Beiträge von Lanananana

    Manchmal hab ich eine Art mentalen Hänger … dann fühl ich mich klein und ungeliebt, einsam und irgendwie unfähig im Leben Fuß zu fassen. Mein Gehirn versucht mir dann gemeine Dinge zu flüstern. Mein Verstand bemüht sich, dagegen zu halten - aber gefühlt bin ich wieder drei, stehe im Flur und mein Vater schleudert mir an den Kopf, dass ich verschwinden soll oder am besten nie geboren wäre.

    Ich finde es krass, wie tief der Schmerz sitzt und wie hartnäckig ich noch immer Tag für Tag an meinem Selbstwertgefühl arbeiten muss. Obwohl ich mir bereits mehrfach professionelle Hilfe gesucht habe. Obwohl ich wirklich ständig an mir arbeite … Obwohl ich manchmal auch sehen kann, was ich schon alles geschafft habe … Aber wie viel Kraft kostet es, die Traumen zu verarbeiten und die Verletzungen zu heilen und vor allem die erlernten Muster zu überwinden. Angehörige sollten das bedenken, wenn sie sich nicht lösen können und ihre Kinder einer solchen Situation/Gefahr aussetzen.

    Ich will niemandem einen Vorwurf machen. Mein Vater war alkoholkrank. Er hat getan, was im Rahmen seiner Möglichkeiten stand. Wer weiß, was in seinem Kopf vorgegangen ist. Vermutlich wollte er mich gar nicht so verletzen … Vielleicht war er einfach nur benebelt in solchen Momenten … Und hat selbst nicht genug Liebe abbekommen. Leider war auch meine Mutter nicht in der Lage, mir Schutz und Sicherheit zu geben. Und ja - ich bin erwachsen … aber es ist immer noch eine krasse Herausforderung.

    Heute habe ich wieder einen solchen Hänger. Meistens wache ich am nächsten Tag auf und kann auch wieder Licht, Stärke und Liebe sehen … manchmal dauert es auch etwas länger …

    Ich wollte bei der Gelegenheit Danke sagen. Weil ich seit ich hier bin im Akut-Fall in meinem Faden lese und eure Nachrichten „inhaliere“. Cadda - Deine letzte hat mir eben nochmal (!) richtig heftig gut getan. Danke!

    wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast "lustig" dass ausgerechnet ich jetzt einen Mann habe der heimlich trinkt....

    Da bist du nicht alleine. Viele, die in einer suchtbelasteten Familie aufwachsen, rutschen (oft unbewusst) in eine Beziehung mit einem Suchtkranken oder werden selbst abhängig. Obwohl ich mir geschworen hatte, dass ein Suchtkranker für mich als Partner niemals in Frage kommt, fand ich mich auch plötzlich irgendwann doch in einer ebensolchen Partnerschaft wieder. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier!

    Hallo! Gern würde ich Dir Hoffnung machen oder etwas sagen, das Dich tröstet aber Du weißt ja selbst, dass das nicht so gut aussieht . Mein Vater ist mit 50 an den Folgen seines „ist-doch-nur-Bier-Konsums“ gestorben. Aber Menschen sind in der Beziehung nicht gut zu vergleichen. Schwer! Ich wünsch Dir viel Kraft!

    Wo oder was wäre denn die erste Anlaufstelle für eine begleitende, nicht Stationäre, Therapie?

    Darum sollte er sich selber kümmern! Du solltest Dich jetzt lieber darum kümmern, was Du tust, wenn er weitertrinkt. Denn wenn du dann einknickst, nimmt er dich nicht mehr ernst. Also schau, was Du an Infrastruktur brauchst und aufbauen kannst und wer dir mental in der Situation zur Seite stehen kann, wenn er nicht bereit ist, für immer auf Alkohol zu verzichten!

    Statt dessen sagte ich, dass ich möchte das wir unsere Beziehung erst mal hinten an stellen und das er mir nichts schuldig ist.

    So funktioniert das aus meiner Sicht nicht. Was willst du damit bezwecken? Warum machst du dich so klein?

    Dennoch habe ich grade gestern Morgen gemerkt, dass es noch ein langer Weg ist, bis ich mich emotional komplett von ihm abkapseln kann, grade weil wir einfach ja noch zusammen leben

    Das ist unmöglich! Du verlangst Dir Unmögliches ab!

    Gestern morgen dann, hatte ich ein großen Tiefpunkt. Ich bin morgens wach geworden und war einfach nur tief traurig,

    Normal! Das ist nicht auszuhalten!

    mein kleiner soll das ganze Paket bekommen und nicht nur das „halbe“ so wie ich es all die Jahre hingenommen habe.

    Sehr guter Ansatz! Aber auch Du verdienst das „ganze Paket“.

    Warte nicht zu lange. Das schwächt Dich nur - kenne ich aus eigener Erfahrung! Die Chance ist minimal - aber vielleicht wacht er ja auch auf, wenn er den Ernst der Lage erkennt. Das kann er aber nicht, wenn du sogar noch sagst, dass er dir nichts schuldig ist und ihr weiter zusammen lebt mit allen Hochs und Tiefs. Viel Ktaft!

    Ich denk an dich! Verblüffend, wie viel Energie einem die Situation rauben kann. Sehr interessant das von außen zu betrachten. Ich kenne das alles so gut - und bin wirklich erstaunt, dass es nicht mir allein so geht. Hab leider auch keinen Rat - aber ich finde Du klingst so bewusst, dass ich mir vorstellen kann, dass Du gut auf Dich aufpassen wirst! Ich wünsche Die die Stärke, das zu tun, was die Situation erfordert, um dich zu beschützen! Fühl dich umarmt!

    Aber klar wird man da jetzt hellhörig, was stimmt und was nicht.

    Bleib sehr hellhörig. Und hol ihn vom Sockel! Ich hab mich anfangs auch so über die angebliche „Krankheitseinsicht“ meines Ex-Freundes gefreut und sehr von seinem angeblichen Wunsch aufzuhören zu trinken blenden lassen. Drei Jahre später, nach vielen Entzügen und ebenso vielen Rückfällen und 1,5 Therapien muss ich leider sagen: a) hat er mich mit seinen nicht konsequent durchgezogenen Heilversuchen eigentlich nur versucht ruhig zu stellen, denn im Grunde wollte er auf keinen Fall für immer abstinent leben und b) hab ich ihn - ähnlich wie du - auf einen Sockel gestellt und für meinen Traummann gehalten - wenn er nur nicht trinkt. Und das ist Blödsinn! Den nüchternen Mann gibt es nämlich nicht getrennt vom Säufer und häufig gibt es ihn auch niemals mehr zurück, so wie du ihn kennengelernt hast … selbst dann nicht, wenn er wirklich aufhört zu trinken.

    Ich habe auch so die Gewissheit- aber fange mir trotzdem weiter Streifschüsse ein und hab Sorge, dass noch Treffer von Kanonenkugeln dazu kommen, wenn sie irgendwann nicht mehr alleine klar kommt.

    Und obwohl mein Vater, der Trinker, vor mehr als 30 Jahren gestorben ist, sehe ich oft vor mir, wie er sagt, ich wünschte, du wärst nie geboren oder was will die hier, sieh zu, dass die wegkommt. Und es tut immer noch weh.

    Ich hoffe, Du nimmst mir nicht übel, dass ich in Deinem Faden nun so viel von mir berichtet habe.

    Nein! Ich freu mich sehr über den Austausch! Deine Gedanken sind hier jederzeit sehr willkommen! Ich bin überzeugt, dass das ein wertvoller Austausch für uns beide ist/ wird. Wann immer Du magst - schreibt gern. Ich wünsche Die für heute eine gute Nacht!

    Liebe Siri,

    über deine Nachricht freue ich mich besonders, weil ich auch deine Geschichte mit sehr großem Interesse verfolgt habe! On meiner Familie war zwar mein Vater der Trinker aber meine Mutter ist Narzisstin (wie aus dem Lehrbuch) und verhält sich genauso wie Deine - nur ohne dass sie trinkt (zumindest offiziell. Meine Mutter hat immer ein Doppelleben geführt insofern weiß ich es eigentlich gar nicht so genau). Ich denke oft darüber nach, was ich tue, wenn sie nicht mehr allein wohnen kann. Sie ist so böse und gemein - umso mehr, wenn die auf Hilfe angewiesen ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, mich intensiver um die zu kümmern. Meinen größten Respekt, wie du es trotzdem versuchst. Eine meiner Therapeutinnen hat mir mal gesagt: Sie können nicht heilen, wenn sie auf dem Schlachtfeld stehen bleiben und rechts und links die Streifschüsse abbekommen, bevor die alten Wunden Schorf haben. Ich fand das ein starkes Bild.

    Es tut so gut, zu lesen dass ich doch nicht ganz allein bin mit meinen Problemen. Ich wünsche Dir auch von Herzen Kraft, Stärke und Klarheit! Vielleicht können wir uns hier gegenseitig unterstützen! Liebe Grüße!

    Ich als medizinischer Laie schätze dennoch ihre Restlaufzeit MIT Alkohol auf noch viele Jahre ein. Sie ist gesund, sieht gut aus, geht arbeiten - auch wenn der Job sie ankotzt - das kann noch sehr lange so weitergehen.

    Täusch Dich nicht - drei Mitglieder meiner Familie haben den Löffel vor oder mit 50 abgegeben - zwei davon haben „gut ausgesehen“ gearbeitet und für Außenstehende scheinbar alles so weit im Griff gehabt. Die letzten Meter waren dann allerdings sehr elendig. Für die Betroffenen und die Angehörigen!

    Sie hat noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht - gehen muss: der Verzicht aufs Trinken ist ein Eingriff in ihre komplette Lebensführung, eine Totaloperation an ihrer Persönlichkeit.

    Sie entscheidet für sich und du entscheidest für Dich! Sie hat ein Recht darauf zu trinken! Und wenn dir das nicht passt - was ich gut verstehen kann - musst Du gehen! Du bist nicht ihr Lehrmeister! Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich deine Worte erschrecken! Du klingst fürchterlich dominant und respektlos deiner Frau gegenüber. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe stelle ich mir - unabhängig von dem Suchtproblem deiner Frau - definitiv anders vor.

    Du weißt, dass sie nicht wegen ein paar Stunden ohne Konsum nicht nüchtern ist, oder? Und auch, dass sie - so wie du ihren Konsum beschreibst- nicht mal „einfach weniger trinken“ kann?! Schratte, so wird das nichts. Wenn nicht einer von euch beiden das Problem endlich wirklich für sich angeht, mach ich mir echt Sorgen, wie das bei weitergeht. Warst Du mal bei einer Angehörigenberatung?