Beiträge von Twizzler

    Rituale helfen auch zu entspannen. Der Körper ist ja schon drauf voreingestellt. Und wenn man sich dabei noch etwas Gutes tut, umso besser.

    Diese Art von Ritualen habe ich leider noch nicht entwickelt, muss aber auch sagen, dass mir ständig Zeit fehlt. Aber das bin ich Trödlerin selber Schuld *g*
    Ein Ritual ist aber, von der Arbeit kommen, Kaffee machen, Zigarette anmachen und Tagebuch schreiben.
    Was ich noch vorhabe, was ich geschafft habe.
    Das ist ein sehr wichtiges Ritual für mich um den Überblick über meinen nicht vorhandenen Zeitplan zu behalten. :)

    Vielleicht hilft es dir ja sogar, deine Gefühle mit Sport etwas im Zaum zu halten. Das wäre dann ein doppelt toller Effekt.
    Ansonsten mache ich es da genau wie du. Gewicht ist mir gerade nicht so wichtig.
    Ich finde es z.B. auch sehr wichtig sich selber etwas Gutes zu tun. Da gehört leckeres Essen für mich dazu. Wenn ich Lust auf Sport habe, dann mache ich ihn. Wenn nicht, dann eben nicht.

    Sport hat mir auch oft schon sehr gegen das Gefühl des Trinkdrucks geholfen. Danach sprudelten die Endorphine und ich bin zufrieden und müde auf dich Couch gesackt.

    Achte auf dich und deine Gefühle
    13 Tage sind doch schon super.
    Wir stehen noch ganz am Anfang und müssen lernen auf uns zu hören und nicht alles nur zu betäuben.

    Guten Morgen zusammen,

    Samstag war mein Freund morgens noch bei mir. Als er gefahren ist, kam kurz danach schon meine Freundin vorbei um die neue Wohnung zu begutachten. Wir hatten uns schon ewig lang nicht mehr gesehen.
    Als sie dann nach drei bis vier Stunden weg war, bin ich erstmal in ein kleines Loch gefallen. Vorher hatten wir noch so viel gelacht und plötzlich war es so verdammt ruhig in der Wohnung.
    Ehrlich gesagt kam da auch so ein leichter Stich. Wie einfach war es doch früher dieses Gefühl einfach zu betäuben....

    Ich habe dann angefangen mir eine kleine Liste zu machen, mit Dingen die ich noch im Haushalt erledigen wollte. Ich muss ja zugeben, dass ich am Wochenende eine Trödlerin bin. Dann wird hier mal noch eine geraucht und dort noch was Tagebuch geschrieben etc. Ein Kaffee geht dann ja auch noch *g*

    Dann habe ich mich aber doch mal aufgerafft und angefangen und mit jeder Sache die von der Liste gehakt wurde, ging es mir etwas besser. Stolz, dass ich mich aufgerafft hatte, Zufriedenheit weil die Wohnung immer ordentlicher wurde.

    Der Abend war dann auch schön geplant, lief dann aber total anders. Eher unbefriedigend. Wanne, Puzzle, Horrorfilm war geplant.
    Für die Wanne war ich zu müde, die Horrorfilme haben mir vom Trailer nicht zugesagt und auf puzzeln hatte ich keine richtige Lust.
    So kam es dann, dass ich im Endeffekt nur von einem Film zum anderen gesprungen bin und mich auf nichts festlegen konnte bis es dann halb 12 war und ich total müde auf der Couch saß, nur noch den Gedanken ins Bett zu gehen.

    Also ein halb erfolgreicher Samstag, der aber immerhin ohne Alkohol verlief.

    Jetzt endlich weiss ich auch bei welchem Tag ich bin. In meinem Tagebuch hatte ich mich verzählt.
    Ich bin heute bei Tag 29.

    Und trotzdem, dass der Samstag dann nicht so endete wie er sollte, bin ich doch zufrieden ins Bett und Sonntag war ein neuer frischer Tag zum Durchstarten. Was ich dann auch gemacht habe :)

    Liebe trockene Grüße an euch alle :)

    Das ist wohl wahr. Ich habe auch immer gedacht, dass der Alkohol mich einfach entspannt. Dass es auch noch sehr viele andere Arten der Entspannung gibt, habe ich dabei völlig ignoriert.
    Die muss ich jetzt nach und nach wieder lernen.

    Gerade finde ich es sehr entspannend hier mit meiner ersten Tasse Kaffee zu sitzen und dem Wind zuzuhören.

    Hallo alle zusammen,

    meine Schlafqualität hat sich zum Glück auch sehr gebessert in den letzten Tagen/Wochen. Allerdings beobachte ich gerade an mir, dass ich auch sehr viel Schlaf benötige. Ob es am Wetter liegt....keine Ahnung.
    Morgens komme ich nur sehr schwer in die Gänge, bin dafür aber ab Bürobeginn total fit.
    Und ich schlafe sehr tief und fest.
    Man erkennt erst was für ein Luxus das ist, wenn man es jahrelang nicht mehr kannte.
    Noch etwas arbeiten und dann ist zum Glück Wochenende. Ich kann es diesmal irgendwie echt gebrauchen.

    Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen am Samstag zu streichen. Ob das hinhaut weiss ich noch gar nicht. Mittags kommt eine Freundin vorbei und dann sind wir erstmal drei bis vier Stunden mit Haare färben und schneiden beschäftigt.
    Mal sehen wie fit ich danach noch bin. Sonst wird das auf Sonntag verschoben.

    Samstag Abend bin ich auch alleine und bis vor kurzem hatte ich an den Abenden wirklich noch starke Depressionen. Ich weiss gar nicht so genau warum.
    Aber das war ein Grund warum samstags getrunken werden "musste". Ich war einsam und die schlechten Gedanken kamen.
    Inzwischen ist das aber anders. Ich fühle mich in meiner neuen Wohnung komplett angekommen und so etwas wie Depris empfinde ich dort kaum noch. Es ist ein Unterschied ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt.
    Alles ist jetzt so ruhig und friedlich draussen.
    Irgendwie fühle ich mich dadurch behütet. Ein sehr schönes Gefühl.

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Start ins Wochenende und schöne trockene Stunden.

    Hallo Mario,

    Danke für deinen Beitrag der mich zum Nachdenken angeregt hat.
    Ich wollte auch gerne morgens noch etwas für Körper und Geist machen, könnte mich bisher aber irgendwie nie richtig dazu aufraffen. Diesen Gedanken sollte ich mal wieder akut machen und auch umsetzen. Sei es etwas Meditation, leichte Gymnastik zum Wachwerden oder was auch immer.
    Du bringst da wirklich einen Punkt zum Vorschein den ich schon wieder vergessen hatte.

    Was ich mir morgens komplett abgewöhnt habe, ist jede Art von Reizüberflutung. Weder mache ich morgens den Fernseher an, noch höre ich auf dem Weg ins Büro Radio. Das würde mich irgendwie stressen. Ich genieße lieber die Ruhe.

    Und die Sache mit dem frühen Arbeiten mache ich auch hauptsächlich weil Stau für mich Zeitverschwendung ist. *g*

    Hallo MieLa,

    erstmal: ich finde es echt cool, wie du zu deinem Benutzernamen gekommen bist. In deinem Thread habe ich auch sehr lange still mitgelesen. :)

    Danke dir. Mich hat meine Reaktion auf diesen Ärger und vor allem meine Gedanken dabei erstmal vollkommen überrascht. Mit so einer inneren Wut nicht innerlich zu kämpfen, ob ich trinke oder nicht, war ein wunderbares Erlebnis.
    Ich weiss genau, dass es auch wieder anders aussehen kann. Wo mein Kopf doch wieder kämpft. Aber für heute ist es ja zum Glück anders gelaufen.
    Mir hilft es wirklich immer sehr, zu Ende zu denken.
    Das will ich einfach alles nicht mehr haben.
    Ich wünsche dir einen entspannten und trockenen Abend.

    Diese Euphorie vor dem Trinken hatte ich auch. Auch schon Stunden vorher wenn ich wusste, am Abend gibt es was. Dann war ich morgens schon komplett überdreht.
    Beim Trinken selber ist die Stimmung aber oft gekippt. Ins depressive und manchmal auch ins aggressive.
    Ist ja ne tolle Droge (Achtung Ironie), die die Stimmung von ein auf den anderen Moment so kippen kann....

    Ob ich ab- oder zugenommen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich esse so gerne und auch gerne viel und leider auch gerne ungesund. Ich versuche das mit Kraftsport auszugleichen. Das mache ich zur Zeit relativ regelmäßig drei- bis viermal die Woche, soll sich aber noch auf sechsmal die Woche steigern. Immer im Wechsel Ober- oder Unterkörper-Training. So kann ich glaube ich, mein Gewicht zumindest halten. Sagt zumindest meine Jeans *G*

    Vielen Dank ihr zwei für eure Antworten, das hat mich sehr gefreut :)

    Mein kleines Notizbuch habe ich auch immer dabei. Im Büro mache ich dann meistens eine Liste für den Tag. Dann kann auch immer etwas ergänzt werden.

    Und die Ruhe am Morgen ist herrlich. Die hatte ich früher nicht. Da bin ich sofort nach dem Aufstehen ins Bad gehetzt, habe mich fertig gemacht und bin los. Dadurch war ich auch viel ungeduldiger beim Autofahren und habe mich regelmäßig über Kleinigkeiten aufgeregt. Das fördert den Suchtdruck natürlich auch.
    Inzwischen kann ich den Tag so ganz ruhig angehen, erstmal nach dem Aufstehen mit einem Kaffee wach werden, dann in Ruhe fertig machen und erstmal noch einen Kaffee.
    Man ist insgesamt viel entspannter.
    Ich bin ein absoluter Morgenmensch und fange darum auch meistens um sechs an zu arbeiten.
    Und was für einen Unterschied es bei der Leistung im Büro macht ob man trinkt oder nicht, das ist enorm.

    Ich kann mich noch so gut an die Tage erinnern, an denen ich den ganzen Tag keine Lust auf nichts hatte im Büro weil ich einfach viel zu verkatert war.
    Keine schönen Erinnerungen.

    Heute hatte ich ein persönliches kleines Erfolgserlebnis.
    Ich habe mich ganz fürchterlich im Büro aufgeregt und noch vor einer Woche fand dieser Kampf in meinem Kopf statt. "Sollst du heute Abend?" oder "Ist doch jetzt eh egal".
    Den hatte ich heute zum Glück nicht.
    Ich bin stinkwütend gewesen habe aber gedacht, dass dies bestimmt kein Grund ist die 25 (oder 26? Müsste nachsehen.) Tage wegzuwerfen. Und dass ich mich gleich zu Hause wieder beruhige und es mir danach wieder besser geht.
    Ich musste sogar noch einkaufen (kein Kaffee mehr im Haus ist tödlich!!!), trotzdem war der Gedanke auch Bier zu kaufen keinen Moment da.
    Das hat mich sehr gefreut. Es war das erste Mal, dass ich das so erlebt habe.

    Ach so: ich hatte früher ca. 5-6 mal die Woche ca. 6-8 Flaschen Bier getrunken.
    Als ich meinen Freund kennen gelernt habe, wurde der Konsum über die ganzen Monate zwar etwas weniger, ganz geschafft habe ich es aber nie.

    Es ist das erste Mal in den letzten vier Jahren (davor war ich schon mal zwei Jahre trocken), dass ich jetzt schon doch ein paar Tage mehr aufschreiben darf.

    Guten Morgen,

    heute habe ich erstmal richtig schön verschlafen.
    Dabei habe ich aber auch gemerkt, dass ich in den letzten zwei bis drei Wochen insgesamt etwas ruhiger geworden bin.
    Während ich sonst immer nervös hektisch meinen Kaffee zu Hause getrunken habe, habe ich mir heute einfach Zeit gelassen.
    Ich habe Gleitzeit und muss nicht immer total früh bei der Arbeit sein.
    Das ist lediglich ein Zwang den ich mir selber auferlege.

    Es war jedenfalls schön, den Morgen trotz "Zeitdruck" langsam angehen lassen zu können. Sonst bin ich morgens nämlich schon schlecht gelaunt wenn ich im Büro ankomme. Mit viel Zeit am Morgen startet der Tag viel entspannter und besser gelaunt.

    Für das Wochenende habe ich auch schon Pläne gemacht.
    Das ist für mich übrigens etwas, was ich schon immer sehr gerne gemacht habe.
    Pläne und Listen.
    Ich schreibe mir gerade am Wochenende immer genau auf, was ich vorhabe zu schaffen und arbeite das dann Stück für Stück ab.
    Das sortiert meinen Kopf.
    Ich wünsche allen einen schönen und trockenen Tag.

    LG

    Hallo RiSu,

    das hilft mir auch immer sehr weiter. Ich schreibe regelmäßig Tagebuch.
    Da stehen dann oft auch nur Kleinigkeiten drin auf die ich stolz bin, die ich noch vorhabe an dem Tag oder Dinge die ich bereits erledigt habe.
    Das hilft mir meinen Kopf zu sortieren, meinen Tag sowie meine Ruhephasen zu planen.
    Mit meinen knapp 40 Jahren verziere ich mein Tagebuch dann noch schön mit Stickern damit es schön bunt aussieht. Dann macht es auch einfach mehr Spaß ab und an etwas nachzulesen.
    LG

    Hallo Grete,

    es ist immer schön zu lesen, wie andere ihre Routine ändern um nüchtern zu bleiben.
    Das hilft einem selber auch und man kann sich seinen Nutzen daraus ziehen.
    Ich bin selber erst gerade kurz vor der vierten Woche und damit auch noch ganz am Anfang.
    Ich freue mich zukünftig mehr von dir zu lesen und freue mich, dass du es schaffst nüchtern zu bleiben.
    Liebe Grüße

    Jenny

    Sorry, ich konnte nicht mehr editieren, daher noch kurz etwas.

    Oft ist es so, dass Menschen die es eigentlich nur gut mit dir meinen dir sagen, dass man ja vielleicht irgendwann mal wieder was trinken kann, nur zwischendurch.
    Sei es weil diese Menschen Mitleid mit dir haben weil du nichts mehr trinken "darfst" (nach ihrer Ansicht) oder aus welchen Gründen auch immer.
    Da muss ich dann sofort einhaken und sie stoppen.

    Wenn so ein Spruch losgeht, geht bei mir im Kopf ein Mechanismus los, der mir sagt, hmmm, vielleicht hat sie ja recht.
    Obwohl ich insgeheim weiss, dass dem nicht so ist.
    Aber in meinem Kopf fing es dann immer an zu rattern und der Entzug wurde richtig schlimm.

    Das ist mir ehrlich so oft schon passiert, dass ich mir das dann selber auch immer eingeredet habe und dann, meistens noch am selben Abend, rückfällig geworden bin.

    Das sind so kleine Mechanismen die es zu erkennen gilt und die man dann schon vorab stoppen kann. Davon werden mir bestimmt in meiner Zukunft noch einige begegnen.

    Hallo Taxi,

    vielen Dank.
    Ja, die Diagnostik ist bei mir auch schon etwas her. Nur das Wahrhaben wollen, das hat sehr lange gedauert. Und auch die Erkenntnis, dass ich halt nicht anders bin.
    Ich bin soo oft hingefallen. Und jetzt ist es mal an der Zeit aufzustehen.

    Es ist zur Zeit auch so, dass ich ein relativ ausgefülltes Leben habe.
    Wenn ich von der Arbeit komme, habe ich noch immer etwas im Haushalt zu tun, entweder kommt dann abends mein Freund oder ich mache halt Sport und genieße danach auch wirklich die Zeit auf der Couch.
    In der Regel fange ich sehr früh an zu arbeiten, so dass die Abende halt auch nicht ewig lang sind.

    Am Wochenende habe ich viele Stunden damit meine Wohnung zu streichen und als ich abends endlich fertig und auch fix und fertig war, kam der kleine Teufel wieder auf meine Schulter der mir ein Belohnungsbier schmackhaft machen wollte. Mittags hatte ich dieses Gefühl auch schon mal.

    Nicht immer leicht diesem biestigen Kerl zu widersprechen. Aber zur Zeit klappt das ganz gut.
    Ich nehme mich allerdings auch sehr in Acht. Riskiere nichts was ich glaube nicht bewältigen zu können.

    Hier wird auch immer wieder geraten, nicht mehr an Veranstaltungen teilzunehmen auf denen viel getrunken wird. Daran kann ich mich zum Glück auch leicht halten.
    Ich bin privat eher ein ruhigerer Mensch der es genießt auf der Couch zu liegen und Serien zu gucken.
    Das ist schon seit vielen Jahren so.

    Teilweise muss ich aber auch klare Ansagen machen, dass ich an bestimmten Abenden nicht mehr teilnehmen werde. Es wurde nicht unbedingt mit Freude aufgenommen, aber akzeptiert.

    Hallo an alle,

    ich war bereits hier angemeldet, weiss aber leider meinen alten Benutzernamen nicht mehr.
    Zu dieser Zeit habe ich allerdings auch nie länger als ein paar Tage am Stück durchgestanden.
    Dann wurde dieser kleine Teufel in mir wieder so stark, dass ich mich dem Alkohol ergeben habe.

    Hinfallen ist keine Schande. Aber man muss auch irgendwann wieder aufstehen.

    Das tückische für mich am Alkoholismus:
    Man muss es sich selbst diagnostizieren.
    Nur ich selber kann feststellen, ob ich Alkoholiker bin oder nicht.
    Und das zweite:
    Da spielt erstmal immer wieder dieser Gedanke bei mir mit, ob ich nicht vielleicht doch kontrolliert trinken kann.
    Ob ich nicht doch anders bin, als andere Alkoholiker.

    Vor 25 Tagen habe ich dann für mich entschieden, nein, du bist nicht anders als andere mit dieser Krankheit.
    Es gibt für dich kein kontrolliertes Trinken. DEFINITIV NEIN!

    Als dieser Groschen gefallen war, wurde es leichter.
    25 Tage habe ich inzwischen nichts mehr getrunken.

    Der kleine Teufel kommt immer mal wieder. Er versucht mich zu reizen, zu überreden, schwelgt in Nostalgie.

    Trotzdem sind es schon 25 Tage denen ich ihm widerstanden habe.

    Es gab Situationen, da war es besonders schwer.
    Vor einer Woche habe ich mich sehr auf einen schönen Abend mit meinem Freund gefreut.
    Es gab Mittags aber schon Streit.
    Der Normalfall der bisher immer eintrat, ich sagte ihm, dass ich ihn nicht sehen will und habe getrunken.
    Und so sehr ich mir auch immer vorgenommen habe, alles weitere erst am nächsten Tag mit ihm zu klären, habe ich irgendwann total besoffen mein Handy in die Hand genommen, wurde emotional und wollte alles ausdiskutieren. Blöde Idee....

    Natürlich hat sich alles dann hochgeschaukelt.
    Das habe ich aber erst am nächsten Tag erfahren, als ich mein Handy zur Hand nahm und las, was ich da in meinem Zustand alles geschrieben habe. Filmriss.
    Und es waren so oft so schlimme Dinge die ich geschrieben habe....Mein Gott, habe ich ihn verletzt. Ich habe mich so geschämt und dachte ich kann ihm nie wieder in die Augen sehen.

    Am Mittwoch war es dann wieder soweit. Der Streit war da und der Gedanke ans Trinken natürlich auch sofort.

    Aber dann habe ich mich an den Rat gehalten, den ich hier schon so oft gelesen habe. Ich habe die Situation zu Ende gedacht.

    Möchte ich morgen wirklich aufstehen und nicht mehr wissen was am Abend passiert ist?
    Möchte ich voller Scham mein Handy zur Hand nehmen und all die schrecklichen Dinge lesen die ich ihm geschrieben habe?
    Möchte ich ein Telefonat mit ihm bei dem ich mich zu Tode schäme und das Thema Alkohol natürlich wieder auf den Tisch kommt?

    Nein, das wollte ich nicht. Und so konnten wir das Ruder rumreissen, haben uns vertragen und hatten einen sehr schönen Abend miteinander.

    Ich kann wirklich nicht sagen, dass ich in meinem Leben unglücklich bin.
    Ich habe einen ganz lieben Freund (der zum Glück 0 Alkohol trinkt, der Erste bisher), ich habe einen Job der mir Spaß macht und Kollegen die ich auch als Freunde bezeichnen kann. Ich kann auch gut mal alleine sein und den Abend genießen wenn mein Freund nicht bei mir ist.
    Die Zeit mit ihm ist die schönste überhaupt.

    Warum also trinken? Weil ich Alkoholikerin bin.
    Diese Erkenntnis habe ich zwar schon lange, aber wie gesagt, es war bis vor einiger Zeit immer noch die stille Hoffnung da, dass ich anders bin. Dass ich kontrolliert trinken kann.

    Seit 25 Tagen habe ich keinen Schluck mehr angerührt und geht mir, bis auf gewisse Momente die mal mehr mal weniger kommen, gut damit.
    In diesen 25 Tagen habe ich jeden Tag ein klein wenig mehr an Erfahrung sammeln können. Natürlich nur einen Bruchteil dessen was mir noch fehlt :)

    Ich könnte jetzt noch einen ganzen Roman zusammentragen, aber fürs Erste möchte ich es mal belassen.
    LG


    Jenny

    vielen Dank für deine Antwort :)

    Mich haben diese Träume auch wirklich sehr stark erschreckt. Vor allem der letzte Traum.

    Von der Entzugsklinik oder der Langzeit habe ich öfter mal geträumt.
    Aber dass ich im Traum wirklich getrunken habe, kam vielleicht jetzt das zweite oder dritte Mal vor.

    Und das nach so einer langen Zeit ist schon unheimlich.

    Es ist jetzt nicht so, dass ich mir zu sicher wäre. Nein, gar nicht. Ich weiss, dass das Zeug absolut tabu ist.
    Wer weiss, was da in einem ausgelöst wird in diesen Momenten. Was genau man da nachts verarbeitet.