Hallo Elly,
lieb dass du nachfragst. Ich hatte dazu an anderer Stelle schonmal was geschrieben, tue es aber gerne nochmal, da das vielleicht auch nicht jeder zur Kenntnis genommen hat oder die Verbindung zu meinem thread im Gedächtnis hatte.
Mein bzw. unser kleiner entwickelt sich prächtig, es geht uns auch sehr gut. Das ist aber natürlich immer so in den Trinkpausen. In diesen ist mein Mann wie gesagt ein Wunderbarer Mann und Vater. Und das ist weder eingebildet, noch die rosarote Brille einer Co. oder was man sonst so dahinter hier oft vermutet, sondern es ist wirklich so! Ich erinner jeden Tag einen Satz von Sunshine, der mich sehr verletzt hatte bzw. hilflos zurück lies , was ich nicht böse nehme, weil es bestimmt in 99 Prozent der Fälle auch so sein wird, aber es ist bei uns eben absolut nicht so. Sunshine sagte dort sinngemäß, du glaubst doch im Leben nicht, dass dein Mann ein fürsorglicher Mann und Vater wird. Aber es ist so, er ist es! Über Wochen oder auch Monate führen wir ein ganz normales, liebevolles, glückliches und alkoholfreies Leben. Bis dann....
Aber nach dem letzten Absturz, das berichtete ich wie gesagt woanders, kam er von sich aus auf mich zu und sagte, er nimmt jede Hilfe in Anspruch, weil er mir das nicht mehr antun möchte. Er schämt sich danach natürlich in Grund und Boden, was er uns in der Zeit antut. Dieses Mal war aber etwas anders als sonst, das lässt mich natürlich hoffen, obgleich natürlich stellenweise die ängstliche angespanntheit kommt, ob er doch wieder trinkt. Aber das versuche ich zu ignorieren, denn ich habe ja entschieden, wenn es wieder passiert, werden wir uns erstmal räumlich trennen.
Das letzte Mal habe ich nichts mehr gemacht oder gesagt, ich hatte mich im Prinzip schon innerlich verabschiedet, und meien Einstellung wsr, ich schaue, was er draus macht. Wäre es wie immer gewesen nur Beteuerungen und dabei wäre es geblieben, dann hätte es eine Änderung in unserer Beziehung gegeben.
Aber er kam von sich aus zu mir mit der Einsicht, alkoholkrank zu sein, er machte selber einen Termin in der suchtberatung, und er geht seitdem wöchentlich zur shg.
Wie gesagt, mein Vertrauen in eine dauerhafte Abstinenz ist noch nicht sehr groß, aber ein bestimmtes Gefühl.sagt mor, dass die Chance dieses Mal wesentlich größer ist, als sie es jemals war. Es gibt auch seitdem eine offene Gesprächskultur darüber, ich kann das Thema ansprechen, auch z.b. wenn ich das Gefühl habe, dass sich da grad was in ihm aufbaut an Druck, kann ich fragen, ob er suchtdrzck hat oder ob er selber ein Gefühl des aufkommenden stresses verspürt usw. Das war vorher so auch nicht möglich; wir reden darüber. Nicht ständig, aber immer mal wieder. Und ich habe das Gefühl, er sieht mich nicht mehr als "feindin"
Auch habe ich ihn gefragt, was er denn dieses Mal anders machen möchte bzw. was ist sein Notfallplan, darauf hatte eine eine Antwort.
Also lange Rede kurzer Sinn, er ist jetzt Woche 11 trinkfrei, das an sich ist aber noch nichts ungewöhnliches, das er was dafür tut, ist schon anders als sonst. ich wünsche es ihm und uns natürlich, dass er umsetzen kann, was er lernt im Austausch und wir eine gemeinsame trockene Zukunft haben. Die Zeit wird es zeigen...
Und sunshine, ich habe es dir weder übel noch krumm oder sonstwas genommen! nicjt falsch verstehn...
Ich fühle mich hier nur manchmal so hilflos, was die Worte angeht die ich schreibe, dass sie oft nicht richtig verstanden werden oder es nicht geglaubt wird, weil es ja bei allen alkoholokern anders ist. nasse alkoholiker sind nicht fürsorglich oder liebevoll und den Menschen den man angeblich liebt, gibt es ja gar nicht mehr, und so ähnlich. Vielleicht gibt es aber doch auch nicht regelkonforme Fälle..? und wenn ich das jetzt schrieb, denke ich schon, was darauf wieder kommen wird... die typische Sichtweise einer Co. oder ähnliches. Aber ich sehe mich z.b. auch nicht als extreme Co. Es mag sicher den einen oder anderen Punkt geben, wo ich mich einreihe, aber ich kenne halt mich ganz gut, bin absolut ehrlich mit dem was ich schreibe und kann auch sehr gut reflektieren. Weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll, wie es sich für mich hier manchmal anfühlt.
und ich bin trotzdem gerne hier!
So, das war ein langer Text... sorry.
Eine gute Nacht wünscht blume