Beiträge von Seeblick

    Das ist kein schönes Umfeld - weder für dich noch für deine Kinder. Das solltet du ihm deutlich machen. Wenn er trinken will, dann bitte in seinem Keller oder Arbeitszimmer. Dann habt ihr den Rest der Wohnung alkoholfrei.

    Du schreibst, dass ihr sonst gar keine Zeit miteinander hättet, aber fürs Trinken hat er genug Zeit. Und was willst du mit der verbliebenen Zeit mit ihm anfangen, wenn er doch betrunken ist? Da ist ja gar kein Raum für Gemeinsamkeit oder Gespräche.

    Vielleicht kannst du ja wirklich eine räumliche Abgrenzung bewirken. Ihr wohnt ja schließlich auch in dem Haus.

    Seeblick

    Hallo Nele,

    willkommen im Forum. Ich bin Alkoholikerin und schreibe eher weniger bei den Angehörigen, möchte dir aber kurz ein paar Zeilen dalassen.

    Ob dein Mann Alkoholiker ist, lässt sich auf die Ferne nicht beurteilen, aber nach deiner Beschreibung hört es sich schon danach an. Wer täglich oder regelmäßig Alkohol braucht, um abzuschalten, erfüllt schon mal ein Kriterium der Sucht. Und nur weil man noch funktioniert und tagsüber nicht trinkt, heißt nicht, dass man nicht schon abhängig ist. Das Leugnen ist leider auch Teil des Krankheitsbildes.

    Leider scheint er sein Problem nicht zu sehen und da sind dir dann die Hände gebunden. Wenn er keine Einsicht hat und nicht aufhören möchte, wirst du nicht viel ausrichten können. Ein reduziertes oder kontrolliertes Trinken ist für Alkoholiker nicht möglich.

    Wie kannst du denn für dich die Situation erleichtern? Wenn ihr ein größeres Haus habt, kannst du dich innerhalb des Hauses räumlich von ihm trennen?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Egon,

    willkommen im Forum. Erstmal Glückwunsch zu deiner Abstinenz- ein wichtiger Schritt. Nun bin ich kein Arzt oder Psychologe und ich glaube, wir haben auch keine hier im Forum, aber deine Antriebslosigkeit hört sich schon nach einer Depression an.

    Zunächst sollte man Geduld haben, da sich Körper und Geist ja erstmal von dem Alkoholmissbrauch erholen müssen. Und nur weil man nicht trinkt, wird auch automatisch alles gut. Der Vorteil bei der Abstinenz ist ja aber, dass man nun die Möglichkeit hat, Probleme anzugehen und zu bearbeiten.

    Du hast dich ja schon in eine Klinik begeben. Es ist schade, dass man dir da nicht helfen konnte. Ich würde dir aber trotzdem raten, da am Ball zu bleiben. Du kannst versuchen, eine Therapie zu erhalten. Ich weiß, es ist nicht einfach, aber ein Erstgespräch kann man relativ kurzfristig vereinbaren.

    Ich kann verstehen, dass du nicht so gern Medikamente nehmen möchtest, aber zur Überbrückung kann es helfen. Aber auch da wirken einige Antidepressiva auch erst nach Wochen. Du kannst dir überlegen, ob du einen neuen Versuch mit der Therapie starten möchtest.

    Vielleicht auch eine Reha bezüglich deiner Alkoholkrankheit. Da gibt es ja auch viele Therapeutengespräche.

    Ich denke, dass deine Problematik in professionelle Hände gehört. Ansonsten bleibt dir bei den Aktivitäten nur das Ausprobieren, leider durch Corona alles eingeschränkt, aber was dir Freude bereitet, kannst du nur selbst herausfinden: Kontakt mit anderen Menschen (Selbsthilfegruppen, VHS-Kurse, Sport). Es gibt für fast alles Gruppen und Treffen, auch fürs Spazierengehen oder Brettspiele spielen. Falls du gern Tiere um dich hast, kannst du beim Tierheim nachfragen und Hunde ausführen. Kochst du gern? Gibt es etwas, was du gern erlernen würdest? Könnte dir ein Tagebuch helfen, deine Gedanken zu sortieren? Ich sollte in meiner Therapie mir abends Gedanken machen, was ich an dem Tag Positives erlebt habe (das konnten auch Kleinigkeiten sein) und dies aufschreiben.

    Vielleicht kannst du mit meinen Anregungen etwas anfangen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Edgar,

    ich finde, du hast dich gut auf Silvester vorbereitet. Klar, hätte man auch gar nichts machen können, da wäre das Risiko noch geringer gewesen, aber du bist es gedanklich vorher durchgegangen, warst von Menschen umgeben, die von deiner Krankheit wissen und ich finde es besonders gut, dass du in der Runde gleich Bescheid gegeben hast, als du das Erlebnis auf der Terrasse hattest.

    Wenn du bei der nächsten Veranstaltung lieber absagst, wissen auch alle Bescheid.

    Ich finde, das ist ein guter Weg.

    Einen Artikel über Suchtverlagerung gibt es im Forum soweit ich weiß nicht. Vielleicht hat noch jemand anderes einen Tipp für Fachliteratur? Ich weiß nur von dem, was ich in der Therapie gelernt habe.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo LiNe,

    willkommen im Forum. Glückwunsch zu deinem ersten Jahr. Das ist eine tolle Leistung.

    Konntest du inzwischen einiges "aufarbeiten"? Den Tod der Eltern, die Trennung von deiner Frau. Hast du dein Leben gut neu ordnen können?

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch.

    Viele Grüße

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    Hallo Petter,

    ich wünsche dir, dass du deine Ziele erreichst und zufrieden mit den Entscheidungen bist.

    Ich mag keine Neujahrsvorsätze für mich treffen. Wenn ich etwas verändern möchte, kann ich das jederzeit tun und muss es nicht an einem Datum festmachen. Dennoch lässt man zu dieser Zeit das Jahr Revue passieren und denkt über das Kommende nach. Für mich kommt in den nächsten Monaten einiges auf mich zu: Umzug und Jobwechsel. Ich freue mich darauf und bin gespannt, wo ich in einem Jahr stehe.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Funky,

    Glückwunsch zu den 4 Monaten. Es sollen ja noch einige dazukommen. Von daher: Willst du die Silvesterfeier nicht lieber absagen? Wenn du jetzt schon Suchtdruck hast, setzte dich der Gefaht doch nicht aus. Auch wenn du den Abend nüchtern "überstehst", kann es auch noch am nächsten Tag schlimmer werden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Erik,

    diese Art von Hilfe meinte ich nicht. Da "benutzt" er dich nur, um kurzfristig sein Elend zu überstehen. Auch eine Strategie von einigen Alkoholikern, um die Partner bei der Stange zu halten. "Siehst du, ich kann ja ohne". Alles Selbstbetrug. Du musst ihn auch nicht dabei unterstützen. Falls du dir Sorgen machst, kannst du den Notarzt rufen. Eine Kalter Entzug kann tödlich enden und eine Entgiftung gehört unter fachliche Aufsicht durch einen Arzt (stationär oder ambulant).

    Mit Hilfe meinte ich, wenn er einsichtig wäre und eine Therapie machen möchte. Er Hilfe braucht, sich eine Suchtberatungsstelle zu suchen oder andere Einrichtung zu finden. Wenn er trocken ist, seine Abstinenz zu festigen. Aber den ersten Schritt muss er selbst machen und dazu scheint er nicht bereit zu sein.

    Seeblick

    Hallo Ella,

    willkommen im Forum. Wie ich schon bei Erik schrieb, bin ich selbst Alkoholikerin und kann nur aus dem Blickwinkel schreiben. Es werden sich sicher noch andere User aus der "Angehörigen-Ecke" melden.

    Es ist schon mal gut, dass ihr getrennt wohnt, sodass du dich distanzieren kannst. Wenn dein Partner keine Einsicht hat, dass er Alkoholiker ist, wirst du nicht viel unternhmen können. Das muss er von sich aus wollen.

    Du kannst nur für dich überlegen, was du Gutes für dich tun kannst. Wie kannst du dich aus der Situation befreien? Du hast schließlich auch nur das eine Leben und jedes Recht, es so zu gestalten, dass du zufrieden bist.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Erik,

    willkommen im Forum. Ich bin Alkoholikerin und kann dir kurz aus meiner Sicht schreiben. Es gibt hier viele Angehörige, die dir sicherlich auch noch viel Unterstützung geben können.

    Oft gehen Depressionen/Ängste und Alkoholismus miteinander her. Aber an einer Depression kann man erst arbeiten, wenn man nüchtern ist.

    Für deinen Ex-Partner wirst du nicht viel tun können. Er braucht eine Krankheitseinsicht, damit eine Abstinenz erfolgreich ist. Wie du schon schreibst, hat er die Langzeittherapie „abgesessen“. Das heißt ja eigentlich schon, dass er nicht aufhören möchte. Da kannst du ihn nur weitertrinken lassen und dich um dich selbst kümmern. Erst wenn er zu dir kommt und um Hilfe bittet, kannst du ihn unterstützen.

    Ich bin hier, weil ich im Moment dabei bin, mich um meiner selbst Willen von ihm bzw. seiner Krankheit zu distanzieren,

    Das ist aber der richtige Ansatz und wichtig, dass du das erkannt hast.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Ich suche eine Idee (von euch) das ich sie dazu bewegen kann sich helfen zu lassen.

    Was hätte dich zu Trinkeziten dazu gebracht? Ich konnte erst aufhören, also ich es wirklich wollte.

    Du kannst sie nicht zwingen. Sie ist ein erwachsener Mensch und wenn sie trinken möchte, kann sie das tun.

    Wenn es ganz schlimm ist, kannst du den Notarzt rufen.

    Es tut mir leid, aber mir fällt nichts ein...

    Seeblick

    Hallo Max,

    da du selbst trockener Alkoholiker bist, wirst du die Antwort wohl ahnen können: Wenn sie keine Krankheitseinsicht hat und nicht mit dem Trinken aufhören möchte, kannst du gar nichts tun.

    Du kannst auf dich schauen, damit es dir gut geht. Vielleicht ist eine Trennung (auch räumlich) auf Zeit eine Möglichkeit? Vielleicht rüttelt es sie wach, dass sie dich verliert und lässt sich helfen. Wenn nicht, hast du den ersten Schritt unternommen, dass du nicht dabei untergehst, gewinnst Abstand und kannst dich neu sortieren.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Veru,

    ich finde es super, dass du über „unsere“ Ratschläge nachdenkst und sie annehmen kannst. Man lernt ja nie aus und wenn du über diese Situationen reflektierst, kannst du beim nächsten Mal anders handeln. Es wird dir immer leichter fallen.

    Zu der Situation mit deinen Freunden. Auch da darfst du ruhig selbstbewusster werden. Du bist mit dem Auto da und willst los. Punkt. Warum ist doch egal. Einfach „Ich fahre jetzt“. Es wird natürlich einfacher, wenn deine Kumpels von deiner Abstinenz wissen, dann könntest du noch deutlicher werden („Ihr seid mir schon zu betrunken und ich fühle mich nicht mehr wohl“), aber wenn du darüber erstmal noch nicht sprechen möchtest, dann kannst du dich ohne Ausrede verabschieden und einfach fahren.

    Mit der Zeit wirst du feststellen, dass du für lustige Abende keinen Alkohol brauchst und die Vorteile siehst: Klarer Kopf, komplette Erinnerung an das Gesagte, keinen Kater. Die Vorteile überwiegen das „lustig beschwipste Gefühl“. Und es wäre ja auch nicht dabei geblieben, sondern man hätte weiter getrunken. Und auch wenn du das im Grunde weißt, wirst du es mit der Zeit auch wirkich so empfinden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Veru,

    den Suchtdruck hast du doch gut gemeistert. Leg dir mehrere Strategien zurecht, dann kannst du gleich handeln, wenn du merkst, dass du trinken möchtest.

    Mir hilft sehr gut, ein großes Glas Wasser zu trinken. Statt einem weiteren alkoholfreien Sekt, hättest du um ein Wasser bitten können. "Ich habe gerade richtig Durst..." Dann fällt es auch gar nicht auf, wenn du es herunterstürzt. Und du hast ja selbst gemerkt, dass diese Getränke keine Alternativen sind.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Veru,

    du siehst, welche Probleme es mit sich bringt, wenn deine Partnerin von nichts weiß. Irgendwann fällt dir gerade keine Ausrede ein und du trinkst das Bier doch. Und jetzt hast du Bier im Haus. Das ist keine gute Idee.

    Dass du nicht mit ihr sprichst, hält dir immernoch die Hintertür offen! Du kannst quasi wieder trinken. Hast es ja niemanden versprochen. Hat ja keiner mitbekommen, dass du "eigentlich" aufhören wolltest. So schnell kommen die sogenannten "erlaubniserteilenden Gedanken".

    Ich kann dich nur bestärken, einmal Klartext mit ihr zu reden. Nur so kann sie dich auch unterstützen. Du hast den Anfang doch schon gemacht. Sprich nochmal mit ihr. Da kannst ihr auch sagen, wie schwer es dir gerade fällt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo LiLaLo,

    wenn sie gar keine Einsicht hat, ist es schwierig.

    Wenn wegen des Alkohols der Notarzt gerufen wird und sie in einer Klinik entgiftet, ist es ja erstmal eine medizinische Notfall-Maßnahme. Wenn es auf der Station Hilfsangebote gibt, entscheiden sich einige vielleicht, den trockenen Weg weiterzugehen. Es gibt sicher auch einige, die von er Familie oder auch Arbeitgeber überredet werden, zur Therapie zu gehen. Die Frage ist, wie erfolgversprechend das ist.

    Wenn ein alkoholkranker Mensch keine Einsicht hat und nicht von sich aus den Wunsch hat, mit dem Trinken aufzuhören, sind diese Therapien meist vergeblich. Man bekommt ja nichts "übergestülpt" und und kommt am Ende zufrieden trocken heraus. Man muss an sich arbeiten und vieles verändern. Nur wenn man dazu bereit ist, stehen die Chancen für eine dauerhaft Abstinenz auch wirklich gut.

    Wenn deine Freundin Unterstützung wünscht, kannst du ihr anbieten, mit ihr zum Arzt zu fahren oder eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Da kannst ihr helfen, Termine zu vereinbaren und einzuhalten. So wie du es beschreibst, blockiert sie aber dein Angebot. Leider wirst du dann nicht viel ausrichten können. Du schreibst, dass du ihr mitgeteilt hast, dass du sie unter den Bedingungen nicht mehr unterstützen kannst. Das finde ich gut. Biete ihr an, dass du ihr hilfst, wenn sie es wünscht und mache ihr deutlich, dass du ansonsten Abstand hälst.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Lust for Life,

    schön zu hören, dass es dir gut geht. Die Gedanken bei alkohlfreien Getränken überkommen mich auch manchmal. Wie früher mit den Weinflaschen. Jetzt kann ich mir zum Glück immer sagen, dann trinke ich halte Wasser oder etwas anderes (alkohlfreies). Es ist egal und dann bin ich erleichtert.

    Vile Grüße

    Seeblick

    Hallo Veru,

    ja, es ist erstaunlich, wieviel Alkohol um einen herum ist. Den frisch Abtinenten würde ich sogar raten, erstmal nicht alleine einkaufen zu gehen, damit nicht "aus Versehen" eine Flasche im Einkaufswagen landet. Und umso wichtiger, dass dein Zuahsue alkohlfrei ist, damit du dort eine "sichere Zone" hast.

    Ich finde es gut, dass du mit deiner Partnerin sprechen möchtest. Ein Gespräch zu suchen und sich Hilfe zu holen ist eigentlich keine Schwäche, sondern eher eine Stärke.

    Du kannst hier gern schreiben und deine Gedanken teilen. Dazu ist das Forum ja da.

    Viele Grüße

    Seeblick