Daraus folgt, dass -absolut jeder- Konsum von Alkohol, auch in der geringsten Menge eines Tropfens, missbräuchlicher Alkoholkonsum ist.
So sehe ich das nicht.
Ich kann ja nur für mich sprechen.
Ich habe ganz früher nie Alkohol getrunken, ihn wohl aber hin und wieder in Soßen und auch in Kohlgerichten verwendet.
Da habe ich den Alkohol in keinster Weise missbraucht. Er war für mich eine gewöhnliche Zutat wie es Sahne auch ist.
Trinkt jemand zum Essen ein Glas Wein oder Bier, weil es ihm einfach schmeckt, sehe ich da auch keinen Missbrauch.
Ich habe Alkohol missbraucht.
Ich hatte Kummer und Sorgen, denen ich mich nicht stellen konnte und auch nicht stellen wollte und diese Situation einfach nicht erleben wollte.
Ich wollte diesen Rausch, dieses mich abschießen, dieses nichts fühlen. Mit Alkohol ging das super.
Den Punkt, wo aus dem Missbrauch Sucht wurde, habe ich nicht mitbekommen. Als ich mich nicht mehr betäuben wollte, mein Leben wieder spüren wollte, konnte ich nicht mehr aufhören mit saufen. Ich war süchtig geworden, alkoholabhängig.
Natürlich ist Alkohol ein Gift, für uns Alkoholiker ja sogar tödlich.
Aber wir haben ja auch eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, aus der wir nie wieder rauszukommen.
Das bedeutet ja aber nicht, dass jeder, der Alkohol trinkt oder ins Essen pantscht, den Alkohol auch missbraucht.
Nachtrag:
Den Alkohol verteufeln und immer und überall eine Gefahr darin sehen oder ihn ständig zu analysieren würde ich für mich sehr anstrengend finden.
Ich lasse den Alkohol Alkohol sein und die Menschen so wie sie sind. Sie werden immer Alkohol trinken. Und sie werden ihn auch immer missbräuchlich trinken. Und sie werden auch immer Alkoholiker werden (können).
Für mich gibt es keinen Alkohol mehr, nicht aus der Flasche, nicht aus dem Glas, nicht im Sößchen und sich nicht im Kraut ….nirgends.