ist hart ausgedrückt. Ich möchte mal sagen, das Glücklich-Sein scheitert dann, so war es gemeint.

    Du hast es doch verdient zufrieden zu sein im Leben, findest Du nicht?

    LG Cadda

    Guten Morgen Sophia,

    mir tut es leid, in welcher Situation Du bist. Du schreibst, dass doch jetzt alles toll werden sollte, klar wo Du nun auch schwanger bist. Dazu gratuliere ich Dir übrigens auch ganz herzlich :)

    Glaub mir, es wird trotzdem toll und zwar noch viel schöner, als mit einem trinkenden Partner. Er hat überhaupt keine Einsicht, er benimmt sich genau so, wie es die Alkoholiker mit Kontrollverlust tun, das mit den sms kennen wir wohl alle, als Beispiel, an die man sich dann nicht mehr erinnern kann. Diese ganzen kleinen und großen Dramen solltest Du Deinem Kind ersparen. Ich hätte meinen Kindern gern mehr erspart. Oft denkt man ja auch, sie bekommen nicht so viel mit, aber das tun sie. Ihnen wird außerdem vorgelebt, als wäre es normal, dass der Vater ab und zu mal so richtig schön voll ist und der Alkohol zum Alltag gehört. Größeres Risiko, dass sie ebenfalls in die Abhängigkeit geraten. Hier sind so viele Menschen, die in Alkoholikerfamilien groß geworden sind und haben ihr Leben lang darunter zu leiden. Tu das Deinem Kind nicht an. Du wirst ganz sicher eine tolle Mutter und irgendwann wirst Du auch wieder verliebt sein :)

    LG Cadda