Beiträge von Stern

    Mein Beileid zum traurigen Verlust deines Vaters.

    Ich mache mir die ganze Zeit vorwürfe das ich vllt hätte fragen sollen ob alles ok ist aber er sagte mir nie was oder dss es ihm schlecht ging es ist einfach nur komisch hätte er gesagt ihm geht’s nicht gut hätte ich ihn geholfen ;(

    Du hättest nichts tun können.
    Wirklich gar nichts.

    Keine Fragen nach seinem Befinden und noch nicht mal, wenn er gesagt hätte, dass es ihm schlecht geht, hätte dir auch nur eine einzige Chance gegeben, ihm helfen zu können, wenn er keine Hilfe gewollt hat.

    Nur der Alkoholiker selbst kann an seinen Lebensstil etwas ändern. Und das muss auch von ganz tief drinnen kommen. Niemand kann da ,vordringen’. wenn der Suchtkranke keine Krankheitseinsicht hat und sich nicht helfen lassen will.

    Das ist traurig, aber traurig ist auch, dass du dir so Vorwürfe machst.

    Du wirst hier von vielen ähnlichen Schicksalen lesen und ich wünsche dir, dass dir der Austausch hier hilft.

    Also soll ich mich ihm anpassen?

    Niemand sollte sich irgendwem anpassen.
    Jeder Mensch ist doch erstmal für sich, ich kann (und meiner Meinung nach ist das im Zusammenleben auch nötig) Kompromisse eingehen, um die Partnerschaft harmonisch zu halten. Kompromisse eingehen heißt aber nicht, mich anzupassen.
    Niemand kann sich einem Alkoholiker anpassen, ohne sich selbst aufzugeben. Und sich selbst aufgeben bedeutet doch: Aufhören zu leben.

    Ja Polizei darauf habe ich einfach keine Lust und auch diese Unruhe wieder hier zu erleben. Ich bin ratlos


    Wenn ich ratlos bin und nicht weiter weiß, greife ich zu dem, was mir einfällt…auch, wenn ich darauf einfach keine Lust habe.

    Du schreibst bei den Wünschen für dich davon, was du alles nicht willst, weil du angespannt bist … weil du nervlich fertig bist…unausgeglichen.

    Vielleicht müssen einige Dinge ja gar nicht auf deiner Wünsch-Liste stehen, wenn du daran arbeiten könntest, eben nicht angespannt zu sein und nicht nervlich fertig, nicht unausgeglichen?
    Warum bist du denn angespannt, nervlich fertig, unausgeglichen?

    Du hast 10 Wünsche für deinen Mann und gerade mal 3 Wünsche für dich ganz alleine (was sonst noch bei dir steht, betrifft ja doch eher die Kinder).:roll:

    Nimm dich wichtiger.
    So vieles löst sich von ganz alleine, wenn du zufrieden durchs Leben gehen kannst.

    Ich bin ja von ‚der anderen Seite‘. Ich bin Alkoholiker, kenne mich mit Co-Abhängigkeit auch überhaupt nicht aus, aber ich kann dir versichern, seit ich mir selbst der wichtigste Mensch geworden bin, ist so vieles sehr viel einfacher für mich geworden. Das bedeutet ja nicht, dass mir andere Menschen nicht auch noch wichtig sind. Nur bin ich nirgends eine Hilfe, wenn es mir nicht gut geht.

    Ich bin überzeugt davon, dass jeder für sich selbst sorgen muss.
    Klar, Kinder müssen von uns gut begleitet werden, auf sie müssen wir aufpassen. Sie können das noch nicht selbst. Es ist unsere Aufgabe, ihnen einen unbeschwerten Weg zu ermöglichen, sie auf das Leben vorzubereiten. Ich bin sicher, dass dies mit einem saufenden Partner nicht funktioniert.
    All deine Wünsche für deine Kinder werden sich mit einem saufenden Papa nicht erfüllen.

    Es tut mir Leid, dass ich das nicht mit etwas mehr rosa und etwas mehr Plüsch formulieren kann. Dafür ist das Thema auch zu wichtig.
    Pass bitte gut auf dich auf, und auf deine Kinder. Dein Mann muss auf sich selbst aufpassen.

    200 nüchterne Tage, das ist so super 👏

    das leben eben.

    aber es ist wieder meins und ich bin nicht mehr das gefäß für alkohol. und das ist schon sehr viel.

    Das ist nur ‚schon sehr viel’, das ist alles.
    Du hast dir dein Leben zurückgeholt und das ist so wertvoll. Pass gut da drauf auf.

    Ich habe mich halt gefragt, warum ich es jetzt einem größeren Kreis erzählen soll, wenn ich vorher ohnehin heimlich getrunken habe. Allerdings habe ich mich vor allem bei meinen Arbeitskollegen gefragt, ob sie es nicht unausgesprochen wussten, was mit mir nicht stimmt, wenn ich jeden Morgen wie eine wandelnde Leiche ins Büro komme und dann 4 Monate krank bin. Naja, es ist wie es ist.

    Ich habe auch heimlich gesoffen und das ist auch ein entscheidenen Punkt, warum ich da jetzt nicht offen mit meiner Sucht umgehe. Ergibt für mich keinen Sinn. Mir wird kein Alkohol angeboten und von daher habe ich da keinen Gesprächsbedarf.

    Ob bei mir die Kollegen was gemerkt haben, weiß ich nicht. Gerade während Corona wurde mein Alkoholkonsum ja sehr hoch, aber da gab dann auch sehr wenig Kontakt mit Kollegen, eigentlich so gut wie gar keinen. Und wenn, dann mit Maske. Es hat mich nie jemand angesprochen und da werde ich jetzt nicht für Gesprächsstoff sorgen.

    habe mich aber nie getraut, jemanden anzurufen und über mein Problem zu sprechen.

    Traue ich mich heute noch nicht, nach 2 Jahren und 10 Monaten.
    Dafür habe ich hier meine SHG, hier wird Sucht verstanden und hier wird Suchtverhalten verstanden und ….hier werde ich verstanden.

    Vielleicht sollte ich mit meiner Sucht offener umgehen. Keine Ahnung….Wie macht ihr das?

    Frage 10 Leute und bekommst 10 verschiedene Antworten.

    Ich habe mich nur meinem allerengsten Umfeld anvertraut. Und einigen Ärzten natürlich.
    Über mich bezüglich meiner Sucht rede ich aber nur hier. Einfach, weil ich denke, dass es mir nicht hilft, zufrieden nüchtern zu bleiben, wenn ich über meine Sucht mit Leuten rede, die überhaupt nur selten Alkohol trinken.

    Ich brauche keine fürsorglichen oder mitleidige Kommentare von Leuten, die noch nie mit Sucht zu tun hatten. Und ich brauche auch keine verachtenden Blicke und Getuschel hinter meinem Rücken.
    Auch denke ich , dass es einigen überhaupt nix angeht, welche Krankheiten ich habe. Dass ich Diabetes habe, erzähle ich auch nicht rum.
    Es sind meine Erkrankungen, damit muss ich leben.

    Offenheit kann aber auch ein Schutz sein, lese ich hier immer wieder.
    Vielleicht ändert sich das bei mir auch noch irgendwann, aber im Moment fühlt sich meine Verschwiegenheit richtig an. Einmal Ausgesprochenste geht nicht mehr zu korrigieren.

    Hallo line33
    Zu erkennen, dass du etwas nicht mehr so willst wie es gerade ist, ist eine richtig große Erkenntnis. Respekt.

    Ich weiß nicht wirklich, was ich mir hier erhoffe, aber vielleicht gibt es irgendetwas, das mich weiterbringt....


    Vielleicht etwas, was dich weiterbringt…..

    Das ist auch das Einzige, was du tun kannst.

    Es wird dir nicht gelingen, deinen Partner vom Alkohol wegzubringen. Einen Alkoholiker erreichst du nicht mit ‚guten Worten‘ und auch nicht mit Liebe. Sucht ist stärker ….immer.

    Ihr habt 2 kleine Kinder. Wenn der Vater durch seine Sucht keine Verantwortung übernehmen kann, solltest du das wenigstens tun.

    Ich schreibe dir als Alkoholiker und da muss ich dir sagen, dass nur der Alkoholiker selbst seine Sucht stoppen kann. Tut er dies nicht aus eigenem inneren Antrieb, geht es in der Suchtspirale immer weiter nach unten. Es bleibt nicht stehen auf einem Level, es geht immer weiter nach unten.

    Möchtest du für dich und für deine Kinder sorgen, möchtest du, dass du lernen kannst, dein eigenes Leben unabhängig von deinem Partner lebenswert zu machen und möchtest du deine Kinder (und dich) schützen?

    Hier tauschen sich auch Angehörige von Alkoholikern aus. Der Schwerpunkt sollte dabei aber nicht auf deinen Partner liegen, sondern auf dich selbst.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest, klicke bitte auf den Link und teile uns das mit. Wir können dich dann für dann für den offenen Bereich freischalten.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Schmidtty,

    super, dass du nach deinem Rückfall nicht aufgegeben hast. 👍

    Inzwischen bist du ja nun wieder eine ganze Weile nüchtern, Wie lange denn schon?

    Mir hilft es sehr, meine Sucht nicht aus den Augen zu verlieren, indem ich immer wieder hier lese.
    Es gibt so einen großen Erfahrungsschatz zu entdecken, du brauchst dann nur zugreifen.

    In welchen Situationen hast du denn mit diesem Saufdruck zu kämpfen?
    Was machst du jetzt anders als vor deinem Rückfall?

    Aber ich finde es auch wichtig das der Patner, der mit dem Thema unweigerlich in Kontakt kommt, auch weiß wie ernst es ist. Ich finde sogar da hat er ein Recht drauf das zu wissen

    Das wollte ich auch gar nicht in Frage stellen.
    Natürlich ist es wichtig, dass das engste Umfeld weiß, warum ich jetzt keinen Alkohol trinke. Nur erwarte ich nicht, dass darauf auch Rücksicht genommen wird. Dass trotzdem Rücksicht genommen wird, ist super, aber ich würde es nicht erwarten wollen.

    und er hat einen Satz gesagt der mir zeigt das er nicht verstanden hat wie ernst das Ganze lst

    Es ist doch nur wichtig, dass du verstanden hast, wie ernst das Ganze ist.
    Es ist dein Leben, was du leben willst.

    Mir ist sehr wichtig das er den ernst erkennt und es nicht irgendwann eine Situation gibt in der es heißt:"Ach Schatz du hast So lange nicht getrunken, das ist ok wenn du jetzt mal ein Bier trinkst."

    Natürlich wäre es ganz super toll, wenn alle um uns herum, besonders die uns nahestehen Menschen, verstehen, wie ernst unsere Krankheit….unsere immer bleibende Alkoholsucht ist.
    Aber ich finde, dass ich meine Abstinenz niemals von den Worten oder Handlungen oder Meinungen von irgendwem beeinflussen lassen darf.

    Meine Abstinenz ist ganz tief in mir drin …..egal, was andere sagen oder machen. Und wenn jemand kommt und das gar nicht so schlimm fände, jetzt auch mal ein Gläschen‘ zu trinken, wird das immer ganz alleine meine Entscheidung sein, wie ich damit umgehe…..ich weiß, wie ernst das Ganze ist.

    Hallo Dr.House,

    du bist jetzt für den offenen Bereich freigeschaltet und ich habe dein Thema dorthin verschoben.
    Du kannst Dich jetzt überall austauschen, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.

    Ich wünsche dir viele hilfreiche Erkenntnisse und einen guten Austausch.

    Das ist war zwar etwas irritierend, aber im Grunde stimm ich zu.

    Was genau ist denn irritierend?
    Dass sich die Chance auf ein zufriedenes nüchternes Leben erheblich erhöht, wenn ich aussprechen kann: Ich bin Alkoholiker?
    Mir hat das sehr geholfen, meine ‚Ausgangsposition‘ klar zu benennen.

    Ich sende Dir den Link für die Bewerbung zum offenen Forenbereich.

    Wenn du für dich sagen kannst, dass du Alkoholiker bist und du dich hier austauschen möchtest, klicke bitte auf den Link drauf und teile uns das mit.
    Dann können wir Dich freischalten.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich habe keine Zweifel bei dir. Ich kenne dich doch gar nicht, nur von ein paar Sätzen, die du hier schreibst.

    Ich fände es nur einen sehr schweren Gedanken für mein nüchternes Leben, wenn ich nur denken würde, dass ich Alkoholiker bin. Ich war (und noch immer) mir doch sehr sicher, dass ich Alkoholiker bin.
    Und ehrlich gesagt finde ich diese Erkenntnis auch die wichtigste Voraussetzung für mein zufriedenes nüchternes Leben.