Beiträge von Veilchen

    Hallo Nadless,

    ich verstehe dich ja so gut!
    Leider weiß ich dir auch keinen Rat, kann mir selbst nicht helfen.

    Vor 20 Jahren hat es mein Mann geschafft, er war täglich betrunken. Hatte 2-3 Flaschen Hochprozentiges getrunken.
    Hatte mehrere Entgiftungen hinter sich - es war die Hölle.

    Wir waren noch nicht verheiratet, noch nicht einmal richtig zusammen.
    Doch ich war wie von Sinnen. Machte selbst eine Therapie.
    Mein Therapeut meinte, ich wolle meine Kindheit retten. Vielleicht hatte er recht.

    Als er ganz unten war, kümmerte ich mich nicht mehr um ihn - mir blutete das Herz!
    Mit dem Fahrad baute er einen Unfall und musste ins Krankenhaus, nach 2 Tagen haute er dort ab und kam zu mir.
    Er sahr furchtbar aus. Überall Schnittwunden, er ist wohl in seine Flasche gefallen.
    Ich brachte ihn wieder ins Krankenhaus, dort machte er eine Entgiftung und hielt durch.

    Nach der Therapie ging er zu den AA. Seit der Zeit trank er nichts mehr.

    Vor einem Jahr hatte er einen Rückfall und kürzlich auch wieder.
    Jetzt ist er wieder trocken, aber wie lange??

    Liebe Nadless, ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!

    Liebe Grüße, Veilchen

    Hallo,

    das Thema erinnert mich an meine Kindheit, mein Vater war fast immer betrunken, meine Mutter oft krank.
    Ich war die älteste von 6 Kindern.
    Als meine jüngste Schwester geboren wurde war ich 8 1/2 Jahre alt.
    Wenige Wochen nach ihrer Geburt musste meine Mutter ins Krankenhaus, es waren Ferien und ich war mit den jüngeren Geschwistern quasi alleine.
    Mein Vater hatte wohl Urlaub war aber kaum für uns da.
    Das Jugendamt schickte uns später eine Frau, die sich tagsüber um uns kümmerte.
    Eines Tages musste ich mit ansehen wie diese Frau vom Vater fast vergewaltigt wurde - ich hatte ihn durch mein plötzliches Auftauchen gestört.

    Die Frau packte ihre Sachen, eine Schwester und ich kamen in ein Heim, die Ferien waren inzwischen vorbei, die kleineren Kinder wurden bei Verwandten untergebracht, bis meine Mutter wieder gesund war. In dem Heim verbrachte ich 3 Monate.

    Es dauerte dann noch 5 Jahre bis meine Mutter die Scheidung einreichte. Was bis dahin alles passierte würde ein Buch füllen.

    Da ich die älteste war, habe ich viel helfen müssen. Die Kinder beaufsichtigen, Einäufe erledigen .....
    Meine Mutter war einfach zu krank um das alles alleine zu schaffen, zudem ging sie auch jeden Morgen noch Zeitungen austragen.

    Jede Nacht kam mein Vater betrunken von seinen Sauftouren zurück und fiel laut schreiend über unsere Mutter her.
    Meine Geschwister weinten und kamen zu mir ins Bett.
    Wir hatten alle schreckliche Angst.

    Ich fühlte mich immer für meine Mutter und Geschwister verantwortlich, auch noch nach der Scheidung.

    Erst jetzt verstehe ich so richtig mein Verhalten meinem Mann gegenüber.

    Gute Nacht und liebe Grüße, Veilchen

    Guten Abend,

    nochmals vielen Dank an euch!
    Eure Worte haben mich sehr nachdenklich gemacht.

    Aber eines möchte ich noch klarstellen, als mein Mann mich beklaute und betrog, war nach seiner Saufzeit.
    Das ist schon lange her.
    Er durfte seine Kinder wieder besuchen, was vorher nicht möglich war. Wollte den Kindern ein guter Papa sein,
    vielleicht wollte er auch seine Frau zurück.

    Zu "besten" Zeiten trank er 2-3 Flaschen harte Getränke.
    Zum Frühstück trank er eine halbe Flasche Jägermeister.

    Inzwischen sind die Kinder aus dem Haus, haben auch schon Familie.

    Damals hätte er alles für seine Familie getan, auch um sich dem Haus aufzuhalten. Ich war nur seine Krücke!
    Das hat mich sehr verletzt und machte mich krank.

    Das hatte wirklich nichts mit dem Alkohol zu tun - er war/ist einfach labil und charakterschwach.

    Als die Kinder älter und ihre eigene Wohnungen hatten, besserte sich das. Er hatte wieder Arbeit und war ein ausgeglichener Mensch.

    Nach guten 12 Jahren Trockenzeit heirateten wir.
    Man kann sagen, dass wir glücklich waren.

    Aber so richtig verzeihen, schon garnicht vergessen konnte ich die schlimme Zeit nicht.

    Als er vor einem Jahr für kurze Zeit wieder trank, konnte ich gerade noch die Weichen stellen.
    Doch schaffe ich das wieder? Gestern trak er nichts, heute bemerkte ich schon um die Mittagszeit eine Fahne.
    Nur leicht, aber doch hatte er wieder getrunken.
    Es schimpfte wieder, kann man nicht mal mehr ein Bier trinken.

    Jetzt habe ich wirklich Angst, mein ganzes Leben gerät dann aus den Fugen, auch das der Kinder.

    Liebe Sunshine, hoffentlich schafft mein Mann das auch, wie in deinem Beispiel.

    LG Veilchen

    Hallo,

    Ich bin ganz verzweifelt und hoffe auf eure Hilfe.

    Seit 7 Jahren bin ich in 2.Ehe mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet.
    Wir lernten uns in seiner schlimmsten Zeit kennen. Das war 1998.

    Irgendwie schaffte ich es damals, ihn zu einer Therapie zu bewegen.
    Das liest sich jetzt einfacher als es war!

    Inzwischen sind wir beide 67 Jahre, haben 5 Enkelkinder, mein Mann 4, ich 1.

    Vor einem Jahr hatte er seinen ersten Rückfall, den er schnell überwunden hatte.

    Vor ein paar Tagen bemerkte ich, dass er wieder getrunken hat. Was er abstritt.
    Sein Verhalten war anfangs eher depressiv, doch bald verbal aggressiv.

    Mein Versuch, dass er über die Kinder und Enkelkinder wieder zur Einsicht kommt hat dieses Mal nicht gefruchtet.
    Nun will er morgen, bzw heute seine Mutter besuchen, 300KM Autofahrt und ist wütend weil ich ihn nicht begleiten werde.

    Zusätzliches Problem ist, wir hüten an 3 Tagen wöchentlich mein Enkelkind. Er holt es mit dem Auto von der Kita ab.
    Ich bin noch berufstätig in einer sozialen Einrichtung.

    Das geht nun alles nicht mehr.

    Obwohl er sehr an dem Kind hängt und auch seine eigenen Kinder und Enkel verlieren wird, hat er kein Einsehen.

    Was soll ich nur machen?

    Danke, dass ihr meinen Text gelesen habt.

    LG von Veilchen


    Das war mein Vorstellungsposting hier, geschrieben in der Nacht zum Ostermontag.

    Erwähnentswert ist vielleicht noch, dass ich mit ihm auch nach dem Entzug und der Therapie schlimme Zeiten erlebt habe.
    Ich wurde von ihm finanziell ausgenutzt, da er kein eigenes Einkommen mehr hatte und vom Staat nicht leben wollte, lebte er von mir.

    Unterhalt konnte er für seine 3 Kinder nicht zahlen, doch seine (noch) Ehefrau stellte Forderungen, obwohl sie für die Kinder Geld vom Staat erhielt.
    Sie bewohnte mit den Kindern auch sein Haus (Erbe seines Vaters)

    Immer wieder stellte ich fest, dass mir Geld fehlte und sogar Geld von meinem Konto abegeholt wurde.
    Damit stellte er seine Frau zufrieden.

    Sie fuhren gemeinsam in den Urlaub - den Kindern zuliebe.

    Das ging drei Jahre so, ich wurde sehr krank. Herzrhythmusstörungen, Panikattacken ...

    Es wurde noch schlimmer .... das kann ich, wenn ihr wollt später erzählen.

    Am Ostermontag wollte mein Mann seine Mutter besuchen, ich weigerte mich ihn zu begleiten. Er war sehr wütend darüber und beschimpfte mich lautstark. Aber ich blieb hart.

    Eine Stunde später rief er mich an, mit dem Auto sei etwas nicht in Ordung und komme zurück.
    Später bemerkte ich seine Fahne! Ich zog mich zurück!

    Heute war er wie umgewandelt, nichts getrunken und bedankte sich sogar bei mir, weil ich ihn wieder zur Vernunft gebracht habe.
    Er war nett und freundlich wie früher, arbeitete im Garten und kaufte sogar ein.

    Kann ich ihm jetzt wirklich vertrauen?

    Liebe Grüße
    Veilchen