Beiträge von Lanananana

    Wie habt ihr es geschafft bzw. wie kam es dazu das euer Partner dann ne Therapie gemacht hat?

    Du machst Dir nen Kopf, um die falsche Person! Sie entscheidet für sich, wenn sie mehr Vorteile sieht ihre Sucht zu bekämpfen als zu befriedigen. Darauf hast Du 0 Einfluss! Du kannst sie nicht dazu bringen, den Rest ihres Lebens abstinent zu bleiben. Selbst wenn sie 1-2 Monate Therapie machen würde, damit du endlich Ruhe gibst oder bei ihr bleibst, würde das längerfristig nicht funktionieren.

    Du solltest Dir stattdessen überlegen, wie Du leben willst. Was sind deine Grenzen, was sind deine Werte? Was brauchst Du, um ein zufriedenes Leben zu leben? Was gibt Dir Kraft? Und dann mach Dir einen Plan, was davon in Deiner Macht steht und kümmer Dich um Dich!

    Nicht so viel darüber nachdenken, was andere vermeintlich denken. Ich bin auch so groß geworden und gewöhne mir das selbst erst ab - aber ich kann jetzt schon sagen, es ist ein anderes Leben, wenn Du bei Dir und Deinen Bedürfnissen, Werten, Grenzen bleibst!

    Du hast gefragt - deshalb antworte ich Dir: Sie hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht - das Schwierigste steht euch beiden aus meiner Sicht aber noch bevor. Ich will Dich nicht entmutigen - lediglich darauf vorbereiten, dass es eben erstmal nur ein Anfang ist. Ich habe mich auch lang der Illusion hingegeben, dass Krankheitseinsicht ein Happy End verheißt. Ist leider nicht automatisch so. Ich wünsche Euch Erfolg und viel Kraft!

    Also - aus meiner Sicht hängst du noch total drin (ohne Wertung) - und zwar weil du dich da so einwickeln lässt, von seinem Gesäusel. Ich kenn das (leider) von mir selbst. Wenn du wirklich entschlossen und bei Dir wärest, würdest du dich nicht so schnell von ihm „verwirren“ lassen.

    Dein Leben, deine Regeln! Klingt banal - habe ich aber erst kürzlich wirklich verstanden und teile es deshalb mit dir. Nur du kannst für dich entscheiden. Und so wie es klingt, willst du eigentlich erstmal keinen Kontakt - was ich gesund finde. Eine Entgiftung ist keine „Wunderbehabdlung“ sondern der Beginn eines sehr langen Weges. Ggfs. für euch beide …

    Ich sage nicht, dass die Situation hier toll ist. Aber meiner Einschätzung nach ist sie nicht so dramatisch, dass alles andere besser ist. Weißt du, was ich meine?

    Stelle ich mir schwer vor: Abstand zu nehmen/haben und gleichzeitig so nah/im gleichen Haus zu sein und ich glaube auch, dass diese Situation für die Kinder belastender ist als ein harter Cut mit mehr Abstand und geklärten Verhältnissen … Aber wer weiß- vielleicht klappt es ja bei euch. Mein Ex-Freund lebt in der Nachbarschaft. Das ist schon sehr fordernd.

    Keine Hoffnung, weil ich weiß, dass es nur von kurzer Dauer ist. Und solange er versucht, dass auf diese Art hinzubekommen, wird sich auch keine Hoffnung bei mir einstellen, dass sich wirklich etwas ändert.

    Worauf wartest du dann? Warum steckst du so viel Zeit und Energie und etwas, das hoffnungslos erscheint?

    Mein Ex-Freund hat bei jedem Rückfall um eine letzte Chance gebettelt. Er hat immer beteuert, dass es jetzt wirklich „Klick“ bei ihm gemacht hat. Und ich wollte das nur zu gerne glauben. In den Phasen, in denen er eine Trinkpause oder einer Therapie gemacht hat, war er immer voll krankheitseinsichtig (anders als mein Vater, der immer gesagt hat: ich habe kein Problem, ich trinke nur Bier). Mein Ex-Freund hingegen war nüchtern voller Reue und ein sensibler und liebenswerter Mann. Leider hat das ganze nie angehalten oder zu einer echten Veränderung geführt.

    Wenn der Alkoholkranke nicht alles dafür gibt, sich zu informieren und entschlossen ist, abstinent zu leben, ist es vielleicht eine ernst gemeinte Absichtserklärung seinerseits aber kein Hoffnungsschimmer für Dich und eure Beziehung. Bleib wachsam. Und überleg dir genau, wo deine Grenze ist. Die Enttäuschung, wenn nach einem scheinbaren Hoch im Anschluss an eine Therapie der Absturz folgt, ist zerstörerisch und unvorstellbar schmerzhaft …

    ??? Es macht nicht etwas sprachlos, zu das zu lesen

    Ich mache mal diesen Thread auf, weil nicht nur bei den CO zur Trennung geraten wird, sondern auch als Druckmittel die Kinder dazu genommen werden. Rettet die Kinder aus einem alkoholfreien Haus, ist mir zu schnell und zu pauschal.

    Und ehrlich gesagt frage ich mich, was passieren würde, wenn jemand ohne dein Standing hier in den Chat geworfen hätte.

    Vielleicht hab ich es ja auch nicht richtig verstanden aber eine suchtbelastete Familie ist kein Ort an dem sich ein Kind gut entwickeln kann!!! Selbst wenn es ohne auf den ersten Blick sichtbaren Schaden aufwächst - wie viel Energie ist nötig, um all das auszugleichen, was dort gefehlt hat!!! Ich bin nicht selbst an der Flasche hängen geblieben aber ich habe trotz jahrelanger Therapie so viele psychische Spätfolgen und Wunden!

    Ein Kind braucht Eltern, die sich nicht wegballern, Eltern, die Liebe geben können, Grenzen setzen und gut für sich und ihre Kinder sorgen. Kein Kind verdient es in einer suchtbelasteten Familie aufzuwachsen. Das sage ich nicht schnell aber 100 Prozent pauschal!

    Du kannst ihm nicht helfen. Leider. Und nur weil er sagt, er will dich zurück und aufhören, ist das noch lange nicht der Turning Point. Sollte er es wirklich ernst meinen und nicht nur aufhören wollen, um dich zu halten, liegt noch ein langer Weg vor euch beiden. Aber du sagst es ja selbst: Er hat sich bislang nicht gekümmert. Nutz die Zeit und kümmer Du Dich um Dich! Vielleicht merkst du irgendwann, wie weit die aktuelle Situation entfernt ist von der, die du Dir für dich wünschst und die du auch verdienst. Eine sichere Partnerschaft.

    Lanananana kommt dieser Ansatz aus der Verhaltentherapie?

    es ist kein bestimmter Ansatz, sondern mein Erfahrungswert nach unendlich vielen Jahren, die ich mich super intensiv mit dem Thema Abhängigkeit auseinandergesetzt habe. Ein Mix aus allem. Eine Erkenntnis für die ich lange gebraucht habe. Viel zu lang habe ich auch versucht, die anderen zu verstehen - weil ich gedacht habe, dann kann ich das Problem lösen. Für sie und für mich. (Und natürlich gibt es auch Erklärungen dafür.) Aber wichtig ist die Erkenntnis: Es ist ein aussichtsloses Unterfangen.

    Alles ändert sich in dem Moment, wo ich anfange mich wieder ganz auf mich zu konzentrieren. Wie bin ich da reingeraten, warum habe i c h mir das angetan. Was habe ich erwartet? Warum habe ich nicht besser für m i c h gesorgt … warum habe ich meinen Fokus verloren - was möchte ich, was davon habe ich selbst in der Hand, wie kann ich das erreichen … ?

    Ich habe zu viel getrunken, weil ich in einem alkohollastigen Umfeld aufgewachsen bin, in dem der übermäßige Konsum an der Tagesordnung war, selbst früher gerne 2x wöchentlich mal 2 Weizen trank, mit der Zeit die Dosis und die Anzahl der Trinktage steigerte und später irgendwann die Kontrolle verlor.

    Eben! Glaubenssätze haben nichts mit Religion zu tun!

    Die Trennung vom Alkohol ist leicht, sie ist in ein paar Tagen Entgiftung in einer Klinik geschafft. Was dann kommt, ist der schwierige Part: Die Beziehung zum Alkohol muss durch Beziehungen zu echten lebendigen Menschen ersetzt werden.

    ? Woher weißt du das? Aus meiner Sicht und Erfahrung ist die Trennung vom Alkohol für den Süchtigen alles andere als leicht - und das hat nix mit den Beziehungen zu anderen sondern vielmehr mit der Beziehung zu sich selbst, mit falschen Glaubenssätzen, ungesunden Verhaltensmustern und einem nicht ausreichenden Selbstwertgefühl zu tun. Und an all dem leiden auch Co-Abhängige. Gleiches Problem - unterschiedliche „Lösungswege“ - beide „ungesund“. Insofern ist der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben zunächst mal die Beschäftigung mit sich selbst - und zwar für den Alkoholabhängigen wie für den Co-Abhängigen. Es bringt dich also nicht weiter, wenn du versuchst sein Verhalten oder andere Alkoholanhängige zu verstehen anstatt dich zu fragen, was Dich so lang hat in der Situation verharren lassen. Hast du seine Lügen wirklich geglaubt?