Danke Charly
Ich wollte mich eigentlich nicht mehr äußern, aber aufgrund deines Beitrages werde ich das nun doch tun.
Ich habe mich hier wieder gemeldet, weil ich gedacht habe, ich bekomme hier Unterstützung und Rückenstärkung. Was ich bekommen habe waren aber gestern weitestgehend nur noch Schläge drauf. Mir geht es durch die gestrigen Beiträge noch schlechter, als es mir schon ging. Ich habe gestern hauptsächlich deswegen geweint und mich hilflos gefühlt. Denn alles was geschrieben wurde ist so abgrundtief falsch. Und das sage ich nicht, weil ich eine abhängige co bin, die ja doch nur alles abtut, weil sie lieber in der Situation verbleiben will. Nein, das ist so, weil ich es weiß. Ich kenne mich, ich habe mich in insgesamt 20 Jahren Therapie sehr gut kennen gelernt. Die letzten 3 Jahre meiner Therapie haben so viel bewirkt, wie noch nie. Daher ist es für mich immer noch eine unangemessene Interpretation, dass ich „etwas übergeschminkt“ habe. Ich finde das mittlerweile sogar eine Frechheit, so etwas zu unterstellen.
Ich habe gestern endlich das getan, dazu die Kraft gefunden, was meine Therapeutin seit Jahren predigt. Ich habe das gestern das erste mal umgesetzt. Nämlich mir selber zu genügen, mir selber auch Freude zu bereiten, und damit auch dem Kind. Nicht in der Situation zu Hause zu verbleiben und in der Warteschleife trauernd da zu sitzen. Ich habe mich selber aus der Schlucht hinaus gezogen, habe mir gesagt, so, du bist eine hübsche Frau, du bist nicht die wertlose dicke Blume. Ich habe mich geschminkt und mich daran erfreut, wie hübsch ich mich im Spiegel gefunden habe. Dann habe ich meine schönste Hose und das schönste Oberteil raus gesucht und war so stolz auf mich. Denn eigentlich schminke ich mich nicht, bisher. Seit einigen Wochen schon habe ich weitere positive Meilensteine geschaffen. Ich gehe seit Februar zum Sport, habe dort Anschluss gefunden. Ich fang seitdem auch an mich mit meinem äußeren auseinander zu setzen.vor zwei Wochen habe ich mir Schminke gekauft und rum experimentiert.
Und dann gestern der Schlag ins Gesicht! Es war ein aufrichten meiner selbst, ein beginnen mich selber zu mögen und das auch nach außen zeigen zu wollen. Und dann hier…. Übergeschminkt. Dem Kind was vorgaukeln, Probleme unter den Tisch kehren, das wird daraus gemacht?!
Und dann noch die latente Unterstellung, ich wüsste nicht, das Kinder feine Antennen haben und ich würde gar nicht merken was mein Kind für einen Schaden bekommt. Das ist sowas von heftig. Ich, die vor drei Jahren genau das meinem Mann gesagt hat. Wenn er wieder trinkt, und das dauerhaft, dann werde ich mich trennen. Denn ich möchte diesen Zustand dem Kind nicht zumuten. Ich habe es selbst erlebt, ich bin mein Leben lang gezeichnet durch meine alkoholikerfamilie. Ich habe die feinsten Antennen die es gibt. Ich bin sogar ein Frühwarnsystem für meinen Mann, das hat seine Therapeutin sogar als Hilfestellung mitgegeben. Ich erkenne Tage vorher, was bei ihm los ist und dass das saufen bald wieder los geht (damit meine ich in der nassen Zeit).
Das war und ist immer mein Grundtenor, der kleine bekommt alles mit, die Stimmung, das was nicht stimmt. Natürlich!!!! Wer sich vor solchen Äußerungen einmal die Mühe gemacht hätte, entweder in früheren Beiträgen zu lesen oder nachzufragen, würde das erkennen können.
Aber was ist denn das bitte für eine stereotype Herangehensweise: Handel, sofort, sonst bekommt dein Kind einen dauerhaften Schaden. Das mag auf die meisten hier zutreffen, die hier aufschlagen und in einer nassen Beziehung stecken.
Aber hier muss man auch mal auf den Einzelfall schauen und nicht nur Phrasen raus hauen, die zwar meistens stimmen, aber es gibt nicht immer nur die eine einzige Linie!!!
Es geht hier um drei Jahre Trockenheit! Ich finde das keinen Pappenstiel, ich finde das im Prinzip eine Leistung, die man auch mal positiv bewerten kann. Also ich als Frau.
Und dann kommt das, was viele wieder ereilt. Und was ich auch oft befürchtet habe. Trotzdem trifft es einem aus heiterem Himmel. Da kann doch nicht einfach lapidar gesagt werden, Handel sofort sonst hat das Kind einen dauerhaften Schaden.
Wenn ich sofort Handel, z. B. Meinen Mann mit Polizei Einsatz oder was auch immer hier raus transportieren lasse, ist der aktuelle Schaden mindestens genauso groß.
In diesem speziellen Fall, dem Fall eines Rückfalls, muss man doch erstmal Ruhe bewahren. Die Woche die es vermutlich dauern wird, bestmöglich für das Kind gestalten. Das wäre meines Erachtens gewesen, er geht ins Hotel, weg hier. Das habe ich bereits am ersten Tag geäußert. Aber er hat es nicht getan. Nun musste und muss ich schauen, diese Zeit zu überbrücken. Und dann wird es einiges zu regeln, vielleicht besprechen, geben.
Aber nochmal, gleich mir den Stempel als schlechte Mutter aufzudrücken, weil das Kind durch diese aktuell wenigen Tage einen Schaden fürs Leben bekommt, finde ich sehr unangemessen. Wenn ich das nun dauerhaft so toleriere, ja, dann wird das irgendwann so sein. Zusätzlich ist es mir einfach auch nicht möglich, für eine Woche zu verschwinden. Das mag für viele vielleicht gar nicht vorstellbar sein, weil sie die Masse an Verantwortung gar nicht haben, die ich habe. Aber es ist nun mal so, dass es auch Situationen gibt, in denen es nicht geht. Ich habe hier im Haushalt meinen pflegebedürftigen Großvater leben, ich bin seine Pflegeperson. Zusätzlich habe ich einen 14 Jahre alten hund. Der ist fast blind, taub, und muss nachts dreimal in den Garten.
Und ich habe genau diese Woche drei unaufschiebbare Termine. Und damit meine ich unaufschiebbar! Ansonsten drohen mir Kosten aufgrund von Schadensersatz, wenn ich da nicht erscheine. Und ein Termin bringt mir endlich wieder warmes Wasser ins Haus. Seit vier Wochen warte ich auf die Tankfirma, die die Tanks repariert, weil da etwas kaputt ist. Sage ich den Termin ab, müssen wir weiter vier Wochen auf warmes Wasser warten. Also bitte, verreisen ist ein guter tip, wenn er denn umsetzbar ist. Wenn aber nicht, dann möchte zumindest ich nicht so hingestellt werden, als würde ich alles abtun und doch nur in der Situation verbleiben und meinem Kind schaden. Ich weiß es zumindest für mich selber, das ich in Bezug auf mein Kind, das beste gebe! Und wenig ist das nicht. Es ist nicht perfekt, es ist grade nicht so, wie es sein soll, aber in wenigen Tagen beginnt es sich zu klären.
Und zu guter letzt: zu behaupten, „das wurde mir ja schon damals alles prophezeit, und ich hätte immer nur alles abgetan“ ist, sorry, eine Unverschämtheit. Erstens weiß ich überhaupt nicht, wo mir prophezeit wurde, dass er wieder rückfällig wird. Ich bitte um Nachweis, ich kann mich zumindest nicht daran erinnern. Aber wenn dem so war, ok, ist ja auch im Rahmen des möglichen. Aber das ich das abgetan habe? Niemals! Ich habe sogar mal jemanden geantwortet, der auf meinen Beitrag geschrieben hat, dass meine Beiträge Hoffnung machen, dass ich keine Hoffnung machen möchte. Denn es ist ja gar nicht sicher, dass es so bleibt. Ich habe es ihm und uns gewünscht, aber ich war immer realistisch, dass es ein schwerer Weg ist, und ein Rückfall leider eine hohe Wahrscheinlichkeit hat. Aber ich kann auch nicht ständig meinen Mann damit demotivieren, dass es ja so schwer ist und er es vermutlich nicht schaffen wird. Das habe ich damals auch geschrieben.
Blume