Beiträge von Cayenne99

    Bewegung bis tief ins eigene Herz

    Das trifft s, ja. Und da mein Mann keine Bewegung zulässt, wird genau das schwierig für ihn. Er kann leider auch nicht daran wachsen. Es wäre ja auch eine Chance für ihn.

    Heute früh beim Laufen schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich mich eigentlich schon auf die Trennung vorbereite...

    Ich habe mir selbst nicht so richtig glauben wollen.

    Ich glaube auch, dass Vieles in den eigenen psychologischen Hintergründen schwebt.

    Ich bin z. B. eine große Schwester, mit 3 kleinen Geschwistern. Ich musste scohn früh Verantwortung übernehmen. Meien Eltern haben sich gerennt, ich gehe in Verantwortung. Ich trage vieles. Ich übernehme vieles. Heute mache ich manche meiner Mitmenschen regelrecht platt. Mein Mann hat eigentlich gegen mich keine Chance. So gesehen. Er ist selbst das jüngste Kind in seiner Familie. Diese Prägungen knallen halt komplett aufeinander. Sind sie zu Beginn vielleicht noch sinnvoll, so hat sich das echt in eine Richtung entwickelt, die für eine Partnerschaft nicht gut ist.

    Im Prinzip bedient er mich mit seiner Sucht, macht sich klein und hilflos und ich kann voll in die Presche springen und die Verantwortung für ihn tragen. eigentlich eine Win-Win Situation. So rein analytisch gesehen.

    Macht es nicht besser und löst es nicht. Erklärt mir gerade nur vielleicht warum ich solche Schwierigkeiten habe, loszulassen.

    Der Gedanke kam mir eben nur so.

    Danke Euch für die Hartnäckigkeit.

    Im Grunde weiß ich das.

    Es macht mich umso trauriger.

    Ich würde am liebsten jemand anderen entscheiden lassen. Genau. und dann mach ich das alles richtig und bekomme ein Lob dafür. Juhu. Und wenns schief geht, sag ich einfach: Der wars!

    So ein Sch....

    Übermorgen ist der Urlaub vorbei. Endlich. Meistens schläft dann der Alk-Stress, weil es im ganzen Trubel untergeht. Ich habe mir vorgenommen, keine Flaschen merh zu zählen und Den Termin mit dem Psych abzuwarten. Ist Mitte Juni.

    Den nächsten Urlaub im August sehe ich mit Sorgen entgegen, wenn ich meine Woche zusammenfasse. Oder mit Erleichterung?

    Ihr seid super.

    DANKESCHÖN!

    Danke auch für den Hinweis mit der Anonymität. Das passiert schnell, wenn man drauflos schreibt.

    Wenn ich eure Erfahrungen lese, möche ich am liebsten nur widersprechen. ich glaube das ja alles, was ihr da sagt, aber bei mir ist es doch anders. Bei uns wird alles gut. Ihr könnt doch nicht über mein Schicksal urteilen. Soll ich etwa wildfremden Menschen meine Ehe in die Hand geben?

    Gleichzeitig erkenn ich Muster wieder, die mir genau das aufzeigen, was ich nicht hören will.

    Ich brauche jetzt erst einmal Zeit.

    Mein Mann hat mir ganz klar gesagt, er wird nicht aufhören zu trinken.

    Wenn ich ihn vor die Entscheidung stellen würde, wird er sich gegen mich entscheiden.

    Ok.

    Das hat gesessen.

    Baff. Eine Ohrfeige ohne Gleichen.

    Dies muss ich jetzt erst einmal verarbeiten.

    Aber so schnell streiche ich die Segel hier nicht.

    Das ist auch mein Leben! Das ist auch mein Haus! Das hier ist auch alles mein Zuhause!

    Und es ist das einzige, das ich habe.

    Davon verabschiede ich mich nicht so schnell. Ich brauche Zeit. Und die nehme ich mir auch.

    Liebe Sunshine,

    ich danke dir für die offenen Worte.

    Du hast recht, ich bewege mich nicht.

    Womöglich kann ich es noch nicht. Aber: ich bin für mich froh, dass ich überhaupt einen Schritt gemacht habe - und mag er noch so klein sein.

    Für mich war es schon enorm, zu sagen, was ich denke. Vielleicht ist bei uns die Trennung auch schon in Sicht, vielleicht kippe ich auch um und füge mich meinem Schicksal. Vielleicht hätte ich füher etwas tun sollen, Vielleicht hätte ich ihn gar nicht kennenlernen dürfen.

    ich vermute, dass du mir den Weg zeigst, den ich gehen werde, kann, muss. Ich weiß es nicht. Das SChild für mich hoch hältst.

    Im Moment kann ich den aber noch nicht gehen.

    ich versuche noch zu verstehen. Und dieses Thema "Schuld" zu begraben.

    Mit dieser großen Unsicherheit, dich ich jetzt habe, würde ich nach 5 Minuten auf allen Vieren zu ihm zurück gekrochen kommen.

    ich möchte loslassen können. Das kann ich noch nicht. Ich muss an meiner Co-Abhängigkeit arbeiten. Ich bin komplett im Sog. Wenn ich ohne Hilfe so weiter mache, renne ich von einem ins Nächste. Da wäre ich mir fast sicher.

    ich versuche im Mment nicht nur immer seine Sucht zu sehen, sondern mich auf mich zu konzentrieren. Wo stehe ich, was will ich eigentlich, Wie bekomme ich Luft?
    Ich weiß jetzt gar ncht, wie ich diese Nachricht beenden kann?

    mal schauen, was passiert. Trennung ist ein Weg, aber wie, wann und wo und wovon, das muss ich erst noch herausfinden.

    Ich glaube auch nicht, dass ich eine physische Aggression provozieren möchte. Die Sache mit dem Vertrauen ist problematisch. Da wurde ganz schön dran gekratzt.

    Nachdem wir endlich mal viel gesprochen haben und ich glaube, dass wir beide uns gegenseitig verstanden haben, haben sich die Wogen etwas geglättet. ich traue dem Frieden aber nicht so ganz. Aber ich habe zumindest schon mal mitgeteilt, dass ich so nicht weiter machen kann. Ich habe es gesagt, ausgesprochen - ohne Watte im Kopf. Ich bin froh, dass ich das geschafft habe. Seit Jahren ringe ich mit mir, dies auszusprechen.

    Ich habe noch keine Konsequenzen geäußert, wie z. B. ich werde dich verlassen, oder so. Aber eben, dass ich das so nicht mehr mitmache. Bei allem was ist, liegt nun die Aufgabe bei ihm. Es ist nun seine Entscheidung, Ich oder das Bier.

    (Er hatte in der Wut ernsthaft gesagt, ich solle wieder trinken, es fehlt ihm, dass wir uns gemeinsam die Kante geben. Hä? Ja klar, dann nörgele ich nicht. Aber eigentlich haben wir ja nicht gemeinsam getrunken, sondern jeder für sich und wir waren eben beide dicht am Abend, Aber welcher Mann wünscht sich bitte eine Alki-Frau an der Seite? Jaa, ich weiß......... Blöde Frage!)

    Ich fühle mich im Moment etwas erleichterer. Ich habe ihm gesagt, wie ich zu ihm stehe. Was ich toleriere und wo meine Grenze ist. Jetzt muss ich dies für mich selbst leben und klar haben . Ich übe mich im Leben, das mir nun diese Aufgabe gestellt hat.

    Ich bin noch nicht stabil genug um eine Trennung umzusetzen. Dessen bin ich mir bewusst geworden. Und bevor ich mir da nicht klar bin, drohe ich dies auch nicht an. Es ist wirklich die letzte Konsequenz für mich. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir und ihm dann kein Zurück mehr erlauben würde.

    In solchen Dingen bin ich manchmal unumstößlich konsequent - vor allem mit mir selbst.

    Vielleicht sollte ich daran auch arbeiten.

    Wünsche Euch einen wunderschönen, sonnigen Feiertag.

    Vielen Dank für's Aufbauen und Zusprechen!

    Danke, Danke, Danke.

    Und ich dachte beim Schreiben - zwischen den Zeilen genau das, was ihr ausgesprochen habt.

    Nein, Florian, ich werde keine Tabletten nehmen. Bestimmt nicht.

    Das "Wir" sehe ich aber schon. Und wenn es am Ende das ist, dass ich mit geradem Rücken gehen kann.

    Ich bin wahrscheinlich abhängig von ihm.

    Das gemobbte Schulkind, das ausgelacht wurde, weil es alte Kleider tragen muss.

    Das Scheidungskind, das auf keinen Fall selbst eine gescheiterte Ehe haben möchte.

    Das von der Mutter verlassene Kind, mit einem Alki als Vater....

    Das Mädchen, das nicht alleine sein möchte. etc. Hätte ich mal schon eher machen sollen, so ca. vor 30 Jahren.

    An diesen Themen muss ich arbeiten um meinen Weg gehen zu können. Er hat mir in der Zeit ja auch unheimlich viel über meine Problem hin geholfen. Das hat ihn sicher auch belastet. Und ich habe die ganzen Jahre über nie ernsthaft etwas gesagt, Mal gemosert, mal n bissl gemotzt. Aber nie wirklich ernsthaft. Das werfe ich mir im Moment vor. Ich hätte direkt nach der Geburt unseres Sohnes gleich sagen müssen: STOPP. So geht es nicht. Hör auf zu Trinken.

    Aber, aber, aber. Auch ich hatte meine Ausreden, so wie er jetzt die Ausreden fürs Trinken hervorholt.

    Das ist für mich der "Wir" Aspekt.

    Ich versuche ihn als Menschen zu respektieren. Ich möchte nicht, dass wir uns gegenseitig Dreck ins Gesicht schmeißen. Ich hoffe, dass wir das ohne hinbekommen. Im schlimmsten Fall ist es dann die Trennung.

    Aber an diesem Punkt bin ich noch nicht. Nicht heute.

    Allerdings klingeln mir eure Worte in den Ohren.

    Das macht mich wahnsinnig traurig.

    guten Morgen zusammen.
    Gestern habe ich nun den Mut zusammen genommen und gesagt, dass ich möchte, dass er nicht mehr trinkt.

    Das war wahrscheinnlich das Blödeste, was ich je getan habe. Resultat: Im Garten fehlen jetzt ein paar Pflanzen, die wurden zertrampelt und ausgerissen. er hatte doch mehr getrunken, als ich gedacht habe. Und mir geht es noch schlechter als zuvor.

    Ich hätte deine Worte, Barthell, vorher lesen sollen.

    Für meinen Mann habe ich die Gemeinsamkeit verlassen. Ich wende mich von ihm ab und bin böse zu ihm. Deshalb trinkt er. Es ist ja egal, ob er 1 oder 4 Bier trinkt, weil ich ja eh nichts merh von ihm wissen will.

    Eigentlich war mir diese Reaktion klar, nach all dem, was ich bei euch schon gelesen habe.

    Er hat mich dann gefragt, was war zuerst: Das Huhn oder das Ei? Hat jetzt jemand Schuld an der Misere, in der wir uns befinden?

    Therapien kommt für ihn nicht in Frage. ICH gehe zu keime Psych. Das kannste vergessen. Warum? Weil ich es nciht mache. Basta.

    Er ist so unheimlich stur.

    Wenn ich ehrlich zu mir bin: Ich habe es nicht anders erwartet, gehofft schon, ja.

    Wir haben gestern Abend keine Lösung gefunden. Immerhin hat er zugegeben, dass er heimlich trinkt um mir aus dem Weg zu gehen. Dass es ihm damit

    nicht gut geht.

    Ich konnte auf der anderen Seite zugeben, dass ich deshalb schlecht über ihn denke.

    Wir müssen weiter daran arbeiten. Ich möchte es auf jeden Fall probieren.

    Wenn ich im Forum lese, sehe ich dass ihr Euren Partnern oft ein Ultimatum gestellt habt. Das habe ich gestern noch nicht hinbekommen.

    Ich brauche noch etwas Stabilität, die hole ich mir bei meinem Psych. Hoffentlich habe ich den Richtigen erwischt.

    Nach all diese Zeit, möchte ich mir diese Zeit noch lassen.

    Liebe Sunnyday,

    ich bin auch heute hier her gekommen. Ich lese deine Geschichte und sehe so viele Parallelen. Dachte immer, man ist alleine mit dem Problem

    Ich wünsche dir, dass du hier Hilfe bekommst. Wenn man die ganzen Geschichten hier liest, ist das sicher so .

    Viele Grüße

    Hallo Florian,

    Hallo Manu

    danke für die ehrlichen Worte.

    Nein, das habe ich so deutlich noch nicht geschafft. Ich gehe viel Joggen und plane, sortiere meine Worte und Gedanken. Jedes Mal, wenn ich dann ansetze ist alles wie weggeblasen. Ich hab nur noch Watte im Kopf und bekomme keinen klaren Gedanken hin, von Worten ganz zu schweigen.

    Das ist mein Problem. Ich scheue jede Konfrontation. ich könnt mich so gar nicht an der Seite haben, mit solch einer Art.

    Ich muss da aber damit rausrücken. Es staut sich in mir ja nur noch mehr und mehr auf und kommt weg vom eigentlichen Problem.

    Eigentlich brauche ich jemanden der es ausspricht und ich brauche nur noch zu nicken. Feige, oder?

    Vielleicht habe ich es aber auch gelernt, im Laufe der Zeit, die Klappe zu halten - verlernt, zur Meinung zu stehen.

    Ich gehe jetzt eine Runde rennen - auch in der üblen Gewissheit, dass ich, wenn ich nach Hause komme, die Fahne riechen werde.

    Ich wünsche Euch einen entspannten Abend

    Danke für die Antworten.

    Das hilft alles sehr hier.

    Gibt es denn hier im Forum auch Leute, bei denen es auch ohne Trennung geklappt hat?

    Ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben. Ertappe mich aber dabei, wie ich herumrechne, ob mir mein Gehalt zum Leben reichen kann. Das will ich eigentlich nicht. Aber ich glaube, diese Sicherheit brauche ich, um stabil genug zu werden.

    Im Moment weiß ich noch gar nicht, wie der erste Schritt gehen soll? Wie spreche ich darüber? Wie fängt man da an?

    Ich male mir das so aus, aber es macht irgendwie nichts Sinn.

    Ist es normal, dass man sich vorkommt, wie ein Verräter? Hier im Forum wildfremden Menschen Geheimnisse anzuvertrauen? Dinge, die man eigentlich mit dem Wichtigsten Menschen im Leben teilen müsste?

    Entschuldigt die Fetzen, die ich so von mir gebe. Ich hoffe, das ist ok. Ich habe das Gefühl, irgendjemand versteht mich da.

    Liebe Grüße

    Liebe Aurora, Manu, liebe Marie,

    Vielen Dank für die herzliche Aufnahme.

    Du warst auch so lange mit deinem Mann verheiratet? Ich denke, so eine lange Zeit darf man nicht einfach aufgeben, oder? Ich könnte mir grundsätzlich gar keinen besseren Mann vorstellen. ich liebe ihn ja. Deshalb schmerzt dieses Gefühl des Ekels und die Enttäuschung um so mehr. Ende letzter Woche hat er mir gesagt, dass er am Wochenende chillen möchte. Er muss abschalten. "Sei mir nicht böse, wenn ich etwas zu viel trinke". Ich dachte, er überlegt, das ist gut! Und ich mache mir Gedanken über Konsequenzen, ich spinne ja total und verurteile ihn!

    Heute musste ich das Auto umparken und es kullert eine leere Bierdose unter dem Sitz vor. Gestern war aber kein Wochenende mehr. Er trinkt heimlich. Da ist direkt alles wieder zu nichte gemacht.

    Ich würde es so gerne einfach stehen lassen können. Ok, mein Mann trinkt. Na und? Aber ich glaube, über diesen Punkt bin ich leider schon drüber, nach der Zeit, das machen diese 30 Jahre halt auch.

    Ich lese hier voller Spannung alle möglichen Berichte. Auch die, der direkt Betroffenen. Es ist alles so lehrreich und öffnet die Augen. Ich nicke und denke, ich lese meine eigenen Worte. Unglaublich. ich dachte eigentlich ich bin doch nicht doof und auch nicht auf den Kopf gefallen. Ich kann doch reflektieren und durchschaue Verhaltensmuster. Aber hallo!

    Im Moment fühle ich mich eher wie ein Pawlowscher Hund, der sich eine Waschmaschine aufschwatzen hat lassen - eine aufblasbare noch dazu.

    Entschuldigt diesen Sarkasmus. Wir ticken wahrscheinlich doch alle recht ähnlich und wollen es manchmal nicht wahrhaben.

    Ich möchte lernen, meinen Nebel der Unfähigkeit aufzulösen um reagieren zu können, mit stiller Hoffnung, dass er sich für mich entscheidet.

    Liebe Grüße und einen sonnigen, herzerwärmenden Tag

    Cayenne

    Hallo Zusammen und schon einmal gleich vorweg: Danke für die vielen Berichte, die ich bisher lesen durfte. Ich bin erstaunt, dass es so viele von "uns" gibt. Ich dachte immer, ich bin alleine und schämte mich ziemlich.

    Ich stelle mich deshalb ehrlich gerne vor und glaube irgendwie daran, dass ich mit Euch weiter komme.

    Ich bin 47 Jahre alt und seit fast 30 Jahren mit meinem Mann zusammen. Vor 16 Jahren haben wir ein Kind bekommen und damals auch geheiratet. Vor ein paar jahren haben wir ein Haus gekauft und werkeln seither daran herum. Eigentlich leben wir unser perfektes Leben. Wenn da nicht dieses Riesenproblem wäre.

    Zu Beginn unserer Beziehung haben wir beide getrunken. Wir haben damals auch beide noch geraucht und uns so allabendlich benebelt. Wir waren in unserem Kosmos und haben auch niemanden anderen gebraucht. Mit unserem Kind kam die Veränderung. Ich habe mich eigentlich alleine um die Erziehung gekümmert. So fühlte es sich jedenfalls oft an. Für meinen Mann habe ich zurückgesteckt. Er war schließlich auch der Großverdiener. Ich war eigentlich eine gut finanzierte Alleinerziehende. Während dieser Zeit stand ich oft daneben. Ich konnte mich nicht mehr auf ihn verlassen. Denn meine Perspektive war nun eine andere. Er trank alleine. Ich habe mich je nach Lebensphase und Möglichkeit immer mal wieder darauf eingelassen. Ich habe mitgeraucht, mitgetrunken. Je nachdem, wie ich den Spagat zwischen Kind und Alltag mit meinem Mann geschafft habe. Er hat sich eigentlich nie wirklich auf uns eingelassen, sonder eher sein Ding durchgezogen. Ich habe mitgemacht.

    Es schlummert schon lange in mir, dass ich so nicht weiter machen kann. In regelmäßigen Abständen kochte ich dann über und konfrontiere ihn mit meiner Wut. ich sagte, ich möchte, dass er weniger trinkt. Er hat mir irgendwann einmal gesagt, dass er sich für das Trinken entscheiden würde, wenn ich ihn vor die Wahl stelle.

    Inzwischen wurde mein Trinkverhalten auch grenzwertig. Ich habe gemerkt, dass ich das Bier mit Limo strecke, damit ich mehr trinken kann. Unser Kind hat mich ja auch nicht mehr sooo sehr gebraucht. Wobei wir nicht mehr zusammen getrunken haben, sondern das Trinken nebenbei lief. Es war wie Wasser ständig am Anschlag und gegen 22 Uhr waren wir dicht.

    Irgendwann gab es für mich einen Schlüsselmoment: Er war mit einem seiner Saufkollegen unterwegs. Mitten in der Nacht kam er nach Hause und ich habe ihn eingekotet und im Erbrochenen schlafend auch der Toilette gefunden. Das ist nun ca. 2 Jahre her.

    Seither habe ich keinen Tropfen mehr angerührt.

    Nun hänge ich aber in dieser Endlosschleife gefangen und ich finde den Ausweg nicht mehr. Er trinkt ja weiter und ich spüre, wie meine Kraft schwindet. Ich steigere mich immer mehr hinein. Ich kann es nicht mehr ertragen. Wenn ich etwas sage, meint er nur, dass ich nicht von ihm verlangen kann, dass er meinen Wandel plötzlich mitmachen würde.

    Jedes Zischen einer Bierflasche triggert mich. Jede Flasche, die rumsteht erfüllt mich mit Ekel. Ich zähle die Flaschen, die noch da sind um zu checken, wie viele er getrunken hat. Es sind meistens ca. 3-4 Liter Bier pro Abend. Ich kann ihn nicht mehr riechen. Ich kann ihm teilweise nicht einmal mehr in die Augen sehen. Bei dem Gedanken daran verkrampft sich mein Magen. Mit ihm darüber zu sprechen traue ich mich nicht, weil ich vor der Konsequenz Angst habe. Wenn ich anfange, stehe ich meistens da, wie das Kaninchen vor der Schlange und habe nur Nebel im Kopf - zitternd. Ich schaffe keinen klaren Gedanken, Null!

    Letzte Woche habe ich es endlich geschafft, mich einer Freundin anzuvertrauen. Ich habe es auch klar angesprochen: Mein Mann ist ein Alkoholiker. Seit all der Zeit war das, als würde ich zu enge Schuhe ausziehen, dei Blasen an den Füßen sich erholen lassen. Nebenbei habe ich gemerkt, dass von den Freunden nur noch sehr wenige übrig geblieben sind. Ich bin so froh, wenigstens die eine noch zu haben, denn von meiner Familie habe ich mich inzwischen auch abgewendet.

    Manchmal denke ich, es ist ja eigentlich nicht schlimm, wenn er trinkt. Er tut mir ja nichts. Er schlägt mich nicht, er wird nicht aggressiv. Einerseits. Weil ich halt eben auch inzwischen genau weiß, wie ich mich verhalten muss, damit das genau nicht passiert. Ich rede es mir schön, entschuldige es, lüge mir selbst in die Tasche, weil ich am liebsten alles nur harmonisch und schön hätte. Wir haben doch eigentlich das Perfekte Leben.

    Ich habe in 2 Wochen einen Termin bei einem Psychologen. Ich möchte an meiner Co-Abhängigkeit arbeiten. Ich habe so das leise Gefühl, dass ich da ziemlich tief drinne stecke.

    Aber das Gespräch mit meinem Mann liegt mir auf dem Magen. Ich muss darüber sprechen. Im Moment könnte ich ihn aber nur mit Dreck bewerfen. Ich muss erst einmal klar werden. Ich kann es noch nicht als Krankheit sehen. Diesen Schritt schaffe ich im Moment nicht.

    ich hoffe, dass ich das bald schaffe. Aber nach 30 jahren kommt es nun auf die eine oder andere Woche auch nicht mehr an.

    Vielleicht ist der erste Schritt der schwerste?

    Euch danke ich für das Lesen meiner Vorstellung. Vielen Dank.