Beiträge von Angel1980

    Hallo,
    es rührt mich gerade zu Tränen, dass ihr euch fragt, wie es mir geht. Es bedeutet mir so unendlich viel, auch wenn wir uns nicht persönlich kennen...

    Ich musste lange über das, was ich hier im Forum gelesen habe, nachdenken. Natürlich auch über die Antworten auf meinen Beitrag. Ich war inzwischen auch bei der Beratungsstelle. Es war ein tolles Gespräch und mir wurde geraten, mehr für mich zu tun und mehr Zeit alleine mit meiner Tochter zu verbringen. Und mir wurde eine Selbsthilfegruppe empfohlen, die ich demnächst aufsuchen werde.

    Im Moment ist alles einfach nur anstrengend hier. Habe die ganze Zeit versucht mich nicht davon beeinflussen zu lassen, wann und wieviel er trinkt. Ich kann es nicht. Ich gucke ihn "doof" an sobald er eine Flasche in der Hand hat und ich kriege schlechte Laune. Heute Abend, nach ein paar Flaschen war er nicht mehr ganz nüchtern und als er noch eine im Garten trinken wollte, habe ich gesagt, dass ich dann schon mal reingehe. Das fand er blöd und sagte, es wäre ja Wochenende und was so schlimm daran wäre usw. Insgesamt übertreibe ich, ich hätte ihn ja so kennengelernt und auf einmal mache ich ein Drama daraus. Und es nervt ihn, dass ich ihn sofort schief angucke und und und... Er hält sich doch zurück mit der Menge und was will ich denn mehr usw.
    Letzte Woche hatten wir Besuch von Freunden. Die beiden Männer haben getrunken, wir Frauen haben uns unterhalten. Sie trinkt im Moment wegen Medikamenten keinen Alkohol und mir ist so gar nicht danach. Sie scheint gemerkt zu haben, dass etwas nicht stimmt. Er hat ihr dann wohl erzählt, dass ich ein Problem mit seinem Alkoholkonsum habe. Daraufhin meinte sie, dass sie mich nicht ernst nehmen kann, weil ich doch sonst auf Parties auch gerne trinke. Bei dem Gespräch war ich nicht dabei, das hat er mir vorhin erzählt... Das hat mich so verletzt. Das sieht so aus als hätte ich auf einmal aus heiterem Himmel ein Problem...Dass er hier phasenweise 4-5 Mal die Woche betrunken war, hat er ihr natürlich nicht erzählt. Ich fühle mich so mies gerade. Zweifle an meinen Gedanken, meinen Gefühlen. Er findet es auch völlig übertrieben, dass ich kein Bier mehr mitbringe wenn ich einkaufen fahre. Er kann es nicht nachvollziehen, warum ich das im Moment einfach nicht kann.
    Ich schaue meine Tochter an und frage mich, welche Auswirkungen eine Trennung für sie hätte, denn die beiden haben eigentlich ein gutes Verhältnis und er kümmert sich sonst um sie, wie um eine eigene Tochter. Im Moment zerreißen mich meine Gedanken innerlich.

    Tut mir leid, wenn alles etwas durcheinander geschrieben ist, aber es müsste einfach alles raus.

    LG

    Hallo zusammen,

    im Moment geht es mir gar nicht gut. Diese Diskussionen mit ihm machen mich müde und rauben mir die Kraft im Alltag...

    Immer wieder Vorwürfe: Geh doch zu der Beratung. Damit sagst du mir doch indirekt, dass ich das Kindeswohl gefährde. Und wenn mein Kumpel nachher kommt, trink ich mir ein "Richtiges" mit ihm. Als ich das hinterfragte, weil er ja nur am Wochenende "Richtiges" trinken wollte, sagte er: ich habe keine Lust mich für jedes Bier zu rechtfertigen oder mich von dir blöd angucken zu lassen sobald ich mir eine aufmache. Darf ich mir also nicht mal mehr mit meinem Kumpel eine Flasche Bier trinken? Du hast mich so kennengelernt und jetzt soll ich ganz auf Alkohol verzichten oder was?

    Er wird auf gar keinen Fall zur Beratung oder Therapie gehen. Das hat er schon mal durch (beim Vorbereitungskurs für seine MPU). "Da wurde beim ersten Treffen über Alkohol geredet und dann nur noch über mein Leben. Da hab ich keinen Bock drauf!"

    Immer wieder denke ich über die Antwort von Karsten nach: "Wenn du dich auf diesen Kompromiss einlassen möchtest, wirst du ja sehen, was passiert."
    Möchte ich mich auf diesen Kompromiss einlassen? Ich habe Angst davor mich darauf einzulassen. Mein Magen dreht sich dabei um. Als ich ihn gefragt habe, warum er sich nach unserem letzten Gespräch nicht an die Abmachung halten konnte, sagte er: Keine Ahnung. Hab jetzt aber auch keinen Bock auf therapeutische Gespräche. Und bis jetzt kein "Schatz es tut mir leid, dass ich mich nicht daran gehalten habe" oder "Mach dir keinen Kopf, ich schaff das schon."

    Mein Verstand schreit mich an: Geh doch endlich, er versteht es nicht, weil er es nicht verstehen will. Und dann dieses kleine flüsternde Männchen in meinem Herzen, dass mich darüber nachdenken lässt: Was ist, wenn er sich doch ändern und seinen Bierkonsum reduzieren kann?

    Du hattest Recht Cadda, mein Verstand weiß es, aber das Handeln ist wirklich gar nicht so leicht... Irgendwann wird mein Verstand lauter Schreien und dann werde ich das Flüstern im Herzen überhören.

    Bis dann
    Angel

    Hallo zusammen,

    mein Beratungstermin ist nächste Woche. Bis dahin versuche ich die ganzen Vorwürfe und Ähnliches nicht zu sehr an mich rankommen zu lassen, auch wenn es wirklich schwer fällt. Es ist nicht einfach zu verstehen, warum ihm das Bier so viel wichtiger ist als alles, was wir uns zusammen aufgebaut haben. Ein kleines Paradies einfach eingetauscht gegen ein paar Flaschen Bier...

    ideja
    Es hört sich vielleicht leichter an, als es für mich ist. Auch wenn ich ein Stück weit immer noch in der Co-abhängigkeit drin bin, habe ich ja bereits eine Beziehung mit einem süchtigen Partner (Spielsucht) hinter mir. Damals in dieser Zeit ist meine Mutter viel zu früh an Brustkrebs gestorben. Es klingt verrückt, aber in dem Moment habe ich gedacht: wenn mich das gleiche Schicksal ereilen sollte, möchte ich nicht auf dem Sterbebett liegen und rückblickend über mein Leben sagen, dass es kein glückliches Leben war und ich immer nur gekämpft und gelitten habe (für jemanden, dem es egal war). Als die Sucht meinen Ex damals immer mehr im Griff hatte und ich wie ein Zombie durch´s Leben gegangen bin, nur noch funktioniert und meine Umwelt gar nicht richtig wahrgenommen habe, war das ein schrecklicher Zustand. Nachdem ich mich getrennt habe und mich von all seinen Vorwürfen, Manipulationen usw. nicht mehr beeindrucken ließ, habe ich auch meine Lebensfreude zurückgewonnen. Auf einmal habe ich gemerkt, wie schön es ist den Kopf frei zu haben und wieder mit allen Sinnen zu leben... Ich habe mir damals geschworen, dass ich mir das nie wieder nehmen lasse. Und erst recht lasse ich nicht zu, dass meine Tochter Gefahr läuft irgendwann vielleicht selbst zum Zombie zu mutieren...

    Das habe ich damals natürlich nicht alleine geschafft. Ich habe ganz viel mit Freunden und mit meiner Familie gesprochen, habe mich in einem Spielsucht-Forum angemeldet... Mir war nur nicht bewusst, dass ich die Co-abhängigkeit noch lange nicht überwunden habe. Aber das soll sich jetzt ändern.

    Cadda und Morgenrot
    Vielen Dank. Eure Worte machen mir wirklich Mut und geben mir Kraft weiterzumachen.

    Bis dann
    Angel

    Hallo,

    immer wieder habe ich hier im Forum gelesen, dass der alkoholkranke Partner anfing mit Vorwürfen, Beschimpfungen usw. Da dachte ich noch, dass ich Glück im Unglück habe, weil mein Partner das bis jetzt nicht getan hat. Bis gestern... Nachdem er ja schon voller Wut zur Arbeit gefahren ist, ist er mit noch mehr Wut wieder nach Hause gekommen. Als ich ihn darauf angesprochen habe, sagte er wie heftig das ist, dass er Schuld sein soll, dass meine Tochter vielleicht einen Schaden hat (ich habe nur gesagt, dass ich für sie und für mich eine Beratungsstelle aufsuchen werde), und dass das alles völlig übertrieben sei und ich würde ja so tun, als wäre er der schlimmste Alki, der schon morgens anfängt zu saufen und den ganzen Sch*** im Internet wird er sich nicht durchlesen und er wird auch keine Beratungsstelle anrufen und wie ich hinter seinem Rücken da anrufen konnte und und und... Über die Menge, die er trinkt, könnten wir ja reden, aber alles Andere ist natürlich völlig übertrieben...

    Ich habe versucht ruhig zu bleiben und ihm immer wieder gesagt, dass ich Hilfe für mich in Anspruch nehme, weil es mir in dieser Situation nicht gut geht und das vor ihm nicht rechtfertigen muss. Und trotzdem erwische ich mich immer wieder bei diesem Gedanken, dass er ja vielleicht doch Recht hat und ich übertreibe ein wenig. Und dann kostet es wirklich Kraft diesen Gedanken wieder loszuwerden. Ich freue mich schon auf den Beratungstermin und alles, was noch kommen wird...

    Liebe Grüße
    Angel

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten. Bin wirklich froh, dass ich mich in diesem Forum angemeldet habe und so viel Hilfe bekomme.

    Ich habe gestern mit ihm gesprochen. Soweit ich das beurteilen kann, habe ich eure Ratschläge soweit es mir möglich war, befolgt. Habe mich gegen die "Pistole auf die Brust-Methode" entschieden. Er hat sich alles angehört und ist auch ruhig geblieben. Ich habe ihm ein paar Telefonnummern von Beratungsstellen hingelegt und ihm gesagt, dass ich für meine Tochter und mich auf jeden Fall eine Beratung in Anspruch nehmen werde und ich mich freuen würde, wenn er das auch tun würde. Er sagte, er muss eine Nacht darüber schlafen. Im Laufe des Gesprächs hat er gesagt, dass er dann jetzt in der Woche alkoholfreies Bier trinken wird und es ja wohl nicht dramatisch ist, wenn er am Wochenende mal ein richtiges Bier trinkt. Daraufhin sagte ich, dass es nicht meine Entscheidung ist und auch nicht meine Aufgabe zu beurteilen, ob das dramatisch ist oder nicht und er ja deshalb eine Beratungsstelle aufsuchen sollte und ich ihn auch begleiten würde, wenn er das möchte. Er hat gestern alkoholfreies Bier getrunken (ist dafür extra mit dem Fahrrad zum Kiosk gefahren), auch als wir Besuch von einem Freund hatten, der "richtiges" Bier getrunken hat. Trotzdem sagt mir mein Bauchgefühl, dass er noch nicht soweit ist. Habe hier im Forum oft von der "geballten Faust in der Hosentasche" gelesen. Genauso würde ich seine Gemütslage heute Morgen beschreiben. Er ist dann zur Arbeit gefahren und die Nummern liegen immer noch da... Ich habe schon Kontakt zur Beratungsstelle aufgenommen und warte jetzt auf einen Rückruf zwecks Terminvereinbarung. Vielleicht täusche ich mich auch und er muss erstmal alles verdauen. Ich lasse mich von seiner Laune jedenfalls nicht beeindrucken. Ich gehe zur Beratungsstelle und bin auf jeden Fall auch Bereit ihm letztendlich die Pistole auf die Brust zu setzen. Habe ihm gestern auch noch gesagt, dass ich nicht mehr dabei zusehen werde wenn er trinkt und ich merke, dass er nicht aufhören kann. Werde ihn da alleine sitzen lassen.

    Ein Teil der Last ist mir durch dieses Gespräch erstmal von den Schultern gefallen. Ich weiß, dass noch ein weiter Weg vor mir liegt, aber ich bin bereit ihn zu gehen.

    Nochmal vielen Dank an euch.

    LG
    Angel

    Guten Abend,

    ich bin 38 und bin nach 4 Jahren Beziehung zu der Einsicht gekommen, dass mein Partner Alkoholiker ist. Da es für mich bereits die zweite Beziehung mit einem Suchtkranken ist, möchte ich mir auf jeden Fall Hilfe und Beratung zu meiner Co-abhängigkeit suchen (meine Geschichte könnt ihr im Vorstellungsbereich nachlesen).

    Zu meiner eigentlichen Frage: ich werde meinen Partner auf sein Alkoholproblem ansprechen und ihn vor die Wahl stellen. Entweder macht er eine Therapie oder ich werde mich trennen. Wie führt man so ein Gespräch am besten? Soll man das Problem direkt auf den Punkt bringen? Soll ich ihm Bedenkzeit geben, denn wahrscheinlich muss er das ja auch erstmal verdauen. Oder setz ich ihm lieber die Pistole auf die Brust und verlange, dass er sofort mit dem Alkohol aufhört? Fragen über Fragen... Ich kann das Gespräch nicht mehr lange hinauszögern, denn die Situation ist für mich langsam unerträglich.

    Danke und liebe Grüße
    Angel