Beiträge von Cadda

    Guten Morgen Ela,

    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dich direkt dorthin verschoben. Ich habe den Betreff etwas ergänzt, damit wir Dich besser finden und Du Dich selbst auch :) Wenn das nicht ok sein sollte, sag bitte Bescheid.

    Ich wünsch Dir einen guten Austausch :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Nudeltante,

    interessant, dass ein Therapeut meint, wissen zu können, ob Dein Mann Suchtdruck verspürt oder anderweitig unzufrieden.

    Es mag ja sein, dass die Unzufriedenheit auch mit dem Thema zu tun hat, aber ob er nun Suchtdruck hat oder nicht, das weiß nur er selbst. Auch ein Therapeut kann nicht in einen Menschen reinsehen.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    und nochmal vielen Dank für Deinen Beitrag Seeblick. ich ärgere mich gerade, dass ich gar nichts mehr dazu geschrieben habe. Ich habe "Gefällt mir" angeklickt und wollte später am Laptop etwas schreiben und bin dann davon abgekommen.

    Ich scheibe im Moment sehr viel nur im geschützten Bereich, da bei mir privat doch einiges los ist. Hier aber auch bald wieder mehr, versprochen. Nur so viel: Momentan bin ich unglaublich traurig und dennoch kann ich mir nichts schrecklicheres vorstellen, als diese Trauer mit Alkohol zu betäuben. Das ist ein gutes Zeichen.

    LG Cadda

    Hallo Maike,

    Du hast ihn nicht im Stich gelassen. Er hat DICH im Stich gelassen, indem er säuft.

    Lies hier mal die Geschichten. Es wiederholt sich alles. Der Alkoholiker trinkt und gibt die Schuld seiner Partnerin, um von sich abzulenken. Er kann die Wahrheit selbst nicht ertragen und muss sich eben einreden, dass er womöglich nur trinkt, weil Du so schlecht bist. Wenn er dann auch noch Freunde hat, die vermutlich auch gern trinken und ihn deshalb bestärken, dann hast Du keine Chance.

    LG Cadda

    Hallo Maike,

    Er trinkt bereits morgens wenn er zuhause ist geht das den ganzen Tag, meine Worte kamen nie an.

    Für diese Tatsache benötigst Du nicht einmal Dein Bauchgefühl. Ich bin der Meinung, das Bauchgefühl macht sich bemerkbar, wenn ich etwas nicht weiß, sondern nur vermute.

    Das hier ist aber etwas, was Dein Bauchgefühl gar nicht einschätzen muss, weil es offensichtlich für Dich ist.

    Hast Du ihn schon mal mit diesen Tatsachen konfrontiert? Was sagt er denen dazu? Findet er das normal?

    LG Cadda

    Florian, genau DAS wäre ja auch die richtige Konsequenz.

    Heute würde ich mir das auch absolut nicht mehr bieten lassen. Damals sah die Sache leider anders aus. Ob es daran lag, dass ich selbst getrunken habe oder ob es daran lag, dass ich in einer Co-Abhängigkeit steckte oder eine Mischung aus Beidem? Das weiß ich heute nicht so ganz genau.

    Fakt ist aber, dass es leider viel zu viele Frauen (oder auch Männer) gibt, die da nicht aussteigen können, trotz diesem No-Go.... :(

    Und es tut mir leid, dass Du solche Erfahrungen machen musstest, Cadda. Das ist abscheulich.

    So richtig geschlagen wurde ich nicht. Eine Ohrfeige hat es mal gegeben, die ich dann allerdings auch erwidert habe.

    Ich habe das allgemein gemeint, denn es gibt ja viele Frauen, die regelmäßig geschlagen werden oder was auch immer.

    Aber mein Ex wurde auch aggressiv. Hat mit Glasflaschen nach mir geworfen, beleidigt, beschimpft und grob festgehalten bzw. geschubst. Nüchtern hat er das niemals getan, nicht einmal ansatzweise. Nüchtern ist er nicht einmal laut geworden im Streit. Er hat seine Meinung gesagt, aber niemals verletzend oder abwertend. Von daher ist es erschreckend, zu was man eben fähig ist, wenn die Hemmungen fallen.

    Von daher ist Deine Sichtweise wohl nicht von der Hand zu weisen, dass Alkohol eben nur ein Auslöser ist bei manchen Menschen.

    Ich weiß es aber eben nicht ganz genau, weil mein Ex schon Alkoholiker war, als ich mit ihm zusammen kam. Er hat nicht durchgehend gesoffen, ist ja auch noch zur Arbeit gegangen, aber er hat eben sehr oft getrunken schon damals. Deshalb kann ich nicht beurteilen, ob er jemals so ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt hätte, wenn er kein Alkoholiker gewesen wäre.


    Ich denke nun schon die ganze Zeit über das Thema nach, weil es hier in diesem Thread ja auch darum geht. Wenn wir uns denn im Suff gestritten haben, dann habe ich auch schon Dinge gesagt, die ich nüchtern vermutlich nicht gesagt hätte. Allerdings hatte ich da einfach das Gefühl mich wehren zu müssen. So aus heiterem Himmel wäre ich nicht zu ihm gegangen und hätte ihm böse Dinge an den Kopf geworfen. Oder die Ohrfeige, die ich am Anfang dieses Beitrages erwähnt habe. Dieses Erwidern war dann in dem Moment, weil ich dachte, ich darf mich jetzt nicht unterkriegen lassen, ich darf mir das nicht gefallen lassen, ich muss nun reagieren. Ist natürlich nicht wirklich die klügste Art gewesen. Eine Trennung wäre wohl die vernünftigere Reaktion gewesen :) Aber da sind wir ja wieder beim Thema Co-Abhängigkeit. Da denkt man dann am nächsten Tag über den Vorfall nach und sagt sich:

    "Nüchtern ist er ja soooo ein lieber Mensch. Das mit der Ohrfeige ist ihm ja nur passiert, weil er Alkoholiker ist" :roll:

    Weshalb darf das eine sein aber das andere nicht?

    Weil ich niemanden damit verletze, wenn ich im Suff einen Typen anspringe, um ihn zu knutschen (außer vielleicht den Typen selbst :lol: ).

    Wenn ich aufgrund von Aggressivität aber meine Frau schlage, dann siehts schon ganz anders aus.


    Dennoch... es ist doch möglich dass ein Mensch auf Alk aggresssiv wird, und nüchtern "ein total lieber Mensch ist".

    Vielleicht ist es tatsächlich so. Ich habe es ja bei meinem Ex-Partner auch so erlebt. Deshalb beschäftigt mich das Thema ja auch so sehr. Weil ich mich eben frage, wie es wäre, wenn er trocken geworden wäre. Ist es dann tatsächlich so, dass er dauerhaft ein total lieber Mensch gewesen wäre?

    Letztendlich spielt es aber ja auch gar keine Rolle.

    Als Betroffene bringt es mir ja auch herzlich wenig, wenn mein Partner nüchtern ein total liebevoller Kerl ist, wenn er denn besoffen trotzdem ätzend ist.

    Wobei ich jetzt nicht alle trockenen Alkoholiker an den Pranger stellen möchte, die im Suff mal aggressiv geworden sind. Mitunter hat man ja auch eine Wut in sich, die man nüchtern eben anders los wird oder die man in sich halten kann und unter Kontrolle halten kann.

    Es geht mir um die Alkoholiker, die ihre Frauen schlagen, beleidigen und mit Flaschen bewerfen. So ein Verhalten zu entschuldigen, mit den Worten "Nüchtern ist er aber ein so lieber Mensch"... das gefällt mir eben nicht bzw. frage ich mich, ob das denn eben tatsächlich so ist.

    Manche kennen ihren Partner ja auch nur als Alkoholiker. Wer sagt einem denn, dass der Partner nicht auch seine schlechten Eigenschaften irgendwann nüchtern an den Tag gelegt hätte?

    Nein, das hast Du nicht missverstanden. Das "nein, das ist nicht so" bezog sich tatsächlich auf die Aggressivität.

    Weil ja oft von Co-Abhängigen oder Angehörigen behauptet wird, dass der Partner oder das Familienmitglied nur aggressiv ist, weil er oder sie Alkoholikerin ist. Und das ist es, was ich anzweifle und wo ich anhand meines Beispiels dachte "nein, das ist nicht so". Denn ich wurde eben nicht aggressiv wenn ich etwas getrunken habe, weil das eben auch nicht in mir drin steckt.

    Peinlich hingegen wurde ich offensichtlich, weil das eben in mir drin steckt :)

    Das würde bedeuten dass in Dir, Cadda, halt nicht jene aggressive Regung innewohnt, sondern jene peinliche Figur, die durch den Alkohol ans Tageslicht kommt.

    Was ich sagen will: Wieso wohnt bei einem aggressiven Menschen jene aggressive Verhaltensweise in ihm sowieso drin, jedoch jene peinliche Verhaltensweise in den Menschen nicht? Gilt das nur für aggressives Verhalten?

    Da fällt mir doch gerade ein, dass ich darauf noch eingehen wollte, aber eben erst später vom Laptop aus. Aus "Später" wurden nun ein paar Tage, aber besser spät als nie :D

    Ja Florian, das bedeutet es. Dass jene peinliche Figur wohl in mir drin steckt. Ich bin in meinem Humor sehr derbe manchmal. Ich lache unglaublich laut mit einer Tendenz zu hysterisch. Ich kann mich gut verlieben und mag gern knutschen :P

    Das alles eben auch nüchtern! Aber nüchtern weiß ich mich eben zu benehmen. Ich kann unterscheiden, ob ein derber oder sexistischer Witz gerade angebracht ist (unter Freunden) oder eben nicht, weil fremde Menschen dabei sind.

    Ich kann meine hysterische Lache anpassen, wenn es gerade nicht so passend ist, weil wir vielleicht eine Teambesprechung auf der Arbeit haben und eben nicht mit Freunden beim Grillen sitzen.

    Ich kann einen Bekannten am Abend attraktiv finden und ins Geheimen Herzchen in den Augen haben, ohne mit ihm vor anderen Leute zu knutschen.

    Besoffen kann ich das oben beschriebene eben NICHT, das Verhalten ist dann peinlich :mrgreen:

    Also beantworte ich Deine Frage für mich persönlich damit, dass das nicht nur für aggressives Verhalten gilt :)

    Hallo Sunbear,

    ich schließe mich Hartmut an, mach es nicht kleiner, als es ist. Du hast einen guten Anfang hingelegt und trinkst nun schon einige Zeit nichts mehr. Nun hast Du Dich hier auch noch angemeldet, was ja zeigt, dass Du am Ball bleiben möchtest.

    Ein sehr seltener Blick in den Spiegel. Die Fratze die mir da entgegen sah glich nicht dem Bild was ich von mir hatte.

    Das kann ich total gut nachvollziehen. Es ging mir auch so, dass ich mich selbst nicht mehr leiden konnte und dass mein Verhalten überhaupt nicht meinem Charakter entsprach. Ich war überhaupt nicht mehr so, wie ich mich beschrieben hätte, wenn man man gefragt hätte, welche Eigenschaften ich habe.

    Es freut mich, dass Du Deinen Lebenswillen wieder gefunden hast.

    LG Cadda

    Hallo Tippi,

    ich hatte gestern Besuch von einem Familienmitglied, das bummelige 30 Jahre trocken ist. Neulich, auf einem Geburtstag hatten wir das Thema Sucht. Wir haben längere Zeit darüber gesprochen, auch im Beisein meiner Jungs, wir haben berichtet von unseren Gefühlen usw. Es war ein sehr gutes Gespräch! Das war vor ungefähr 2 Wochen.

    Gestern war dann genau dieses Familienmitglied bei mir zu Besuch und hat nochmal angesprochen, dass das Gespräch ja neulich echt gut gewesen sei, wo wir beide mal ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Dann hat er mir erzählt, dass er neulich einen Traum hatte, in dem ihn der Alkohol verfolgt hat, indem er getrunken hat. Er sagte, er wüsste nicht, was das nun sollte. Ich hab meine Vermutung erzählt, dass es vielleicht eben mit dem Gespräch zu tun hatte, was wir neulich hatten.

    Denn auch ich denke, dass wir in Träumen ja unsere Gedanken verarbeiten und deshalb einfach solche Träume haben. Je mehr man sich damit befasst umso eher können dann eben auch diese Träume auftreten.

    Jedenfalls hat er mir erzählt, dass er auch jetzt nach 30 Jahren eben diesen Traum hatte. Dass er das in den ersten Jahren sehr oft hatte und es dann irgendwann nachgelassen hat. Aber es hat nie komplett aufgehört. Es ist eben ab und zu immer noch so (wie neulich) und dass es vermutlich auch immer so bleiben wird.

    Das wollte ich Dir nochmal erzählen. Ich habe direkt an diesen Thread gedacht. Also, wenn bei einem Menschen, der 30 Jahre trocken ist, sowas noch vorkommt, dann "darf" das bei Dir wohl auch so sein :)

    LG Cadda

    Liebe Alba,

    ich habe gerade Deinen Thread gelesen und wollte Dir nur sagen, dass ich Deine Geschichte total interessant und spannend finde!! Ich finde es sehr klasse, dass Du hier bist und auch noch so gut beschreiben kannst, wie es in Dir aussieht. Dass hier eine Geschichte erzählt wird, wo eben nicht alles wieder gut ist, wenn der Alkoholiker trocken wird. Ich finde, Du klingst sehr durchdacht und kannst Deine eigenen Gefühle sehr gut einordnen. Ich habe das Gefühl, bei Dir und Deinem Mann ist irgendwie noch alles offen. Es könnte sein, dass aus dieser Freundschaft wieder eine tiefere Liebe wird. Der anfängliche Zauber von dem Du sprichst, ist der nicht eh mit den Jahren irgendwann vorbei? Ist nicht eine tiefe Freundschaft auch irgendwie Liebe? Jetzt werde ich aber wirklich melodramatisch :mrgreen:

    Ich bin tatsächlich gespannt, wie es bei Dir weitergeht. Vielleicht hilft Dir dieses Forum ja auch bei der ganzen Verarbeitung der Sache. Vielleicht kannst Du durch das Lesen bei den Alkoholikern Deinen Mann besser verstehen und es hilft dabei, sich wieder näher zu kommen auf der emotionalen Ebene.

    Wenn das denn überhaupt noch Dein Ziel ist.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    vielen Dank für die vielen, guten Antworten. Die Sichtweisen finde ich wirklich interessant. Ohne jetzt auf alles einzugehen, denn ich will mich hier gar nicht abschließend äußern, es kann ja auch gern noch weiter berichtet oder geschrieben werden...

    ... aber das hier ist auch ein wichtiger Punkt:

    Das Problem bei vielen ist der Satz: mein Partner ist so ein wundervoller Mensch. Wenn nur der Alkohol nicht wäre...


    Ich glaube deshalb fallt die Trennung von dem Menschen so schwer. Es macht ja "nur der Alkohol" diesen Menschen zum unerträglichen Partner.

    Ist das so???

    Ich habe ein Beispiel selbst erlebt, wo ich sagen würde "Ja, das ist so". Es geht um meinen Ex-Partner, mit dem ich Jahre lang zusammen war. Er ist ein großartiger Mensch. Gutmütig, immer hilfsbereit, humorvoll, liebevoll. Ein toller Vater, immer für seine Kinder da. Beruflich selbständig und immer sehr fleissig. Beliebt bei allen Leuten aus seiner Umgebung, da auf ihn immer Verlass ist und er so ein gutes Herz hat.

    Besoffen?! Lustig, ein Kerl zum Pferde stehlen und Spaß haben. Besoffen im Streit mit mir: Widerlich! Wird extrem verletzend. Wirft mit Flaschen. Macht seine jugendlichen Kinder runter, sie würden nichts taugen. Verpennt seine Arbeit. Rastet aus, wirft mit Gegenständen. Wird beleidigend und wie gesagt sehr verletzend.

    Und nun? Macht nur der Alkohol ihn zu diesem unerträglichen Menschen?

    Da komme ich dann mit meinem zweiten Beispiel hinterher, wo ich sagen würde "nein, das ist nicht so". Es geht um mich. Ich habe Jahre lang gesoffen, bin nun trockene Alkoholikern. Ja, ich war im Suff peinlich. Habe mich daneben benommen, weil die Hemmungen einfach nicht mehr da waren. Ja, ich konnte nicht so eine gute Mutter sein, weil ich einfach nicht in der Lage dazu war, entweder körperlich oder psychisch. Das hat der Alkohol aus mir gemacht, stimmt.

    ABER: Ich bin nicht aggressiv geworden. Ich habe Menschen um mich herum nicht beleidigt oder habe ihre Gefühle absichtlich verletzt. Ich bin nicht ausgerastet oder habe mit Flaschen nach Jemanden geworfen. Egal wie voll ich war, ich hatte trotzdem Empathie.

    Deshalb frage ich mich selbst oft: Steckt nicht in jedem aggressiven und beleidigenden Alkoholiker eh im Kern eine ätzende Art, die einfach nur im Suff ans Tageslicht kommt?

    Ich möchte noch betonen, dass es hier nicht um die Alkoholiker geht, wo die Partnerschaft "nur" unerträglich ist, weil eben der Alkoholiker betrunken ist und eben im Alltag nicht mehr funktioniert. Das ist schlimm und auch das macht eine Partnerschaft unerträglich.

    Ich rede von den Partnern, die im Suff wirklich so sind wie oben beschrieben. Denn auch da heißt es immer: Nüchtern ist er ja so ein guter Mensch. Darauf bezog sich die Frage, die ich nochmal stelle: Ist das wirklich so??

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich habe gerade einige Beiträge gelesen, die ich sehr interessant fand. Dabei ging es darum, dass die Wahrnehmung des Alkoholikers gestört ist, aber dass eben auch die Wahrnehmung des Co.Abhängigen gestört ist. Ist das tatsächlich so oder funktioniert die Wahrnehmung im Grunde genommen sehr gut, wird aber dennoch hingenommen?

    Ich glaube, dass es viele Co-Abhängige gibt, die schon längst verstanden haben, was Sache ist und deren Wahrnehmung auch gar nicht (mehr) gestört ist. Sie schaffen es dennoch nicht, dem ganzen Drama ein Ende zu setzen, weil sie an der Hoffnung festhalten, der Süchtige hört auf zu Saufen und dann wird alles wieder gut. Und so lassen sie die ganzen Demütigungen, Beleidigungen und Ausreden des Säufers über sich ergehen.

    Ich denke beim Lesen vieler Geschichten, wie es sein kann, dass der Co-Abhängige sich also quasi vornimmt, die Situation AUSZUHALTEN. Ich habe oft den Eindruck, dass dann die Geschichten hier erzählt werden, um eben die Situation besser ertragen und aushalten zu können. An einer Änderung wird aber gar nicht gearbeitet, weil ja immer noch die Hoffnung besteht, dass nach dem Aushalten und Ertragen der Situation die Belohnung kommt, indem der Säufer aufhört zu saufen. Dass das aber in den meisten Fällen eben nicht passiert, das wird ausgeblendet. Das ist dann wohl der Schutzmechanismus des Co-Abhängigen.

    Oftmals wird ja auch in Etappen gedacht. Es wird zunächst auf die sogenannte Einsicht gehofft. Wenn die dann erstmal da ist, dann sieht der Co-Abhängige sich in einer Art Zwischenziel, also einen großen Schritt weiter.

    Stimmt aber auch nicht wirklich. Einsicht bedeutet noch lange keine Handlung.

    Vermehrt fällt mir auch auf, dass Co-Abhängige erst Recht Hoffnung bekommen, weil sie hier im Forum ja so viele Menschen treffen, die wirklich aufgehört haben zu trinken. Dass es allerdings daran liegt, dass das hier ein Alkoholikerforum ist und sich ja nun diese Leute gerade deshalb hier treffen und deshalb ein ganzer Schwung hier anzutreffen ist, das ist ja auch klar.

    Wenn ich zu einer Gruppe gehe, indem sich Menschen treffen, die essenstechnisch Punkte zählen, um an Gewicht zu verlieren, dann treffe ich dort natürlich auch sehr, sehr viele Menschen, die abgenommen haben oder dabei sind.

    Da "draussen" gibt es jedoch viel mehr Menschen, die Übergewicht haben und eben nicht schaffen, abzunehmen.

    Genau so, wie es eben da "draussen" auch viel mehr Menschen gibt, die Saufen und eben nicht schaffen, aufzuhören.

    Bei beiden Beispielen oftmals, obwohl die Einsicht vorhanden ist.

    Ich weiß, dass es ein Prozess ist, sich zu lösen und wieder an sich zu denken. Das funktioniert nicht von heute auf morgen. Ich habe den Eindruck, hier melden sich viele Frauen an, die noch nicht soweit sind, sich aber auf einen guten Weg begeben, etwas sacken zu lassen, von dem was sie lesen und vor haben, etwas an der Situation zu verändern.

    Bei einigen habe ich aber ganz stark den Eindruck, dass sie sich hier anmelden, um sich "nur" auszutauschen, also Dampf abzulassen, um eben die Situation weiter aushalten und ertragen zu können. Ein Wunsch, wirklich etwas an der Situation zu verändern, besteht aber irgendwie nicht.

    Bringt es diese Co-Abhängigen denn aber tatsächlich weiter oder tappen sie dadurch weiter auf der Stelle. Was meint ihr?

    LG Cadda

    Alles Gute zum Geburtstag, Nudeltante :)

    Ich wollte Dir mit meinen Beiträgen ganz sicher nicht den Tag vermiesen. Wenn ich falsch liegen sollte und es tatsächlich funktioniert, dann freut es mich wie gesagt für Dich und auch für Deinen Mann und für Deine Tochter erst Recht.

    Und falls nicht, dann nimmst Du vielleicht etwas aus meinen Beiträgen für Dich mit. Sie waren jedenfalls dafür gedacht, dass sie Dir mal helfen könnten und Dich gedanklich weiterbringen, jedenfalls langfristig gesehen, falls es eben nicht funktioniert mit der Therapie.

    Dass Du ihm diese Chance jedenfalls gibst, das verstehe ich, auch nach Deinen genaueren Ausführungen.

    Mach Dir jedenfalls einen schönen Tag heute an Deinem Geburtstag!

    LG Cadda