Beiträge von Lanananana

    wenn das wirklich Dein Ziel wäre, Harmonie und wenig Streit und Zorn in Dein Leben zu bringen, wärst Du schon vor langer Zeit gegangen. Oder was hat Dich abgehalten?

    Kann ich Dir verraten: Im Wesentlichen geht es Dir, wie allen Menschen, um Kontrolle über die Situation. Das ist normal! Damit bist Du nicht schwach oder unfähig - Du bist absolut in Ordnung so.

    Steile Thesen! Woher weißt Du das?

    Wie hilft Dir die Antwort weiter? Aus meiner Erfahrung muss es nicht bedeuten, dass er tatsächlich „nur“ das alkohol-reduzierte Bier trinkt. Vielleicht trinkt er heimlich. Vielleicht macht er eine halbherzige Trinkpause. Was genau gerade bei ihm passiert, weiß nur er. Was aber sicher zu sein scheint: Ihm fehlt die Einsicht krank zu sein - und Dir das Vertrauen in ihn - verständlicher Weise.

    Du hilfst Dir selbst am meisten, wenn Du Dich auf das konzentrierst, was in deinem Einflussbereich liegt: Dich, deine Wünsche, deine Werte etcpp.

    Die traurige Wahrheit ist: Solche Gespräche mit einem nassen Alkoholiker (auch wenn er gerade „alkoholfrei es“ Bier trinkt) verschwenden nur Energie und bringen Dich/Euch nicht weiter - und das hat überhaupt nichts mit Dir zu tun! Was Dich weiter bringt, ist Dich damit auseinanderzusetzen, welche Möglichkeiten Du hast, Dein Leben so zu verändern, dass Du die Kontrolle zurück gewinnst.

    Vielleicht hat meine Satz "ohne Vorboten" das ausgelöst?

    Nein - das verstehe ich bestens. Mein Ex-Freund hatte nach seiner erfolgreich abgeschlossenen LZT scheinbar aus dem Nichts wieder Bock auf ne Runde Alkohol und mich hat es getroffen, wie ein Schlag.

    Und als er genau das beim der nächsten Therapie quasi kopiert hat, war ich erstmal genauso geschockt - buchstäblich atemlos.

    Aber dann habe ich mich gefragt, wie lang will ICH mich dieser Situation noch aussetzen!? Was tu ich mir damit eigentlich an?! Und warum? Weil ich glaube, dass irgendwann doch noch alles gut wird? Weil ich insgeheim denke, ich kann ihn doch retten? Weil ich nicht fassen kann, dass dieser Mann sich kaputt macht und unsere Zukunft, die ich mir so ganz anders ausgemalt hatte?!

    Aus Deinen Worten habe ich sehr viel Mitgefühl für deinen Partner gelesen, der so schwer krank ist und Du hast deine Unsicherheit betont, ob du nun - trotz Auszug- loslassen können wirst. Und ich glaubte, dass es Dir (!) gerade mehr hilft, Dich auf Dich zu konzentrieren- unabhängig von deinem Partner.

    Ich habe Dir deshalb - wie bereits oben erwähnt - das geschrieben, was mir selbst geholfen hat.

    Deine - aus meiner Lesart (!) - abweisende pampige Reaktion darauf hat mich tatsächlich verletzt. Das hat sicher ganz viel mit mir zu tun …

    Liebe Lanananana ,

    ich werd aus diesem Satz nicht ganz schlau.. weißt du, ich habe mal zu mir selbst und den anderen gesagt, solange mein Partner kämpft, kämpfe ich mit ihm. Nun bin ich resigniert und erschöpft, und versuche Abstand zu gewinnen. Aber ich kenne mich, auch wenn ich weg bin, auch wenn wir nicht mehr zusammen sein sollten, sogar wenn wir gar keinen Kontakt hätten, würde ich noch immer für ihn hoffen.

    Ich weiß nicht ob meine Antwort jetzt explizit deine Frade beantwortet, aber das fällt mir dazu ein.

    Liebe Alexa - ich beantworte das mal hier: Hoffen finde ich verständlich und gesund. Das ist aber was anderes als sich immer wieder zurück ins Suchtsystem ziehen zu lassen und zu sagen: „ist halt auch schwer aufzuhören“ und „ich verstehe es gar nicht - gerade war doch alles so gut“.


    Was mich echt ratlos und oft auch traurig zurücklässt: Die Cos sind verwundert über den Rückfall des Trinkers und finden die eigenen Rückfälle nicht nur normal sondern auch noch als „fürsorglich“ oder „liebevoll“ … und greifen die an, die etwas sagen, was ihnen nicht gefällt.


    Ich hab selbst echt zu kämpfen - und verstehe auch vieles. Ich fühle mit jedem mit, der das Schrecklichliche erlebt oder immer wieder erlebt - weil ich weiß, wie sich der Schock anfühlt, wie es einem den Boden wegreißt … Aber ich finde hier ist eine Selbsthilfegruppe, wo sich Betroffene unterstützen, um etwas zu verändern - und nicht, um sich zu bestärken immer weiter im System zu bleiben … Was ich deshalb nicht verstehe: Warum man hier so oft einen übergebraten bekommt, weil man mehr sagt als „tut mir leid“.

    Wenn er könnte, würde er aufhören, das weiß ich.

    Wirklich? Woher nimmst Du die Gewissheit. Bleib bei Dir. Du schaust nicht in seinen Kopf. Seine Handlungen sprechen aus meiner Sicht eine andere Sprache.

    Eine eigene Wohnung heißt noch lange lange nicht, dass ich es schaffe auch los zu lassen. Ich habe jetzt schon Bilder um Kopf, wie er halbtot im Haus liegt.

    Das ist Deine Entscheidung! Wenn Du Dir solche Bilder kreierst wird es sehr schwer. Wenn Du bei Dir bleibst, wird es für Dich leichter!

    dass er ja aufhören will und es auch immer wieder geschafft hat und immer wieder Hilfe gesucht hat.


    Mein Ex-Freund hat auch immer wieder mal aufgehört-und dann wieder angefangen. Unabhängig davon ist es Deine Entscheidung, wie oft du dieses Auf und Ab noch mitmachen willst. Auch hier empfehle ich Dir nochmal: Bleib bei Dir!

    Wenn ich gehe stirbt er. Wenn ich bleibe sterben wir beide. Ich innerlich, im Herz, in der Seele.

    Stimmt das? Könnte auch heißen:Wenn ich bleibe stirbt er. Sterben wir beide.


    Die Chancen sind gering, dass er aufwacht, wenn du das Suchtystem verlässt - aber größer als wenn alles bleibt, wie es ist. In jedem Fall bist Du nicht für IHN verantwortlich! Sondern für DICH!

    Wenn da bloß nicht diese unfassbare Schwäche über mich kommen würde. Ich fühle mich gelähmt. So müde. So klein. So alleine.

    Das kenne ich von früher! Das hatte ich auch. Das wird fast alles schlagartig besser, wenn Du raus bist aus der unmittelbaren Co-Abhängigkeit zum Trinker. Mir zumindest hat es sehr geholfen.


    Die Traurigkeit bleibt und das Gefühl allein zu sein … aber ich bin wieder ich - in meiner Kraft, unabhängig von den Abstürzen und Stimmungswechseln, auf die ich keinen Einfluss habe und das ist so unglaublich wohltuend!

    Hm … dass Dich das aufwühlt, finde ich nicht erstaunlich. Wer sagt, „dass dich das kalt lassen sollte“? !

    Das Entscheidende ist, wie Du reagierst. Kannst/willst Du bei Dir und auf Deinem Weg bleiben … oder nimmst Du aus aktuellem Anlass Kurs auf ne neue Runde im Suchtsystem …

    Es ist auch für mich sehr schwer gewesen loszulassen. Aber ich habe erkannt, dass wir beide untergehen, wenn ich es nicht tue.

    Ich kann Dich nur ermuntern, Dir selbst eine liebevolle und fürsorgliche Freundin zu sein.

    Die würde Dir doch Mut machen anstatt Dich in Frage zu stellen, oder?

    Pass auf, was Du Dir selbst über Dich erzählst! Was Du „fütterst“ wird stärker … Also mach Dich nicht klein durch das, was Du manifestierst sonder groß und stark. Du schaffst das.


    Und aus eigener Erfahrung sage ich Dir - es ist zwar traurig, sich einzugestehen, dass Du ihm nicht helfen kannst aber es ist auch gut zu erkennen, dass Du Dich und Dein Kind das rausholen kannst und dass es eine Befreiung sein wird, aus dem Suchtsystem auszubrechen.