Beiträge von Lanananana

    Heute ist es leider wieder passiert - Häuserschlucht, Regen, hab ihn schon von weitem am Gang erkannt - ich konnte leider nicht ausweichen - eine unerwartete Begegnung - flüchtig - und trotzdem erstaunlich, das da immer noch so unglaublich viele Gefühle hochkommen.

    Wut (endlich!!!!) - leider auch auf mich, dass ich mich so schlecht behandeln lassen hab, dass ich so viel Zeit verplempert hab, in der Hoffnung, dass doch noch alles gut wird, dass ich deine guten Seiten und meine Projektionen so groß gemacht habe und seine schlechten Seiten immer entschuldigt oder ausgeblendet habe …

    Trauer, weil eben gar nichts gut geworden ist, trotz 1000% Einsatz meinerseits - weil dieses ganze Hin und Her mich geschwächt und verletzt und klein gemacht hat.

    Stolz (erstaunlich), dass ich es da raus geschafft habe, dass ich nicht wieder weich geworden bin, dass die Hoffnung weg ist, dass ich wieder klar in der Birne bin (und hoffentlich auch bleibe). Dass ich meinen Wert wieder selbst sehe!

    Ich würde mir wünschen, dass da nicht so viele Gefühle hochkommen, dann wäre ich wohl ganz über den Berg. Oder dass ich mit jemandem darüber sprechen könnte. Aber leider ist da im Moment niemand. Aber wenn ich was gelernt habe, in den vergangenen Jahren: lieber allein als in schlechter Gesellschaft!

    Ich verstehe, dass Du Dir Aufmerksamkeit und Nähe wünschst bzw. so sehr ersehnst - ich hab das leider auch nicht bekommen … ich kenne diese Sehnsucht also gut - aber der Preis, den Du gerade bereit bist dafür zu zahlen, ist vieeeeel zu hoch und das, was Du suchst, wirst Du dort, wo Du suchst, nicht bekommen! Du suchst Wasser in der Wüste - und begibt Dich dabei in höchste Gefahr! Sei Die selbst mehr wert. Behalte deine Energie bei Dir! Kümmer Dich um Dich selbst und deine Kinder und lass ihn los! Mit Abstand wirst Du wieder klarer sehen. So war es zumindest bei mir.

    Warum mache ich das ein zweites mal mit? Kann mir das jemand beantworten?

    Ich verstehe dich sehr gut. Hab mich das auch unendlich oft gefragt. Konnte gar nicht verstehen, wie ich selbst in eine solche Situation hineingeraten bin.

    Ich hatte - glaub ich - unbewusst das Gefühl, diesmal gibt es ein HappyEnd. Diesmal schaffe ich, das Ruder rumzureißen, diesmal bin ich geoß und hab mehr Kraft, zu überzeugen, etwas zu bewirken - diesmal ist da irgendwann doch nur noch Liebe statt Saufen …

    Es ist so schwer ist den Schalter im Kopf umzulegen. Es fühlt sich an, wie ein Bi-Metall im Hirn, das unterschiedliche Gedankenkreise schließt - oder wie ein Vexirbild auf das ich schaue - mal sehe ich den Säufer, der much niedermacht und terrorisiert- und mal den liebevollen, sensiblen, verletzlichen Typen, der so vieles von dem hat, was ich schon immer ersehnt habe - wirklich schlimm - und natürlich Bullshit …

    Ich glaube - wie Du, dass die Kindheit in einem Alkoholikerhaushalt so traumatisch ist, dass wir ein ganzes Leben was davon haben. Und genau da habe ich für mich angesetzt: Ich habe irgendwann für mich beschlossen, die Situation mit meinem saufenden Partner als Entwicklungschance gesehen, um noch ein paar Dinge aufzuarbeiten. Mir hat das geholfen - auch aus dem toxischen Karussell wieder rauszukommen.

    Aber obwohl ich inzwischen zum Glück getrennt bin, beschäftigt mich das Ganze immernoch sehr. Ich wünsche Dir einen sehr hilfreichen Austausch hier. Du bist auf jeden Fall nicht allein.

    Twizzler, er hat eine schwierige Kindheit gehabt

    DSE - viele haben eine schwere Kindheit gehabt. Das hat nichts miteinander zu tun. Das ist keine Entschuldigung. Er bekommt Hilfe. Er hat professionelle Unterstützung. Aber offensichtlich will er die gar nicht. Weil er noch nicht ausgetrunken hat.

    Ich würde ihm nicht glauben. Nein. Und tatsächlich gibt es aus meiner Sicht ein großes Problem, wenn man sich nicht vertrauen kann. Überleg dir gut, was deine Standards und Werte sind … und dann sprich Klartext mit ihm und handle ggfs., wenn er nicht die gleichen Werte und Ziele hat. Ich habe es ja schon weiter oben geschrieben. Wenn er nicht selbst trocken werden und bleiben will, kannst Du nichts machen und solltest Dir gut überlegen, ob Du Dir das weiter antun willst.

    Du kannst leider nichts tun, um seine Abstinenz abzusichern. Deine Sorge verstehe ich sehr gut. Ich halte sie auch für begründet. Und um das nochmal ganz klar zu sagen: Es gibt keinen Grund zu trinken. außer seinen Entschluss. Aber Du kannst etwas für dich tun: Hol Dir die Kontrolle zurück! Mach ihm klar, dass es so nicht weiter geht. Überleg Dir, wie Du Dir eure Zukunft vorstellst. Und setz ihm eine Frist. Wenn er die bricht, bleib konsequent und bau dir eine Zukunft ohne ihn. An der Seite eines nassen Alkoholikers, der nicht wirklich aufhören will, gehst du mit unter. Viel Kraft!

    Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, einerseits bin ich so wütend, weil sie keine Hilfe annimmt und andererseits bin ich unendlich traurig weil ich weiß ich habe sie nicht mehr lange. Ich bin überfordert mit meinen Gedanken.

    Das verstehe ich gut. Such Dir bitte (professionelle) Unterstützung! Angehörigenberatung und/ oder Psychologe. Das ist eine unglaubliche Last, die du da mit Dir rumschleppst. Das musst Du nicht alleine tragen. Mein Vater hat sich leider auch totgesoffen. Und mein Ex-Freund ist auch gerade dabei. Ich find es gut, dass Du neben der Trauer auch Wut empfindest. Ich fühle mit Dir und wünsche Dir ganz viel Kraft!

    Ja! Ich denke, das wäre besser gewesen. Seine Reaktion spricht ja Bände. Nutz dieses Forum für Dich. Es soll Dir helfen, Dich wieder in den Fokus zu rücken und Dir klar darüber zu werden, was Du brauchst, um glücklich zu sein und wie Du leben willst. Ihm zu sagen, dass Du eine Selbsthilfegruppe besuchst, finde ich ok. Aber ich würde nicht konkreter werden. Sonst schlägt er hier auch auf und Deine Insel ist perdu.

    Mich laugt die ganze Sitiation sehr aus. Wenn er mich betrunken verbal angreift, mich ablehnt, mir das Gefühl gibt, ich bin der schlechstere, wertloseste Mensch der Welt, kann ich mich nicht einfach davon distanzieren und sagen „das sagt er nur, weil er betrunkene ist“. Vor allem nagt es an mir, wenn ich ihn in fast gleichen Situationen mit anderen sehe und er sich absolut zusammenreißen kann. Mir scheint, als könne er nur bei mir das nicht und ich weiß nicht warum. Er sagt, dass er das alles nicht so meint und es ihm leid tut , aber mir fällt es immer schwerer das hinzunehmen.

    Ich würde auch mittlerweile niemals in seiner Nähe auch trinken, weil ich zu sehr Angst hätte vor den Konsequenzen. Wenn ich nicht einen kühlen Kopf bewahren würde und mich der Situation entziehen könnte, wüsste ich nicht, was passieren würde.

    Was würdest Du einer Freundin raten, die dir das über ihre Beziehung erzählen würde? Aus meiner Sicht solltest Du Dich ganz dringen mehr um Dich selber kümmern: Was sind Deine Werte, Ziele, Grenzen? Was brauchst Du, um dich sicher und kraftvoll ungeliebt/gewertschätzt zu fühlen? Warum hältst du an einer Beziehung fest, die dienlichst guttut? Warum nimmst du dich aktuell so zurück und machst dich klein? Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man beginnt, sich in einer Beziehung zu verlieren. Deshalb rate ich Dir, tritt sofort auf die Bremse - und arbeite an Deinem Selbstwertgefühl.

    Mich macht es bis heute unfassbar traurig - da find ich es tatsächlich fast gesünder, dass du dich ärgerst. Fakt ist aber: Wir müssen das weder aushalten noch uns den Schuh anziehen. Wir müssen lernen komplett loszulassen und uns wieder zum Zentrum unseres Lebens zu machen. Bei mir hat es wirklich Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass er nicht nur eine Schuldige sucht sondern überhaupt einen Sinn für sein Leben.

    Und ich wiederum hab auch viel zu lange gehofft, dass wir doch noch die Kurve kriegen und nach langem Kampf glücklich „gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten“. Seit ich ihn blockiert habe und Kontakt auf zufällige Begegnungen in der Stadt beschränkt ist, geht es etwas besser. Und diesen Tipp will ich Dir auch gern geben: Blockier ihn nach der Frist. Denn selbst, wenn Du auf seine Nachrichten nicht antwortest, wühlen sie dich immer wieder auf. Zumindest war das bei mir so.

    Mir würde es besser gehen wenn ich seine persönlichen Sachen nicht mehr verwahren müsste und ich somit den Kontakt abbrechen könnte. LG

    Setz ihm eine Frist, um seine Sachen zu holen. Wenn er darauf nicht reagiert, musst du sie nicht länger verwahren. Er nutzt das, um das Band zwischen euch zu halten.

    Ansonsten kann ich dich sehr gut verstehen. Ich kenne das Hin und Her zwischen Liebesbekundungen und Schuldzuweisungen von meinem Ex-Freund auch sehr gut. Und tatsächlich hilft es, keinen Kontakt mehr zu haben.