Beiträge von AufderSuche

    Hallo Caro,

    habe gerade nur deinen Eintrag von heute gelesen und möchte dir nur mitteilen, dass ich mich für dich freue.

    „Geschwollen“ finde ich das nicht, was du schreibst. Du drückst damit etwas aus, was ich, noch nicht so lange trocken wie du und ohne Kinder, ganz ähnlich empfinde.

    Einfach nur schön von dir zu lesen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo,

    ich frage mich gerade, warum du dir das noch so antust und dich nicht ganz und gar abgrenzt.

    Du schreibst, dass du ihn nicht blockiert hast, weil dich seine Nachrichten amüsieren.

    Ich frage mal aus Interesse:

    Brauchst du das, um dich vollständig davon zu überzeugen, was für ein Typ das ist?

    Solange du diesen Kanal noch offen lässt, bleibt eine Verbindung, bleibt er in deinem Kopf, kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, wann es ihm beliebt, in deinen Kopf.

    Willst du das wirklich?

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo Sensual,

    auch ich möchte dir eine virtuelle Umarmung da lassen, wenn du sie möchtest.

    Ich lasse Dir mal ein paar Gedanken da, vielleicht helfen Sie Dir etwas weiter.

    Ich hab jetzt nicht deine ganze Geschichte im Kopf. Du bist ja schon eine Weile hier im Forum unterwegs.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass du dich gerade bodenlos enttäuscht, verletzt und hilflos fühlst. Du hast Gefühle, Geduld usw. investiert und er hat‘s Dir einfach so vor die Füße geworfen.

    Im Prinzip hast du versucht etwas zu begreifen, was für einen vernünftigen, wirklich erwachsenen Menschen nicht zu begreifen ist.

    Das Verhalten dieses Mannes ist nicht das eines wirklich erwachsenen, vernünftigen Menschen. Da spielt die Sucht eine immens große Rolle und gewiss auch noch etwas mehr.

    Er bezweifle, dass er dazu in der Lage ist, auszusprechen, was er wirklich will. Und dafür kann es viele Gründe geben.

    Du aber kannst für dich sorgen, kannst dich unabhängig machen von diesem Mann, loslassen.

    Und heute bist du auf diesem Weg.

    Was kannst du heute für DICH tun, damit es dir ein kleines Bisschen besser geht? Gibt es gerade irgendetwas, was dir gut tun könnte?

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo Hartmut und alle anderen,

    interessantes Thema und zweifellos eines, über das sich mal ein Austausch lohnt. 😄

    Dann will ich auch mal meine Gedanken dazu teilen.

    Bei unserem Problem und auch bei vielen anderen sollte ja das Ziel sein, dass ich mir selbst helfe, mir selbst helfen kann. - Wie kann ich das aber?

    Meines Erachtens ist das nur möglich, wenn ich selbst überhaupt erst erkenne, dass ich ein Problem habe und wie groß mein Problem tatsächlich ist.

    Mitunter ist das denen, die hier aufschlagen, - und mir ging das vor zehn Monaten ähnlich - , am Anfang gar nicht so klar.

    Einige lesen erstmal nur mit, andere stellen gleich ihre Fragen. Ich gehörte zum Beispiel in die zweite Kategorie.

    Mir war bei meinem eigenen Konsum ziemlich mulmig geworden, ich sah mich aber noch längst nicht als Alkoholikerin. Ich hab sogar diese Online-Tests durchgeführt, um mich zu versichern, noch keine Alkoholikerin zu sein. Irgendwas trieb mich aber dann doch, in einem Alkoholforum mal nachzufragen, mich überhaupt erstmal dem Thema zu stellen. Schon allein das hat mich ziemlich Mut gekostet.

    Hätte man dort gleich zu Beginn von mir verlangt, mich als Alkoholikerin zu bekennen und den Austausch davon abhängig gemacht, dass ich den Rest meines Lebens abstinent bleiben muss, hätte man mich nicht erreicht, sondern abgeschreckt. Ich spürte zwar, dass bei mir etwas nicht in Ordnung war, aber in welchem Umfang, das war mir noch nicht klar.

    Meine „Selbsthilfe“ bestand somit zunächst darin, überhaupt mal nachzufragen bei Menschen, die sich, wie ich glaubte, etwas auskannten und mit ihrem Problem „geoutet“ hatten.

    Ihre „Hilfe“ bestand in Informationen, Fragen und in einer kurzen Schilderung ihrer eigenen Erfahrungen. Dadurch wurde mir bewusst, wo ich gerade stand und wie groß mein Problem tatsächlich schon war. Und es machte mir Angst und schuf erst das Bewusstsein dafür, dass ich so wie bisher nicht weitermachen konnte.

    Zunächst hatte ich Angst davor, nie wieder Alkohol trinken zu können. Ich hab sogar verhandelt, ob ich nicht ab und zu und ganz selten noch „Ausnahmen“ machen dürfte. Meine „Selbsthilfe“ bestand dann darin, weitere Fragen zu stellen und mich auf den Dialog einzulassen.

    Ihre „Hilfe“ bestand wiederum in ein paar Informationen, Fragen und einem kurzen Hinweis, wie „kontrolliertes Trinken“ bei ihnen gescheitert war und dass sie nun zufrieden abstinent lebten.

    Und wiederum erkannte mich darin teilweise wieder und reflektierte mein bisheriges Trinkverhalten, bei dem mir dann selbst klar wurde, dass „kontrolliertes Trinken“ auch bei mir nicht funktioniert hatte und aller Erfahrung nach nie wieder funktionieren würde (und wird).

    Da begann ich mich tatsächlich für die vollständige Abstinenz zu interessieren und, wie ich es erreichen könnte, ebenfalls zufrieden abstinent zu werden, und ich wurde offen für alles, wie ich mir selbst helfen könnte.

    „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeutet für mich nicht, dem anderen seine Verantwortung für sich selbst abzunehmen, die Verantwortung für sich selbst belasse ich bei ihm, sondern ihm mit meinem Wissen und meinen eigenen Erfahrungen soweit Hilfestellung (sofern diese überhaupt erwünscht ist) zu geben, dass er in der Lage ist, ggf. sein Problem überhaupt erst zu erkennen und sich dann selbst helfen zu können.

    Ob er meine Hilfestellung annimmt oder nicht, liegt nicht in meinem Bereich, sondern bleibt in seiner eigenen Verantwortung.

    Grüße

    Hallo Aram,

    ich kann das gut nachvollziehen, wie du dich fühlst.

    Gewiss ist es auch für ihn nicht leicht, aber allein das sollte dich nicht zu etwas verleiten, was DIR nicht gut tut. Von daher ist es meiner Ansicht nach richtig, dass du ihn nicht besuchst.

    Dass schöne Erinnerungen auftauchen, ist völlig normal und es gehört zum Trauerprozess ebenfalls dazu. Wenn alles schlecht gewesen wäre, hättest du es kaum so lange mit ihm ausgehalten. Wenn du also auch an das Schöne denkst, wirst du somit auch dir selbst gerecht.

    Ich denke, die guten und die schlechten Erinnerungen vervollständigen das Bild und du brauchst sie auch, um in Liebe Abschied nehmen zu können.

    Entscheidend ist aber, so denke ich, dass du dich von den schönen Erinnerungen nicht zu etwas verleiten lässt, was DIR nicht gut tut.

    Was könnte es dir denn jetzt gerade leichter machen? - Würde es dir helfen, für dich alles aufzuschreiben oder zu malen, zu zeichnen, eine Art Collage zu erstellen oder irgendetwas zu tun, was dir bei der Verarbeitung und Strukturierung deiner Gedanken und Gefühle hilft? - Nur so ein Gedanke, eine Idee von mir. - Hilfreich könnte es für dich sicherlich sein, irgendwie ins „Tun“, ins „Handeln“ zu kommen und nicht einfach nur in Grübeleien zu verfallen.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Ist ihm das bewusst oder glaubt er es selbst, dass die Anderen und die äußeren Umstände Schuld sind?

    Ich bezweifle, dass es ihm bewusst ist. Ich denke, er glaubt das wirklich.

    Was du noch über ihn geschrieben hast, bestätigt das meines Erachtens auch.

    Das würde ja bedeuten, dass ein Gespräch, selbst wenn er sich irgendwann dazu bereit erklären würde, keinerlei Sinn ergeben würde.

    🤔Stimmt, da ist was dran.

    Wie gesagt, ich kenne ihn nicht, aber ich kenne ähnliche Fälle.

    Grundsätzlich sind Menschen zwar in der Lage, sich zu ändern, wenn sie erkennen, was da bei ihnen abläuft und es ändern wollen, aber ob dein Ex je da hin kommt, kann ich dir aus der Ferne nicht beantworten. Nach dem, was du über ihn erzählt hast, sieht’s derzeit nicht danach aus. Da scheint sich ein gewisses Muster wieder und wieder zu wiederholen.

    Darf ich fragen, was du dafür gemacht hast/machst?

    Ich merke das auch ganz deutlich bei mir, dass ich meine mich nur mit ihm so richtig glücklich fühlen zu können. Das ist natürlich nicht gut.

    Klar darfst du.

    Das war bei mir ein langer Prozess, der bei mir noch längst nicht abgeschlossen ist.

    In deiner Frage stecken mehrere Anknüpfungspunkte drin.

    Ich werde jetzt noch nicht auf alles eingehen, um dich nicht zu überfordern. Ich hoffe, das ist ok so für dich.

    Da ist zum ersten der Punkt, wie du es schaffen kannst, dich selbst wirklich zu kennen, an den entsprechenden Stellen für dich sorgen und dich genau so, wie du bist, lieben und akzeptieren zu können.

    Ich selbst - und du bist ja offenbar auch auf diesem Weg - habe vor ein paar Jahren, als ich an Depressionen erkrankte, eine therapeutische Begleitung angenommen. Diese meine therapeutische Begleitung war tiefenpsychologisch fundiert orientiert. So lernte ich mich unter professioneller Begleitung allmählich etwas näher kennen.

    Als ich ein paar Jahre später so richtig ausbrannte und in eine Klinik ging, lernte ich, was Achtsamkeit ist.

    Und dann lernte ich, darauf zu achten, was MIR eigentlich wirklich gut tut. Zunächst fiel mir selbst übrigens gar nichts ein. Es gibt zwar so Listen, aber irgendwie berührte mich das nicht, was ich dort fand. Das erste, was dann aus meinem Inneren hoch kam, war ein warmes Körnerkissen.

    Inzwischen habe ich eine deutlich längere Liste, eins der Dinge, die da drauf stehen, ist zum Beispiel Kuscheln mit meinen Hündinnen.

    Und erst vor wenigen Wochen entdeckte ich das sogenannte Resilienz-Training und darin einen Selbststärkungssatz, den ich seither täglich zu mir spreche, wenn mich Gefühle, die ich als negativ empfinde, in mir spüre.

    Zunächst spüre ich in mich hinein, was das für ein Gefühl ist und wie stark es gerade ist.

    Dann formuliere ich folgenden Satz:

    Auch wenn ich gerade ....(negatives Gefühl) .... empfinde, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.

    Das „liebe“ soll das Gefühl ansprechen, das „akzeptiere“ den Verstand.

    Falls ich den zweiten Teil nicht so aussprechen kann, füge ich die Worte „ein klitzekleines Bisschen“ hinzu.

    Dieser Satz bewirkt tatsächlich etwas in meinem Inneren, es kommt etwas Positives bei mir an. Und es kommt auch an, dass meine negativen Gefühle zu mir dazu gehören und ok sind.

    Ich hoffe, meine Antwort hilft dir ein wenig weiter.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo Aram,

    wenn du hingehen solltest, dann mach dich auch darauf gefasst, dass Wünsche und Forderungen an dich gestellt werden könnten, die du nicht erfüllen kannst und erfüllen willst.

    Wie schon gesagt worden ist, solche Gespräche sind durchaus üblich.

    Da dein Mann jetzt Patient ist, kannst du davon ausgehen, dass er seinen Fürsprecher dabei hat.

    Natürlich darfst und solltest du auch sagen, was mit dir ist, aber es kann sein, wenn du hingehst, dass du das Gefühl hast, unter Druck zu geraten und dich verteidigen zu müssen.

    Das schreibe ich dir nur, damit du dir darüber deine Gedanken machen kannst.

    Du musst gar nichts. Im Vorwürfe machen sind andere immer wieder recht gut, aber den Schuh musst du dir definitiv nicht anziehen.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Die Erfahrungsberichte anderer hier, berichten immer wieder von dem Muster, das auch du schilderst. Der Alkoholiker sucht die „Schuld“ immer wieder im Außen und schiebt anderen die Schuld zu. Merkwürdigerweise nehmen Co-Abhängige diese Schuld, die sie eigentlich nicht haben, immer wieder an.

    Ihr Bauchgefühl sagt eigentlich etwas anderes, aber es kommt der Punkt, da sie ihrem eigenen Bauchgefühl misstrauen.

    Es mag ja sein, dass es dir besser geht als ihm, aber deswegen musst du dich nicht schlechter fühlen und du musst das auch gar nicht verteidigen oder darauf hinweisen, wo es auch bei dir hakt. - Übrigens etwas, was er gar nicht hören will. - Dieses „Jammern“ scheint leider ziemlich typisch zu sein. Im Grunde aber verhält es sich so, dass er etwas daran ändern könnte.

    Das heißt, zu lernen, nicht die Verantwortung für das Handeln etc. anderer Menschen zu übernehmen, ergo sich schuldig fühlen, und mehr Eigenverantwortung übernehmen?

    Im Prinzip ist es das. Die größte und einzige Verantwortung, die du hast - es sei denn du hast Kinder -, ist die für dich. Es ist ein gesunder Egoismus, keine reine Ich-Sucht.

    Meine Erfahrung ist - und ich bin da auch immer noch unterwegs -: Wenn du dich wirklich kennst, an den entsprechenden Stellen für dich sorgst, dich selbst lieben und akzeptieren kannst, genau so wie du bist mit allem drum und dran, dann ergibt sich das andere sozusagen von selbst.

    An beiden Varianten ist wahrscheinlich was dran, allerdings scheint mir dein Misstrauen ziemlich berechtigt und eben nicht nur projiziert gewesen zu sein. Er hat da einiges an den Tag gelegt, was definitiv zu Misstrauen einlädt.

    Hallo MarMer,

    damit hast du definitiv Punkte, an denen du gedanklich und emotional anknüpfen kannst.

    Übrigens, wenn ich dir antworte, dann gewiss nicht, um dir irgendwelchen Druck zu machen. Das schreibe ich für den Fall, dass mein Schreiben so bei dir ankommen sollte.


    Für das, was andere tun oder denken oder eben nicht, bist du definitiv nicht verantwortlich.

    Ich selbst kenne dieses Gefühl der Verantwortung für andere und ich habe lange dafür gebraucht, das erkennen, was da geschieht, und mich daraus zu lösen und anderen ihre Verantwortung ihnen zu überlassen.

    Nur so mal zum Nachdenken ein Beispiel von mir:

    Früher war es so, dass ich immer glaubte, meinem Mann eine Lösung für sein Problem, anbieten zu müssen, wenn er mir von seinen Sorgen oder seinem Kummer erzählte.

    Es kam darüber öfter mal zu so etwas wie Streit.

    Erst, als ich lernte, dass mein Mann manchmal einfach nur sein Leid klagen will, dabei aber gar keine Lösung von mir erwartete und wollte, konnte ich aufhören, ihm ungefragt, Lösungen anbieten zu wollen.

    Heute frage ich ihn im Zweifelsfall: „Willst du grad einfach nur dein Leid klagen und etwas Empathie von mir oder erwartest du eine Lösung von mir?“

    Vielleicht wollte dein Ex gar keine „Hilfsangebote“ von dir, ist aber gar nicht in der Lage, das so zu erkennen und zu formulieren?


    Er mag ja in Kliniken gehen und einen Suchtberater gehabt haben, aber nach allem, was du über ihn erzählt hast, nimmt er nicht wirklich und nicht ernsthaft irgendetwas an. Er macht zwar etwas, aber er lässt sich gar nicht wirklich darauf ein. Er eiert nur irgendwie rum, ist irgendwie beschäftigt, zieht aber letztlich nur seinen eigenen Stiefel durch.

    Wer‘s wirklich ernst meint, der geht die Sache anders an und er zieht auch mal was wirklich durch.

    Ich bekomme das von vielen Seiten gesagt. Aber es kommt nicht bei mir an.

    Es wurde immer alles so hingedrehrt, dass ich verantwortlich war (aha!) und das hat sich in mein Denken eingebrannt.

    Genau da liegt meines Erachtens ein Punkt, an dem du arbeiten kannst.

    Es mag jetzt noch nicht bei dir ankommen, aber es kann es, wenn dir bewusst wird, was für ein Muster du da bedienst und dich daraus lösen kannst.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Wenn du Fragen hast, nur heraus damit.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass du das im Moment schwer begreifen kannst. Es ist ja auch schwer zu begreifen. Nicht unwahrscheinlich, dass alle die Antworten, die du auf meine Frage gefunden hast, irgendwie zutreffen.

    Ich kenne dich nicht und ich kenne diesen Mann nicht, nach dem, was ich selbst in meinem Leben so erfahren und bei diesen Menschen, von denen ich dir geschrieben habe, beobachtet habe, bezweifle ich, dass du „einfach nur ver****** worden“ bist. Nur ist dieser Mann überhaupt nicht in der Lage und letztlich auch nicht willens eine ernsthafte Beziehung zu führen. Da stimmt sooooooo Vieles nicht! Total ungesund für dich!

    Dieses ganze Hin- und Her. Kommt dir das nicht irgendwie bekannt vor?

    - Ich hab in meinem Alkoholiker-Elternhaus ein fürchterliches Hin- und Her erlebt.

    Leider wächst man als Kind da irgendwie rein und glaubt verantwortlich zu sein. Das hat damit zu tun, dass ein Kind irgendwann den Zusammenhang von Ursache und Wirkung lernt. Beispiel: Wenn ich mein Bett selber mache oder wenn ich mein Zimmer aufräume, dann freuen sich meine Eltern und es geht ihnen gut.

    Das Kind lernt damit, dass es durch sein Tun das Wohlbefinden der Eltern beeinflussen kann. Daraus entwickelt sich dann das Gefühl verantwortlich zu sein. In einer dysfunktionalen Familie wie in einem Alkoholikerhaushalt entwickelt dieses Gefühl der Verantwortung für seine Eltern eine Eigendynamik. Schuldgefühle sind in diesem Zusammenhang nichts seltenes.

    Als Kind weiß man nicht und sieht man nicht, dass man in eine Rolle gerät, die ein Kind gar nicht haben sollte, eine Rolle, mit der es vollkommen überfordert ist, überfordert sein muss. Die Eltern sind die Erwachsenen, die haben die Verantwortung, aber sie übernehmen sie nicht.

    Schuldgefühle seinetwegen brauchst du wirklich nicht zu haben! Er ist ein erwachsener Mann und selbst für sich verantwortlich. Es gibt so viele Hilfsangebote, die er für sich nutzen könnte. Wenn er diese aber nicht für sich nutzt, so liegt das definitiv nicht in deiner Verantwortung.

    Was du gerade durchlebst, sind Phasen der Trauer und trauern tut nun einmal weh.

    Sorge für dich und versuche ihn, so gut du nur kannst, loszulassen.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo MarMer,

    Ich würde sagen, ich glaube in diesem Mann einen traurigen, emotionalen und im tiefsten Inneren lieben Menschen gesehen zu haben.

    ich kann ja nur auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen, aber ich wage zu behaupten, dass wir EKA, gewohnt, uns zu kümmern, Verantwortung zu übernehmen, zu retten, genau auf solche Typen irgendwie ansprechen.

    Und dann kommt am Anfang ja die besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung, nach der wir uns in unserem Inneren so sehr sehnen.

    Mein xy (so schreibt man das wohl hier) scheint narzisstische Züge zu haben, ist es das, was du auch angesprochen hast?

    Was du beschreiben hast, spricht sehr für diese Richtung. Es gibt eine Reihe von Persönlichkeitsstörungen, bei denen Männer wie auch Frauen sich ähnlich verhalten wie dein Exfreund.

    Darf ich dich fragen, was es dir hilft, wenn du eine Diagnose hast?

    Ich habe wohl die Muster aus meiner Kindheit wiederholt. Da war ich wohl der Meinung, ich sei für das Trinken meiner Mutter verantwortlich.

    Bewusst war mir das alles, bis ich diese Beziehung erlebt habe, nicht.

    Das kann gut sein. Ich selbst habe im Laufe der letzten Jahre einige Muster kennengelernt, die ich in meiner Kindheit erworben und als Erwachsene unbewusst weiterbedient habe.

    Hallo MarMer,

    Ist es wirklich so? Ist die Sucht der Grund für all das miese Verhalten?

    das ist schon ne ziemlich heftige Geschichte mit deinem Ex-Freund. Dante und andere haben diesbezüglich schon ganz gut geantwortet.

    Du schreibst, dass du seinetwegen Schuldgefühle hast, dabei trägst du, wenn ich dir das von Außen so sagen darf, weder an seiner Sucht, noch an seinem wiederholten Trinken, noch an seiner Depression Schuld.

    Ja, es ist die Sucht und noch ein bisschen mehr, das er so leicht nicht ändern kann und ändern wird.

    Ich war selbst vor ein paar Jahren für drei Monate wegen Depressionen in einer Klinik und ich habe dort auch solche Typen mit Frauen- und Männergeschichten erlebt.

    Vom Prinzip füllen sie mit diesen Beziehungen eine Leere, die sie in sich spüren. Auffällig war, dass diese Beziehungen am Anfang ganz intensiv waren, aber nur kurz dauerten und heftig endeten, häufig mit Blockieren, wie du das gerade erlebst, manchmal mit heftigsten Auseinandersetzungen in den virtuellen Medien. Sie suchen etwas, was sich aber nicht finden lässt, denn ihre innere Leere lässt sich nicht füllen.

    Da mag gewiss etwas an ihm sein, das dich anspricht, so dass er dir im Moment noch fehlt, aber dieser Mann ist, wie Dante ganz richtig sagt, zu einer ernsthaften Beziehung weder Willens noch in der Lage.

    Eine ernsthafte Beziehung läuft definitiv anders ab.

    Du hast dich auch als EKA vorgestellt. Ich frage mich, welche Prägung in dir vorhanden sein mag, die diesen Mann für dich interessant macht. Du scheinst dich verantwortlich für ihn zu fühlen, anders kann ich mir deine Schuldgefühle nicht erklären.

    Diesen Menschen vom Anfang wirst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr treffen und das hat nicht nur etwas mit seinem Alkoholismus zu tun, sondern damit, wie er innerlich gestrickt ist. Deine Geschichte klingt wie so viele, die ich dort gesehen habe.

    Das einzige, was du tun kannst, ist für DICH zu sorgen und ihn gänzlich loszulassen, so weh das auch tut.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Liebe Sonnenhut,

    auch wenn deine Nachricht an Thalia gerichtet war, möchte ich dir ein paar meiner Gedanken da lassen. Vielleicht helfen sie dir ja ein wenig weiter.

    Erst einmal vielen Dank, dass du dich so geöffnet hast, so habe ich eine genauere Vorstellung von deinem Problem.

    Sie weiß, dass wir immer füreinander da sind. Wir 3 Schwestern. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mit mir darüber offen sprechen würde. Stattdessen lügt sie und rückwirkend stellen sich Situationen plötzlich in einem anderen Licht dar. Sie musste früher weg, vom gemeinsamen Treffen… sie hatte Kopfschmerzen und zog sich zurück, während wir mit dem Jungen zum Spielplatz gegangen sind… wir sehen uns nicht sooo oft. Plötzlich waren auch zu diesen Gelegenheiten immer Momente, in denen sie sich zurück gezogen hat. Hat sie diese Momente gebraucht um zu trinken? Weicht sie deshalb bei Umarmungen ein wenig zurück? Müsste ich es nicht riechen?

    Die Sucht scheint leider ihre ganz eigene Logik zu haben, der man als nicht in ihr gefangener kaum folgen kann. Ich selbst habe sie als Kind und Jugendliche bei meinem Vater von außen beobachtet und, als ich selbst als Erwachsene anhängig geworden war, meine eigenen Erfahrungen von Innen gemacht.

    Es ist so schwer nachzuvollziehen, warum jemand, der wie deine Schwester bereits seine Erfahrung mit klinischem Entzug und all den Ängsten, Gedanken und der Panik drumherum gemacht hat, doch wieder zum Suchtmittel greift. Ich hab das bei meinem Vater so oft beobachten müssen und nie verstanden. Es hat mir in der Seele wehgetan, das miterleben zu müssen. Er hat damals auch einen guten Kontakt zu seinem Bruder gehabt, die beiden haben oft miteinander telefoniert und mein Vater hat ihn auch oft besucht. Mein Vater ist seiner Sucht leider nicht entkommen.

    Ich selbst habe, als ich abhängig war, die Sogwirkung von Alkohol kennengelernt, bin aber zum meinem Glück nie so weit abgerutscht wie mein Vater oder wie es bei deiner Schwester passiert zu sein scheint. Alkohol hat eine ganz merkwürdige Wirkung auf Menschen, die dafür empfänglich zu sein scheinen. Er kommt irgendwie als „Freund“, Seelentröster, Lösungs-/ Bewältigungsstrategie daher. Lange Zeit täuscht man sich darüber, seinen Konsum „im Griff“ zu haben. Man glaubt, dass das Problem die anderen sind, die einen nicht verstehen. Mein Mann hat mich immer wieder auf meinen Konsum angesprochen und es kam deswegen öfter zu Streit. Ich hatte das Gefühl, dass er mich nicht versteht und keine Ahnung hat. Da ich durch meinen Vater quasi vorgewarnt war, habe ich es vermieden heimlich zu trinken, da ich Angst davor hatte, dass mich das so richtig reinreißt. Verzichten wollte ich aber nicht auf Alkohol.

    In der Regel aber kommt es dazu, dass Süchtige anfangen, heimlich zu trinken, um so Konflikten aus dem Weg zu gehen. Man glaubt ja, dass man es „im Griff“ hat und nur die anderen, die eben nicht verstehen, das Problem sind.

    Das würde auch erklären, warum deine Schwester nicht offen darüber spricht. Sie weiß, dass du dir Sorgen machst, schließlich warst du ja auch die, die sie in die Klinik gefahren hat. Sie glaubt aber vermutlich, dass du sie nicht verstehst und sie sozusagen in eine Schublade steckst, in der sie sich selbst nicht sieht. Nicht sehen kann oder nicht sehen will. Vermutlich findet sie „Trost“ im Alkohol und glaubt, ihr Problem im Griff zu haben.

    Ich hab auch eine ganze Weile geglaubt, ich könnte kontrolliert trinken. Ich konnte ja auch immer Pausen einlegen, wenn ich das wollte. Und weil ich das konnte, glaubte ich, keine Alkoholikerin zu sein. Ich hatte ja bei meinem Vater erlebt, was ein „richtiger“ Alkoholiker ist. Wie sehr ich schon drin steckte, konnte und wollte ich nicht sehen, bis mir mein Konsum dann selbst unheimlich wurde. Bis dahin bereute ich sogar, meinem Mann erzählt zu haben, dass mein Vater Alkoholiker war und dass ich mir Sorgen um meinen Konsum machte.

    Ich hatte Angst davor, nie wieder Alkohol trinken zu dürfen. Ich hab regelmäßig solche Online-Tests gemacht, um mich sicher fühlen zu können, dass ich noch keine Alkoholikerin war.

    Und dann wurde mir selbst die Sache mulmig und ich meldete mich in einem Forum an. Was ich dort las und zu hören bekam, machte mir Angst und öffnete mir die Augen, wohin ich auf meinem Weg unterwegs war. Ich sah mit einem Mal deutlich vor mir, dass ich wie mein Vater enden würde. Anfangs hab ich noch verhandelt, ob ich nicht doch zu bestimmten Gelegenheiten noch ein Glas Wein trinken könnte, aber durch die Antworten meiner Gegenüber würde mir klar, dass ich nicht kontrolliert trinken kann. Bei mir war es so, dass ich mich in ihrem Beispiel wiedererkannte und es mir eine Heidenangst einjagte. Ich hatte sehr große Angst, den Absprung niemals mehr schaffen zu können.

    Du weißt nicht, wie du im Moment mit deiner Schwester umgehen kannst, und ich kann das gut nachvollziehen. Ich habe da auch keine Patentlösung parat.

    Was mir wichtig gewesen wäre und auch ist, ist jemand, der mir ernsthaft zuhört, der mich zu verstehen versucht. Nun ist es aber leider so, dass Alkohol irgendwie das Gehirn vernebelt. Es hat seine Gründe, warum wir hier im Forum nicht mit angetrunkenen Alkoholiker austauschen wollen und unsere Grenzen aufzeigen.

    Als Alkoholikerin kenne ich alle möglichen Argumente, die „nasse“ Alkoholiker bringen, um weiter trinken zu dürfen, einige von denen habe ich selbst mal gebracht. Als trockene, abstinente Alkoholikerin denke ich nur ganz anders darüber. Es führt nur in der Regel nicht weiter zu diskutieren, weil das, was ich selbst eingesehen habe, bei jemand, der trinken will, gar nicht ankommt.

    Es ist einerseits sehr wichtig, deine Schwester an ihre Verantwortung zu erinnern, andererseits kann es sein, dass sie genau das nicht hören will oder nicht aushalten kann.

    Wo liegt der Mittelweg? - Vielleicht ergibt sich das aus dem weiteren Austausch hier.

    Herzliche Grüße

    AufderSuche

    Es ist gut, das sich dein Schwagwer an dich gewandt hat.

    Damit hat Morgenrot vollkommen Recht. Dass er sich Hilfe geholt hat und damit den Kreislauf, in dem er selbst steckt, durchbrochen hat, ist grundsätzlich gut.

    Auch dein Schwager braucht Hilfe und sollte sich welche holen. Vielleicht kannst du ihn diesbezüglich beraten, wenn du dich selbst etwas näher informiert hast.

    Hallo Sonnenhut,

    wenn du dich näher darüber austauschen möchtest, kannst du dich unter dem Reiter „Vorstellen“ - „Bewerbung“ für den offenen Bereich bewerben. Einer der Moderatoren wird dich dann freischalten.

    Du schreibst:

    Aktuell reagiert sie auf dieses Thema schnippisch, genervt und fühlt sich hintergangen, wenn ihr Mann sich Hilfe sucht.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor.

    Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen deute ich das mal so:

    Deine Schwester glaubt vermutlich noch immer, das Problem allein in den Griff bekommen zu können. Das wahre Ausmaß sieht sie noch nicht, kann sie noch nicht sehen. Ob sie das jemals kann, kann dir leider keiner voraussagen.

    Es gibt viele Gründe, warum das so ist. Das hat mit Schuld- und Schamgefühlen zu tun, mit der Wirkung von Alkohol im Gehirn, mit Selbsttäuschung. Wer drin steckt, sucht die Schuld in der Regel im Außen. Die Umstände haben Schuld, der Partner hat Schuld, der Stress ist Schuld usw.

    Für vernünftige Argumente ist man in der Regel nicht zugänglich. Alles wird irgendwie so zurecht gelegt, dass man weiter trinken kann.

    Das habe ich bei mir selbst so beobachtet und auch in zahlreichen anderen Erfahrungsberichten so gelesen.

    Wenn’s gut läuft, macht es in einem irgendwann „klick“, man erkennt, dass man ein ernsthaftes Problem hat und sucht sich Hilfe. Ob es bei deiner Schwester irgendwann „klick“ macht, kann dir leider niemand sagen. Es gibt viele, viel zu viele bei denen das nicht zu passieren scheint.

    Zum Schwager habe ich kaum Kontakt, schon immer. In dieser Angelegenheit hat er sich jetzt 3 mal an mich gewendet, ob ich helfen könne, er wisse nicht weiter. Er kümmert sich um den Sohn, aber er ist auch berufstätig und es gibt viele Zeiten, da ist er nicht zu Hause.

    Er möchte die Ehe aufrecht halten, versucht alles nicht so nah an sich zu lassen.

    Ich befürchte nur, er wird selbst krank.

    Auch dein Schwager hat ein ernsthaftes Problem. Er erkennt nicht, dass er vermutlich „Co-Abhängig“ ist, dass er tätig werden muss und für sich und seinen Sohn sorgen müsste. Er lässt es letztlich so weiter laufen. Es kann gut sein, dass er selbst krank wird.

    Wenn er nicht weiter weiß, wendet er sich an dich, damit du vielleicht deine Schwester erreichst, gibt damit sogar etwas die Verantwortung ab. Doch, wie Alkoholismus nun einmal leider ist, du kannst da leider kaum etwas erreichen.

    Was du tun kannst, ist, dich über diese Themen „Alkoholismus“ und „Co-Abhängigkeit“ gründlich zu informieren, um diesem selbst nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Vielleicht ergibt sich dadurch für dich an der einen oder anderen Stelle eine Lösung, was DU tun kannst. Hier im Forum findest du zahlreiche Erlebnisberichte und Hilfestellungen.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Hallo Sonnenhut,

    willkommen in diesem Forum.

    Deine Schwester hat ein ziemlich großes Problem und ganz richtig erkennst du:

    Ich weiß, dass ich ihr keine Hilfe aufzwingen kann und dass die Entscheidung von ihr selbst kommen muss.

    Es ist völlig verständlich, dass du dir große Sorgen um sie machst und besonders um den Jungen. Tun kannst du leider herzlich wenig, wenn sie nicht zugänglich ist.

    Wie gut ist denn grundsätzlich dein Kontakt zu ihr, könnt ihr grundsätzlich offen und ehrlich miteinander reden?

    Wie gut ist der Kontakt zu deinem Schwager? In dieser Konstellation ist er der, der sein Kind vor Schaden bewahren kann und sollte.

    Mein Tipp: Lies dich mal durch die Erfahrungsberichte anderer Angehöriger hier, vielleicht kannst du daraus etwas für dich und für deinen Schwager mitnehmen.

    Herzliche Grüße

    AufderSuche

    Hallo Harley19,

    nein, dies ist nicht der Chat, sondern hier ging‘s nur um einen Informationsaustausch darüber.

    Den Chat wird es nur an bestimmten Tagen geben (z.B. an Weihnachten), an denen besonderer Bedarf besteht.

    Viele Grüße

    AufderSuche