Beiträge von Cadda

    Hallo Lea,

    verstehe mich bitte nicht falsch. Wenn Dein Schwiegervater vor den Kindern aggressiv wird, dann solltet ihr das natürlich nicht dulden. Unabhängig davon, ob er trinkt oder nicht. Davon bin ich jetzt aber nicht ausgegangen.

    Wie wäre es denn, wenn ihr es bei den wenigen Besuchen bei Beiden belasst und ihr die Oma einfach zusätzlich öfter einladen würdet. Ihr müsst es doch gar nicht unbedingt an der Abhängigkeit festmachen, also die Begründung. Ihr könntet der Oma doch sagen, dass Euch aufgefallen ist, dass sie offensichtlich mehr Interesse an den Kindern (und auch Euch) hat und die Kinder die Zeit mit ihr besonders genießen und es daher schön wäre, wenn sie an und zu auch mal allein kommen könnte.

    Der Schuss, ihr eine Co.Abhängigkeit zu diagnostizieren, könnte ja auch schnell mal nach hinten losgehen :S

    Zumal es ja auch solche Konstellationen gibt, in denen da Beide gar nicht zwingend unglücklich sind, obwohl einer trinkt.

    Vielleicht ergibt sich aber im Gespräch mit der Schwiegermutter auch, dass Du offen mit ihr reden kannst. Du könntest Dich doch da im Gespräch mal langsam herantasten.

    LG Cadda

    Hallo Hoffnung,

    das ist tatsächlich eine lange Zeit. Ich denke jedoch, dass die Panikattacken noch weniger in den Griff zu bekommen sind, wenn man nun zusätzlich auch noch alkoholabhängig ist. Alkohol verschlimmert das ja noch.

    LG Cadda

    Hallo Maritha,

    ich weiß gar keinen weiteren Rat für Dich. Du hast ja schon längst verstanden, dass Du Deinem Sohn nicht helfen kannst. Mir tut so etwas wahnsinnig leid. Ich habe selbst zwei Söhne und wenn ich mich in Deine Lage versetze. Schlimm :cry:

    Wenn man selbst Alkoholikerin ist, kann man sein eigenes Leid beenden. Wenn man in einer Beziehung mit einem Alkoholiker ist, dann auch. Aber das eigene Kind. Der Kummer kann ja gar nicht vergehen. Du kannst eben nur hoffen, dass er irgendwann seinen Tiefpunkt erreicht und dann handelt. Und Dich bis dahin zumindest versuchen, abzugrenzen. Aber das kannst Du natürlich nur im Alltag, emotional nicht.

    Du machst es richtig, Spaziergänge, keine Kontrolle.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass die Situation erträglicher wird!

    LG Cadda

    Weißt Du, Eismann... Das Alles ist aber sicherlich unabhängig von Deiner Alkoholkrankheit. Das sind unterschiedliche Vorstellungen vor einer Beziehung und unterschiedliche Vorstellungen in sexueller Hinsicht. Daran scheitert viele Beziehungen, eben weil einer fremdgeht. Hier seid ihr offen zueinander und das ist auch sehr lobenswert. Ich finde es toll, wenn ihr da so drüber reden könnt. Fakt ist aber, wenn ihr Euch da nicht irgendwie in der Mitte treffen könnt, so dass beide zufrieden sind, dann gebe ich Dir Recht, dass das Loslassen hier nicht verhindert werden kann.

    Bitte achte auf Dich. Du bist traurig und hast Liebeskummer. Dass da das Trinken keine Option ist, weil es nur für den Moment helfen würde und langfristig gesehen die Gefühle nur noch verschlimmern, das weißt Du selbst. Ich wollte es trotzdem nochmal erwähnt haben :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Lea,

    es tut mir wirklich leid, wenn ich durch meine Antwort jetzt wieder etwas durcheinander bringe, aber es ist nun einmal das, was mir durch den Kopf geht:

    Ich würde wegen 2-3 Treffen im Jahr hier ehrlich gesagt kein Fass aufmachen. Das hört sich jetzt plump an, aber genau so denke ich. Weißt Du, ich habe früher ein Dorf weiter von meinen Großeltern gewohnt und war sehr oft bei ihnen. Mein Opa hat auch oft Bier getrunken (und nein, das ist nicht der Grund, weshalb ich Alkoholikerin wurde, meine Eltern haben NICHT getrunken und mir auch immer vermittelt, dass es nicht richtig ist, wenn der Opa zu viel Bier trinkt) und ich hab ich fürchterlich lieb gehabt, er war ein toller Opa. Er hat sich mit uns beschäftigt, sich Zeit genommen, ganz viel mit uns geredet und Geheimnisse für sich behalten. Leider ist er Ende letzten Jahres verstorben, aber er war wirklich bis zuletzt ein wahnsinnig gutmütiger und herzlicher Mensch. Ich hätte es sehr bedauert, wenn meine Eltern früher dafür gesorgt hätten, dass ich meinen Opa nicht mehr sehen darf.

    Nun wirst Du, liebe Lea, natürlich denken "Naja, aber mein Schwiegervater ist ja nicht wie oben beschrieben. Er kümmert sich gar nicht so gut um die Kinder". Das stimmt ja auch. Die Frage ist hier nur: Liegt das daran, dass er abhängig ist oder wäre er vom Mensch her eh so? Und wenn er nicht abhängig wäre und einfach "nur" desinteressiert. Würdet ihr dann auch den Kontakt zum Opa verbieten, weil er einfach nicht so herzlich und sympathisch ist, wie die Oma?

    Ich will das nicht schön reden. Natürlich ist es Mist, wenn der Opa kein guter Opa ist. Aber ich kenne soooo unendlich viele Opas, die nicht so toll waren, wie meiner zum Beispiel. Oder auch Omas. Gehört es nicht aber einfach auch dazu, dass man Familienangehörige hat, die einem lieber sind und mit denen man ein besseres Verhältnis hat, als zu anderen Familienangehörigen. Wachsen Kinder nicht einfach mit solchen Dingen auf, ohne dass sie einen Schaden fürs Leben bekommen?

    Bei dieser Geschichte kann ich mir einfach nicht helfen. Da überlege ich, ob hier tatsächlich die Abhängigkeit im Vordergrund steht oder ob es einfach nur so ist, dass er nicht so sehr gemocht wird.

    Und wie gesagt: Es geht hier um 2-3 Treffen im Jahr und nicht darum, dass die Kinder ganze Wochenenden bei ihm verbringen oder ihn mehrmals die Woche sehen.

    Ich hätte gern was Anderes geschrieben, um Dich zu bestätigen, aber mir gehts einfach so, wie beschrieben bei der Geschichte.

    LG Cadda

    Guten Morgen MarMer,

    "Sunshine ist da ähnlich"....

    Die liebe Sunshine ist noch viel direkter :mrgreen:

    Es freut mich, dass Du meine Beiträge liest und ich hab hier auch über die Zeit gelernt, dass nett Drum-Herum-Schreiben oftmals gar nicht ankommt. Die Menschen hier sind verschieden und nur weil ich vielleicht zwischen den Zeilen lesen würde, wenn man mir ganz behutsam versuchen würde, eine Sache nahezulegen, heißt das noch lange nicht, dass Andere das auch machen. Klare Worte sind daher einfach immer sinnvoller.

    Ich habe gesagt, dass es doch logisch ist, dass Du misstrauisch warst und Du fragst, ob ich mir sicher bin und woran ich das fest mache...

    Ja, ich bin mir sicher und ich mache das an Deinen Erzählungen fest. Lies Dir doch die Anfänge noch einmal durch. Ständige Trennungen seinerseits, diverse Frauenkontakte und Beziehungsversuche nach einer Reha und vor allem die Tinder-Geschichte mit mehreren Chats. Also wenn mein Partner bei Tinder rumgeistert, während er mit mir zusammen ist, dann darf er gern mit seinem Handy nach Hause geistern...

    Bei Dir sind im Leben aber nun wirklich auch viele einschneidende Erlebnisse passiert, wie ich gerade gelesen habe. Da brauchst Du wirklich nicht noch eine unglückliche Beziehung mit einem Suchtkranken. Ganz ehrlich nicht, da würde ICH mich an Deiner Stelle lieber mal bei Tinder umsehen 8)

    LG Cadda

    Guten Morgen Eismann,

    als ich vorhin Deinen Eintrag gelesen habe, da hab ich erstmal Deinen Thread gelesen. Deshalb erstmal vorweg: Ich finde, Du hast es bis jetzt alles sehr gut gemacht. Du achtest auf Dich und nimmst Deine Trockenheit sehr ernst. Das wird vermutlich auch damit zu tun haben, dass Du nun feststellst, dass es mit Deiner Frau nicht mehr funktioniert? Das ist zum Einen natürlich gut, also dass Du Deine Trockenheit über Alles stellst, weil es sonst nicht funktionieren kann. Zum Anderen tut es mir natürlich leid, dass Du diese Erkenntnis hast und nun offensichtlich gezwungen bist, zu handeln. Magst Du beschreiben, was genau denn nun zu den Problemen führt, dass eine Trennung im Raum stehst? Bisher hatte ich den Eindruck, dass ihr da an einem Strang zieht (alkoholfreies Zuhause usw.).

    LG Cadda

    Also in den Zusammenhängen, wie von Dir genannt, würde ich auch nicht in der Wir-Form sprechen. Wenn ich einen Rückfall baue, dann nicht deshalb, weil das bei "unserer" Krankheit passieren kann, sondern weil es MIR passiert ist, weil ICH offensichtlich nicht genügend auf mich geachtet habe.

    Dieses Wir in Partnerschaften kommt auch immer auf die Situation an. Manche Dinge stimmen ja. Da darf man(n) :mrgreen: dann auch gern in der WIR-Form sprechen. Aber mir ist auch schon manchmal aufgefallen, dass es auch bei Dingen WIR heißt, wo ich eigentlich weiß, dass dies gar nicht richtig ist. Wenn ich jetzt übrigens geschrieben hätte "wo man eigentlich weiß, dass dies gar nicht richtig ist", dann nur deshalb, weil ich weiß, dass auch Andere das wissen :D

    Man kann dieses Thema wirklich sehr zerpflücken. Ich kann es gerade zerpflücken. Da DU das aber auch kannst, kann man es also. Oder auch man(n).

    :lol:

    Im Ernst: Ich weiß, was Du damit sagen möchtest. Es ist wichtig, für sich selbst einzustehen und sich nicht hinter der Allgemeinheit zu verstecken.

    LG Cadda

    Hallo MeaCulpa,

    er hat Angst, Dich als Saufpartner zu verlieren oder denkt, es würde Dir besser gehen, wenn er Dir einredet, dass alles nicht so schlimm ist.

    Ich find es mal vom Ergebnis unabhängig super, dass Du den A… in der Hose hattest, das zu sagen.

    Du hast es ihm gesagt. Wie es sich nun entwickelt, wirst Du mit der Zeit sehen.

    LG Cadda

    Hallo PB,

    Du hast es ziemlich gut zusammengefasst. So ähnlich empfinde ich es auch.

    Hallo Hanseat,

    seit dem ich nichts mehr trinke habe ich mir vorher nie vorgenommen, ob ich irgendwo hingehe oder nicht. Ich habe es mir immer bis ganz zum Schluss offen gelassen und es von meiner Stimmung abhängig gemacht. Ich bin nur zu Veranstaltungen gegangen, weil jeder Bescheid wusste, ich hab mich da sicher gefühlt. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir manche Feiern dennoch sparen können. Manche Dinge empfand ich als gelungenen Abend, auch ohne Alkohol.

    Hallo Hartmut,

    für mich ist es ein normaler Sprachgebrauch, auch mal in der Wir- oder Man-Form zu sprechen.

    Derjenige hat in dem Moment wohl uns gemeint, weil er mich ja auch erlebt hat über Jahre und er hat natürlich auch erlebt, dass ich sehr wohl auch meinen Spaß hatte auf manchen Feiern. Er war da ja schon längst trocken. Wie es nachher wirklich bei mir zu Hause ablief, hat er gar nicht mitbekommen. Er hat mich halt auf Familienfesten erlebt und ich bin oft auch fröhlich gewesen. Wobei ich beim Schreiben gerade feststelle: Das bin ich heute auch noch, wenn nicht sogar noch viel fröhlicher.

    Er meint es auch ganz gewiss nicht so, dass ich alten Zeiten hinterhertrauern sollte, das tut er selbst nicht. Er ist zufrieden trocken und rückfallfrei trocken und geht heute immer noch regelmäßig in "seine Gruppe", wie er es so schön nennt. Ich rede ganz gern mit ihm drüber. Wir haben nicht oft das Thema, aber wenn, dann sagt er im Grunde Dinge, die ich auch hier von Euch Langzeittrockenen lese. Dass man immer am Ball bleiben sollte. Dass man aber den Alkohol nicht grundsätzlich verteufeln muss. Wir (da ist es wieder das wir...) haben ihn aber einfach nicht vertragen und sind abhängig geworden und das stimmt ja auch.

    War es denn wirklich die Gesellschaft, die mir Spaß machte oder der Alkohol als Beiwerk, weil er „dazu gehörte“

    Ja, das ist eine gute Frage. Wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Ergebnis, dass das positive Zurückdenken (nach dem Motto, es war nicht alles schlecht, sondern auch lustig) tatsächlich die Gesellschaft betraf. Da befand ich mich nämlich in guter Gesellschaft mit denen ich auch heute noch nüchtern lachen kann (siehe gestern).

    Die schlechten Erlebnisse sind dann die gewesen, wo man allein war oder eben in schlechter Gesellschaft. Oder in der guten Gesellschaft, die einem (oder nein... die MIR :mrgreen: ) in dem Moment ganz herzlich egal war.

    Natürlich denke ich nicht an die Zeit, wo ich besoffen durch einen Raum geflogen bin. Das war widerlich. Allgemein gefasst verabscheue ich die Saufzeit zutiefst. Ich habe mir und meinen Kindern damit viel Leid zugefügt. Ich habe viel Zeit verschenkt. Es waren lediglich Situationen dabei oder Abende in guter Gesellschaft, die echt lustig waren. Aber wäre ich keine Alkoholikerin geworden und hätte diese Abende in der Gesellschaft nüchtern erlebt, dann hätte ich sie ja genau so in guter Erinnerung. Von daher sind diese guten Erlebnisse ja im Grunde genommen nicht entstanden, weil Alkohol im Spiel war und es hat einfach nur mit einer Erinnerung an gute Zeiten zu tun, in denen ich den ein- oder anderen Abend aber nun mal zufällig betrunken war, weil ich ja eh ständig betrunken war :roll:

    Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich unendlich froh bin, dass ich keinen Alkohol brauche, um für weitere gute Erlebnisse und lustige Abende zu sorgen.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    mir ist gerade aufgefallen, dass ich hier wirklich lange nicht mehr geschrieben habe, ich war ausschließlich im geschützten Bereich unterwegs und wollte hier auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben :)

    Achtung, nicht nachmachen (jedenfalls nicht, wenn man gerade erst aufgehört hat, zu trinken): Ich war gestern auf einer Feier, wo nicht wenig Alkohol getrunken wurde, um es mal milde auszudrücken. Am Anfang meiner Trockenheit war ich noch öfter unterwegs, obwohl hier natürlich zu Recht etwas Anderes geraten wurde/wird. Ich habe mich aber immer sehr sicher und stabil gefühlt, zumal mein komplettes Umfeld weiß, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich habe damals mit komplett offenen Karten gespielt und bin wie gesagt trotzdem öfter mal auf Feiern gewesen. Je länger ich trocken war, umso weniger hatte ich Bock drauf. Diese typischen Saufveranstaltungen habe ich irgendwann gar nicht mehr besucht. Das Umfeld und die Interessen verändern sich einfach mit der Zeit und das ist auch gut so.

    Nun hat sich wie gesagt gestern aber ergeben, dass seit langem Mal wieder eine Party anstand, Da waren Leute... meine Güte! :D

    Ich hab den Abend im Grunde genommen mit meinen Leuten verbracht, wir hatten richtig viel Spaß und haben total viel gelacht, aber nebenbei hab ich immer so die Anderen beobachtet, die viel zu tief ins Glas geguckt hatten. Die hatten jede Menge Spaß, aber die haben Sachen gerissen, die man einfach nur besoffen macht. Und da hab ich mir nochmal vor Augen geführt "Du liebe Zeit, Cadda... Früher wärst Du genau so gewesen" Du wärst diejenige gewesen, die beobachtet worden wäre, so wie ich jetzt von außen beobachte. Schrecklich...

    Aber nur schrecklich mit dem Wissen und dem Denken von heute. Kein Mensch der Welt hätte mich damals deshalb ätzend gefunden. Ich fand die Leute gestern auch nicht ätzend. Sie waren lustig, sie waren freundlich, sie waren anhänglich und sie hatten Spaß. Aber eben viel zu übertrieben und im Grunde genommen peinlich. So wie ich damals.

    Wie dem auch sei, ich hab viele Bekannte getroffen, die nicht so sind. Mit denen hab ich echt nach langer Zeit, weil man sich durch Corona so lang nicht mehr gesehen hat, so richtig gut unterhalten. Sie waren auch nicht betrunken, sondern kamen halt einfach aus dem Dorf, wo diese Feier war und sind aus dem Grund hingegangen, wie ich. Einfach Leute treffen, die man mag und mit denen man redet. Nicht um sich zum Vollpfosten zu machen. Aber früher. Da bin ich hingegangen und gehörte halt zu denen, die sich zum Affen gemacht haben. Bin ich froh, dass die Zeiten vorbei sind. In dem Moment hatte ich sicherlich Spaß, das kann ich nicht abstreiten. Aber am nächsten Tag?! Schrecklich....

    Ein Bekannter, der viele Jahre trocken ist, sagte neulich zu mir: "wollen wir doch mal ganz ehrlich zu uns sein. Auch wenn wir froh sind, nicht mehr zu trinken, es war nicht alles schlecht, wir hatten auch eine Menge Spaß. Wir dürfen die Zeit nicht verteufeln, es gab sie und sie ist zu Ende, weil wir abhängig geworden sind und es ist gut, dass sie zu Ende ist, aber man darf nicht verbittert zurückdenken".

    Wie seht ihr das?

    Wenn man so denkt, wie er zu mir sagte... läuft man dann nicht automatisch Gefahr, dass man sich nach vermeintlich "lustigen Zeiten" zurücksehnt?

    Oder kann man es wirklich so verbuchen, wie er gesagt hat?


    Ich bin jedenfalls gestern nach ca. 2 Stunden, in denen ich mich super unterhalten und viel gelacht habe, wieder nach Hause gefahren. Die 3 Leute, mit denen ich zusammen dort war, sind auch mit mir zurückgekommen. ICH wäre früher nicht nach zwei Stunden wieder mit nach Hause gefahren, sondern hätte mich zu den Leuten gesellt, die sich gestern zum Affen gemacht haben.

    Und DAS war eben schon immer der Unterschied, ich fand kein Ende.

    Jedenfalls war ich dann gestern, wie eigentlich immer, relativ früh im Bett und bin heute morgen schon gegen 7.00 Uhr wach gewesen und hab es mir wie immer mit meinem Kaffee gemütlich gemacht. Ich gehe jetzt eine Runde spazieren und bringe auf dem Rückweg Brötchen für uns mit, wir wollen richtig toll frühstücken heute mit allem Drum und Dran :)

    Ansonsten wird das heute so ein richtig entspannter Sonntag. Ich habe nichts auf dem Zettel. Außer spazieren gehen, Serie schauen, Kaffee trinken, mit dem Rad vielleicht mal bei meinem Papa vorbeischauen... Einfach nur das, wozu ich Lust habe. Und das Beste an Allem ist: Das Wetter ist hier so richtiges Wolldecken-Wetter. Da hat man nicht mal ein schlechtes Gewissen, wenn man auf dem Sofa rumlümmelt :)

    LG Cadda

    Hallo MarMer,

    ist doch völlig logisch gewesen, dass Du misstrauisch warst!

    Und selbst WENN Du auch viel falsch gemacht hast… er hätte nicht aufgehört zu trinken, wenn Du alles richtig gemacht hättest. Das ist die Sucht. Unabhängig davon, ob er Fehler findet oder ERfindet…

    LG

    Cadda

    Guten Morgen,

    das ist eine gute Frage. Wie wäre es weitergegangen, wenn er aufgehört hätte zu trinken? Ich denke, ich hätte einfach daran geglaubt, dass das nun klappt. Ich hätte darauf vertraut, bis ich vielleicht eines Besseren belehrt worden wäre. Zu kontrollieren hätte es da ja eigentlich nichts gegeben, denn man merkt ja, ob einer trinkt oder nicht. Vermutlich hätte ich mir Sorgen gemacht, ob er das beibehält, aber man hätte das ja nicht beeinflussen können.

    Ich selbst habe ihn damals auch nicht kontrolliert. Das musste ich nicht, denn er hat vor mir gesoffen, das war ihm egal, denn ich hab ja auch mitgemacht zu der Zeit. Was ich gemacht habe ist, ihn nach außen zu verteidigen und alles zu verharmlosen. Als ich dann selbst aufhören wollte, zu trinken, da hab ich versucht, ihn zu überzeugen mit aller Gewalt. Ich hab geredet und geredet und wollte unbedingt, dass er auch das begreift, was ich begriffen hatte. Immer wenn ich dachte "JETZT hat er es kapiert", hat er seine Meinung wieder geändert. Nein, er hat seine Meinung nicht geändert, denn ich hatte bei ihm wirklich das Gefühl, dass er kapiert hat, worum es geht, aber er hat sich wieder alles schöngeredet. Die Sucht halt.

    Ich glaube, dass meine eigene Co-Abhängigkeit ganz stark mit meiner eigenen Abhängigkeit zu tun hatte. Mein Selbstwertgefühl war total im Eimer und ich habe mir Sachen gefallen lassen, die ich mir heute nicht ansatzweise gefallen lassen würde. Ich bin davon überzeugt, dass mir das niemals in meinem Leben wieder passieren wird, dass ich solche schlechten Dinge aushalte, weil ich nur das Gute sehe und weil ich denke, ich kann Jemanden ändern.

    Ob ich dazu neige, das Bedürfnis zu haben, weiterhin Andere zu überzeugen? Kann ich nicht genau sagen. In den letzten Tagen habe ich manchmal darüber nachgedacht ;) Ich glaube aber, dass es daran liegt, dass ich eben auch übermäßig emphatisch bin (das macht übrigens nicht immer Spaß, aber ist ein anderes Thema) und dadurch das Bedürfnis habe, Leute zu verteidigen oder ihnen zu helfen. Co-Abhängigkeit würde ich das aber nicht unbedingt nennen, denn bei vielen Menschen ist es mir dann aber nicht so wichtig, ob sie denn nun tatsächlich das machen, was ich für richtig halte (was dann ja auch meistens richtig IST :D ).

    Wenn man aber einmal co-abhängig war, wird man gewisse Züge wohl nicht richtig los. Das kann schon sein.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    woher Du das wissen sollst? Weil Du dabei warst :)

    Im Ernst, ich kenne Deine Gedanken in- und auswendig. In der ganzen Beziehung hab ich wirklich alles versucht, richtig zu machen, damit es eben nicht an mir liegt. Aber kein Mensch auf dieser Welt ist fehlerfrei. Jedes kleinste Detail wird da benutzt, um SCHULD zu sein, dass er säuft. Lass Dich da nicht blenden! Dass er am Anfang der Beziehung wenig oder fast gar nicht getrunken hat: Kenne ich! Aber im Nachhinein zu behaupten, dass er jetzt mehr säuft, weil sich wieder Probleme in die Beziehung eingeschlichen haben, ist schlichtweg gelogen. Am Anfang wird sich einfach zusammengerissen. Der Säufer ist verliebt und passt auf, dass er sich entsprechend benimmt. Hat meiner auch so gemacht. Hab ich (bin selbst nicht nur co.abhängig gewesen, sondern auch trockene Alkoholikerin) auch so gemacht. Ich konnte mich zwar nicht immer zusammenreißen, klar, sonst wäre ich nicht alkoholabhängig gewesen. Da kann man das schließlich nicht kontrollieren. Aber so richtig gehen lassen... Das macht man doch nicht am Anfang einer Beziehung, da läuft der- oder diejenige ja gleich davon :)

    Ich kann auch Deine Gedanken verstehen, "wenn nicht ich, dann auch keine Andere". Diese Gefühle kann man manchmal nicht abstellen. Ich hatte das sowohl nach meiner Ehe, als auch nach der Beziehung mit meinem Ex, dem Alkoholiker. In den letzten Jahren habe ich an diesem Gefühl aber sehr stark gearbeitet und habe das im Griff. Bei meinem Ex-Mann kam noch hinzu, dass ich aus dem Haus ausgezogen bin, wo ich eigentlich alt werden wollte und auf einmal hat sich das da eine Andere gemütlich gemacht, die zusätzlich auch noch keine Lust auf meine Kinder hatte. Aber meinen Ex-Mann erlebe ich ja ständig und ich weiß, dass er absolut schwierig (auch ohne Alkohol) ist. Wir haben eine gute Ebene miteinander gefunden und ich mag ihn auch. Aber der hat sich kein Stück geändert und deshalb gibt es auch ständig Zoff in seiner Beziehung. Worauf sollte ich da neidisch sein? Nee, ich bin froh, dass nicht ICH diejenige bin, die zwar in dem schönen Haus mit wundervollem Garten lebt, das ICH mit gebaut und gestaltet habe. Denn wenn ich noch in diesem wunderschönen Haus mit wunderschönem Garten sitzen würde, dann würde ich da schließlich nicht allein sitzen, sondern mit ihm und das braucht kein Mensch :)

    Und bei meinem Ex-Freund, der gesoffen hat, hat sich das Blatt inzwischen völlig gewendet. Als ich noch mit ihm zusammen war, da dachte ich, ich halte das nicht aus, wenn er eine andere Frau hat. Die kam dann aber ganz schnell und hatte die selben Probleme, wie ich. Sie hat ihm die Pistole auf die Brust gesetzt und verlangt, dass er aufhört zu trinken. Dann hat er sie rausgeworfen und sich eine Andere gesucht. Die hat aber genau so wenig Bock auf die Situation gehabt. Die andere Frau war so eifersüchtig und traurig über das Ende der Beziehung, dass sie also zurück wollte, auch wenn er weiter trinkt. Also hat er die zweite, die so viel Stress gemacht hat, wieder rausgeworfen und die erste wieder genommen, mit der Aussage, sie passe doch irgendwie besser zu ihm. Sehr niedlich und romantisch.

    Sie hat dann seinen Forderungen nachgegeben und bei ihm in der Firma angefangen zu arbeiten (was ich niemals gemacht habe, obwohl es das größte Streitthema war, wollte mich nicht abhängig von ihm machen). Da er große finanzielle Probleme durch das Saufen hat, meinte er, er könne sie aus steuerlichen Gründen auch noch heiraten :)

    Als mir das erzählt wurde, da hatte ich auf einmal nicht mehr das Gefühl "Keine Andere darf ihn haben". Ich fand das so lächerlich, dass ich nicht mal Eifersucht in dem Moment empfunden hab, was mich selbst gewundert hat, aber es war so.

    Und jetzt erzähle ich Dir mal, wie ER die Sache empfunden hat. Er hat meine Freundin neulich auf einer Party getroffen, die ihm zur Hochzeit gratuliert hat. Seine Reaktion: "Ach, die Hochzeit....". Das wäre nur aus steuerlichen Gründen gewesen, weil sie ja nun auch bei ihm arbeitet, wäre er doof gewesen, wenn er das nicht gemacht hätte. Sie würde ja eigentlich auch gar nicht so gut aussehen, aber sie macht halt alles für ihn und man kann sich auf sie verlassen. Dann hat er einen Satz gebracht, wo ich dachte, ich falle vom Glauben ab. Er meinte, mit mir wäre er am glücklichsten gewesen. Die Beziehung wäre ja so toll gewesen. Aber dann hätte ich ja auf einmal beschlossen, nichts mehr zu trinken und dann funktionierte es nicht mehr.

    Aha. So ist es also gewesen :D

    Da kannst Du mal sehen, wie die Wahrnehmung eines Alkoholikers leidet bzw. wie sehr Alkoholiker in der Lage sind, sich eine Sache so hinzudrehen, bis sie passt und Du kannst NICHTS dagegen tun. Deshalb solltest Du wirklich nicht an DEINER Wahrnehmung zweifeln und im Nachhinein das glauben, wie er das sieht.

    Wie ich anfangs sagte: Du warst dabei. Du weißt, wie es war.

    Und bitte beneide Deine Nachfolgerinnen nicht. Die sind nicht zu beneiden (siehe oben) ;)

    LG Cadda

    LG Cadda

    Hallo nochmal,

    ihr könnt den Kindern aber sagen, dass das nicht cool oder normal ist. IHR macht es denen ja anders vor.

    Guck mal, Deine Eltern sind abhängig. Du bist es trotzdem nicht.

    Deine Kinder werden es nicht als normal empfinden, wenn Dein Schwiegervater zu viel trinkt, wenn ihr es ihnen erklärt.

    Ob der Kontakt ihnen schadet, kannst Du natürlich viel besser beurteilen. Aber ich würde vielleicht wirklich mal mit dem Schwiegervater reden und eben recht offen mit den Kindern kommunizieren. Natürlich dem Alter angepasst.

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    ich möchte Dir mal ehrlich antworten. Ihr seht doch die Eltern bzw. Großeltern eh nicht so oft. Findest Du es da wirklich so bedenklich, wenn die Kinder auch ihren Opa sehen, auch wenn er eine Art an sich hat, die vielleicht nicht unbedingt nachvollziehbar ist (Desinteresse zwischendurch)? Ich sage es mal so: Es gibt da Verhaltensweisen von Familienmitgliedern, die da wesentlich bedenklicher sind und vielleicht nicht mal was mit dem Alkohol zu tun haben. Ich will nicht an Deiner Wahrnehmung zweifeln, es mag ja sein, dass Dein Schwiegervater ein Alkoholproblem hat. Aber wirkt sich das wirklich auf die Kinder aus? Außer, dass sie fragen, ob es sein kann, dass der Opa sie nicht mag, weil er ab und zu mal verschwindet? Könnte man dann so reagieren, dass Du ihnen sagst, dass das eine nicht so schöne Eigenschaft vom Opa ist, es aber nichts mit ihnen zu tun hat?

    Ich kenne so viele Familien, wo der Opa oder die Oma oder sogar der Vater viel gravierendere Dinge tut, wo es wirklich zur Sorge der Kinder wird. Aber könnte es vielleicht sein, dass Du den Kindern mehr schadest, wenn sie ihren Opa nicht mehr sehen dürfen, als wenn sie ihn selten sehen und dann eben seine merkwürdige Eigenschaft einfach wahrnehmen? Es gibt immer Menschen in der Familie, die einem nicht so sympathisch sind. Aber ob das einen Kontaktabbruch zu den Kindern rechtfertigt?

    Ich möchte Dir mit meinen Gedanken nicht vor den Kopf stoßen, aber das ist so das, was mir ehrlich gesagt durch den Kopf geht.

    Wäre es eine Möglichkeit, mit Deinem Schwiegervater zu reden? Ihm einfach zu erzählen, dass die Kinder schon gefragt haben, ob er sie nicht mag und ob er sich deshalb etwas bemühen könnte, nicht mitten in einer Sache zu gehen? Vielleicht nimmt er sich das zu Herzen und wird ihm erst dann bewusst.

    LG Cadda

    Hallo Lea,

    schön, dass Du hier hergefunden hast. Tut der Kontakt zum Opa denn den Kindern gut? Wenn Dir der Kontakt nicht gut tut, auch aufgrund Deiner Vorgeschichte, dann ist es ok sich abzugrenzen. Aber was ist mit den Kindern? Ist der Opa „anders“, merken sie ihm das an?

    Wie steht die Oma dazu?

    Wenn Du Dich gern austauschen möchtest, kannst Du für den offenen Bereich freigeschaltet werden.

    LG Cadda

    Hallo Hartmut,

    ich sehe es so, wie Du am Ende selbst schreibst. Wenn die grundlegende Einsicht, Alkoholiker zu sein, vorhanden ist, dann finde ich es richtig, zu motivieren. Mit ein bisschen von außen gestärkten Selbstvertrauen kann die Selbsthilfe vielleicht besser beginnen.

    LG Cadda