Beiträge von Hanseat

    Wenn nix zu tun ist, kann man ja mal putzen. Ich war also eben im Supermarkt und hab mir alles besorgt, was man so braucht: WC-Reiniger, Backofenspray, Pril, Power-Reiniger fürs Bad. Jetzt kann's also losgehen. Allein, ich hab überhaupt keinen Bock zu putzen ...

    Das lange Wochenende verläuft problemlos, ich erhebe gerade das Gammeln zur Lebensart. Im Vorfeld hatte ich mir Gedanken gemacht, ob ich mir vielleicht ein etwas pralleres Programm auferlegen sollte, um nicht in Leerlauf zu verfallen, aber das paßt schon so. Die letzten Wochen waren anstrengend, da tut es gut, mal die Füße hochzulegen. An Alk verschwende ich gar keine Gedanken, da besteht aktuell keine Gefahr.

    Im Supermarkt habe ich aus Versehen was Falsches gekauft und muß eine Verbraucherwarnung aussprechen: Achtet beim Kauf von Choco Crossies darauf, daß da "Original" drauf steht. Es gibt jetzt nämlich auch gesalzene Choco Crossies, und die schmecken zum Erbrechen. Die kann man nur wegwerfen.

    Gänseeier waren mir tatsächlich nicht so bekannt. Donnerwetter, sind die groß. Über beides, sowohl Straußen- als auch Gänseeier, habe ich mich nunmehr auf meinem Bildungskanal Youtube schlaugemacht. Vorläufige Erkenntnis: Selbst eine sehr große Pfanne ist für ein Straußenei noch zu klein.

    Ich hatte leider nur kurz Zeit, möchte mich aber für die Aufmerksamkeit bedanken. Langes Wochenende ist immer ein Risiko, also danke für Euer Angebot. Ich hab nur kurz reingelinst und habe die Diskussion so verstanden, daß Ihr die Tiere aus einem Tierpark in die Pfanne hauen wolltet, oder so ähnlich ...

    Zunächst mal Glückwunsch zur neu gestalteten Terrasse. Da werde ich glatt neidisch, ich habe in meiner kleinen Butze nicht einmal einen Balkon. Bin halt ein echtes Großstadtkind.

    Das klingt ja alles nicht nach einer liebevollen, erfüllenden Beziehung. Was hält Dich denn noch da?

    Heute zehn Monate. Das war dann auch das letzte Jubiläum bis zum ersten Jahr, versprochen. ;) Ich glaube, der 25. Juli wird mir dieses Jahr wichtiger sein als mein Geburtstag, ich freue mich schon sehr darauf. Dann werde ich aus dem ganz und gar furchtbaren 25. Juli 2021 noch etwas Gutes gezaubert haben.

    "allerdings sagt er er ist nicht körperlich abhängig sondern psychisch"

    Damit redet er sich die Sache schön. Psychisch abhängig soll dann bedeuten, er kann ja jederzeit aufhören? Nein, kann er nicht, dann abhängig ist abhängig. Man möge mir meinen Anflug von Zynismus verzeihen, aber ich sehe gerade eine Inschrift auf dem Grabstein vor mir: "Er war nicht körperlich abhängig."

    "er meint immer noch das macht er NACH den Depris"

    Falsche Herangehensweise. Der Knoten kann aufgezogen werden, aber man muß ihn von der richtigen Seite aufziehen. Erst muß der Alk weg, dann kann man sehen, was von den Depris noch übrig bleibt und wie man das behandeln kann. Was soll ein Therapeut denn mit einem trinkenden Depressiven machen? Könnte es sein, daß Dein Mann gar nicht aufhören will zu trinken?

    Noch besser wäre es freilich, wenn er das machen würde. Kommt er denn in die Gänge, hat er schon irgendwas in Richtung Therapie angeleiert, oder wartet er darauf, daß Du zum Telefon greifst und einen Zauberer für ihn ausfindig machst?

    Leider sind das unsere gesammelten Erfahrungen hier: Nichts auf der Welt kann einen Menschen, der saufen will, vom Saufen abhalten. Ich wäre zu meiner nassen Zeit auch meilenweit durch die Wüste gestiefelt, um irgendwo Bier oder Schnaps zu bekommen. Wichtig ist erstmal die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Dann kommt der nächste Schritt: selbständig (!) Hilfe suchen und die angebotene Hilfe dann auch annehmen. Dann, nur dann, kann es was werden ...

    Ich kenne Deinen Mann nicht und will ihm auch nichts unterstellen, aber Depressionen sind natürlich auch ein prima Rechtfertigungsgrund, um weiter zu saufen. Man geht also nicht in die Entgiftung, sondern phantasiert lieber von einer Depressionstherapie, die in weiter Ferne liegt und völlig unrealistisch ist. Und säuft einfach weiter.

    Hallo Wegsuchende,

    es liegt überhaupt kein Trost in der Feststellung, nicht körperlich abhängig zu sein. Das geht nämlich den allermeisten so. Andersrum formuliert: Nur die wenigsten sind tatsächlich körperlich vom Alkohol abhängig. Depressionen können die Ursache für Drogenmißbrauch sein, aber die Sache funktioniert natürlich auch andersrum: Drogenmißbrauch macht depressiv. So steht jeder depressive Alki irgendwann vor dem Henne-Ei-Problem und weiß nicht, ob er trinkt, weil er depressiv ist, oder ob er depressiv ist, weil er trinkt. Nun kenne ich nicht das gesamte Therapieangebot, aber üblicherweise fliegt man aus einer Depressionstherapie raus, wenn man da betrunken erscheint. Die Plätze sind begehrt, die Wartelisten lang. Alkoholmißbrauch wird da nicht toleriert. (Es mag niederschweliige Angebote geben, wo das anders gehandhabt wird. Wie gesagt, ich habe da keinen kompletten Überblick.)

    Damit eine Depressionstherapie überhaupt begonnen werden kann, muß der Patient erstmal trocken werden. Da beißt sich für Süchtige oftmals die Katze in den Schwanz, aber das ist der erste Schritt, damit muß begonnen werden. Und es besteht tatsächlich die Chance, daß mit dem Alkoholmißbrauch auch die Depressionen verschwinden.

    Grüße,

    H.

    Dann also doch schon am Samstag, das kommt jetzt etwas überraschend. Ist er also freiwillig ins Krankenhaus gegangen? Das ist natürlich schade, daß die ganze Arbeit jetzt an Dir hängen bleibt, aber das ist dann wohl erstmal nicht zu ändern. Andere Länder, andere Sitten. Wird er denn überwacht, bekommt er irgendwas zur Beruhigung und gegen Krampfanfälle?

    Kolja, ich würde zunächst mal bei der Station anrufen und fragen, ob das Personal einen Besuch überhaupt als hilfreich erachtet. Auf der Entgiftungsstation braucht man engmaschige Überwachung und Medikamente. Der Austausch mit anderen Patienten ist wichtig, ebenso Zeit dafür, die eigene Misere zu erkennen, in der man sich befindet. Ein Besuch kann da, vor allem in den ersten Tagen, eher kontraproduktiv sein.

    EDIT: Das klingt nach typischen Wahnvorstellungen, ja. Ich fühlte mich auch mal auf der Entgiftungsstation bedroht, aber das waren nichts als Hirngespinste. Später stellte sich der Typ, vor dem ich Angst hatte, als wirklich netter Kerl heraus.

    Das habe ich in Goa gesehen, da haben die Mädchen morgens vor der Schule irgendeinen scharfen Linsenkram gelöffelt. Und ich dachte mir, gute Idee eigentlich, viel besser als unsere gezuckerten Corn flakes und Marmeladenbrötchen. Und ich habe immer ein paar Dosen Linseneintopf im Schrank, und manchmal gibt's das zum Frühstück. Meistens aber Porridge ohne Zucker, dafür mit etwas Honig.

    Jetzt kommt ja ein langes Wochenende mit dem Tag der Brücke, da wollte ich den nächsten Anlauf starten, rauchfrei zu werden.

    Bisher bin ich nicht so auf Süßkram umgestiegen, ich war eigentlich auch nie so der Süße. Ich könnte auch schon Linseneintopf zum Frühstück essen, Marmelade ist gar nicht so meine Welt. Aber an den Zigaretten halte ich mich fest, als wären sie der letzte Strohhalm. Das wird nicht leicht, diese Krücke wegzuwerfen. Und wer weiß, vielleicht fange ich dann auch mit Gummibärchen an ... Naja, das sieht man dann.

    Ob jemand schwul ist oder nicht, berührt mich so gar nicht; auch meine Eltern wären da, denke ich, sehr aufgeschlossen und tolerant gewesen. Ich kann aber verstehen, daß es dann wichtig ist, auch als schwul akzeptiert zu werden, daß das nicht einfach so unter den Teppich gekehrt wird.

    Der Computer zählt für mich 300 nüchterne Tage. Das ist mal wieder ein rundes Jubiläum. Glückwunsch auch an Lust for Life, wenn der mich nicht schon wieder irgendwie überholt hat, in dem Fall dann natürlich Glückwunsch nachträglich.

    Ich bin gerade in Gedanken bei Marion, die Angst um das Leben ihres Mannes hat. Ich war auch ein Quartalssäufer, wobei mein "Quartal" irgendwas zwischen zwei und acht Wochen war. Gesoffen habe ich dann von zwei bis 14 Tagen, ohne Unterbrechung, ohne irgendwas zu essen, ohne die Zähne zu putzen oder zu duschen. Ich habe mich regelmäßig in ein Paralleluniversum weggebeamt -- Uhrzeiten, Wochentage, Freunde und Arbeit hatten keinerlei Bedeutung mehr. So könnte es mir auch heute wieder gehen, aber ich habe es geschafft, die Notbremse zu ziehen. Ich bin nüchtern, klar und ausgeglichen, und ich kann Euch freudig berichten, daß ich jetzt 300 Tage nüchtern bin.

    Danke für Eure Hilfe.

    -- H.

    "Gestern der Deal, ich trinke mich runter und wenn es nicht klappt, dann bringst du mich Montag ins Krankenhaus."

    Er selber kann sich natürlich nicht mehr kontrollieren. Du kannst es ja nochmal versuchen: Halte ihn übers Wochenende auf einem Level, der für ihn erträglich ist. Und Montag marschiert er dann ab. Wenn er sich am Wochenende eigenmächtig über die Flaschen hermacht, dann geht er eben sofort ab. Bekommst Du das hin, ist das realistisch?

    Sunshine, ich weiß ja gar nicht, über welche Art von Krankenhaus wir hier sprechen. Mit Pech wird er da einfach ohne Medikamente in ein Bett weggeparkt, so nach dem Motto, soll der gute Mann mal "seinen Rausch ausschlafen". Vielleicht ist auch ein gutes Krankenhaus in der Nähe, ich weiß es nicht.

    Will er denn überhaupt entziehen, oder ist er immer noch fleißig am Saufen? Normalerweise kommt ein Quartalssäufer ja irgendwann an den Punkt, an dem er umkippt, in einem Berg aus Müll aufwacht und dann erstmal wieder für eine Weile geläutert ist. Ein kalter Entzug ist tatsächlich sehr gefährlich und in der Situation Deines Mannes auf gar keinen Fall zu empfehlen. Wie lange trinkt er denn jetzt schon, und wieviel am Tag? Woher kommt überhaupt der Alkohol, besorgst Du den? Wenn keine medizinische Hilfe vor Ort vorhanden ist, dann muß eben AUSNAHMSWEISE runterdosiert werden. Dabei könntest Du ihm helfen. Das wäre für mich kein Co-Verhalten, sondern da geht es darum, erstmal sein Leben zu retten. Ich vermute mal, ich soll hier im Forum keine Anleitungen dazu geben. Entweder kann der Zahnarzt dazu was sagen, sonst kannst Du mich persönlich anschreiben.