Beiträge von Hanseat

    Er säuft also weiter und kümmert sich um nix? Hoffentlich wirst Du ihn bald los. Ich war ja schon immer der Meinung, daß er eine große Rückfallgefahr für Dich darstellt. Wenn ich mir vorstelle, in meinem Wohnzimmer sitzt jemand, der ständig trinkt -- darüber will ich gar nicht nachdenken.

    Ich bin eigentlich gar nicht so oberkorrekt, aber nun gebe ich doch mal den oberkorrekten Mahner: Ist es wirklich eine gute Idee, allein in den Urlaub zu fliegen? Kannst Du Dir nicht einen Anstandswauwau mitnehmen, der über Dein Alkoholproblem Bescheid weiß? Dann hast Du auch im Urlaub etwas soziale Kontrolle ...

    Irgendwo habe ich gelesen, dass das bei Alkoholikern oft so ist.

    Das ist auch mein Wissensstand, daß man generell eine höhere Toleranz gegenüber Betäubungsmitteln an den Tag legt. Deshalb ist es auch wichtig, vor einer OP dem Anästhesisten reinen Wein einzuschenken. Schon wieder so ein Trinkerspruch, unsere Sprache ist voll davon. Aber das ist auf jeden Fall wichtig. Wer will schon während einer OP aufwachen, also, das muß ich nicht haben.

    Er hat sich sicher auch vorher Mühe gegeben. Aber ich konnte das nicht würdigen.

    Ich bedanke mich neuerdings immer für die Behandlung, auch wenn sie die totale Tortur war. Ich bedanke mich bei der Arzthelferin und dann nochmal bei dem Arzt und schleßlich noch bei der Rezeption. Das habe ich früher nie gemacht. Ausgeglichener bin ich jetzt ja sowieso, aber offenbar bin ich auch noch etwas höflicher geworden.


    Mein Zahnarzt hatte sich, als er merkte, daß ich wirklich trocken bin, sehr viel Mühe gegeben.

    Wie, und vorher etwa nicht? Da hat er sich gedacht, ach, der verlotterte Peter, da lohnt sich keine Mühe mehr? :shock:

    Ich hab manchmal das Gefühl, die Betäubungen wirken bei mir nicht immer so, wie sie sollten. Dann drückt der Arzt mir eben die doppelte Dosis rein. Auf jeden Fall sollte der Arzt bei sowas immer Bescheid wissen, auch der Zahnarzt.

    Ja, mein Zahnarzt kennt mich tatsächlich persönlich, ich bin über die private Schiene an ihn geraten, genauer gesagt über seine Tochter. :mrgreen: Er hat mich auch schon völlig besoffen erlebt und freut sich mit mir über jeden trockenen Monat. Aus seiner eigenen Familie kennt er genug Härtefälle. Er ist toll und sehr kompetent, ich vertraue ihm auch, aber ich hab trotzdem jedesmal eine Heidenangst vor dem Zahnarzt, dagegen kann ich nichts machen.

    War nur ein halber Horrortermin. Das war die gute Nachricht. Die schlechte: Die zweite Hälfte kommt erst noch. Das wird ein Drama in mehreren Akten, Mist. Aber trotzdem gut, daß ich meinen Kram geregelt bekomme. Früher hab ich solche Sachen gerne auf Pflaumenpfingsten verschoben.

    Ihr Lieben,

    heute habe ich den absoluten Horrortermin beim Zahnarzt. Ich erspare Euch die Einzelheiten, aber das wird alles sehr unschön. Aber irgendwie schaffe ich es gerade sogar, hier das Positive zu sehen: Ich kriege endlich meinen Scheiß gebacken und schiebe nichts mehr auf die lange Bahn. Heute abend, wenn alles getan ist, werde ich stolz auf mich sein, da freue ich mich schon drauf.

    Dann wollte ich 2022 noch die Wohnung komplett neu streichen. Mal gucken, ob ich das hinbekomme, noch ist ja Zeit. ;)

    Grüße,

    H.

    Das ist schonmal gut, damit er auch die Konsequenzen seines Tuns sieht. Trink nie wieder einen Tropfen mit ihm, daran solltest Du Dich unbedingt halten. Jetzt kannst Du schonmal Deine Optionen durchdenken und ihn demnächst, wenn er mal wieder quartalsmäßig einen klaren Kopf hat, auf den Pott setzen, denn so kann es ja nicht weitergehen, so säuft er sich tot. Da wird nichts besser, nur schlimmer. Und die Abstände werden dann auch nicht mehr drei Monate lang sein, sondern immer kürzer werden ... Auch wenn das therapeutische Angebot bei Euch vielleicht nicht so gut ist: Selbsthilfegruppen gibt es überall auf der Welt, und hier zum Beispiel ist 24/7 geöffnet. Du hast ja auch zu uns gefunden.

    Ich kann mir schon vorstellen, wie das abläuft: Am Anfang ist es noch gesellig und lustig, und dann wird es immer unappetitlicher. Ich kenne das alles. Du kannst ja erstmal die Probe aufs Exempel machen, ob Du es schaffst, nicht mehr mit ihm zu trinken. Ich kenne Deinen Alkoholkonsum nicht, deshalb sage ich das hier mit aller Vorsicht, aber vielleicht ist es besser, Du trinkst mal irgendwo was mit Freunden, aber nichts mehr mit ihm. Und außerdem muß er jetzt mal klar Stellung beziehen, wie es für ihn weitergehen soll.

    Das ist ja aus Deinen Beiträgen bisher nicht ganz klar geworden, ob Du Dein eigenes Trinkverhalten denn auch als problematisch ansiehst. Das wäre es, wenn Du es nicht schaffst, ihn alleine saufen zu lassen. Er ist schwer alkoholkrank, da sollte man sich komplett rausziehen und nicht auch noch mitmachen.

    Vermutlich solltest Du nicht mehr mit ihm trinken, das stimmt schon. Aber ER ist es, der sein Verhalten ändern muß. Und alle Co-Abhängigen hier im Forum werden Dir raten, auf Dich zu achten und nicht auf ihn. Wenn absehbar ist, daß er für sich nichts ändert, dann mußt Du sehen, wo Dein Ausweg ist.

    "Ein Quartalstrinker eben."

    Absolut, das hast Du richtig erkannt. Ich hatte ein ähnliches Trinkmuster und -verhalten, wobei die Abstände bei mir noch kürzer waren. Das ist in dieser Form definitiv krankhaft, und der einzige Ausweg ist die dauerhafte Abstinenz. Er muß diesen Weg von sich aus und für sich gehen wollen, dann ist das zu schaffen. Wenn er keinen Grund sieht, irgendwas zu ändern, dann kannst Du da von außen leider nicht viel machen. Es wird der Erfahrung nach auch nicht reichen, wenn er sich für Dich zusammenreißt -- er muß es für sich tun.

    Beim alten Arbeitgeber oben im Norden? Ich verstehe nur Bahnhof. Wird es wieder was Einsenbahnmäßiges? Na, wie auch immer, Du machst das schon.

    An der Digitalisierung kommt man heutzutage nicht mehr vorbei. Und Teams, ja, das Zeug ist mit Corona groß geworden, jetzt nutzen es alle. Wie gesagt: Du machst das schon.

    Ein Vorteil von Videokonferenzen ist: Man muß nur oben rum hübsch aussehen, unten reicht auch die Unterhose von gestern. Sehr professionell bei Teams ist übrigens der Milchglas-Hintergrund, da sieht man nicht die Spinnweben an und die Löcher in den Wänden ...

    Der Satz war wie ein Schlag ins Gesicht.

    Ich bin grad etwas überfordert muss ich sagen, ich kann nicht mal meine Gedanken ordnen.

    Ich nehme an, er hat in den 7 Jahren ganz gerne einen mit Dir gesüffelt? Gib einfach nichts auf das Gerede.

    Er muß sich jetzt eine neue Bleibe suchen, seine Komfortzone verlassen, da hat er natürlich keinen Bock drauf. Also versucht er, Dir ein schlechtes Gewissen einzureden. Was übrigens eine ganz miese Basis für eine Partnerschaft ist. Aber Du schreibst ja, es ist eh keine mehr. Gut so.

    Ansonsten finde ich es stark, daß Du immer noch Deinen Weg gehst und Dich nicht beirren läßt. Du beeindruckst mich immer wieder, Nika, mach bitte weiter so!

    Hoppla, das kam überraschend. Nun braucht "Jim Knopf" eine Fortsetzung, denn Lukas will nicht mehr Lokomotivführer sein und die Eisenbahn in Lummerland fährt nicht mehr. Deine Entscheidung kann und will ich nicht bewerten, aber Ich drück Dir die Daumen, daß es gut für Dich weitergeht.

    Es waren die besten neun Monate seit langem. Und auch wenn ich kein High-society-Knallerleben führe, so waren diese neun Monate doch ereignisreicher als einige Jahre davor. Wandel ist möglich, das weiß ich jetzt. Irgendwo habe ich mal gelesen: "Der Sieg über sich selbst, das ist der größte Sieg."

    Und zum erstenmal seit einer Ewigkeit habe ich das Gefühl, mein Leben nicht nur verschwendet, sondern auch gelebt zu haben.

    Ich mache mir gerade ein paar Gedanken über den Vorstellungsbereich und über die Nudeltante.

    Erstmal zum Vorstellungsbereich: Vermutlich schlagen da auch mal Leute auf, die gerade betrunken sind und es nach außen etwas an Ernsthaftigkeit mangeln lassen. Ich weiß jetzt den Namen des Teilnehmers gar nicht mehr, aber dem wurde vor ein paar die Tür vor der Nase zugeschlagen, was er dann noch mit einem traurigen Smiley quittieren konnte, ansonsten konnte er sich wohl nicht mehr äußern. Sollten wir da im Vorstellungsbereich nicht vielleicht etwas toleranter sein? Auch wer gerade noch trinkt, hat ein Recht auf Hilfe.

    Dann die Nudeltante. Ich mache niemandem einen persönlichen Vorwurf, aber sie tut mir leid. Sie hat sich in ihrer Verzweiflung hier angemeldet und findet keinen Ausweg aus ihrer Tretmühle, was ja wohl eine Situation ist, die jeder Co kennt, und nun fühlt sie sich hier im Forum nicht mehr willkommen. Hätten wir das nicht vielleicht vermeiden können, sogar sollen?

    Das kenne ich auch, daß ich am Montagmorgen denke, eigentlich müßte es mir jetzt total schrecklich gehen, aber dann ist das gar nicht so. Ich hatte, wie viele andere Alkoholiker wohl auch, die "Montagskrankheit". Auch wenn niemand was sagt, wissen die meisten auf der Arbeit natürlich irgendwann Bescheid, was Phase ist.