Hallo Hartmut,
die Selbsthilfe heißt ja, dass man sich selbst hilft, also aus sich heraus. Ich glaube nicht, dass man jemanden das überstülpen kann.
In meiner stationären Therapiegruppe waren einige, die dachten, wenn sie die Therapie machen, ist alles gut. Wie Tabletten nehmen. Aber dass man selbst etwas annehmen, verändern und umsetzen muss, kam nicht an. Ich denke, dass da auch eine hohe Rückfallquote besteht.
Für mich zählt aber sehr wohl, dass man die Meinungen anderer zulassen sollte und sich deren Geschichten und Erfahrungen anhört. Gerade von den Langzeittrockenen, aber das können auch Freunde/Familie sein, die selbst kein Alkoholproblem haben.
Da geht es ja darum, zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen und neue oder andere Wege aufzuzeigen. Der Blick von außen hat mir schon oft geholfen.
Vielleicht kann oder möchte man nicht alles umsetzen, aber man selbst macht ja auch eine Entwicklung durch und sieht einige Dinge im Laufe der Zeit auch anders.
Inwieweit die Angehörigen einen zur Abstinenz „drängen“ können? Eher nicht. Ich denke das funktioniert nur, wenn eine Krankheitseinsicht da ist. Man strebt ja eine zufriedene Abstinenz an. Das geht nur, wenn man bereit für die Veränderung ist. Dann kann er Partner eine große Stütze sein. In den anderen Fällen stehen die Angehörigen auf verlorenem Posten.
Viele Grüße
Seeblick