Beiträge von Carmen

    Guten Morgen,

    ich bin wieder mit schönen, klaren Gedanken aufgewacht.Nüchtern ist alles so viel heller.

    Seitdem ich hier vor zwei Tagen meinen Thread eröffnet habe, hat mein starker Suchtdruck deutlich nachgelassen.
    Das ist sehr erleichternd und gibt mir wieder sehr viel Hoffnung auf ein trockenes Leben.
    Ich traue diesem " Frieden" natürlich nicht, denn stabil bin ich noch lange nicht.

    Das Schreiben und eure Antworten, geben mir viel Kraft und begleiten mich durch den Tag.

    Ich hatte in den letzten zwei Tagen nur dreimal leichten Suchtdruck, der nach einigen Minuten ganz schnell wieder verschwand.
    Nicht zu vergleichen mit dem Suchtdruck der letzten dreieinhalb Wochen. Das war unerträglich, da er teilweise mehrere Stunden anhielt und sich trotz Ablenkungsversuchen von Minute zu Minute steigerte. Ich war also quasi fast den ganzen Tag damit beschäftigt, nicht zu trinken.

    Ich beobachte meine Gedanken und kann schon besser erkennen, wenn ich in " nasses" Denken rutsche und gegensteuern.
    Das gibt mir ein wenig Sicherheit. Aber wie gesagt: Ich traue alldem noch lange nicht. Zu oft habe ich versagt.

    Ich wünsche allen einen schönen Tag!

    Hallo Sunshine,

    vielen Dank für den herzlichen Willkommensgruß und deinen netten Beitrag.

    Du schreibst:

    "Ich habe mich in den letzten Jahren meiner Sauferei auch sehr isoliert
    Darum kann ich oft nicht verstehen, das sich manche eingeschränkt durch die Abstinenz fühlen, bei mir war die Sauferei einschränkend, aber sicher nicht das jetzige, trockene Leben."

    Auch mich hat die Sauferei in den letzten Jahren nur noch eingeschränkt. Das hatte nichts mehr mit Spaß oder schönen Rauschzuständen wie in den ersten Jahren zu tun ( obwohl selbst die ersten Jahre nicht wirklich schön waren, wenn ich so zurückdenke, denn ich habe immer bis zum Filmriss gesoffen).
    Die letzten Jahre waren nur noch eine Qual, ein unerträglicher Zwang. Eine Betäubung bis zur Besinnungslosigkeit nur um einfach nicht mehr denken und fühlen zu müssen.
    Ich hoffe, dass ich diese Einstellung und Erkenntnis beibehalten kann.

    Gratulation zu deiner langen Trockenheit. Ich wünsche mir sehr, dass ich es dieses Mal nicht zulasse, von meinem Weg in die Trockenheit abzukommen. Davor habe ich große Angst.

    Schön, dass du soviel Freude an der Fotografie hast.Es ist wunderbar, wenn xman etwas mit Leidenschaft betreibt.
    Du hast ja schon wahnsinnig viel Erfahrung; da sind bestimmt schon einige tolle Fotografien zusammengekommen. :D

    Ich werde die Tage meine Kamera rausholen und meinen Hund in den strahlend gelben Rapsfeldern fotografieren.

    Einen schönen Abend wünsche ich.

    LG
    Carmen

    Ja liebe Cadda!

    Ich habe auch in deinem Thread viel gelesen und konnte so viele deiner Gedankengänge nachvollziehen.

    Es ist furchtbar, wie man sich betrunken selbst demütigt und zutiefst erniedrigt.

    Wir alle sind doch soviel mehr wert.

    Guten Morgen Pellebär,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Das freut mich.:-D

    Ja! Ich merke auch, dass das Schreiben sehr hilft.Ich habe mich über die vielen Jahre sehr verschlossen und alles mit mir selbst ausgemacht. Ich möchte hier wieder lernen, mich zu öffnen und Hilfe anzunehmen.

    Ich habe gestern in einem deiner Threads gelesen und konnte da sehr viel für mich rausziehen.
    Die Beiträge hier sind so wertvoll und es tut so gut verstanden zu werden ohne sich erklären zu müssen.

    Ich wünsche auch dir einen schönen sonnigen Tag!

    LG
    Carmen

    Guten Morgen Cadda,

    danke für deine lieben Worte.
    Ich werde jetzt regemäßig schreiben; das tut gut.
    " Den Gedanken zu Ende denken" hat mich in den letzten Wochen oft vom Trinken abgehalten.
    Danke nochmal für diesen hilfreichen Tipp.

    Ich möchte dieses schreckliche Suffleben wirklich nicht mehr. Ich war vorhin so dankbar nüchtern und ohne Kater aufzuwachen. Das war schon das erste Glücksgefühl des Tages.
    Da war doch schon die Euphorie! :D

    Keine Schuld und-Schamgefühle beim Aufwachen, kein panischer Blick aufs Handy, wen man im Suff wieder belästigt hat,keine peinlichen Auftritte, für die man sich am nächsten Morgen so sehr schämt, kein Zittern, kein Herzrasen, keine Kopfschmerzen, keine depressiven Gedanken.

    Ich musste meistens schon morgens trinken, weil ich mich und mein Leben nicht mehr nüchtern ertragen konnte. Wie unangenehm es war mit Restfahne morgens an der Kasse zu stehen mit den Flaschen auf dem Band. Die Blicke ( vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet) der Verkäuferin und Kunden.Ich möchte das nicht mehr, ich kann das nicht mehr.

    Meine Kräfte schwinden mit jedem weiteren Versuch in die Trockenheit. Das Fass ist schon lange voll. Es gibt keinen Weg zurück mehr aus der Suchtspirale. Ich kann den Alkohol nicht kontrollieren. Konnte es noch nie und werde es niemals können. Er zerstört mich und mein Umfeld.

    Für den geschlossenen Bereich werde ich bald freigeschaltet. Darauf freue ich mich schon.

    Ich wünsche dir auch einen schönen sonnigen Tag!

    LG
    Carmen

    Ich verstehe das sehr gut. Schreibe doch einen Brief an deinen Vater.
    Da kannst du dir den ganzen Ballast von der Seele schreiben. Das
    kann sehr befreiend wirken.

    Und hab keine Angst, dass das Trinken durch dein Ansprechen schlimmer werden könnte.
    Es sind eigentlich nie äußere Umstände, die einen Alkoholiker zum noch mehr trinken bringen.
    Diese nimmt er sich nur als Entschuldigung

    "Die 17 Jahre werden schon vergehen."
    Das kann ich nur mit schwarzem Humor verkraften.

    Toll! 13einhalb Jahre trocken! Ich habe großen Respekt davor.

    Danke für die Tipps.

    Was sind für dich "nasse" Verhaltensmuster? Ein paar Beispiele würden mir helfen, damit ich diese Muster auch bei mir besser erkennen kann.

    Hallo Dante,

    vielen Dank für den netten Willkommensgruß und deinen wertvollen Beitrag.

    Du schreibst:
    "Ich schreib es mal ganz nüchtern: Abstinenz unter Aufsicht ist keine."

    Das sehe ich genauso und bin deshalb frustriert.

    Dann schreibst du noch:
    " Wenn sich bei deinem jetzigen Anlauf keine Euphorie einstellen will, liegt das vor allem daran, dass dir klar geworden ist, du hast dir bei den bisherigen Versuchen etwas vor gemacht. Einfach aufhören funktioniert in den meisten Fällen eben nicht."

    Genauso ist es! Das erste Mal setze ich mich mit meiner Krankheit wirklich auseinander und das ist unangenehm.

    UND du schreibst:

    " Der unangenehme Gefühlscocktail, den du zur Zeit durchmachst, ist bei frisch trockenen Menschen alles andere als untypisch. Ich beschreibe das immer mit: Den Hormonhaushalt krumm gesoffen.
    Bis sich das wieder reguliert, vergeht viel Zeit. Manche sagen, etwa so viel Zeit wie der Missbrauch andauerte."

    Würden bei mir 17 Jahre heißen. Ohje! Das hoffe ich doch nicht.

    Alkohol haben wir nicht im Haus.Mein Partner hat durch meinen Alkoholismus so eine Aversion gegen Alkohol entwickelt, dass er seit Jahren keinen Tropfen mehr trinkt.

    Gespräche würde ich gerne führen, nur habe ich keine Freunde mehr, da ich mich in den letzten Jahren sehr isoliert habe. Die Sucht hat zuviel Raum eingenommen.

    Ich weiß, dass ich gegen den Alkohol immer verlieren werde. Ich kämpfe halt gegen diesen Suchtdruck, doch auch das ist wahrscheinlich falsch. Vielleicht sollte ich ihn einfach annehmen und aushalten. Denn er geht vorbei und lässt mit der Zeit immer mehr nach.

    Lg
    Carmen

    PS: Das mit dem Zitieren hat irgendwie nicht geklappt.

    Hallo Pellebär,

    danke für deine Zeilen.

    Du schreibst: "du benutzt das Wort kämpfen. Ein Leben ohne Alkohol ist für mich eine Frage der Einstellung, meine Haltung, kein Kampf, keine Willensstärke.

    Ich habe erkannt, dass mich das Leben ohne Alkohol frei gemacht hat. Ich entscheide über mein Leben, entscheide wann ich mit wem wohin gehe, wann ich wieder gehe, nicht der Alkohol."

    Genau da möchte ich auch hin. Meine Ungeduld steht mir im Weg. Ich werde daran arbeiten.

    Lg
    Carmen

    Hallo Barthell,

    verstehe ich richtig, dass du auch solche Gedankengänge zu Beginn hattest?
    Ist das die eigene Einstellung oder unsere Krankheit?

    Ja! Die Euphorie kenne ich; mir wurde sie oft zum Verhängnis. Vielleicht schaffe ich es ja, meine schlechte Stimmung aus diesem Grund positiv zu sehen.
    Aber es ist schon verdammt hart und unangenehm.

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin momentan sehr verzweifelt. Eigentlich wollte ich erst im erweiterten Forenbereich schreiben, doch da ich noch nicht freigeschaltet bin und der Leidensdruck zu groß ist, eröffne ich nun hier mein Thema.

    Ich trinke seit dem 03.03.20 keinen Alkohol mehr. Grund des Aufhörens war ein einwöchiger Totalabsturz mit vielen peinlichen Eskapaden und letztendlich einem völligem Nervenzusammenbruch, der mich fast in die Geschlossene gebracht hätte.

    Von Anfangseuphorie, wie ich sie hier oft von frischen Abstinenzlern lese, keine Spur. Das verunsichert und demotiviert mich.
    Ich kenne diese Anfangseuphorie von früheren Versuchen, doch dieses Mal ist es anders.

    Ich bin sehr depressiv, frustriert, gereizt, aggressiv und antriebslos, sehe oft keinen Sinn mehr. Ich habe wahrscheinlich eine Depression, durch die es mir noch schwerer fällt, nicht zu trinken. Ich führe gefühlte 100 mal am Tag Dialoge mit meiner Krankheit.

    Mein Suchtgedächtnis bombardiert mich fleißig, da hilft auch oft keine Ablenkung. Die Stimme ist zu laut. Ich will mich hier nicht als Opfer hinstellen, aber ich bin ganz schön verzweifelt. Wäre mein Partner in den letzten Wochen nicht immer zu hause gewesen, hätte ich vielleicht schon wieder getrunken.

    Da stelle ich mir natürlich die Frage, was ich falsch mache. Es kann ja nicht sein, dass ich nur unter Aufsicht nüchtern bleibe.

    Ein Teil von mir sieht die schöne nüchterne Zukunft ganz klar vor Augen und möchte nicht mehr trinken.
    Der andere Teil sieht alles negativ und sagt: " Das schaffst du niemals, es macht keinen Sinn zu kämpfen."
    Dann kommen auch Gedanken wie " Durch die Coronakrise kannst du momentan eh nicht wirklich handeln, also trink doch wIeder und werde erst abstinent, wenn alles vorbei ist."

    Vielleicht findet der ein oder andere Fehler in meiner Denkweise oder sich selbst darin wieder?

    LG
    Carmen

    Hallo Schnitzel,

    ich denke, dass es sehr wichtig ist den Konsum anzusprechen zumal dich die Situation ja auch extrem belastet.
    Wenn es dir mündlich so schwerfällt, was ich sehr gut verstehen kann, könntest du deinem Vater auch einen Brief schreiben.

    Lg
    Carmen

    Genau! Wie Linde es schreibt, war es auch bei mir: Verharmlosend und verleugnend habe ich in Trinkzeiten auch sehr oft reagiert, wusste aber innerlich, dass derjenige, der mich auf meinen Alkoholismus ansprach, recht hatte.