Beiträge von Pepi

    105 Tage sind schon toll. Da hat sich einiges schon entwickelt. Bleibe dran.

    Dankeschön Hartmut 🙏 Das mache ich ☺️

    Da hat jeder seine eigene Strategien. Wenn es dir hilft, und du dich dabei sicher fühlst mache es weiter so.

    Gerade in der Anfangsphase hat es mir unheimlich geholfen und mich daran erinnert wo ich auf keinen Fall wieder hin möchte…was auf dem Spiel steht…was ich alles verlieren würde und wieviel besser mein Leben jetzt ist…ja…für mich persönlich ist es eine gute Strategie standhaft zu bleiben und mir vor allem vor Augen zu führen dass egal wie schlimm ich die Situation empfinde…es nicht schlimmer sein kann als das Leben mit Alkohol und vernebeltem Hirn….es würde nichts an der Situation ändern…nicht heute und erst recht nicht an den darauffolgenden Tagen.

    Es gab jedoch auch Situationen, die gefühlt "toll" waren, gefühlt, dass keine Abhängigkeit vorliegt. Wenn sich solche Gedanken wieder einschleichen, was ist dann? Ich bin ja auch trocken süchtig. Mein Hirn bleibt "beschädigt"

    Ich würde lügen wenn ich behaupten würde dass mein Suchtgedächtnis mir bis jetzt nicht auf die Schulter getippt hätte um zu sagen dass ich es schon so lange ohne Alkohol ausgehalten habe..es doch gar nicht so arg war und „Das eine Glas Wein“ schon nichts schlimmes ausrichten würde!!!

    Meine Abhängigkeit wird mich ein Leben lang begleiten…das weiß ich…und ich weiß auch dass ich ständig auf der Hut sein muss bei solchen Gedanken…und auch hier hilft es mir daran zu denken..was dieses eine Glas Wein doch schlimmes ausrichten würde!!!

    Die Gedanken an Alkohol sind mittlerweile nicht mehr so präsent wie ganz am Anfang…aber ich bin vorsichtig und versuche mir auch ganz deutlich vor Augen zu führen dass es nur in meinem Kopf/Hirn stattfindet…da ich eben alkoholkrank bin und es immer bleiben werde…ICH für MICH weiß dass ich auf gar keinen Fall mehr trinken möchte und es auch nicht kann… Die Gedanken dass es anders ist sind nicht ICH…es ist die Krankheit!!!

    Ups …habe schon mal auf „veröffentlichen“ gedrückt obwohl ich noch gar nicht fertig war 🙈🥴

    Ja so sind mir einige Herausforderungen auf meinem bisherigen Weg begegnet…ich versuche dann IMMER den Gedanken zu Ende zu denken…“ok du könntest dieses Glas „Feierabend-Weinchen“ trinken…ok du könntest diese eine Woche heimlich trinken…ok du könntest dich mit Alkohol beruhigen..ok du könntest…du könntest…du könntest…..ABER was wäre besser danach???

    Gar nichts…es wäre genau so schlimm wie damals…wieder diese Heimlichtuerei…wieder diese unendlich vielen versteckten Flaschen…wieder dieser Selbsthass…wieder alles auf Anfang…“

    Und da möchte ich auf keinen Fall mehr hin…mit klarem Kopf habe ich die Situationen viel besser gemeistert…war im Nachhinein richtig stolz auf mich und kann mit meinem Mann gemeinsam Schwierigkeiten viel besser durch stehen!!!

    Dieses „Zu Ende denken“ hat mir wirklich bis jetzt super geholfen…das habe ich hier im Forum gelesen und es angewendet…🙏

    Ansonsten denke ich dass ich auf einem wirklich guten Weg bin…ich habe hier auch einmal von einem Mitglied etwas gelesen (sorry ich weiß nicht mehr genau von wem)

    was mir nicht mehr aus dem Kopf geht…

    „Meine Abstinenz ist nicht verhandelbar“

    Ich liebe diese Aussage und rufe sie mir immer ins Gedächtnis wenn mal problematische Situationen auftreten…

    Ganz unproblematisch fand ich dieses Jahr meinen Geburtstag…sonst hätte ich mich wie jedes Jahr total abgeschossen…dieses Jahr sind wir gemütlich zu Hause geblieben..haben etwas leckeres gegessen und gemütlich ferngesehen…der ruhigste Geburtstag meines ganzen Lebens…ich fand es toll ☺️

    Wenn mir wirklich etwas klar geworden ist bis jetzt..dann die Tatsache dass mein Leben..ein lebenswertes Leben…begonnen hat mit dem Ende des trinkens…denn selbst die schwierigsten Situationen konnte ich nüchtern viel besser meistern als besoffen…und kein Mensch…kein Vermieter…kein Kollege oder angeblicher Freund ist es wert dass ich dieses lebenswerte Leben aufgebe!!!

    Jetzt werde ich aber mal Schluss machen..ist ja doch super lang geworden…sollte doch versuchen öfters was zu schreiben…dann kommen nicht immer so Romane 😂🙈

    Ich wünsche euch allen einen super tollen Tag

    Lg Pepi

    Hallo liebes Forum 🤗

    Jetzt wollte ich auch mal wieder etwas schreiben…oft ist es mir zeitlich nicht möglich…allerdings vergeht kein Tag an dem ich nicht mindestens einmal am Tag hier „vorbei schaue“ und eure Geschichten lese…

    Ich bin jetzt seit 105 Tagen „trocken“ 🥳 und am Anfang hätte ich nie!!nie!!niemals!!! gedacht es soweit zu schaffen….

    Mir geht es wirklich gut…körperlich und psychisch habe ich mich noch nie so wohl gefühlt…jedoch muss ich auch sagen dass es mir nicht immer leicht gefallen ist…gerade in der Anfangsphase…die ersten Tage waren doch ganz schön hart da Gedanken an Alkohol doch sehr präsent waren…gerade nach Feierabend (wir sind ja selbstständig in der Gastronomie).

    Dass Gäste trinken und ich den „Feind“ sozusagen ständig vor Augen habe macht mir mittlerweile nichts mehr aus…das war auch am Anfang nicht wirklich schwierig für mich…ich hatte ja eher heimlich zu Hause getrunken…und auch wenn ich weiß wie wichtig es ist ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen, gerade in der Anfangsphase, ist mir dies durch unseren Job nicht wirklich möglich…und somit eine zusätzliche Herausforderung…die ich jedoch ganz gut meistern kann wie sich herausgestellt hat.

    Mein Mann ist mir die größte Stütze überhaupt…unsere Zuhause ist komplett alkoholfrei und seitdem ich aufgehört habe zu trinken hat er auch nicht ein einziges Mal getrunken obwohl ihm Gäste auch mal etwas angeboten haben….er sagt dann immer WIR trinken keinen Alkohol und lehnt dankend ab…so mache ich es im übrigen auch…dankend ablehnen mit der Begründung ich trinke nichts…näher drauf eingegangen sind bisher vielleicht mal 2 oder 3 Gäste (und diese sind dann auch eher gute Bekannte)…dann habe ich auch ein bisschen erzählt…dass mir ein guter Umgang mit Alkohol nicht möglich sei und ich lieber ganz darauf verzichte!!!! Mehr wurde auch nicht gefragt…und mehr muss ich dazu auch nicht sagen…

    Es sind viele Situationen aufgetreten in denen ich früher wirklich direkt zum Glas gegriffen hätte…wir haben zum Beispiel zur Zeit ziemlichen Ärger mit unserem Vermieter…Rechtsanwalt…Psychoterror…Anonyme Anrufe…das geht mir manchmal echt an die Nieren…so etwas ohne Alkohol auszuhalten wäre mir früher niemals möglich gewesen…auch musste mein Mann für eine Woche verreisen…ich hatte echt ein wenig Angst vor der Situation alleine zu sein…schaffst du es diese Woche nicht zu trinken…nicht doch heimlich zu saufen…er bekommt es eh nicht mit…

    Ich habe dann meine Mutter gebeten für diese eine Woche zu mir zu „ziehen“ und bin standhaft geblieben und war so stolz auf mich wie schon lange nicht mehr ☺️

    Herzlichen Glückwunsch liebe Cinderella

    🥳🥳🥳🥳🥳

    Ich freue mich total mit dir…wie großartig 💃💃💃

    Nüchtern betrachtet ist das Leben doch echt schön ☺️

    Hab einen schönen Tag und weiter so 👍

    Lg Pepi (2 Monate/5Tage/9Stunden 😬😬)

    Ich freue mich total mit dir…ganz große Klasse…weiter so…💪

    Bei mir sind es heute 54 Tage und ich bin jetzt schon mega stolz auf mich…110 Tage ist wirklich großartig 👌 Du kannst wirklich ganz doll stolz auf diese Leistung sein!!!

    Ich wünsche dir weiterhin alles erdenklich Gute auf deinem trockenen Weg….

    Liebe Grüße Pepi

    Lieber Hartmut

    Vielen Dank für deine Nachricht…

    Den Artikel hatte ich schon gelesen und mir ist durchaus bewusst wie wichtig die Nachsorge ist und es eben nicht reicht „einfach nichts mehr zu trinken“…

    Saufdruck..Suchtgedächtnis…Notfallkoffer…ich informiere mich momentan über alles…lese viel hier im Forum…höre Podcasts und Erfahrungsberichte…dadurch weiß ich natürlich auch wie wichtig Ehrlichkeit und Offenheit im persönlichen Umfeld ist.

    Das Verhältnis zu meinen Eltern ist sehr gut…jedoch wurde bei uns nie groß über Gefühle und Probleme gesprochen…meine Mutter war auch eine „typische“ Co-Abhängige..sie hat sich sehr für meinen Vater geschämt..hat es so lange es ging versucht vor Freunden und Bekannten zu verheimlichen…auch hätte sie ihn nie verlassen können…sie hatte immer Angst davor was die Leute sagen würden…daran ist sie fast zerbrochen…ich bin schon sehr früh von zuhause ausgezogen und mache mir heute manchmal noch Vorwürfe sie mit dieser Situation „alleine gelassen“ zu haben…helfen konnte er sich am Ende allerdings sowieso nur selbst…was er auch getan hat.

    Ich bin nie betrunken zu meinen Eltern gefahren…meine Mutter würde niemals glauben wie schlimm meine Alkoholsucht tatsächlich war…wir sehen uns allerdings auch nicht so oft…vielleicht 2-3 mal im Monat…ich konnte es also gut verheimlichen..zu ihr habe ich ein etwas besseres Verhältnis…es ist auch nicht so dass ich meine Alkoholsucht für immer vor den beiden verheimlichen möchte..jedoch muss ich auch ehrlich sagen dass ich nicht jedes schlimme Detail preisgeben werde…das ich nicht kontrolliert trinken kann und beim trinken „kein Ende finde“ und dadurch beschlossen haben nie wieder etwas zu trinken wird alles sein was ich Ihnen erzählen werde…

    Ich möchte meine Mutter nur schützen…damit sie sich nie wieder solche Sorgen um einen Menschen machen muss…denn auch wenn ich nicht mehr zu Hause gewohnt habe…wusste ich wie sehr sie leidet…

    Ich halte mir damit kein Hintertürchen offen falls es so rüber kommen sollte…ich habe mich meinem Partner anvertraut…einer Ärztin und bemühe mich um einen Termin bei einem Psychotherapeuten/Suchtexperten…auch hilft mir dieses Forum sehr dabei auch in Zukunft nicht unachtsam zu werden…

    Ich gebe dir vollkommen recht dass das Ziel sein sollte ZUFRIEDEN trocken zu sein… einfach nur nicht mehr zu trinken wird nicht reichen…die Ansicht gegenüber Alkohol muss sich grundlegend ändern…was macht er mit mir..mit meiner Gesundheit..mit den Menschen in meiner Umgebung..mit den Menschen die mich lieben…und was nimmt er mir…ALLES!!!Was gibt er mir?!?NICHTS!!!

    Mit Willenskraft und Disziplin alleine wird es kein zufriedenes trockenes Leben bleiben….auch in diesem Punkt gebe ich dir recht…zunächst einmal muss meiner Meinung nach allerdings überhaupt der Wille da sein sich und sein Leben ändern zu wollen und die Disziplin es ein Leben lang nicht zu vernachlässigen…auf sich acht zu geben und auch nicht nach Jahren leichtsinnig zu werden…🙂

    So jetzt wünsche ich dir aber ein schönes Wochenende…

    Lg Pepi

    Hallo Marian

    Vielen Dank fürs „willkommen heißen“..

    Vielleicht sollte ich es nochmal genauer erklären mit dem „erstmal“…

    Damit meine ich dass es für mich tatsächlich „erstmal“ keine Mädelsabende geben wird wenn Alkohol mit im Spiel ist…das heißt ja nicht dass ich niemals wieder etwas mit dieser Freundin unternehmen werde…allerdings nur…und wirklich NUR DANN..wenn sie selbst nichts trinkt oder vorher getrunken hat!!!!

    Ich kann nicht in die Zukunft sehen…vielleicht wird es mir immer etwas ausmachen wenn in meiner Gegenwart getrunken wird…vielleicht auch nicht…meinem Papa macht es mittlerweile auch nichts mehr aus…er war jahrelang schwer alkoholabhängig…mittlerweile seit ca 10 Jahren trocken…wir haben Anfangs auch Rücksicht genommen in der Familie und nicht in seiner Gegenwart getrunken…er hat Familienfeiern gemieden…nach einigen Jahren macht es ihm jedoch nichts mehr aus…er hat sich entschieden..für sein Leben und gegen den Alkohol…

    Wie es bei mir aussehen wird weiß ich nicht…bin bei Tag 16 und auf der Arbeit macht es mir zumindest nichts aus den Gästen Alkohol auszuschenken…sie trinken zu sehen…es sind aber Menschen mit denen ich keine „Saufabende“ verbracht habe..deshalb auch „erstmal“ keine Treffen mit besagter Freundin…es könnte mich möglicherweise „triggern“ und das möchte ich vermeiden!!!! Wie sich die Ansicht dazu entwickeln wird kann nur die Zukunft zeigen…aber ich habe mich entschieden…für mein Leben und gegen den Alkohol…für immer!!!

    Und dir möchte ich einfach GLÜCHWUNSCH sagen zu deinen 5 trockenen Jahren…ich ziehe meinen Hut und habe den allergrößten Respekt vor deiner Disziplin und Willensstärke…erst jetzt merke ich auch durch welche Hölle mein Papa gegangen ist und erst jetzt weiß ich dass er ein wahrer Held ist 🙂

    Ich wünsche dir einen ganz tollen Tag

    Lg Pepi

    Hallo Stern

    Danke für deine liebe Nachricht 😌

    Sehr gerne darfst du dir diese Sätze in deinen Notfallkoffer packen…ich versuche sie mir jeden Morgen einmal aufzurufen…das hätte ich schon viel früher machen sollen…

    Ganz lieben Dank für deine Glückwünsche 🙏

    Backen kann eine sehr beruhigende Wirkung haben..so war es zumindest immer bei mir…meine Art von Meditation 😉

    Habe es nur leider in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt 😔

    Das möchte ich jetzt allerdings ändern 🙂

    Ja ich meine diese Stimme…die die sich schon so oft gemeldet hat wenn man mal eine zeitlang geschafft hat nichts zu trinken…die Stimme die mir „nur das eine Glas“ aufzwingen will…

    Dieses „eine Glas“ möchte ich niemals wieder trinken…

    Ich weiß dass sich diese Stimme irgendwann einmal einschleichen wird…es wäre auch zu schön und zu einfach wenn sie es nicht täte…ich habe mir fest vorgenommen nicht darauf zu hören…diesmal nicht…auch wenn ich nachts los joggen muss oder mitten in der Nacht anfange Kekse zu backen 🙈😅

    Das hat mich schon immer beruhigt und mich auf andere Gedanken gebracht…

    Hallo zusammen

    Ich komme gerade vom joggen…😌

    Heute sind es genau 2 Wochen ohne Alkohol..🙂

    Das Laufen tut mir wieder sehr gut…ich bekomme den Kopf frei…

    Musik an…Kopf aus…Glücksgefühl…

    Heute fühle ich mich frei…frei von dem Zwang..frei von meinem Dämon…keine Gedanken an den „Feind“…keine Gedanken daran Alkohol zu besorgen..heimlich zu trinken…heimlich zu entsorgen….welch eine Verschwendung von Energie…und doch weiß ich das der Dämon nur „schläft“…er wird sich irgendwann wieder melden und es macht mir jetzt schon etwas Angst…diese Gedanken versuche ich erstmal beiseite zu schieben….wie war es bei euch in der Anfangsphase….????

    Ich beobachte mich manchmal wie von oben und frage mich wie ich mir und meinem Körper so viele Jahre selbstverschuldet all diese Energie die in mir steckt rauben konnte…ich fühle mich gut…jeder Tag ohne das Gift ist ein guter,besserer Tag…ich sehe wieder gerne in den Spiegel…ohne diesen „Zombie“ sehen zu müssen..kein aufgedunsenes Gesicht..keine verquollenen Augen…kein Hass…

    Mein Gesicht wirkt entspannt und ausgeglichen….mein Mann sagt es auch…

    Es wird ein guter Tag von hoffentlich unendlich guten Tagen…

    Ich wünsche euch allen auch einen wundervollen Tag von unendlich wundervollen Tagen 🤗

    Liebe Grüße Pepi (Tag 14)

    Hallo Seeblick

    Da hast du vollkommen recht.. ich möchte unbedingt therapeutisch auf diesem Weg betreut werden denn der Austausch hier in diesem Forum tut mir schon unglaublich gut…einmal alles nieder zu schreiben hat mich schon sehr befreit…ich weiß auch wie wichtig die Nachsorge ist und ich unterschätze es in keinster Weise..wie gesagt ich klappere nach und nach die Liste der Ärztin ab…(es ist eine sehr lange Liste :?) vielleicht ist doch jemand dabei der zeitnah noch einen Termin für mich hat…ansonsten sind deine Tip‘s eine gute Option…vielen Dank dafür…nach einer Selbsthilfegruppe in der Nähe habe ich mich schon ungesehen…leider finden die Treffen meistens abends statt was mir wegen der Arbeit leider nicht möglich ist aber ich gebe die Suche nicht auf…ich bin zuversichtlich dass es klappt…

    dieses Forum ist auf jeden Fall großartig und ja auch eine SHG …es ist beruhigend sich jeder Zeit etwas von der Seele schreiben zu können….gerade dann wenn der eigene „Dämon“ mal lauter werden sollte…

    Ich wünsche dir noch einen wunderbaren Tag

    Ganz liebe Grüße

    Liebe Cadda

    Vielen Dank für deine Antwort…es hat mich erstmal erleichtert nicht alleine zu sein mit dieser furchtbaren Heimlichtuerei…

    Als Frau will man doch keine „Säuferin“ sein…wie oft hört man wie ekelhaft und unmöglich betrunkene Frauen sind…dafür habe ich mich unglaublich geschämt…und es war tatsächlich wie bei dir…ein Versuch diese Scham und Schuldgefühle „wegzutrinken“ folgte dem nächsten Versuch…es endete in einem wirklich besch… Teufelskreis!!! Immer diejenige zu sein die die Kontrolle verliert…immer die die sich total abschiesst…immer die die peinlich auffällt…immer die die niemals „normal“ mitfeiern kann weil es immer im Vollrausch endet…

    Dabei haben wir eigentlich keinen Freundeskreis in dem übermäßig viel getrunken wird…viele von unseren Freunden trinken auch überhaupt keinen Alkohol…Freunde mit denen man nett essen gehen kann und einen schönen Abend verbringen könnte…denen ein Glas Wein zum Abendessen reicht…mit denen stundenlange Gespräche möglich sind ohne dass sich alle die Birne wegschiessen…warum mir das eine Glas nie gereicht hat und ich nicht so „normal“ trinken/sein konnte wie die anderen habe ich nie verstanden…ich werde es auch nie verstehen…das macht mich unendlich traurig…

    Ich finde es unglaublich mutig von dir dass du von Anfang an „reinen Tisch“ gemacht hast und alle informiert hast…

    Ich habe meiner besten Freundin bereits geschrieben dass ich keinen Alkohol mehr trinken möchte..auch auf Einladungen zum „Mädelsabend“ erstmal verzichte und auf kein „Nur ein Feierabend-Weinchen“ vorbei komme weil ich ein Alkohol-Problem habe…

    Besagte Mädelsabende endeten nämlich auch immer im Vollrausch..sie ist die einzige die auch gerne viel trinkt…davon werde ich mich erstmal distanzieren…

    Was die Arbeit betrifft weiß ich was du meinst…ich habe viel darüber gelesen in der ersten Zeit ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen…jedoch ist das Restaurant ja unsere Existenz…es ist schwierig das zu verändern oder von heute auf morgen aufzugeben…ehrlich gesagt möchte ich es auch nicht…das Restaurant läuft sehr gut..die Arbeit macht uns beiden Spaß..es sichert uns finanziell ab…ich habe die Gastronomie schon immer geliebt..der Umgang mit Menschen…und nicht nur weil Alkohol immer griffbereit ist auf der Arbeit…wenn man will kommt man überall an den „Stoff“…es ist auch nicht so dass ich nur auf der Arbeit den Drang hatte zu trinken..den hatte ich auch an freien Tagen..im Urlaub…in der Freizeit…wenn der Kopf also trinken will..dann könnten wir auch einen „Bürojob“ machen…es würde für mich keinen Unterschied machen wenn ich nicht selbst etwas daran ändern möchte und den Willen nicht hätte nie wieder auch nur einen Tropfen zu trinken…momentan macht es mir erstaunlicher Weise wirklich nichts aus den Gästen Alkohol zu servieren…ich denke abends manchmal noch ganz überrascht dass ich gar nicht darüber nachgedacht habe…erst wenn der Stress ein wenig nachlässt und der Feierabend näher rückt denke ich an das „Feierabend-Weinchen“…allerdings nicht im positiven Sinn…es fällt mir immer ein wie es dann geendet hat….und wie schlimm der Kater am nächsten Tag sein würde…jetzt bin ich wirklich froh morgens „klar“ aufzuwachen…ich habe wieder mit dem Sport angefangen..gehe morgens joggen anstatt mit dem Vorwand Brötchen holen zu wollen zur Tanke zu fahren um mir noch auf dem Parkplatz vor dem Frühstück heimlich den Wein runter zu hauen!!!!Was für eine Vergeudung von Energie…es macht mich einfach sprachlos!!!

    Das mit der Festplatte hört sich super an..ein schöner Gedanke..ich muss gestehen dass mir dieses „Nie wieder“ Anfangs Angst gemacht hat und unendlich erschien…ich mache es auch lieber so dass ich jeden morgen denke „HEUTE trinkst du nichts“ und es macht mich glücklich meine Strichliste jeden Morgen zu erweitern…

    Ich möchte dir noch zu jedem deiner Tage gratulieren an denen du es geschafft hast nichts zu trinken..ich habe den größten Respekt vor jedem einzelnen der diesen Weg aus der Hölle in ein neues besseres Leben gewagt und geschafft hat…ich ziehe meinen Hut und wünsche dir und allen anderen hier einen schönen nüchternen Tag

    Ganz liebe Grüße

    Hallo zusammen..

    Ich möchte mich gerne mal vorstellen…

    Ich bin 38 Jahre alt und Alkoholikerin.

    Alkohol hat es schon immer in meinem Leben gegeben…als Teenager auf Partys …im Freundeskreis…auf der Arbeit (ich arbeite seit meinem 20.Lebensjahr in der Gastronomie) jedoch ist es in den letzten Jahren immer mehr und mehr geworden…zum Schluss auch heimlich..morgens und während der Arbeit…

    Mein Partner und ich leben seit 17 Jahren zusammen haben keine gemeinsamen Kinder (ich wollte auch keine) …wir haben ein Haus..einen Hund..keine finanziellen Sorgen…also ein sehr gutes Leben…er ist ein wirklich toller Mann der mich über alles liebt…ich frage mich die ganze Zeit warum ich überhaupt diesen großen Drang habe Alkohol zu trinken…es gibt für mich eigentlich keinen Grund…!!!

    Es ist mir zwischendurch auch gelungen länger nichts zu trinken..niemals hatte ich körperliche Entzugserscheinungen…die Abstände wurden mit der Zeit allerdings immer kürzer und die längste Zeit ohne Alkohol war dann mal ein Monat.

    Ich weiß ich kann und werde niemals „nur ein Glas“ trinken können…jeder dieser unendlichen Vorsätze ist kläglich gescheitert…1.Glas = am Ende alles rein kippen bis nix mehr rein passt!!!

    Wenn ich nur das berühmte „Feierabend-Weinchen“ trinken wollte wurden es zwei…aus zwei wurde eine ganze Flasche und aus der einen Flasche wurde noch eine heimliche zweite….mein Mann hat sich oft gewundert wie ich denn nach zwei Gläsern Wein so betrunken sein könnte…ich habe mich immer rausgeredet dass ich noch nicht gegessen hätte…zu wenig geschlafen…es war zu heiss dann „knallt“ das schon mal mehr….ich habe ihn so oft belogen…es tut mir unendlich leid…ich frage mich warum er überhaupt noch bei mir ist…er hat meinen Alkoholkonsum schon immer verabscheut…das ich heimlich trinke hat er allerdings erst sehr spät bemerkt bzw. es vermutet..ich habe auch immer versucht noch „klar“ rüber zu kommen…. hat auch nicht immer geklappt…da hatte ich dann aber auch immer oben erwähnte Ausreden parat…

    Wenn wir mal aus gegangen sind oder eingeladen waren hab ich schon immer im Kopf gehabt dass ich mich ja in Gesellschaft „benehmen“ muss und dann heimlich hinterher noch mehr getrunken weil mir das eine Glas niemals gereicht hat…man nennt es wohl Kontrollverlust…

    Ich schäme mich dann sehr..niemals wollte ich eine Alkoholikerin sein…der Alkohol ist auch die einzige Sache die bei uns für Streit sorgte..am nächsten Tag habe ich mich immer entschuldigt…ich weiß gar nicht mehr wie oft er diese Entschuldigungen gehört hat..er ist wahrscheinlich nur noch bei mir weil ich ohne Alkohol ein ganz anderer Mensch bin…und weil er das Ausmaß gar nicht bemerkt hat…die ganzen versteckten Flaschen..das heimliche trinken..das entsorgen der ganzen Flaschen…ich frage mich wie ich diese ganze Energie aufbringen konnte für diese Heimlichtuerei…aber keine Energie hatte mal einen Korb Wäsche weg zu bügeln…

    Wenn ich diese alkoholfreien Phasen hatte habe ich mich sehr gut um mich gekümmert..viel Sport..gesundes Essen…gemeinsame Zeit die ohne den Alkohol so viel besser ist…bis zum nächsten „Abschuss“ wo mir alles egal war…auch betrunken Auto zu fahren…mich und vor allem andere zu gefährden….alles egal!!!Da kann ich mich selbst nicht verstehen…das bin doch nicht ICH!!!???Warum tue ich das?!?!

    Das Fass zum überlaufen hat dann mein heimliches trinken auf der Arbeit gebracht…es fing mit einem Schnaps an und endete damit dass ich alles in mich rein gekippt hab was ging…die Mitarbeiter und Gäste haben auch zum ersten Mal mitbekommen dass ich alkoholisiert war…es gab einen riesigen Streit am nächsten morgen….ich habe seine Enttäuschung kaum ertragen…geschweige denn die Blicke der Mitarbeiter am nächsten Tag…anstatt die Reissleine zu ziehen habe ich nochmal auf der Arbeit getrunken…ich habe mich so sehr für mein Verhalten vom Vortag geschämt.. ich konnte es kaum aushalten…somit der zweite Absturz…mein Mann konnte es kaum glauben…auf dem Heimweg ist dann alles aus mir ausgebrochen und ich habe ihm unter Tränen alles gestanden…wie schlimm es wirklich um mich steht…es war wie eine Befreiung obwohl ich betrunken war…am nächsten morgen haben wir nochmal in Ruhe über alles gesprochen…ich habe ihm gesagt dass ich so nicht mehr weiter machen möchte…es alleine aber nicht schaffe…

    Er hat dann eine Termin für mich gemacht in einer Klinik um mit einer Ärztin zu sprechen…zu meiner Hausärztin wollte ich nicht da sie auch Gast in unserem Restaurant ist…

    Zum Termin hat er mich dann gefahren (das war mein dritter trockener Tag) und ich habe der Ärztin alles erzählt.

    Sie hat mir mehrere Telefonnummern von Psychotherapeuten mitgegeben…

    Ich klappere jetzt alle nach und nach ab…auf einen Termin muss ich wahrscheinlich lange warten deshalb bin ich auch auf dieses Forum gestoßen..

    Einen Klinik Aufenthalt sah die Ärztin nicht als notwendig an da ich keinerlei körperliche Entzugserscheinungen habe/hatte..jedoch hat sie mir dazu geraten mir psychologische Hilfe zu suchen und mich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen um diese psychische Abhängigkeit mit Suchtexperten anzugehen…das möchte ich auch definitiv machen..es ist nur leider sehr schwer momentan einen Termin zu bekommen…die meisten haben überhaupt keine Termine frei und ich solle mich Anfang nächsten Jahres nochmals melden…

    Meinen Eltern habe ich noch nichts erzählt…mein Vater war jahrelang selbst sehr schwer alkoholabhängig…mittlerweile allerdings seit fast 10 Jahren trocken!!!Man könnte meinen es hätte eigentlich ein abschreckendes Beispiel für mich sein müssen…es waren furchtbare Jahre in denen meine Mutter sehr gelitten hat..ich möchte ihr momentan keine Sorgen bereiten und ihr ersparen diese Zeit nochmal durchleben zu müssen…wenn die Zeit gekommen ist und ich stabil trocken (stabil trocken..gibt es sowas überhaupt?!?!) bin werde ich es aber ansprechen…

    Ich erhoffe mir, mich in dieser Gruppe austauschen zu können…ich habe bereits ein wenig mitgelesen und finde mich in einigen Geschichten wieder…andere sind so abschreckend..wieder andere machen mir Mut und lassen mich hoffen auch für immer aus dieser Sucht,diesem Teufelskreis auszubrechen….und JA….ich strebe ein „Leben ohne Alkohol“ an…ich weiß dass ich niemals kontrolliert trinken könnte…eine lebenslange Abstinenz ist meine einzige Chance auf ein gesundes Leben..eine schöne Beziehung mit meinem Partner und das einzige was ich wirklich will!!!!

    Ohne Alkohol bin ich die beste Version von mir selbst…Alkohol macht mich zu schlechtesten!!!

    Heute ist mein 12. Tag ohne Alkohol

    Es geht mir gut... ich führe eine Strichliste..ich freue mich wirklich jeden Tag über einen neuen weiteren Strich..

    Früher war ich froh über jeden Tag der vorbei war wenn ich mir mal wieder vorgenommen hatte mal einen Monat/Woche ohne Alkohol zu schaffen..denn es brachte mich jeden Tag näher zum Tag an dem trinken wieder „erlaubt“ war…jetzt kann ich es kaum abwarten bis die erste Seite voll von Strichen ist an denen ich nichts trinke!!!!

    Ich weiß dass ich erst am Anfang stehe…die Umgebung auch eine Herausforderung ist da wir ja das Restaurant haben und Alkohol trinkende Gäste praktisch an der Tagesordnung sind…im Moment macht es mir allerdings nichts aus…ich versuche den Alkohol nicht mehr als etwas anzusehen das mich lockerer,unbeschwerter macht…mich den Stress vergessen lässt…

    Ich versuche ihn als das zu sehen was er ist…ein Gift welches Beziehungen,Familien und Kindheiten zerstört…ganz zu schweigen von der Gesundheit…er ist mein Feind..mein eigener Dämon…er hilft mir nicht…er macht mich eigentlich traurig..er macht mich zu einem Menschen der ich nicht mehr sein möchte…ich glaube so klar habe ich es noch nie gesehen…ich weiß jedoch auch dass dieser Dämon niemals verschwinden wird..es wird Situation geben in denen er anklopfen wird…schwache Situation..und diesmal möchte ich stark bleiben..dem Dämon keinen Raum geben..keinen Platz mehr in meiner Welt..meinem Leben!!!

    Ich erhoffe mir auch in solchen schwachen Momenten ein wenig Halt in dieser Gruppe zu finden…das alles nieder zu schreiben ist schon extrem befreiend für mich…der Text ist länger geworden als beabsichtigt und doch kürzer als dass was alles schief gelaufen ist bis jetzt!!

    Ich wünsche euch allen erstmal einen schönen Sonntag

    LIEBSTE GRÜSSE