Beiträge von Lea

    Liebe Daniela,

    ich hatte „meine Krise“ und eine erste Therapie mit Anfang 20 und dann hatte ich eine laaaange Zeit ausreichend aber nie genug Abstand, um nicht völlig durch zu drehen in der Beziehung zu meinem unerreichbaren Alkoholiker Vater und meiner süchtigen, vielfältig durchgeknallten Mutter. Das plätscherte also mit Höhen und Tiefen vor sich hin, bis ich eigene Kinder bekommen habe. Da brach dann ganz vieles auf und führte irgendwann zu einem Kontaktabbruch meinerseits.

    Hier im Forum komme ich mir weniger anders vor, wenn ich mich mal wieder nicht so fühle oder verhalte, wie es alle um mich herum zu tun scheinen. Also erzähl uns ruhig alles, was dich beschäftigt, es wird sich immer jemand finden, der das gut nachvollziehen oder sogar nachempfinden kann. Mir selbst hilft das ganz oft wirklich weiter.

    Hast du mal eine Therapie gemacht oder irgendwie professionelle Hilfe ins Boot geholt? Mich selbst hat das an einigen Stationen in meinem Leben wirklich weiter gebracht.

    Dieses Gefühl etwas oder alles mit den eigenen Eltern klären zu müssen, aber nicht zu können, das hat mich auch lange Zeit verfolgt. Ich hab es versucht, ich habe Briefe geschrieben und feierlich verbannt und ähnliche Dinge und irgendwann konnte ich los lassen es mit ihnen klären zu wollen. Was jetzt ab und an hoch kommt, mache ich mit mir selbst aus oder hole mir Anregungen hier im Forum oder kann es betrachten und wieder ziehen lassen.

    Uiii, das wird hier immer länger 🙈

    Also erstmal liebe Grüße, wir lesen uns! Lea

    Liebe Hera, ich antworte dir als Angehörige, die als EKA auf Heimlichkeit und absolutes Schweigen getrimmt wurde. Es hat eine Ewigkeit gedauert, bis ich mit Außenstehenden darüber reden konnte, wie es mir in der jeweiligen Situation geht oder früher einmal gegangen ist. Das war ungesund und hat mich kaputt gemacht. Wenn dein Mann mit deinem Arbeitgeber oder deinen Freundinnen darüber reden würde, dann fände ich das auch übergriffig. Natürlich ist es deine Entscheidung, wie öffentlich du in Zukunft mit deiner Krankheit umgehen möchtest.

    Aber man sagt nicht ohne Grund Familienkrankheit Alkoholismus. Den Partner zum grundsätzlichen Schweigen zu verdonnern, empfinde ich als EKA ebenso übergriffig, wie die Variante bei der er es Gott und der Welt erzählen würde. Mit seinen Eltern oder seinen engsten Vertrauten über seine Gefühle oder Probleme mit deiner Sucht zu sprechen sollte ihm zustehen finde ich.

    Wo soll er denn ansonsten hin mit seinen Gefühlen, Ängsten, Sorgen?

    Liebe Grüße, Lea

    Ach Angi… wenn eine deiner Katzen in einem lebensbedrohlichen Zustand wären, würdest du dann auch erst bis Nachmittags und dann bis zum nächsten Tag warten? Ich vermute mal, das Risiko würdest du nicht eingehen.

    Hoffentlich lässt du die zwei nicht bald für immer allein!

    Alles Liebe, Lea

    Liebe Angi, ich hoffe so sehr, dass du inzwischen auf dem Weg zum Arzt oder in die Notaufnahme bist!

    Gern würde ich demnächst hier lesen wie du, ärztlich begleitet, den Weg in dein weiteres Leben gehst.

    Zu oft wird es ganz einfach still und man wird nie erfahren was passiert ist. Mein Vater war irgendwann einfach tot.

    Wer wird dich demnächst finden, wenn du du zu lange abwartest?

    LG Lea

    Eine Entscheidung, die man für das eigene Leben treffen kann. Aber was ist mit dem Leben der Kinder? Es kostet auch ihr Leben und zwar noch viel heftiger, als du es dir heute vorstellen kannst!

    Ich konnte mich ein halbes Leben nicht von meiner hochtoxischen Süchtigen Mutter lösen. Das hat mich kaputt gemacht 😔 aber ich habe es in Kauf genommen. Aber dann habe ich Kinder bekommen und die haben unter ihr gelitten und unter den Folgen mit denen ich selbst zu kämpfen habe. Therapeutische Begleitung hat mir den Weg geebnet, damit ich sie endlich loslassen konnte, gehen musste ich den Weg dann selbst.

    Ja, ich liebe meine Mutter. Aber meine Kinder, die liebe ich noch mehr!

    Wen liebst du am meisten liebe Steffi?

    Alles Gute, Mut und Kraft wünsche ich dir, Lea

    Wie das nun zu Steffi rüber geschoben werden kann, weiß ich nicht. Da haben wir uns wohl vertüddelt.

    Hej Alba…

    das liest sich gut und freut mich für dich!

    Am besten gefällt mir allerdings die angenehme Wurschtigkeit :mrgreen: denn immer wenn die mir bei mir selbst auffällt, in Bezug auf meine Mutter aber eigentlich auch bei anderen Dingen, dann geht’s mir gerade gut mit dem Thema. Vielleicht schreib ich mir das mal irgendwo als Denkanstoß hin.

    Ganz liebe Grüße, Lea

    Liebe Pineapple, also mir hat immer wieder der Gedanke geholfen:

    Sie ist erwachsenen, es ist ihre Entscheidung, wenn sie Hilfe will, dann kann sie in unserem Land sehr vielfältig bekommen.

    Und als zweites. Es ist mein Leben und ich habe ein Recht darauf glücklich zu werden. (mit ihr wäre vielleicht schöner gewesen, aber das liegt nicht in meiner Hand)

    Natürlich habe ich mir oft Sorgen gemacht oder hatte ein schlechtes Gewissen. Ich weiß ganz bestimmt, dass sie oftmals gehungert hat und der Zustand ihrer Wohnung war auch in der Vergangenheit häufig erschreckend. Das ist mit den Jahren aber mehr und mehr verblasst. Ich stelle mir da nix mehr vor, denn das wären immer Horrorphantasien. Und weißt du was… es ist auch möglich, dass die Realität gar nicht so schlimm aussieht wie vermutet. In dem Moment, in dem wir Kinder die verdrehte Rolle eines sich kümmernden elternähnlichen alles Übernehmer aufgeben, müssen unsere eigentlichen Eltern nämlich endlich selbst erwachsen werden. Sicher braucht es erst einmal einen Absturz und viele gehen auch nicht gut aus. Aber wer weiß was passiert, wenn deine Mutter mal eine Weile wirklich und in vollem Umfang selbst für sich verantwortlich sein muss.

    Hör auf deinen Freund und Versuch deine neu gewonnene Freiheit zu genießen! Feiere die Liebe und feiere das Leben, denn du hast nur dieses eine.

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Pineapple, zuerst einmal herzlich Willkommen und schön das du her gefunden hast!

    Ich selbst habe einen an der Alkoholsucht verstorbenen Vater und bin ab dem Grundschulalter mehr oder weniger allein mit meiner süchtigen und vielfältig psychisch beeinträchtigten Mutter aufgewachsen. Obwohl ich recht jung ausgezogen bin, habe ich den Absprung bis weit über 30 und trotz großer räumlich Distanz eine lange Zeit nicht geschafft. Hälftige Telefonate, regelmäßige Besuche und im Zweifelsfall kamen ihre Bedürfnisse immer vor meinen. Das hat mich krank gemacht und mir viele Möglichkeiten im Leben verbaut. Erst als ich selbst Kinder hatte, konnte ich es nicht mehr ertragen, eine weitere Generation in dieser Abwärtsspirale von Sucht - Schuld - falschem Verantwortungsgefühl - Schmerz und und und gefangen zu halten. Mit therapeutischer Unterstützung habe ich mich letztlich für einen Kontaktabbruch entschieden und die Jahre danach, jetzt bin ich Anfang 40, konnte ich endlich anfangen zu leben!

    Was du erzählst klingt, als hättest du einen ganz schönen Schock erlitten. Hattest du denn so gar keine Vorstellung davon wie schlimm es inzwischen um sie steht oder wolltest du es dir nur nicht so gerne eingestehen? Oft weiß man ja tief in sich drin deutlich mehr, als an die Oberfläche gelassen wird.

    Hast du eine Vorstellung wie es weiter gehen soll?

    Und was kannst du konkret für dich machen, damit es dir erstmal besser geht? Oder hast du da schon einen guten Weg gefunden?

    Ich sag es noch einmal: Schön das du hier bist!

    Mir tut es oft schon gut zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die verstehen wie ich mich fühle. Deine Geschichte ist kein trauriger Einzelfall, traurig ja, aber es gibt so unfassbar viele ähnliche Geschichten.

    Liebe Grüße, Lea

    Guten Morgen Nachtschicht, ich sag einfach mal herzlich willkommen und schön das du her gefunden hast. Hier bist du richtig und mit deinem Gefühlsklumpen absolut nicht allein! Wenn du dich ein wenig umliest, dann wirst du auf ganz viele Geschichten treffen, die deiner ähneln. Und hinter jeder Geschichte hier stehen echte Menschen und Schicksale.

    Hast du denn eine Idee, was du tun könntest, damit es dir besser geht?

    Liebe Grüße und einen erholsamen Sonntag,

    Lea (EKA - erwachsenes Kind aus einer Alkoholiker Familie)

    Ich hoffe so sehr, dass du irgendwann erkennst, was wir dir wirklich sagen wollen. Natürlich ist es hart das zu lesen, aber ist es nicht noch viel härter es zu leben?

    Vielleicht hast du den Mut dich weiterhin auch mit deinen Anteilen und Alternativen Möglichkeiten auseinander zu setzen.

    Diesen Mut wünsche ich dir und die Kraft wirklich hin zu sehen und entsprechend zu handeln.

    Was könnte ein besserer Grund sein als das Seelenheil eines Kindes?

    Hey Nudeltante... dein Beitrag, die Reaktionen, meine eigenen Gedanken, es lässt mich nicht los und auch wenn ich erst ein wenig emotionalen Abstand habe, schreibe ich nun trotzdem.

    Wenn wir Freundinnen wären und du mir die Geschichte von Angesicht zu Angesicht erzählt hättest, dann hätte ich dich zuerst in den Arm genommen, denn dein Schmerz und deine Unfähigkeit diese Abhängigkeit zu beenden tun mir aufrichtig leid. Und dann hätte ich zu dir gesagt: "Wie kannst du in so einer Situation euren erwachsenen Scheiß wichtiger nehmen als das Wohlergehen deines Kindes"

    Nudeltante, du und dein Mann, ihr hatten inzwischen unzählige Chancen die Dinge zwischen euch zu sortieren und an einer gemeinsame Zukunft zu bauen. Dein Mann hatte sehr viel professionelle Hilfe und du warst an seiner Seite und trotzdem trinkt er immer wieder. In der beschrieben Situation war es für ihn doch sogar bequemer zu trinken, was du ja ohnehin angenommen hattest, als nüchtern zu bleiben. Denn so bist zu Ihm geeilt, die Notaufnahme war nicht gut genug, aber von dir betüddeln lassen, anstatt das du dich um die wahrhaft hilfsbedürftigen Kinder kümmerst, das geht.

    Dein Mann ist selbst verantwortlich für seine Sucht, er kennt die vielfältigen Möglichkeiten seine Sucht zu bekämpfen, den Weg gehen müsste er nun endlich selbst. Wo der Weg hin führt, dass entscheidet dein Mann. Du bist verantwortlich für deine eigene Sucht, du kannst die Entscheidung treffen ihn los zu lassen, du könntest deine Sucht bekämpfen und deinem Sohn die Mutter sein die er verdient hat. Leider entscheidest du dich immer und immer wieder für deine Sucht und gegen dein Kind. Mir stehen die Tränen in den Augen, wenn ich mir vorstelle, was dein Kind durch dich zu erdulden hat. Was denkst du denn was in ihm vor geht und wie sich eine solche Situation, wie der Streit zwischen deinem Mann und seiner Mutter und auch eure alltägliche Situation für ein Kind anfühlt? Ich kann es dir sage, denn ich habe es als Kind erlebt.

    Es fühlt sich lebensbedrohlich an!

    Als Kind wirken solche Momente existenziell bedrohlich!

    Es entsteht eine tief verwurzelte Ohnmacht, die unter Umständen ein Leben lang bleibt und zu lebenslang andauerndem Leid führen kann!

    Denkst du wirklich es reicht aus, mit einem Kind darüber zu reden was passiert ist? Nein, das reicht nicht! Wenigstens ein Elternteil muss die dringend benötigte Sicherheit vermitteln, Geborgenheit, das alles wieder gut ist oder wenigstens bald gut sein wird. Das Kind muss raus geholt werden aus der körperlichen Reaktion auf eine bedrohliche Situation, ansonsten bleibt das Stresslevel dauerhaft viel zu hoch.

    Anstatt deinem Sohn zu zeigen, dass es für dich nichts wichtigeres gibt als ihn, hast du ihn in seinem Elend allein gelassen und bist zu dem Menschen geeilt, dem du den größeren Stellenwert einräumst. Was denkst du, wie sich das für dein Kind anfühlt.

    Deinem Mann kannst du nicht helfen und es ist auch gar nicht deine Aufgabe, denn er ist erwachsen. Aber deinem Sohn hättest du helfen können, den was viel wichtiger ist als zu Reden und zu erklären, ist das was man sein Kind spüren lässt, nachdem alle Worte aufgebraucht sind.

    Meiner Freundin würde ich sagen: "Lass endlich los, befrei dich von deiner Sucht und sei deinem Kind die Mutter, die es verdient hat"

    Und dann würde ich sie nochmal in den Arm nehmen, gemeinsam mit ihr weinen und bei ihr bleiben, bis wir eingeschlafen sind.

    Nudeltante, du bist nicht allein, wir begleiten dich gerne und wir verstehen deinen Schmerz. Aber wiegt nicht der Schmerz von einem Kind 1000 Mal mehr...

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Susi, ich sage einfach mal herzliche Willkommen hier im Forum. Du bist nicht allein mit deinen Gedanken, innen Konflikten und so vielem mehr, was jemand der anders aufgewachsen ist nicht nachvollziehen kann.

    Erinnerungen starten ja häufig erst so ab ca. vier Jahre. Da muss ich leider auch sagen, ich erinnere mich an fürchterliche Eskapaden, aus einer Zeit deutlich davor. Manchmal denke ich, es muss nur intensiv genug empfunden werden, dann erinnert man sich an alles.

    Schön das du hier her gefunden hast! Mir selbst hilft das Forum auf so vielfältige Weise und ich wünsche dir von Herzen, das es dir ähnlich gehen wird.

    Sonnige Grüße, Lea (EKA)