Beiträge von Topema

    Er hat einen Betreuer, der für die meisten Bereiche zuständig ist.

    Hallo Wunder_87,

    den Betreuer immer wieder darauf ansprechen. Vermutlich bleibt nur noch eine Entmündigung.

    Habe es zweimal in der Familie erlebt. Da beide Geschwister keine Hilfe angenommen haben, bzw. ja angeblich kein Problem hätten, habe ich mich der Situation entzogen, da auch selbst betroffen.

    Auch wenn es noch ein paar Jahre gedauert hat, habe ich beide der Reihe nach zu Grabe getragen. Von jetzt auf gleich versagen die Organe eventuell noch durch einen Sturz begünstigt.

    Brutal, das Endergebnis einer Alkoholsucht.

    Wünsche alle Kraft der Welt

    Topema

    Wie habt ihr das „danach“ erlebt?

    Neben viel Arbeit....Eis, bis 1000 ml am Abend, Lakritz, Gummibärchen und Sport, Sport, Sport, viel lesen und youtube Vidios über Z.B. Ulli Borowka und viele mehr, die sich als Alkoholiker öffentlich outen. Leider auch das Rauchen wieder angefangen :(

    Alle Bekannten, Freunde aussortiert und dabei speziell die Mitgliedschaft in Sportvereinen gekündigt.

    Dazu meine Geschichte mit der Erfahrung aus der Therapie handschriftlich niedergeschrieben.

    Kindheit, Religion ( Zeugen Jehovas bis 12), Schulzeit mit prügelndem Direktor (Nazi und Z. Jehova!), weitere Entwicklung, Zivildienst, private Tragödien, Erfolg, erneute Schicksalsschläge etc.

    Ein Ordner ist bereits voll, obwohl ich bei dem Alter von 35 erst mal stoppen musste, da ich soviel Dinge erkannt habe, dass ich weiche Knie bekommen habe.

    Beste Grüße

    Thomas

    Guten Morgen Thalia

    ich habe mich im Januar einer Selbsthilfegruppe in der Nähe angeschlossen. Corona bedingt fanden die ersten Treffen erst im Juni statt.

    Leider musste ich fest stellen, dass diese Hobby-Gruppe die Grundregeln der Abstinenz bei Alkoholismus nicht kennt.

    Geradezu gefährlich..... es währe alles nur Willenssache wie beim rauchen...etc.

    Teilnehmer kommen betrunken zum Treffen. Kontrolliertes Trinken zu lernen ist hier das Motto.

    Unwissende Scharlatane.....um noch freundlich zu bleiben

    MfG

    Thomas

    Hallo Seeblick,

    genau das wollte ich mit meinem Beitrag erreichen. Die Achtsamkeit muss ein Leben lang erhalten bleiben, da sich ohne regelmäßigen Austausch über die Sucht eine Routine bzw. Selbstsicherheit oder sogar der "Trockenrausch" einstellt.

    Schön, dass Du den Weg in das Forum so schnell gefunden hast. Es wird dich hoffentlich dabei unterstützen nicht leichtsinnig zu werden.

    Mir war leider nicht bekannt, dass es dieses Online Forum gibt.

    Finde das sehr gut. Jederzeit Zugriff gibt mir noch mehr Sicherheit, als sich ein oder zweimal im Monat zu treffen.

    Habe einen schön Satz dazu gelesen.

    Wenn es Dir schlecht geht, gehe in die Gruppe

    Wenn es Dir gut geht, renne in die Gruppe

    Beste Grüße

    Thomas

    Um mal an dieser Metapher festzuhalten. Da gibt es einen entscheidenden Unterschied. Es lassen sich nicht, wie beim KFZ, alle Sensoren im Hirn auswechseln.

    Ich mache das mal am Reifenkontrollsystem fest. Ich muss immer wieder selbst kontrollieren ob nicht ein schleichender Plattfuß vorliegt. Ich kann mich nicht auf die Sensoren verlassen, auch wenn ich sie verstehe. Vernachlässige ich es dann hat das eventuell gravierende Folgen.

    Mich würden folgende Fragen umtreiben

    Schlägt das Suchtgedächtnis nicht auch zu, wenn ich mir selbst Gründe zurechtlege um wieder Saufen zu wollen? Wollte ich einfach wieder Saufen?

    Gibt es wirklich, außer der Sucht selbst, Gründe um wieder zu Saufen? Da der Rückfall im Kopf anfängt, kann das nicht auch schon weit vor den Ereignissen gewesen sein?

    Hallo Hartmut,

    schöner Vergleich :) Reifendruck selber kontrollieren = Nachsorge

    Das der Sensor (Suchtgedächtnis) ein Leben lang funktioniert und nur mit Abstinenz/Nachsorge maximal zum schlafen gebracht werden kann,

    ist für mich der ganze Schlüsselpunkt.

    Die Nachsorge bzw. Rückfall- Prophylaxe habe ich vernachlässigt in dem ich alkoholhaltige Geschenke von Kunden, nicht wie zuvor entsorgt, sondern gelagert habe. Ach, die verschenke ich dann irgendwann.........Mag sein, dass ich mir im Unterbewusstsein schon darüber klar war, das ich die Gesamtsituation nicht mehr geregelt bekomme.

    Beim Rasen mähen und 41 Grad Außentemperatur, kam Durst und ich habe ohne zu zögern zugegriffen.

    Zur weiteren Erklärung.

    Hatte mich meinem Hausarzt schon vor der Therapie anvertraut.

    Alkoholismus, Schlaflosigkeit, Tinnitus, Prostata-Beschwerden bzw. typische Burn- Out Symptome. Dagegen hat er mir ein Medikament namens xxxEditxx verschrieben.

    Hat auch erst einmal geholfen. Konnte 6 Stunden schlafen und hatte trotz den vielen Sorgen gute Laune.

    Erst nachdem ich den Beipackzettel gelesen habe, wurde mir klar, dass das Medikament speziell bei Alkoholikern nicht verschrieben werden darf.

    Der Wirkstoff des Medikaments setzt an den gleichen Synapsen im Gehirn an, wie Alkohol und führte in meinem Fall tatsächlich zu Leck mich am A- Gedanken. Der Arzt kennt mich lange und hat es gut gemeint und mir dringend geraten in den nächsten Tagen (Max.10) zu versuchen, einige der Dinge zu lösen.

    Wie Du am Resultat siehst, waren die Dinge nicht so schnell zu lösen bzw. ich habe erst nach dem letzten Rückfall die Reißleine gezogen, indem ich alle Belastungen wie vier gleichzeitig laufende Rechtsstreite, Firmenauflösung, Partnerschaft etc. mit großen finanziellen Verlusten beendet habe.

    Bewusst oder in Erinnerung ist mir kein Gedanke wie: was machst du hier.....du weißt doch wo das endet etc.

    Glaube, das Medikament (LmaA-Gedanken) und der greifbar nahe Alkohol .....der Sensor hatte leichtes Spiel.

    Ich war glücklich Abstinent aber habe die Warnsignale nicht war genommen. Niemals währe ich losgefahren und hätte Alkohol gekauft

    Bin mir gerade nicht sicher, ob es sinnvoll ist das Medikament zu nennen. Nachher kommt noch jemand auf die Idee...

    MfG

    Thomas

    Hallo Hartmut,

    genau seit dem 25.08.2020

    Ja, Never Ending Story auf jeden Fall.

    Eventuell berufsbedingt..? Kfz-Meister....immer auf der Suche nach Gründen/Fehlern in allen Systemen. Jetzt steht das eigene System erneut am Diagnosegerät.

    Es gibt neben den wissenschaftlichen Erklärungen auch sehr gute Beschreibungen, die einfach und ohne Medizinstudium verständlich sind.

    Wie schon geschrieben, mir hat das enorm geholfen.

    Bin mir sicher, Du kennst sie alle

    Liebe Grüße

    Thomas

    Hallo allerseits,

    mein Name ist Thomas, bin 63 Jahre alt und (wieder) trockener Alkoholiker.

    Schön, wenn auch oft traurig, eure Geschichten zu lesen, die ich Station für Station auf der langen Reise durch die Alkoholsucht auch selbst erlebt habe.

    Klasse und mutig, dass ihr den Schritt gewagt habt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Auch wenn bei mir die Erkenntnis Alkoholiker zu sein, schon lange gereift war, habe ich erst 2009/10 Therapeutische Maßnahmen eingeleitet.

    Zuvor habe ich mich durch mehrere selbst auferlegte Abstinenz-Zeiträume von mehreren Monaten...einem Jahr....und zwei Jahren gekämpft.

    Na siehste, geht doch, dachte mein Umfeld und ich.

    Inklusiv der Ambulanten Langzeit-Therapie war ich über 10 Jahre trocken. Mit dem Tod einiger vertrauten Personen, im Jahr 2016, habe ich die Nachsorge vernachlässigt.

    Jetzt schaffst Du das allein....dachte ich....nein falsch...das Thema Alkoholiker war in Vergessenheit geraten.

    Gleichzeitig türmte sich ein Berg von juristischen, geschäftlichen, gesundheitlichen und privaten Dingen auf, die meinen Traumjob zum Albtraum werden ließen und meine Existenz gefährdeten. Am 25.7.2019 schlug das Suchtgedächtnis zu.

    Am 29.07.2019 wurde mir der Führerschein entzogen, da ich mit 1.07 Promille einen Unfall verursacht habe. Bin Kfz- Meister und war bis dahin 40 Jahre selbstständig.

    Die wahrheitsgemäße Aussage bei der Polizei: Bin Alkoholiker und hatte einen Rückfall, führt zu einer noch ausstehenden MPU ( Idiotentest)

    Dem darauf folgenden Rückfall folgte ein heller Moment, in dem ich mich für eine erneute Entgiftung in ein Krankenhaus begab.

    Ich habe begonnen, den positiven Effekt zu erkennen, der durch den Führerscheinentzug entstanden ist.

    Die Notbremse eines D-Zug`s hätte ich vermutlich noch lange nicht gezogen.

    Seit dem beschäftige ich mich so intensiv wie nie zuvor, mit den Abläufen im Gehirn bzw. dem Hyothalamus, biochemischen und neurologischen Prozessen und Rückfallgründen.

    In der Therapie wurde das Thema selbstverständlich besprochen. Das sei aber zu kompliziert. Mit den medizinischen Details sollten wir uns nicht befassen.

    Mir haben die intensiven Recherchen enorm geholfen. Die wichtigste Erkenntnis: Ein Rückfall hat wenig mit mangelndem Willen oder Charakterschwäche zu tun.

    Das Sucht- Gedächtnis ist vielmehr eine wunderbare Einrichtung des Körpers, der sich überhöhte Giftzufuhr merkt......für immer.

    Selbstverständlich ist das Thema Alkoholismus und Rückfall ein umfangreicheres Thema und falls ich hier bei der Vorstellung über das Ziel hinaus geschossen sein sollte, bitte ich um entsprechenden Hinweis.

    Freue mich auf eure Erfahrungen