Guten Morgen
ich hab das Thema hier mit Spannung verfolgt. Ich kann dazu nur Folgendes sagen: Man kann das definitiv nicht verallgemeinern. Ich bin sowohl trockene Alkoholikerin und war auch co-abhängig. Ich kann dazu nur sagen, dass mein Ex-Partner gesoffen hat Schuld waren definitiv immer die Anderen oder eine bestimmte Sache. Die Steuernachzahlung, ein schleches Verhalten eines seiner Kinder, seine Ex-Frau, gerne natürlich ICH und wenn wir alle so um ihn herum getanzt haben, dass er einfach keine Gründe gefunden hat, dann war das Wetter Schuld, weil es so schlecht (bei dem Regen kann man ja nur saufen) oder das Wetter war Schuld, weil es so gut war (bei dem tollen Wetter muss man ja feiern)...
Im Ernst: Er war füchterlich, wenn er getrunken hat. Ganz mies und manipulierend. Grundsätzlich gebe ich sunshine Recht, dass irgendwo tief drinnen auch etwas Negatives stecken muss, was dann mit Alkohol nur verstärkt wird. Das erlebe ich bei vielen Leuten, die zu viel trinken so. Bei diesem Mann hab ich es nicht so erlebt. War er da ne Ausnahme? Oder war ich einfach nur zu blind und blöd, das zu erkennen, wenn er nüchtern war (am Anfang der Beziehung, später war er ja nie so richtig ausgenüchtert). Jedenfalls sagte mein Großer neulich gerade zu mir im Gespräch: "XY war wirklich der netteste Mensch, den es gibt. Bis er nur noch getrunken hat". So habe ich es auch erlebt. Aber wie gesagt, vielleicht steckte auch doch was Böses in ihm drin, was ich nicht gesehen habe.
Fakt ist: Er war ätzend und manipulierend. und Fakt ist auch: Ich nicht
Auch nicht, als ich getrunken habe. Ich war zwar unfassbar nervig und ich habe vielleicht auch noch mehr auf den Putz gehauen, wenn es zu Streit kam, als ich es ohnehin auch nüchtern kann. Aber ich habe definitiv niemals Anderen die Schuld dafür gegeben, dass ich trinken muss. Dafür funktionierte meine Selbstreflektion noch viel zu gut. Ich fing mal an, Gründe zu suchen. Tod oder Krankheit in der Familie. Da sagte ein Freund mal zu mir, dass das alles tragisch sei, aber noch lange kein Grund zu trinken, denn schließlich macht es das auch nicht besser. Und ich wusste sofort, dass er Recht hat. Selbst im Nachhinein gebe ich ausschließlich mir selbst die Schuld bzw. der Krankheit Alkoholismus. Ich habe so viel Mist erlebt und dennoch gab es keinen Grund, zu saufen. Im Gegenteil. Je mehr Mist man erlebt, umso klarer und nüchterner muss der Kopf sein!!! Aus kranken Beziehungen kann man sich lösen. Kein Grund zu saufen.
Leyla, ich kann Dir nur raten, Dich konsequent zu trennen. Das wirst Du nicht hören wollen, weil Du wohl noch nicht soweit bist. Es ist aber die einzige Möglichkeit, ein glückliches Leben zu führen. Glaub mir das bitte. Dein Alki wird sich nicht ändern und es gibt keine Kompromisse. Mit einem Säufer kann man nicht glücklich werden. Ich weiß, das sich das leicht sagt. Mein Ex war meiner Meinung nach die Liebe meines Lebens und ich habe so unendlich gelitten, als es zur Trennung kam und davor erst Recht. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann könnte ich im Strahl ko....,, dass ich so viel Lebenszeit an "die Liebe meines Lebens" verschwendet habe. Ich bin so froh, dass ich diesen Typen los bin, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du auch irgendwann an diesen Punkt kommst, denn es ist so unfassbar befreiend!!
LG Cadda