Manchmal hab ich eine Art mentalen Hänger … dann fühl ich mich klein und ungeliebt, einsam und irgendwie unfähig im Leben Fuß zu fassen. Mein Gehirn versucht mir dann gemeine Dinge zu flüstern. Mein Verstand bemüht sich, dagegen zu halten - aber gefühlt bin ich wieder drei, stehe im Flur und mein Vater schleudert mir an den Kopf, dass ich verschwinden soll oder am besten nie geboren wäre.
Ich finde es krass, wie tief der Schmerz sitzt und wie hartnäckig ich noch immer Tag für Tag an meinem Selbstwertgefühl arbeiten muss. Obwohl ich mir bereits mehrfach professionelle Hilfe gesucht habe. Obwohl ich wirklich ständig an mir arbeite … Obwohl ich manchmal auch sehen kann, was ich schon alles geschafft habe … Aber wie viel Kraft kostet es, die Traumen zu verarbeiten und die Verletzungen zu heilen und vor allem die erlernten Muster zu überwinden. Angehörige sollten das bedenken, wenn sie sich nicht lösen können und ihre Kinder einer solchen Situation/Gefahr aussetzen.
Ich will niemandem einen Vorwurf machen. Mein Vater war alkoholkrank. Er hat getan, was im Rahmen seiner Möglichkeiten stand. Wer weiß, was in seinem Kopf vorgegangen ist. Vermutlich wollte er mich gar nicht so verletzen … Vielleicht war er einfach nur benebelt in solchen Momenten … Und hat selbst nicht genug Liebe abbekommen. Leider war auch meine Mutter nicht in der Lage, mir Schutz und Sicherheit zu geben. Und ja - ich bin erwachsen … aber es ist immer noch eine krasse Herausforderung.
Heute habe ich wieder einen solchen Hänger. Meistens wache ich am nächsten Tag auf und kann auch wieder Licht, Stärke und Liebe sehen … manchmal dauert es auch etwas länger …
Ich wollte bei der Gelegenheit Danke sagen. Weil ich seit ich hier bin im Akut-Fall in meinem Faden lese und eure Nachrichten „inhaliere“. Cadda - Deine letzte hat mir eben nochmal (!) richtig heftig gut getan. Danke!