Beiträge von Lanananana

    Das Tragische ist, du kannst ihm nicht helfen. Er muss selbst eine Krankheitseinsicht haben und dann hart daran arbeiten gegen die Sucht anzugehen und seine tödliche (!) Krankheit zum Stillstand zu bringen. Aber woher soll die kommen, wenn Du nichts änderst. Erst hat ja für sich einen Weg gefunden, wie er seine Sucht ausleben kann in dem er sie (mehr schlecht als recht) versteckt. Solange du weitermachst wie bisher, stützt Du sein Suchtsystem.

    Und - viele andere haben es bereits geschrieben- stürzt womöglich mit ab. Mein Vater ist an den Folgen seines Komsums gestorben als ich noch sehr jung war. Die Folgen für meine Mutter und nicht tödlich aber psychisch verheerend. Mein Ex-Partner trink noch immer obwohl ich ebenfalls lang versucht habe ihn gesund zu lieben. Die beste Hilfe für euch beide ist es aus meiner Sicht das bestehende System zu zerstören. Vielleicht wacht dein Partner dann auf. In jedem Fall schützt Du Dich!

    Kannst bzw. willst Du Dir das Ganze weiter so antun, wie es gerade ist? Und vielleicht ist es für ihn auch ein Wendepunkt. Fakt ist, dass nichts besser wird, wenn Du jetzt nicht durchziehst. Mit Deiner Anwesenheit hast Du ihn bislang ja auch nicht gerettet…

    In meinem Fall ist es die Patentante meiner Tochter und gleichzeitig Schwester meines alkoholkranken Ex-Partners. Ich habe mich ihr recht früh anvertraut. Am Anfang war sie sehr betroffen, hat sich über Suchterkrankung informiert und hatte immer ein offenes Ohr für mich. Nach der Trennung ist es anders. Ich bin in ihrem Haus nicht mehr Willkommen. Angeblich, weil sie ihre alte Mutter (die mittlerweile nicht mehr mit mir redet) vor dem Thema schützen will. Auch findet sie Gründe, warum alles nicht so schlimm ist bzw. mein Ex sich ja so viel Mühe gibt.

    Ich sehe das anders. Es ist die Patentante! Anstatt das Kind auszuschließen, hat sie eigentlich Verantwortung dafür zugesichert. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass sie sich gegen ihren Bruder stellen müsste.


    Als mein Vater damals an den Folgen seines Konsums gestorben ist und meine Mutter total von der Rolle war, habe ich das eiserne Gebot gebrochen, dass wir niemandem erzählen, was wirklich los war (meine Mutter hat allen nach jahrelangem Theater gesagt, mein Vater hätte einen Herzinfarkt gehabt und sei daran gestorben) und meine Patentate um Hilfe gebeten, weil ich echt verzweifelt und sooooo unglaublich entsetzt und allein war. Sie hat zunächst betroffen geschwiegen und dann gesagt, ich kann Dir nicht helfen. Schlimm!

    Kleiner Reminder: Bleib bei Dir! 😉 (auch in Friseurfragen)


    Und verkopf es nicht - durchbrich die alten Muster. Wenn jemand sagen würde: ja, für dich und deinen Partner ist es nach all den Jahren nicht mehr möglich Alkohol- bzw. Co-Abhängigkeit zu überwinden - was wäre dann die Konsequenz. Kapitulieren?

    Nein! Wege suchen! Oder?

    Er trinkt, versucht auszugleichen, strengt sich an, bricht zusammen, macht sich Vorwürfe, will es wieder gut machen, schafft es einige Zeit, zeigt seine Liebe, wirkt innerlich zerrissen, ist wieder unerreichbar, betrunken, zieht sich zurück, wirkt verzweifelt, "reißt sich zusammen", schafft es nicht, geht in die Klinik, blüht wieder auf, Hoffnung kommt, Hoffnung geht...

    Um die Co-Abhängigkeit zu überwinden, musst du gedanklich weg von ihm! Du musst zurück zu Dir: Wie lang will ich das noch mitmachen, wie viel Energie zieht es mir, wie groß ist mein Vertrauen, dass er es wirklich will und schafft und auch in Zukunft alles dafür tut, stelle ich mir so eine Partnerschaft auf Augenhöhe vor etcpp …


    Ich hatte damals irgendwann einfach kein Vertrauen mehr, dass er wirklich alles dafür tut und tatsächlich aus eigenen Stücken abstinent leben will und nicht immer nur so lang, dass ich besänftigt und bereit für einen Neubeginn bin. Ich bin gegangen, obwohl ich ihn noch liebe, Angst um ihn habe, ihm nur das Beste wünsche - aber ich habe mir verboten länger (mit-)zuleiden und meine Energie an Gedanken zu verschwenden, die sich mit Dingen beschäftigen, auf die ich keinen Einfluss habe. Es ist sein Leben und seine Verantwortung. Und ich hab Verantwortung für mein Leben, mein Glück, meine Energie … und das ist noch egoistisch sonder selbstfürsorglich.

    Wir sind ja alle Menschen mit Gefühlen. Und wenn wir jemanden lieben, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es viele Leute gibt, die sagen: So, jetzt habe ich zum ersten Mal eine Verletzung empfunden, die ich auf den Alkohol bei ihm zurückführe, also setze ich jetzt eine Grenze und setze sie auch sofort konsequent um,

    Es geht hier aus meiner Sicht nicht um das erste Mal! Das Problem in der Co-Abhängigkeit ist, dass ich auch nach der zigsten Beleidigung und dem x. Absturz noch Entschuldigungen dafür finde, dass der Alkoholkranke nicht anders kann und ich als Co auch nicht.

    Ich bin auch in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen. Du irrst, wenn Du sagst, es besteht aktuell keine Gefahr für Deine Tochter - und das weißt Du offenbar auch, sonst hättest Du ja keine Angst vor der Reaktion des Jugendamtes.

    Sein Interessen liegen nur nicht bei mir und unserem Sohn. Er redet nicht viel, ist oft aggressiv und verletzend.
    Nun hat er sich eine Affäre angelacht und behauptet es war nichts ernstes, aber jedes Mal wenn er betrunken ist, leidet er.

    Das allein sollte für dich doch reichen, um die Beziehung zu beenden - warum bleibst Du bei einem Mann, der dich so respektlos behandelt?

    Ja , hab ich mich blöd ausgedrückt-aber nicht in Bezug auf mich durchdreht sondern selbst , oder aus Verzweiflung volltrunken auf der Arbeit steht oder vor meiner Tür , weil ich nicht konfrontiert werden will wenn er betrunken ist, denn nüchtern wie gestern ist das was ganz anderes wenn er bei mir vor der Türe steht …

    Jemand, der keine Impulskontrolle mehr hat unterscheidet nicht, wem gegenüber er übergriffig wird. Du machst Dir da gerade ganz schön selbst was vor. Das kann echt gefährlich werden - auch wenn Du das jetzt nicht wahrhaben magst.

    Ich hab nur Riesenangst Restschulden bis Ende meines Lebens zu haben, dann wäre ich auch nicht glücklicher als hier bleiben ...

    Da bin ich mir nicht so sicher … die Situation, in der du jetzt steckst, ist schlimm und wird definitiv schlimmer. Wenn dein Mann so weitermacht - und so sieht es ja aktuell aus - werdet ihr die Wohnung auch verlieren, wenn du bleibst. Nur dass du dann bereits noch mehr Energie verloren hast und es noch schwerer ist, wieder da raus zu kommen.