Beiträge von Cadda

    Hallo Leila,

    als Quartalstrinker war Dein Partner ja schon öfter in der Situation, eine Zeit lang auf Alkohol verzichten zu können. Von daher wird er nun vermutlich tatsächlich länger nichts trinken. Ob er WIRKLICH und absolut für IMMER den Alkohol aus seinem Leben verbannen will, wirst Du erst später erleben. Ich würde mir das ehrlich gesagt nur aus der Ferne ansehen. Wenn er das wirklich will, dann zieht er es eh durch und macht seine Entscheidung eben NICHT von Deiner abhängig. Wenn er auch ohne Dich trocken werden will, nur dann hat er eine Chance.

    Ich hab hier übrigens schon so viele Geschichten gelesen und ja auch meine eigene erlebt und ich kann Dir eines sagen: Die Meisten haben einen trinkenden Partner gehabt, der nüchtern richtig toll ist, wie ein komplett anderer Mensch. Wenn der saufende Partner nüchtern auch noch ätzend wäre, dann würden die Trennungen nicht so schwer fallen.

    Du musst Dich überhaupt nicht entscheiden, Leila. Du guckst ihm einfach zu. Und entscheidest erst dann, wenn Du zu sehen bekommst, wie es weitergeht. Das wäre mein Vorschlag.

    LG Cadda

    Hallo Ste,

    Deine Geschichte berührt mich. Ich bin jetzt 42 Jahre und Mutter von zwei Kindern. Wäre meine Mutter nicht vor 8 Jahren plötzlich mit nur 56 Jahren verstorben, dann hätte sie vielleicht irgendwann mit einer ähnlichen Geschichte hier nach Hilfe gesucht.

    Ich bin inzwischen trocken, aber als meine Mutter gestorben ist, habe ich getrunken. Sie hat es mitbekommen, aber es war noch nicht ganz so ausgeprägt wie später bzw ich konnte es zum Teil verheimlichen. Die Kinder waren noch sehr klein, als sie starb. Sie hat sie abgöttisch geliebt und war so gerne Oma. Sie hat viel auf sie aufgepasst, wenn ich arbeiten war und ich bin mir sehr sicher, dass es nicht mehr lange gedauert hätte, bis die Kinder auch ihr gesagt hätten, ich sei „manchmal so komisch“.

    Mein Vater hat das später auch mitbekommen, meine Mutter war aber noch sehr viel empfindsamer bei diesen Dingen.

    Ich weiß, dass sie sich Sorgen um mich gemacht hat. Ihre Sorgen wären in den nächsten Jahren so schlimm geworden (weil es mit mir bereits Berg ab ging), dass sie genau so verzweifelt gewesen wäre, wie Du. Und das tut mir unendlich leid als Tochter. Ich muss weinen, wenn ich dran denke. Auch wenn ich Deine Erzählungen lese. Dass die Kinder Sicherheit haben, wenn Deine Tochter „normal“ ist und sich allein gelassen fühlen, wenn sie „komisch“ ist. So ging es meinen Kindern Jahre lang und auch über diese Tatsache bin ich nach wie vor traurig.

    Ich weiß gar nicht, warum ich Dir das alles schreibe, denn das hilft Dir ja gar nicht weiter. Aber ich verstehe Dich einfach so sehr!!

    Wenn ich Dir doch etwas raten kann, dann vielleicht, dass Du offen mit den Kindern sprechen könntest, soweit es ihrem

    Alter entsprechend geht. Als ich noch getrunken habe, da hab ich mich bei den Kindern versucht rauszureden. Aber nachdem ich aufgehört habe, hab ich ihnen erklärt, was diese Krankheit bzw. das Trinken mit mir gemacht hat. Dass es nicht in Ordnung war, wie ich es gemacht habe und dass es nicht ihre Schuld war.

    Nun rät man Co.-Abhängigen zum Abstand. Ich bin selbst auch Co.-abhängig gewesen (mein Ex-Partner hat auch getrunken). Aber wie soll man jemandem raten, sich von seiner eigenen Tochter zu „trennen“, wenn dann noch Enkelkinder da sind? Das ist eine soooo schwere Situation und das tut mir sehr leid! Ich wünsche Dir sehr, dass Deine Tochter irgendwann ihren Tiefpunkt erreicht und aufhören kann zu trinken.

    Ganz liebe Grüße

    Cadda

    Aber Du fragtest, ob ein Alkoholiker realisiert, was er zerstört durch sein saufen. Das wollte ich beantworten, hatte aber Sorge, dass es dazu führen konnte, dass Hoffnung aufkommt, weil ich persönlich ja nun wirklich irgendwann aufgehört habe.

    Aber glaub mir, ich habe ALLES realisiert, was ich mir selbst durch das Gesaufe zerstört habe. Ich wollte damals trotzdem nicht aufhören. Weil die Sucht und das Verlangen stärker ist. Irgendwann habe ich dann getrunken, gerade WEIL ich es realisiert habe und diese Tatsache nur noch betrunken zu ertragen war.

    Ein Teufelskreis....

    Jetzt könnte das Co-Hirn meinen, dass ich ja auch tatsächlich aufgehört habe und man ja noch ne Weile warten kann... die Illusion muss ich leider nehmen. Darauf habe ich bei meinem Ex dann auch gewartet, denn er wollte definitiv aufhören und den Weg zeitweise mit mir gemeinsam gehen.

    Er säuft trotz Einsicht, wohin ihn das Alles geführt hat. Ehe kaputt, Verhältnis zu den Kindern im Eimer, Trennung von seiner angeblich großen Liebe (mir), super laufendes Geschäft vor dem Ruin, Haus dadurch in Gefahr, Herzinfarkt...

    Na dann Prost!

    LG Cadda

    Hallo zusammen,

    Ja! Sicher realisiert man das! Aber das Suchthirn sorgt direkt dafür, dass man es sich schön redet oder sogar nach dem

    Motto „Jetzt ist es eh egal“.

    Ich hab übrigens am liebsten gesoffen, wenn ich einsichtig war. Dann konnte ich mir beim Saufen schön ausmalen, dass ich ja eh bald aufhören werde zu saufen, dann geht es ja jetzt noch ne Weile erst Recht.

    Cadda

    Liebe Bonnie,

    ich schließe mich den Worten und Ratschlägen von Sunshine zu 100 Prozent an!! Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen und ich hoffe, dass Du es schaffst, Dich abzugrenzen. Ich finde es sehr schwer, wenn es um die Eltern/Kinder geht. Aber es ist so wichtig, dass man nicht selber vor die Hunde geht!

    LG Cadda

    Wenn Du einknickst, geht es von vorne los. Für den Moment wird Dir die heile Welt versprochen und dann ist doch wieder alles wie vorher, schneller als Du gucken kannst. Mit einem Alkoholiker kann man keine glückliche Beziehung führen. Du schaffst das!

    Cadda

    Micalk, bitte erlaube mir den Hinweis, dass ich selten so „von oben herab geschriebene Beiträge“ gelesen habe.

    Ich kann das Alles nur überfliegen, da ich persönlich sonst Herzrasen bekomme.

    Jemand fühlte sich kurz auf den Schlips getreten (passiert bei Nachrichten), es wurde klargestellt, dass es nicht so gemeint war, Thema abgehakt!

    Dann diese Belehrung, ganz ehrlich. Hab Dich an anderer Stelle schon ähnlich auftretend gelesen. Ein bisschen auf die Bremse treten, das täte Dir ganz gut 😊

    Cadda

    Guten Morgen Peter,

    wenn ich nicht mit dem Handy tippen müsste, weil mein Laptop wieder mal nicht funktioniert, würde ich gern detaillierter auf Deine letzten Beiträge (die ja zeitlich doch sehr weit auseinander liegen) eingehen. Ich möchte Dir sagen, dass ich nur die letzten Seiten gelesen habe und Deine Beiträge sehr gern lese und sie mich berühren. Deshalb ist Dein Thread der nächste, den ich komplett lesen werde. Ich weiß gar nicht, warum ich das noch nicht getan habe. Vielleicht, weil ich bisher so selten von Dir gelesen habe und Deine aktivere Zeit wohl vor dem Beginn meiner Zeit hier war.

    Was ich bisher jedenfalls gelesen habe, ist sehr sortiert und beeindruckend. Ich fände es toll, öfter von Dir zu lesen!

    Einen schönen Sonntag wünscht Cadda 😊

    Hallo Becky und auch Kiwi,

    letztendlich ist es gut, wenn es einem durch den gewonnenen Abstand schon mal besser geht. Was ich aber auf keinen Fall machen würde ist, auf den berühmten persönlichen Tiefpunkt zu warten. Es stimmt, dass trockene Alkoholiker ihn erleben und dann aufgehört haben. Was aber Fakt ist: Es gibt endlos viele Menschen, die ihren Tiefpunkt nie erreichen. Oder sie haben ihn erreicht und schaffen es trotzdem nicht aufzuhören oder wollen das auch gar nicht.

    Es gibt so endlos viele Alkoholiker, die für den Rest ihres Lebens saufen. Deshalb würde ich keinesfalls darauf warten, denn dann ist wieder der Satz greifbar, dass man Zeit verschwendet.

    Als neutraler Beobachter könnte man auch darauf warten, dass IHR Euren persönlichen Tiefpunkt in der jeweiligen Beziehung mit dem Alkoholiker erreicht. Das schaffen auch manche Menschen, wenn es soweit ist. Andere bleiben jedoch ein Leben lang beim Alkoholiker.

    Nicht nur Alkoholiker... es gibt ja auch genügend toxische Beziehungen, wo die Co-Abhängigen es ihr Leben lang „aushalten“. Oder sie erreichen wiederum ihren persönlichen Tiefpunkt und beenden die Beziehung. Es liegt immer in der eigenen Hand. Auf beiden Seiten.

    Liebe Grüße

    Cadda

    Hallo Alex, ich habe nicht mitbekommen, dass Karsten nun doch aufhört. Schade, ich hoffe, dass er trotzdem hier bleibt.

    Toll finde ich aber natürlich, dass es weitergeht. Ich bin ehrlich: Ich hasse Veränderungen in solchen Dingen, aaaaaber: Hier bin ich positiv überrascht, ich glaub, man wird sich schnell dran gewöhnen! Super gemacht!

    LG Cadda

    Hallo Becki,

    lass Dir eines als trockene Alkoholikerin versichern: Dass Dein Freund einen Tag nach einer Party Bier trinkt, ist kein Zeichen dafür, dass es ihm nicht schlecht geht und er es deshalb trinken KANN.
    Er MUSS es trinken, eben damit es ihm NICHT schlecht geht.

    Und lass Dir eines als Co.Abhängige versichern: Eine Beziehung mit einem Alkoholiker zu führen, in der man sich nur sieht, wenn kein Alkohol im Spiel ist, wird nicht funktionieren.
    Denn wenn Du das wirklich konsequent (und zwar wirklich konsequent) durchziehst, wirst Du ihn nicht mehr sehen. Er wird sich vielleicht ab und zu mal zusammen reißen und selbst dann hat er vermutlich vorher heimlich 2 Bier gekippt oder er zerrt noch vom Restalkohol.

    Dieser Versuch einer Co.Abhängigen „ich sehe ihn nur noch, wenn er keinen Alkohol getrunken hat“ ist in etwa vergleichbar mit dem Versuch eines Alkoholikers „ich trinke nur noch an den Wochenenden“. Funktioniert Beides nicht, da eine Abhängigkeit besteht.

    Deine Vorgehensweise wird genau Eines herbeiführen: Vorwürfe und Schuldzuweisungen von seiner Seite an Dich.

    So hart das auch klingt, Becki... aber Du verschwendest Deine wertvolle Zeit und Energie. Bitte glaub mir das.

    LG Cadda

    Hallo Selene,

    wenn ich ehrlich bin, brauchst Du Dir über die Vorgehensweise glaube ich gar nicht so lange Gedanken machen. So wie ich es rausgelesen habe, will er diese Therapie doch eigentlich nur antreten, weil es von ihm gefordert wird. Das ist eh zum Scheitern verurteilt. Wenn man wirklich trocken werden möchte, dann möchte man selbst von ganzem Herzen etwas ändern. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob jemand bei einem ist, um einen zu „unterstützen“ (wie??) oder nicht. Man hat einfach das Bedürfnis, das Verlangen nicht mehr zu trinken. Das hat man dann, egal ob jemand nun bei einem bleibt oder nicht.
    Wie willst Du da unterstützen? ER muss verändern. ER muss den Willen haben.

    Ich habe bei meinem Ex versucht, zu unterstützen. Ich bin selbst Alkoholikerin, seit bald 4 Jahren trocken. Bei der Trennung habe ich aufgehört zu trinken. Er wollte es auch. Ich wollte ihn unterstützen. Habe mir den Mund fusselig geredet, stand ihm bei. Habe mein erlerntes Wissen hier aus dem Forum, vom Arzt und von meiner Therapie/Suchtberatung an ihn weitergegeben und zwar komplett. Ich bin darin sogar ganz gut, ich bin wirklich Hobbypsychologin :D
    Er hat es in der Theorie komplett verstanden. Konnte alles nachvollziehen, wollte es so gern. DAS wäre wirklich unterstützend gewesen. Wir haben uns geliebt. Keine Untreue, keine fehlende Leidenschaft. Wir hatten gemeinsam diesen Weg gehen können. Mehr Unterstützung ging nicht. Er säuft heute noch........

    Was ich damit sagen will: Du kannst nichts tun. Die Mühe ist verschwendete Energie. Du kannst Dich selbst nur schützen und retten vor den Verletzungen.

    Wie es mit ihm weitergeht und OB es überhaupt vorwärts geht, das kannst Du aus der Ferne beobachten. Aber bitte versuche nicht, ihn zu überzeugen. Das raubt so sehr die Energie und zwar umsonst. Ich fühle mich heute noch ausgelaugt, wenn ich daran denke, wie sehr ich mich bemüht habe. Während ich das schreibe, säuft er vermutlich gerade sein erstes Konterbier ;)

    Es ist sooooo befreiend, ein Leben ohne Alkoholiker zu führen.

    LG Cadda

    Hallo Selene,

    es kann sogar sein, dass er Dich nicht nur benutzt und liebt. Aber was ändert das? Mit einem Alkoholiker kann man nicht glücklich werden und man kann ihm auch nicht helfen.

    Und ganz ehrlich gesagt, seid ihr ja noch gar nicht lange zusammen. Wie soll es erst später werden, wenn die erste Verliebtheit vorüber zieht? Ich kann Dir nur sagen, dass Alkoholiker sich in der Abwärtsspirale befinden. Die Respektlosigkeiten nehmen zu. Die Demütigung wird größer, die Enttäuschung auch.

    Der Trennungsschmerz ist erst einmal schlimm. Aber es wird besser und zwar schneller als Du denkst!

    LG Cadda

    Hallo Twizzler,

    Hörbücher beim Spazieren gehen, mag ich auch. Nicht immer, manchmal find ich die Waldgeräusche auch entspannend. Aber grundsätzlich mag ich Hörbücher. Hast Du ein witziges parat?
    Hab schon 2 Guthaben offen und möchte mal leichte und lustige Kost :D

    Ich höre sonst total gern psychologische Sachen, aber derbe Sachen (auch mit schwarzem Humor) mag ich!

    Wie läuft Ostern bei Dir ab?

    LG Cadda

    Hallo liebe Mari,

    Du hast die richtigen Ansichten und Gedanken. Am Anfang war es für mich auch so, dass ich solche Feiertage mit Saufen verknüpft habe. Das wird weniger. Nach noch nicht mal 4 Jahren hab ich keinen Neid, was das Feiern angeht. Klar kann das auch nochmal kommen, also Suchtgedanken. Aber zur Zeit bin ich davon verschont.

    Das Leben ist so toll ohne das Trinken. Nicht immer und grundsätzlich. Aber eben lebenswerter!

    Ich wünsche Dir schöne, nüchterne Ostern mit viel Entspannung und guter Laune und gutem Kaffee natürlich :)

    Cadda