Beiträge von Catalina

    Ich habe auch oft das Gefühl dass er ohne mich überhaupt nix auf die Reihe bekommen würde…

    Und wenn man die ganzen Dinge, die man für den anderen tut, dann aber einfach mal sein lässt, dann wundert man sich oft darüber, wozu die plötzlich fähig sind. Es ist schon auch unsere Verantwortung, das zu checken und diese Dinge eben einfach nicht mehr zu machen!

    Und wehe es geht mir mal nicht gut…

    Das kenne ich auch, mein Ex hat das ganz schlecht ausgehalten, wenn ich mal mies drauf oder halt einfach auch mal schwach war. Er wurde dann nicht doof mir gegenüber oder so, aber es hat ihn sehr verunsichert. Ich glaub, das liegt vielleicht daran, dass meine eigene emotionale Stabilität ihn "mitstabilisiert" hat, ich bin schon grundsätzlich eine sehr starke Person und er hat sich da wohl emotional sehr auf mich gestützt.

    Was sagt er denn zu seinen Eskapaden?

    Lieber Hanseat , ich antworte Dir hier bei mir, hoffe, das ist ok.

    Also bisher war der Ablauf so, dass wir vor den Exzessen einen Konflikt oder Streit hatten, der dann immer den Exzess ausgelöst hat. Er hat mir da aber nie, nicht ein Mal, Vorwürfe gemacht oder mir die Schuld gegeben, wie ich das in anderen Geschichten hier immer mal lese. Er hat immer die Verantwortung übernommen und mich nie schlecht behandelt.

    Aber er kann mit Disharmonie, Konflikten, Ablehnung etc. allgemein sehr schlecht umgehen. Und ist allgemein kein besonders belastbarer Mensch.

    Der letzte Exzess war aber anders - den wollte er vor mir verheimlichen und es war auch nichts vorgefallen zwischen uns, im Gegenteil, alles war gerade sehr harmonisch und dann ist er eben heimlich in diese andere Stadt gefahren und hat sich dort komplett weggeschossen über Tage.

    Das hat mir gezeigt, wie groß der Suchtdruck ist und dass es keinen konkreten "Auslöser" braucht.

    (Wobei ich hier eben nicht ganz sicher bin, denn es hat zwar keinen Vorfall zwischen uns gegeben, aber rundherum in seinem Leben läuft halt gerade alles schief. Die Art, auf die man in der Einrichtung die Therapie beendet hat... Seine Wohnung wird saniert und ist nicht bewohnbar... Die Schulden... Die Gerichtsverhandlung etc.)

    Er hat meinen Geburtstag im Exzess verbracht, ich war dann den ganzen Tag allein. Ihm sind solche Anlässe sehr wichtig, das hätte er mir unter normalen Umständen niemals 'angetan'.

    Nach seinen Exzessen ist er über Tage depressiv, schläft, schämt sich...

    Er spricht recht offen darüber mit mir, entschuldigt sich, ist immer sehr reumütig und beschämt, sagt, er verliere dann komplett die Kontrolle etc.

    Ich glaube aber nicht, dass er den Alkohol per se als sein Problem identifiziert, sondern eben die ganzen anderen Schwierigkeiten: die psychische Instabilität seit seinen Trennungen, die Finanzen... Ich glaube, er denkt, wenn er das alles löst, könne er zu einem kontrollierten Trinkverhalten zurückkehren.

    Er hat aber auch schon gesagt, er braucht einfach seinen Exzess von Zeit zu Zeit und das ist es ja, was ich meine: Damit, dass die Pausen dazwischen immer recht lange sind, gaukelt man sich wahrscheinlich eben vor, dass alles halb so tragisch wäre.

    Bevor mir das alles so bewusst wurde, haben wir das auch immer mal über Monate so gehandhabt: das berühmte Glas Wein zum Abendessen etc., wir haben auch von Zeit zu Zeit, gerade am Anfang, öfter miteinander gefeiert und uns die Nacht um die Ohren geschlagen. Das war immer entspannt und "unauffällig". Er wird nicht ausfällig, aggressiv oder melancholisch und die Exzesse sind bis dato immer nur passiert, wenn ich nicht anwesend war. Das finde ich irgendwie ungewöhnlich, oder nicht?

    Das ist schon wirklich besonders tragisch - und für uns "Gesunden" nicht nachvollziehbar.

    Ich hab mir das auch oft gedacht bei meinem "Fall", er hat so viel verloren und scheinbar geht es aber immer noch tiefer, nichts ist Anlass genug, aufzuwachen und die Dinge in die Hand zu nehmen.

    Gerade vor ein paar Wochen war eine Gerichtsverhandlung, die Nebenwirkung eines der letzten Exzesse. Da hat er mit meiner Hilfe (ich hab alles organisiert, Anwalt etc., während er stationär in Therapie war) GERADE noch die Kurve gekriegt und ist einer Verurteilung entgangen.

    Dann wurde die Therapie beendet und zack - folgte der nächste Exzess.

    Es ist zum Verzweifeln und zum Mäusemelken. Und ich bin am selben Punkt angekommen wie Du: Ich weiß nicht mehr, ob überhaupt noch irgendetwas helfen kann. Ich weiß nur, wie gesagt, dass ICH so nicht mehr leben möchte. Wenn er es will - ok, aber ohne mich.

    Weißt Du, JeLuDa, ich denke, wenn wir uns eines nicht vorwerfen können, dann, nicht ALLES versucht zu haben. Diese Männer sind schon groß. Sie sind für ihr Leben selbst verantwortlich. Und ich möchte eine Partnerin sein. Kein Mutti-Ersatz, keine Sozialarbeiterin, keine persönliche Assistentin. Wo bleibt man selbst - als Mensch, als Frau, als Partnerin?

    Also bei den anonymen Alkoholikern ist er und bei seinem Therapeuten wo in Angriff genommen wird, wie es zu diesem Trinkverhalten über Haupt gekommen ist.

    Ok, das ist ja schon mal ein Anfang... Wie lang macht er das denn schon?

    Und wie lange ist der letzte Exzess her, also ist er nüchtern, seit er mit diesen Maßnahmen begonnen hat? Mir ist das noch nicht ganz klar.

    Edit -

    Das hatte ich überlesen, JeLuDa, dass es (wohl gerade kürzlich?) einen Rückfall gegeben hat.

    Ich bin ja der Hoffnung das er eine langzeit Therapie macht, da er schon in therapeutischer Behandlung ist.

    Ich glaub, das hattest Du hier noch nicht erwähnt, oder?

    Was ist denn das für eine Therapie, die er da macht - seit wann und in welcher Frequenz?

    Und das Trinkverhalten ist aber bis dato dasselbe geblieben (alle drei Monate)?

    Wie ist das bei Deinem Mann, lebt er zwischen den "Exzessen" auch komplett alkoholfrei? Bei meinem Expartner ist das so. Zuletzt hatte ich ein so feines Gespür für seinen Gemütszustand entwickelt, dass ich bereits wusste (vielleicht sogar, bevor er das selber merkte), wenn der nächste Exzess sich anbahnte - er wurde dann nervös, "fahrig", irgendwie unrund einfach. Ich hatte nur nie einen Namen für das Problem - erst jetzt ist mir klar geworden, dass er ein Quartalstrinker ist.

    Wie war das bei Dir, liebe JeLuDa - falls Du erzählen magst. Hatte Dein Mann dieses Thema bereits, als ihr euch kennengelernt habt? Wann hast Du für Dich erkannt, dass es bei ihm einen problematischen Konsum gibt, und wie bist Du über die Jahre damit umgegangen?

    Ich bin hoffentlich nicht zu neugierig und Du musst mir natürlich nicht im Detail antworten. Ich finde nur die Erfahrungswerte und Gedanken von Menschen, die sich in ähnlicher Lage befinden, hilfreich und spannend, deshalb frage ich.

    Vielen Dank für Deine Schilderungen, lieber Hanseat!

    Es ist erstaunlich und erschreckend, wie viele Gesichter (wohl eher Fratzen) dieser Alkohol haben kann. Ich frag mich, wie das bei meinem "Fall" ist - bei ihm dauern die Trinkpausen immer zwischen mindestens zwei bis gut vier Monaten. Seit ich ihn kenne, könnte ich nicht sagen, dass diese sich verkürzt hätten - allerdings fällt mir auf, dass die Exzesse krasser werden, viel drastischer.

    Denkst Du, dass man sagen kann, wenn die Trinkpausen derart vergleichsweise lange anhalten, dass die Sucht/Krankheit noch nicht ganz fortgeschritten ist (ich weiß nicht, wie ich das besser ausdrücken soll) oder hat das damit gar nix zu tun?

    Lieber Hanseat, ich hab mich bei Dir ein bisschen eingelesen und freu mich sehr für Dich über Deinen Erfolg. Die hundert Tage, die Du Dir zu Anfang als ersten Meilenstein vorgenommen hattest, hast Du ja "locker" und mit Bravour gemeistert. Toll!

    Du schreibst, Du warst ein Quartalstrinker, richtig? Aber die Abstände waren kürzer bei Dir, also etwa alle zwei Wochen ein Exzess früher, hab ich hier irgendwo gelesen?

    Ich habe mich gerade frisch von einem Quartalstrinker getrennt und mich hier angemeldet, weil man, wenn man mit der Thematik davor selber nie so recht in Berührung war, einfach sehr viele Fragen hat.

    Was war es bei Dir, das nun letztlich zu dem Entschluss geführt hat? Gerade beim Quartalstrinken ist die Schwierigkeit ja häufig (so zumindest bei meinem Partner / Ex), dass man denkt, kein Problem zu haben, man kann ja jederzeit easy aufhören bis zum nächsten Exzess... Wie war das bei Dir?

    Alles Gute weiterhin und lieben Gruß,

    Catalina

    Hallo, liebe JeLuDa,

    Werde ich mir dann die Schuld geben wenn etwas schlimmeres passiert weil ich ihn alleine gelassen habe?

    das hier kenne ich auch.

    Ich habe mich gerade frisch von einem Quartalstrinker getrennt, bei ihm kommt eine psychische Erkrankung dazu und wir hatten gerade dieses Jahr im Frühjahr eine Situation, in der er wegen Mischintoxikation (möglicher Suizidversuch mit Alkohol und Massen an Tabletten) auf der Intensivstation gelandet ist.

    Diese Vorfälle waren immer nur dann, wenn wir mal nicht örtlich zusammen waren. Und irgendwann schleicht sich dann ein komplett inadäquates und falsches Verantwortungsgefühl ein: Ich kann ihn nicht alleine lassen.

    Ich bin da relativ abgegrenzt und reflektiert (wusste also für mich immer, dass das nicht die Lösung ist und in Richtung Co-Abhängigkeit deutet, wenn ich mich auf diese Weise und in diesem Maß für ihn zuständig fühle), aber schwierig ist es trotzdem. Was, wenn genau jetzt etwas passiert? Hab ich das Recht, ihn "fallen zu lassen"?

    Bei mir war es halt so, dass mit dem letzten Exzess dann ein Maß erreicht war, das ich nicht mehr ertragen habe. Ich hadere noch mit meiner Entscheidung, aber ich spüre in mir drin, anders geht es nicht mehr. Vielleicht müssen manche Menschen auch wirklich auf sich selbst zurückgeworfen, allein gelassen werden und "alles verlieren", damit ihnen klar werden kann, was sie mit sich und ihrem Umfeld anrichten. Vielleicht bewirkt es aber auch gar nix und sie machen genau so weiter, wie es immer war.

    Ich hab für mich nur eines dann klar sagen können: Ich liebe diesen Mann von Herzen, aber DAS - die Angst um ihn alle paar Monate, immer wieder Kontakt mit der Polizei, die Tränen, die schlaflosen Nächte, die Verzweiflung, auch die Lügen, wenn der Suchtdruck kommt - das wird nicht mein Lebensalltag sein.

    <3 Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Kann man eigentlich beim Quartalstrinker auch vom "kalten Entzug" mit derselben Gefährlichkeit reden? Die machen das ja meines Wissens in der Regel so, dass sie nach dem Exzess keinen Alkohol anrühren und das fällt offenbar auch nicht sonderlich schwer - bis zum nächsten Exzess. Bei 'Diego' ist das immer so gewesen.

    In einer Beratungsstelle, in der ich vor ein paar Monaten mal gewesen bin, hat man mir gesagt, dass hier quasi keine körperliche Abhängigkeit besteht, aber eben eine psychische, die dafür sehr extrem.

    Liebe Seeblick,

    vielen Dank für Deinen Beitrag bei mir! Ja, im Kopf weiß man das alles natürlich. Aktuell geht es mir... sehr bescheiden, gelinde gesagt. Ich hab Zweifel, denn eigentlich hatte er ja einen ersten Schritt gemacht und sich in Therapie begeben, um seine ganzen Schwierigkeiten anzugehen.

    Das eigentlich viel größere Problem für mich im Zuge der Exzesse ist das Lügen. Ich kann damit nur ganz schlecht umgehen, hat damit jemand von euch Erfahrungen? Diese Lügerei, wieso ist das Thema so verbandelt mit Sucht? Das Lügen verletzt viel schlimmer als das Alkoholproblem per se.

    na dann leg mal los :)

    :) Danke, Aurora. Toll, dass das so schnell gegangen ist.

    In meinem Kopf ist ein rechtes Durcheinander, entschuldigt also bitte, falls es in meinen Beiträgen ähnlich aussieht... Und außerdem entschuldige ich mich vorab schon für den Roman, der hier vermutlich gleich folgt, wie ich mich kenne.

    Trennung war vor einer Woche. Am Tag darauf habe ich noch einen Brief von ihm erhalten, seither ist beiderseits Funkstille.

    Mein Freund oder Exfreund - ich nenne ihn mal Diego - hat viele, viele Probleme. Für mich ist es ein bisschen die Henne-Ei-Frage nach dem Ursprung, also ob der Substanzmissbrauch die Probleme verursacht hat oder umgekehrt. Vielleicht tut das aber auch gar nix zur Sache.

    Er ist geschieden und hat eine Teenager-Tochter. Seit seiner Trennung vor vielen Jahren haben sich finanzielle Probleme eingeschlichen (Schulden aus diversen Krediten etc., allerdings in einer "überschaubaren" und durchaus machbaren Höhe, wie ich finde), vor allem aber psychische / psychiatrische.

    Diego ist medikamentös wegen Depressionen eingestellt, es gab Vorfälle von Selbstverletzung, auch schon Äußerungen von Suizid-Gedanken (solche immer in Kombi mit dem Exzess, in den Zeiten dazwischen ist er sein sehr lebenslustiger und witziger Mensch).

    Während seiner Ehe waren - laut Aussage der Exfrau, mit der ich mich immer gut verstanden habe - solche Exzesse in dieser krassen, selbstschädigenden Form übrigens nicht Thema.

    Wir wohnen in unterschiedlichen Städten, haben aber über die gesamte Beziehung sehr viel Zeit am Stück miteinander verbracht. Ich bin örtlich relativ ungebunden, sodass das über Wochen bis Monate möglich war - wenn er nicht bei mir war, war ich bei ihm.

    Und ich denke, das Fiese an der Quartalsabhängigkeit ist wohl, dass man das Verhalten lange gar nicht als allzu problematisch empfindet, schließlich gab es bis dato keinen (merklichen?) körperlichen Entzug und kann der Betroffene ja scheinbar von einem Tag auf den anderen ganz ohne Schwierigkeiten aufhören bzw. halt pausieren. Und bei Diego waren die Abstände dazwischen halt auch immer gerade lang genug, dass man sich wieder "in Sicherheit wiegt".

    Dass die Abstände kürzer geworden wären, könnte ich bis dato / über die Jahre nicht behaupten. Sehr wohl aber, dass die Exzesse krasser zu werden scheinen, gravierender; im Sommer zB hat er irgendwo in der Nacht dann randaliert, das entspricht überhaupt nicht seinem Naturell, er ist der friedfertigste Mensch - es folgten eine Anklage und neue Schulden.

    Interessant finde ich übrigens, dass ich niemals persönlich anwesend war - der Absturz passiert ausschließlich dann, wenn wir doch mal örtlich getrennt waren (was natürlich auch Ängste und ein ungesundes Verantwortungsgefühl schürt: "Ich kann ihn nicht alleine lassen").

    Zwischen den Exzessen ist mein Diego der liebevollste Mann, er ist besonders zugewandt (schon eher vom Typ "Klammeraffe" - also nicht einengend, ich hatte immer alle Freiheiten und bin da auch sehr unabhängig und rigoros -, sondern in Richtung "emotional sehr anhänglich bis etwas bedürftig"). Er ist ein aufmerksamer, lebenslustiger, sehr intelligenter Mensch und als Partner unglaublich fürsorglich, und seine Exzesse nehmen ihn dann immer sichtlich mit. Dann kommen halt hundert Entschuldigungen und folgen große Erschütterung, Bedauern, Scham, Depressivität.

    Er hat mit mir immer sehr offen gesprochen, auch über den Koks-Konsum während der Exzesse, zwischen uns gab es da eigentlich kein Tabu. Er sagt zum Beispiel, er nehme dann das Koks, um den Rausch hinauszuzögern und nicht einzuschlafen.

    Ich weiß allerdings auch, dass es während der Exzesse viele Lügen gegeben hat.

    Ich hab hier bei euch bereits ein bisschen in den Themen gelesen. Besonders der geschlossene Thread von Valesh / Florian hat mich sehr erschreckt - ich denke, genau so verhält und fühlt sich Diego während seiner Exzesse.

    Jetzt ist es so:

    Diego hat Anfang Oktober eine stationäre Therapie gestartet (keine explizite Entwöhnung/Suchtterapie, sondern eine psychiatrische), die eigentlich sechs Wochen gedauert hätte. Kurzversion - nach etwa vier Wochen musste er aufgrund einer akuten Darmentzündung ins Krankenhaus, musste dort stationär aufgenommen werden - und die Therapie wurde nach zwei weiteren Nächten ohne Vorwarnung beendet, und zwar zu einem Zeitpunkt, als Diego aufgrund der Intensität der Therapie gerade an einem labilen, sehr instabilen Punkt war. Das war für alle Beteiligten ein riesengroßer Schock und ein Vorgehen, das ich nach wie vor als massiv fahrlässig empfinde - ich bin auch diesbezüglich mit den Verantwortlichen in Kontakt, aber die Misere ist ja nun schon passiert.

    Denn etwa zwei Wochen später kam der große Rückfall. Er war bei mir, musste dann für einen Termin in seine Heimatstadt und ist von dort wiederum heimlich in eine andere Stadt gefahren, um sich mit entfernten Bekannten total dem Exzess hinzugeben: Literweise Alkohol, Schnaps, Tabletten, Kokain. Er hat sich über Tage komplett darin verloren, einer dieser Tage war mein Geburtstag.

    Ich denke, er hat geglaubt, ich würde nix mitkriegen - sein Plan war wohl eine "flotte Partynacht" als Zwischenstation, um danach mit mir meinen Geburtstag zu verbringen. Nur leider hat der Idiot (sorry) die Rechnung ohne die uns altbekannte Tatsache gemacht, dass er nach dem ersten Glas jedes Mal drei bis sieben Tage später aufwacht, ohne zu wissen, wo die ganze Zeit hin ist.

    Ich habe tagelang nicht geschlafen und wir mussten ihn dann eben polizeilich fahnden lassen (aufgrund der manchmal im Raum stehenden Eigengefährdung), nachdem wir draufkamen, dass er nicht bei sich zu Hause war. Es war die Hölle. Die reinste Hölle - und ich habe daraufhin dann die Beziehung beendet.

    Jetzt tut er mir aber einfach so leid, denn eigentlich hat er ja schon den Willen gezeigt, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich weiß nicht, ob ich mir das schönrede, aber in der Art und Weise, auf die man ihm die Therapie beendet hat, sehe ich einen großen Teil der Verantwortung für diesen krassen Rückfall.

    Ich weiß mir nicht recht zu helfen. Ich liebe diesen Mann sehr und würde mir eigentlich nichts mehr wünschen, als mit ihm zusammen zu sein und genau den wundervollen Alltag zu haben, den wir zwischen den Exzessen immer hatten.

    Wie seht ihr das? Was bräuchte es dafür seinerseits?

    Erst jetzt ist mir so richtig klar geworden, dass bei ihm eben diese "Quartals-Sucht" besteht, die Therapie war eigentlich für seine psychischen und psychiatrischen Themen gedacht, aber natürlich hab ich mir davon - als ersten Schritt - sehr viel erhofft.

    Was ihn angeht, kann ich nur Vermutungen anstellen - aber ich denke, bis dato war er der Überzeugung, zu einem kontrollierten Trinkverhalten zurückkehren zu können. Dass das wohl nicht möglich sein wird, stelle ich hier beim Lesen durch die Beiträge schmerzlich fest.

    Aktuell möchte ich ihn eigentlich nicht mehr unterstützen. Und trotzdem frage ich mich, gibt es aus eurer Sicht irgendwelche Voraussetzungen, unter denen ich mich auf diese Geschichte noch einmal einlassen könnte? Hat er eine realistische Chance?

    Ich danke allen, die bis hier her gelesen haben. Entschuldigt - ich hab's nicht kürzer geschafft.
    Danke, dass ich hier sein darf.

    Lieben Gruß, Catalina

    Hallo, liebes Forum,

    wie soll ich anfangen...

    Ich bin Catalina, 35, und war jetzt knapp zwei Jahre lang in einer (sehr liebevollen) Beziehung mit einem - wie ich inzwischen laienhaft für mich "diagnostiziert" habe - Quartalstrinker. Es fällt mir sehr schwer, das Folgende zu schreiben, aber leider ist über den Alkohol hinaus im Exzess bei ihm auch eine andere Substanz immer relevant gewesen. Allerdings "nur" im Exzess, wir sprechen von einem Alk- und Substanz-Missbrauch etwa alle drei bis vier Monate. Dazwischen absolut nichts, kein einziger Tropfen, kein Pulver. Für mich enorm schwer nachvollziehbar.

    Nachdem der letzte Exzess bei ihm komplett eskaliert ist (er ist in eine andere Stadt abgehauen, ohne Bescheid zu sagen, und musste von mir mit Polizei gesucht werden), habe ich mich vergangene Woche getrennt. Aber ganz ehrlich, die Liebe ist beiderseitig sehr groß und ich traue mir daher selbst nicht (dahingehend, wie konsequent ich langfristig bleiben kann, aktuell habe ich keinen Kontakt zu ihm). Deshalb hab ich mich hier angemeldet, mit vielen Fragen im Kopf und in der Hoffnung, in einen aufschlussreichen Austausch mit euch Erfahrenen zu kommen.

    Mir ist noch nicht so ganz klar, wie das hier funktioniert (mit den anderen Forenbereichen etc.). Wenn ich das richtig verstanden habe, würde ich ins Detail dann nach einer Freischaltung gehen?

    Vielen Dank schon mal fürs Lesen und liebe Grüße,
    Catalina