Guten Morgen zusammen,
mich freut es, dass hier in letzter Zeit wirklich viele durchstarten und sich ein abstinentes Leben wünschen. Es kommen immer mehr Menschen zur Besinnung. Leider rutschen natürlich auch immer mehr Menschen in die Alkoholabhängigkeit, aber dennoch freue ich mich über jeden Einzelnen, der sich auf einem guten Weg befindet.
Ein Freund hat sich ebenfalls entschieden, auf Alkohol zu verzichten. Er macht es gut bisher, es ist schön zu sehen, wie er nach und nach zufriedener wird.
Ein früherer Kumpel von mir trinkt ebenfalls seit 10 Monaten nichts mehr und auch ihm scheint es gut damit zu gehen. Das kann ich allerdings (noch) nicht so genau sagen. Ich habe, seit dem ich nichts mehr trinke, was seit guten vier Jahren der Fall ist, keinen Kontakt mehr gehabt. Wir haben uns nie gestritten und seit dem ich Teenager bin, waren wir befreundet. Es passt einfach nicht mehr, als ich aufhörte. Nun hat er sich letzte Woche das erste Mal seit dem wieder bei mir gemeldet. Von ihm weiß ich gar nicht, dass er nichts mehr trinkt, weil wir uns noch nicht persönlich getroffen haben? Oder weil er gar nicht vor hat, es zu erzählen? Ich werde es erfahren, denn er fragte mich, ob wir nicht mal wieder einen ausquatschen wollen. Früher hieß es "Lass uns mal wieder ein BierCHEN trinken", neulich hieß es "Lass uns doch mal zum Schnacken treffen". Er weiß, dass ich nichts trinke. Ich habe ja auch immer mit offenen Karten gespielt. Ich hab jedenfalls gesagt, ich werde mal in nächster Zeit bei ihm anhalten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er mir dann genauer erzählen wird, was in ihm vorgeht. Anders als bei demjenigen aus meiner Familie, hat er wohl nicht wirklich verkündet "Ich trinke nicht mehr, weil ich Alkoholiker bin", sondern ist wie gesagt einfach bei dem alkoholfreien Januar hängengeblieben. Ich bin gespannt, wie offen er bei mir redet.
Mein Sohn war gestern mit seiner Projektpräsentationsgruppe von der Schule aus mit dem Bus in der nächstgelegenen Stadt, bei der Suchtberatung. Sie haben sich für das Thema "Spielsucht" entschieden, im Hinblick darauf, dass in dem Alter ja wirklich das Zocken ganz weit oben steht. Sie wollten auch solche Fragen stellen, wie es sich allgemein mit Süchten verhält und auch mal zur Alkoholsucht übergehen. Ich finde es gut, schaden kann es nicht, sich mit dem Thema oder mit verwandten Themen auseinanderzusetzen.
Das sind alles Dinge, die ich positiv wahrnehme. Dass es eben doch immer mal wieder Menschen im Umfeld gibt, die umdenken.
Dann gibt es auch wieder welche, die dermaßen auf dem Schlauch stehen. Mein Ex-Partner (nicht der Choleriker, nicht der Säufer, sondern der mit dem ich noch sehr gut befreundet bin
), erzählte mir "Also ich weiß nicht, was mit ......... (besagter Kumpel) los ist. Ich hab Angst, dass er krank ist. Er hat so abgenommen in kurzer Zeit, lässt sich kaum noch irgendwo blicken und er mag auch immer noch kein Bier trinken" 
Ich hab ihn dann direkt gefragt, ob er eigentlich schon mal daran gedacht hat, dass anders herum ein Schuh draus wird. Dass er eben KEIN Bier mehr trinkt, WEIL er alkoholkrank ist und dass er DESHALB, weil er jetzt eben schon 10 Monate nichts trinkt und gesünder lebt, so abgenommen hat und DESHALB auch keinen Bock hat, unter trinkenden Leuten zu sitzen?!
Wirklich... verkehrte Welt. Da ist man nun heutzutage schon KRANK, weil man kein Bier mehr trinkt 


"Stimmt, DAS kann auch sein".... war seine Antwort 
Ich werde jetzt noch in Ruhe weiter meinen Kaffee trinken, hier im Forum lesen und dann gehts ab zur Arbeit. Ich wünsch Euch allen einen schönen Tag und schon einmal ein schönes Wochenende 
LG Cadda