Beiträge von Seeblick

    Ich wünsche mir, dass es einfach kein Thema mehr ist.


    Aber das wird mich wohl immer begleiten....

    Hallo Herbstmensch,

    das Thema Alkohol wird dich immer beschäftigen. Und das ist auch gut so. So wird man nicht unvorsichtig, leichtsinnig. Denn dann kann das Suchtgedächtnis viel leichter zuschlagen.

    Aber der Alkohol nimmt einen anderen Raum ein. Man muss sich keine Gedanken machen, ob noch genug Alkohol verfügbar ist oder wann man wieder trinken kann.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Herbstmensch,

    willkommen im Forum. Glückwunsch zu den ersten 20 Tagen!

    Hast du dir beim Entzug Unterstützung vom Arzt geholt? Du könntest deine Werte einmal durchchecken lassen.

    Wie möchtest du weiter vorgehen? Planst du eine Therapie? Hast du Ideen, wie du deinen Alltag ändern kannst, was bei Suchtdruck hilft und wie dein Notfallkoffer aussehen kann?

    Hier im Forum gibt es einige hilfreiche Ideen dazu.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Cadda,

    danke für den Tipp. Mein Problem ist eher, dass ich es nicht vergesse ;) Es sind unerledigte Aufgaben, die mich stressen und dass ich Sachen mit geringer Prioriät nicht einfach liegen lassen kann (dann ist die Küche halt nicht geputzt). Aber ein Versuch ist es wert, vielleicht bringt es doch mehr Struktur. Ich werde berichten.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Guten Morgen liebes Forum,

    gestern habe ich einen Brief von meinem Vergangenheits-Ich bekommen. In meiner stationären Therapie sollten wir einen Brief an uns selbst schreiben, der uns dann nach etwa einem Jahr zugeschickt werden sollte. Es hat etwas länger als ein Jahr gedauert, aber gestern kam er an.

    Ich habe tatsächlich öfter an mein Schreiben gedacht und wusste auch noch um ein paar Inhalte, ein paar andere, eher kleinere Nebensätze wusste ich nicht mehr. Das war irgendwie interessant. Ich habe tatsächlich vieles umsetzen können, was ich mir in der Therapie vorgenommen hatte. Zum anderen war es nochmal eine Erinnerung, weiter an mir zu arbeiten und meinen Weg weiter zu gehen. Vielleicht mache ich das nochmal: einen Brief an mich schreiben mit meiner derzeitigen Situation und meinen Plänen und dann nach einem Jahr sehen, was sich verändert hat.

    Eine andere kleinere Veränderung habe ich in den letzten Tagen auch bei mir bemerkt. Ich habe irgendwie immer eine To-Do-Liste im Kopf. Ich fühle mich da manchmal unter Druck gesetzt, diese Dinge dann auch (am besten sofort und auf einmal) zu erledigen. Das stresst mich und es gelingt mir zwar, Prioritäten zu setzen und auch einiges nicht abzuarbeiten, aber dann ist es unerledigt und das macht mich unruhig. Im Kopf kommt es an, dass ich es auch lassen kann, aber das Gefühl erreicht mich nicht. Bis von ein paar Tagen, da war es, als wäre eine Last abgefallen. Ich konnte mir sagen: „Ich schaffe das jetzt nicht, ich mache es nicht“ und es ging mir gut damit. Ob ich mir das so lange eingeredet habe, bis es funktioniert hat? Ich bin jedenfalls ganz überrascht und ich hoffe, das so beibehalten zu können.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo MeaCulpa,

    ich glaube, ich habe dich noch gar nicht begrüßt? Also erstmal willkommen im Forum.

    Ich finde es gut, dass du deinen Freundeskreis eingeweiht hast und dann gefahren bist. Ich persönlich wäre wohl schon früher abgehauen.

    Was das Organisieren das Alkohols angeht, kann ich mich nur den anderen Posts anschließen. Und da hast ja auch gemerkt, dass es dich beschäftigt.

    Ich erinnere mich an eine Situation vor einigen Monaten als ich einem Freund Alkohol nachgeschenkt hatte (ich wollte höflich/gastfreundlich sein). Ich kam mir so komisch vor und habe mich unwohl gefühlt. Ich habe daraus gelernt und sehe nicht ein, warum ich die Getränke einkaufen oder einschenken sollte. Das Glas auffüllen können meine Mitmenschen dann selber und es ist nicht meine Aufgabe, für Nachschub zu sorgen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    viel Neues gibt es eigentlich nicht zu berichten. Die Camping-Saison ist für dieses Jahr beendet, was irgendwie immer ein wenig traurig ist – ein kleiner Abschied.

    Aber auch wenn gefühlt die dunkle Jahreszeit schon da ist, suche ich mir positiven Dinge heraus: Wieder Städteurlaub mit hoffentlich schönem Herbstwetter und etwas mehr Zeit in der Woche. Wie schon geschrieben habe ich einiges auf meiner To-Do-Liste – mal sehen was ich davon umsetzen kann. Ich bin zwar gerade etwas antriebslos, aber wenn nötig nehme ich mir die Zeit, die ich brauche. Auch fürs Nichtstun.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Eismann,

    schön, dass du den Smiley ins rote Kästchen eintragen kannst. Glückwunsch!

    Meine Therapie hat mir sehr geholfen, obwohl das Angebot nicht allzu vielfältig war und durch Corona einiges ausgefallen ist. Sowas wie Wassergymnastik gab es schon gar nicht…Aber der Tag war gut gefüllt und ich habe mir aus allem die Dinge herausgezogen, die mich weiterbringen.

    Aber ich weiß von Mitpatienten, die schon am Tag nach der Entlassung wieder getrunken haben. Eben auch, weil er nicht bereit war, an sich zu arbeiten und Dinge anzunehmen oder gar zu ändern. Da hilft auch die beste Einrichtung nicht.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Jasminej,

    willkommen im Forum. Sich ein Alkoholproblem einzugestehen und anzugehen ist ein wichtiger Schritt zur lebenslangen Abstinenz.

    Mir ist das Aufhören zwar nicht leicht gefallen, aber ich kenne auch die Anfangseuphorie. Das ist gut, weil es einen motiviert, aber es ist vor allem gefährlich, da man sich seiner Sache zu sicher ist.

    Sind bei dir alle Türen zum Alkohol geschlossen? Möchtest du nie wieder trinken? Dann ist es wichtig, sich mit seiner Krankheit auseinander zu setzten, Dinge zu ändern und einen Notfallkoffer zu packen. Das Suchtgedächtnis kann sehr hinterhältig sein und unerwartet zuschlagen.

    Warst du auch schon bei deinem Hausarzt? Ein Entzug sollte immer ärztlich begleitet werden, außerdem können da auch deine Werte gecheckt werden, ob oder inwieweit ein körperlicher Schaden vorhanden ist.

    Hast du denn Pläne, wie du deine Abstinenz festigen möchtest?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    ich lese häufig, dass viele Betroffene sich beim Arzt nicht gut aufgehoben und schlecht beraten fühlen. In erster Linie sollte ja der Hausarzt/-ärztin Ansprechpartner sein. Aber was mache ich, wenn ich keinen habe oder keine passende Beratung erhalte?

    Ich habe (eigentlich durch Zufall) gesehen, dass man nach Ärzten suchen kann, die die Zusatzausbildung "Suchtmedizinische Grundversorgung" haben. Suchen kann man über die Internetseiten der Kassenärztlichen Vereinigung des entsprechenden Bundeslandes.

    Hat jemand damit Erfahrungen? Vielleicht eine Hilfestellung für Neuankömmlinge?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Gochna,

    wilkommen im Forum. Da dies hier eine online Selbsthilfegruppe ist, findest du hoffentlich den richtigen Austausch.

    Wenn ich dich richtig lese, war die Zeit von 2011 bis dann vor 3 Jahren ein Auf und Ab mit trockenen und nassen Phasen? Und du hast es dann ohne Therapie geschafft?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hartmut,

    die Selbsthilfe heißt ja, dass man sich selbst hilft, also aus sich heraus. Ich glaube nicht, dass man jemanden das überstülpen kann.

    In meiner stationären Therapiegruppe waren einige, die dachten, wenn sie die Therapie machen, ist alles gut. Wie Tabletten nehmen. Aber dass man selbst etwas annehmen, verändern und umsetzen muss, kam nicht an. Ich denke, dass da auch eine hohe Rückfallquote besteht.

    Für mich zählt aber sehr wohl, dass man die Meinungen anderer zulassen sollte und sich deren Geschichten und Erfahrungen anhört. Gerade von den Langzeittrockenen, aber das können auch Freunde/Familie sein, die selbst kein Alkoholproblem haben.

    Da geht es ja darum, zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen und neue oder andere Wege aufzuzeigen. Der Blick von außen hat mir schon oft geholfen.

    Vielleicht kann oder möchte man nicht alles umsetzen, aber man selbst macht ja auch eine Entwicklung durch und sieht einige Dinge im Laufe der Zeit auch anders.

    Inwieweit die Angehörigen einen zur Abstinenz „drängen“ können? Eher nicht. Ich denke das funktioniert nur, wenn eine Krankheitseinsicht da ist. Man strebt ja eine zufriedene Abstinenz an. Das geht nur, wenn man bereit für die Veränderung ist. Dann kann er Partner eine große Stütze sein. In den anderen Fällen stehen die Angehörigen auf verlorenem Posten.


    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    ich dachte, es wird mal wieder Zeit, in meinem eigenen Fädchen zu schreiben.

    Im Großen und Ganzen geht es mir gut, aber im Moment einige Dinge, die mich beschäftigen. Kleinigkeiten, die ich angehen und/oder erledigen möchte, aber vor mich her schiebe. Eventuell anstehende Veränderungen im privaten Bereich, ein bisschen emotionales Hin und Her. Alles nichts dramatisches und mit klarem Kopf und nüchternem Verstand zu bewältigen. Ich achte darauf, Auszeiten zu finden und mich gut zu strukturieren und nicht stressen zu lassen. Ich freue mich aber auch auf die Dinge, die mit einigen Veränderungen kommen werden und vielleicht neue Möglichkeiten mit sich bringen.

    Einen schönen Donnerstag!

    Seeblick

    Hallo Matts,

    schön zu hören, dass es dir gut geht.

    Aber sei nicht zu leichtfertig. Das Suchtgedächtnis kann sehr schnell zuschlagen. In dem Moment kann dir auch der harte Alkohol recht sein. Komm, nur ein Schlückchen. Das geht ja auch gleich in den Kopf... Also warum nicht alles entsorgen? Warum sich der Gefahr im Supermarkt stellen? Das ist in meinen Augen am Anfang ein zu großes Risko. Es kann auch gewaltig schief gehen.

    Sei lieber einmal mehr übervorsichtig.

    Die Euphorie am Anfang kenne ich auch. Das ist toll und bestärkt einen auf dem abstineneten Weg. Nur darf man eben nicht unachtsam werden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Matts,

    willkommen im Forum. Die Einsicht, dass man Alkoholiker*in ist, ist der erste, wichtige Schritt. Super! Der nächste Schritt ist der Gang zum Arzt. Ein Kalter Entzug kann tödlich enden, daher solltest du dir unbedingt ärztliche Unterstützung holen. Der Entzug kann dann auch ambulant zu Hause erfolgen. Auch deine Unruhe können Entzugserscheinungen sein.

    Danach kommt dann die Trockenarbeit. Du hast ja schon einige Therapien gemacht, bist du derzeit in Behandlung? Dann kannst du das Thema dort ansprechen. Ansonsten gibt es Suchtberatungsstellen, reale Selbsthilfegruppen und natürlich dieses online-Forum.

    Mir hat zu Anfang geholfen, dass ich mir sage „heute trinke ich nicht“. Dann verliert das „nie wieder“ seinen Schrecken. Bei Suchtdruck gibt es viele Möglichkeiten, die du für dich ausprobieren kannst: Ein Glas Wasser trinken, Sport machen, putzen, spazieren gehen (ohne Geld dabei zu haben), mit Freunden telefonieren. Du kannst hier im Forum einige Artikel und Beiträge finden; auch zum Thema „Notfallkoffer“ und „Grundbausteine“. Die solltest du lesen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Olivia,

    ich finde, du kannst auf dich stolz sein. Du hast inzwischen dein Problem erkannt, Hilfe bekommen und angenommen und arbeitest aktiv an deiner Trockenheit. Das ist super.

    Die Vergangenheit kann schmerzen, aber du kannst sie nicht ändern. Du kannst es nur für die Zukunft besser machen. Das wird auch deine Tochter erkennen. Auch sie muss lernen, dir wieder zu vertrauen. Gib ihr Zeit dafür.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebe Olivia,

    das hört sich sehr belastend an. Kannst du versuchen, dich zu sortieren? Also alles Schritt für Schritt anzugehen.

    Dein Partner hat dich verlassen. Das tut weh. Eine Trennung ist schmerzhaft, egal ob vor dem Urlaub oder nicht. Kannst du mit ihm reden? Hattet ihr etwas für den Urlaub gebucht, was du stornieren kannst?

    Ich habe keine Erfahrungen bezüglich des Themas „Jugendamt“. Dort wird es sicherlich Ansprechpartner geben, wie du das Sorgerecht zurück erhalten kannst. Gibt es da Beratungsstellen?

    Wie kannst du dich beruhigen? Kannst du jemanden anrufen oder spazieren gehen? Falls du raus gehst, am Besten ohne Geldbeutel. Dann kommst du nicht in Versuchung, dir etwas zu trinken kaufen zu können. Denn Alkohol wird dir alles verbauen.

    Falls du direkt mit jemanden sprechen möchtest, könntest du bei einer Telefon-Seelsorge anrufen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    ich hatte ein sehr schönes Wochenende mit ein paar Freundinnen, inkl. Übernachtung in der großen Stadt. Alles war sehr entspannt und ich war erleichtert, mir keine Gedanken um meinen Alkoholkonsum machen zu müssen: Wann ist die Zeit, dass man unauffällig eine Sekt-Pause anregen kann? Wieviel trinken die anderen? Wieviel habe ich schon getrunken? Wann gibt es Nachschub? Wie anstrengend es doch zu Trinkzeiten noch war…

    Auf dem Rückweg hat eine meiner Freundinnen ihren Mann angerufen. Er hatte vom Vorabend einen Kater, hat sich halbherzig um die Kinder gekümmert und war für den Rest des Tages wohl nicht mehr zu irgendwas zu motivieren. Meine Freundin war natürlich wenig begeistert. Er ist einer derjenigen, um den ich (und auch sein Freundeskreis) mir Sorgen mache. Meiner Meinung nach steckt er schon recht weit in einer Alkoholsucht drin. Nur wollen weder er noch seine Frau es richtig wahrhaben. So schlimm ist es ja nicht, er trinkt ja auch nicht jeden Tag… Und leider weiß ich, dass man ihm da von außen nicht helfen kann. Das macht mich traurig. Vielleicht irre ich mich auch, aber unbedenklich ist sein Umgang mit Alkohol jedenfalls nicht. Ich hatte während meiner längeren Trinkpause schon mal ein Gespräch über Alkohol mit ihm. Vielleicht kommt er ja wieder auf mich zu, wenn er reden möchte. Meine Tür steht jedenfalls offen.

    Viele Grüße

    Seeblick