Beiträge von Mona

    mir hat es als ersten Schritt geholfen, "Alk" von Simon Borowiak zu lesen. Es macht einem deutlich klar was in einem Alkoholiker vorgeht und war für mich, nach über 4 Jahren auf und ab und halbherzigen Versuchen meines Mannes aufzuhören, mein Wendepunkt. Die Lektüre hat mir klar gemacht, dass ich nicht auf meinen Mann zu warten brauche, sondern nur durch mich selbst wieder zur Zufriedenheit kommen kann.

    Gleichzeitig hat es die Wut auf ihn und das Gefühl,für ihn verantwortlich zu sein, verschwinden lassen, weil es sehr gut die physiologischen Hintergründe der Erkrankung erklärt und was sie psychologisch mit dem Alkoholiker macht.

    Mir hat diese Klarheit dabei geholfen, die nächsten Schritte für mich zu durchdenken.

    Du kannst nur bei Dir anfangen, nicht bei deinem Partner- und das hast Du mit Deiner Anmeldung hier ja auch getan!

    Die Frage ist jetzt: welchen Schritt möchtest Du als nächstes tun? Hast Du hier eine Idee?

    Ich hab es mal an anderer Stelle geschrieben und mir kommt immer wieder bei solchen Dingen der gleiche Satz:

    Nicht der Angehörige der geht, lässt den Alkoholiker im Stich. Der Alkoholiker lässt den Angehörigen im Stich, indem er säuft und das dem Angehörigen zumutet.

    Sic!! Genau so ist es!

    Und das ist auch das erste, das Dir ganz klar werden muss!

    Hallo Theresa, ich bin auch ganz neu hier, es ist super, dass du den Weg hierher gegangen bist!

    Ich habe selber einen Alkoholiker als Partner und bin EMA, mein Vater ist bis heute leider nicht einsichtig was seine Erkrankung angeht.

    Für mich war es bzgl meinem Partner wichtig, drei Dinge WIRKLICH zu verstehen

    1. Ich bin völlig machtlos bzgl SEINER Erkrankung, dh alle Gedanken oder Versuche ihm zu helfen sind zum Scheitern verurteilt. Das führt zu

    2. Er wird nur trocken, wenn ER das FÜR SICH will. Solange er versucht FÜR DICH trocken zu werden, wird es nicht klappen. Er muss, es für sich selbst wollen.

    3.Alkoholismus ist eine chronische Erkrankung. Sie heilt nicht, sie verschwindet nicht, sie ist immer da- das einzige Gegenmittel ist, dass der Alkoholiker sich jeden Tag aufs Neue gegen das erste Glas entscheidet.

    Es war/ist für mich immer wieder wichtig, zu diesen Punkten zurück zu kehren und nach ihnen zu leben.

    Was heißt das für Dich?

    Hole Dir Hilfe, Deinen Weg gehen zu können. Mit deinem Post hier ist der erste Schritt getan.

    Verstehe, dass DU nicht für ihn verantwortlich bist- für Deine Kinder aber schon.

    Es mag hart klingen-aber wenn er sich nach einer Trennung entscheidet weiter zu trinken ist das SEINE Verantwortlichkeit, SEINE Entscheidung.

    Ist von seiner Seite denn eine gewisse Bereitschaft da, sich Hilfe zu suchen?

    Ich kann, zumindest momentan, einen positiven Bericht geben. Mein Partner hatte vor ca 6 Jahren erkannt, dass er ein Alkoholproblem hat, wie viele Alkoholiker dachte er, er macht einfach Pause und kontrolliert dann das Trinken-ein Irrglaube! Erst vor 2 Jahren hat es geklickt, er hat erkannt dass es um ihn geht, dass sein Leben auf dem Spiel steht. Er ist in Therapie und hat eine AA Gruppe, die ihm sehr gut tut. Dennoch gibt es auch bei ihm immer wieder Phasen, in denen der Alkohol wieder "nahe kommt" in Gedanken, das bleibt auch für immer so.

    Auch mein Partner ist übrigens "lieb und anschmiegsam" unter Alkohol - aber natürlich vor allem enthemmt und verantwortungslos, das kann ich nicht brauchen mit zwei Kindern.

    Solange ich an seinem Verhalten sehe, dass er ernsthaft weiter trocken bleiben will und ist, kann er bleiben,denn er ist als Mensch ohne Alkohol wirklich großartig und momentan gehen wir so offen und ehrlich miteinander um wie noch nie in unseren über 20 gemeinsamen Jahren. Ändert sich das, bin ich weg, mit Kindern, bzw er wird ausziehen-diese Entscheidung habe ich gefällt!

    Als Partner muss man sich also fragen: will ICH damit Leben? Wo ist MEINE Grenze?

    Und es ist absolut verständlich hier zu sagen: Nein! Ich schütze mich und die Kinder, die Grenze ist erreicht.

    Ich kann es nicht beschönigen- das ist die Entscheidung die vor dir liegt. Und wenn er kein Einsehen bzgl seiner Erkrankung hat und du aber nicht mehr damit Leben kannst, bleibt nur der harte Cut um Dich und die Kinder zu schützen. Damit ihr EUER Leben führen könnt!

    Hallo Neska, ich bin auch ganz neu hier, habe als Kind und auch als Partnerin Erfahrungen mit Alkoholikern gesammelt! Toll, dass du den Weg hierher gefunden hast!

    Mir ist es erst mal ein Bedürfnis dir zu sagen, dass DU nichts falsch gemacht hast. Du bist mit einem Mann, den du liebst, zusammen gezogen - da ist alles richtig dran. Was jetzt falsch läuft hat erst mal nichts mit Dir und der Entscheidung zu tun, deswegen hadere nicht mit dem, was geschehen ist. Es ist wichtig dass dir das ganz klar ist, dein Blick geht geradeaus und dein Sohn und du (!)- ihr seid die wichtigsten Menschen in deinem Leben.

    Für mich war wichtig in der Beziehung zu meinem Mann zu verstehen, dass die Sucht nicht mein Problem ist - es ist seine Sache. Und ich kann ihm da auch nicht helfen, dass kann nur er alleine, vor allem wenn es um den ersten Schritt geht: erkennen, dass sein Alkoholkonsum krankhaft ist. Der nächste Schritt ist dann fast noch schwerer: mit dem Trinken aufzuhören um SEINER SELBST willen. Mein Mann hat mehrfach versucht, für mich aufzuhören - wie ich jetzt weiß, ist das zum Scheitern verurteilt. Erst seitdem er es für sich tut, sich aktiv mit dem beschäftigt was ihn zum Alkohol bringt habe ich das Gefühl, dass er da wirklich dahinter steht.

    Insofern bitte versuche nicht deinen Partner vor sich selbst zu schützen, in dem du ohne es mit ihm klar zu besprechen alles vernichtest. Wichtiger wäre, für dich Klarheit zu finden, was DEINE nächsten Schritte für DICH und deinen Sohn sind, denn da gibt es viele Möglichkeiten.

    Dass du hier bist, ist schon mal ein wichtiger Schritt- das war sehr mutig und stark von dir!

    Edit da ich deinen Post gelesen habe: kennst du ihre Seite der Geschichte? Alkoholiker, die ihren Konsum selbst noch "kleinreden" können sehr manipulativ sein, gerade weil sie sich häufig in der Opferrolle sehen. Insofern wäre ich hier bzgl der Rollen in der Vergangenheit vorsichtig. Tut ja, eigentlich auch nichts zur Sache, wenn ich es genau bedenke, denn es geht ja um das JETZT und wie Du für Dich mit der Situation umgehen möchtest. :*

    danke dir für den lieben Empfang! Es tut mir leid, dass die Erkrankung deines Mannes zu tiefe Gräben hinterlassen hat. Alkohol ist für mich eines der schlimmsten Suchmittel weil es so tief in unserer Gesellschaft verankert ist- umso leichter fällt es ja, die Augen zu verschließen, für alle. Ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er seinen Weg so offen geht und GsD auch recht früh in seiner Sucht ein Einsehen mit sich hatte.

    Umso schwerer ist es für mich, bei meinen Vater, der zusätzlich noch eine narzisstische Persönlichkeit hat, zu akzeptieren, dass er sich seine Alkoholkrankheit nicht eingesteht.

    Und je mehr ich hier im Forum unterwegs bin, desto mehr merke ich, dass meine Kindheit mit ihm und auch der Konflikt mit meiner Mutter jetzt etwas ist, das ich so nicht mehr weiter mit mir tragen möchte. Ich bin dankbar hierher gefunden zu haben- denn auch wenn mein Mann und ich sehr offen miteinander sind, so gibt es glaube ich dennoch Dinge, die Angehörige anders wahrnehmen.

    Danke Dir nochmals!

    Ein frohes Neues zusammen, ich hoffe ihr seid gut angekommen.

    Es hat gedauert, bis ich mich entschieden habe, den Schritt ins Forum zu machen - obwohl ich seit über 40Jahren Angehörige alkoholkranken Menschen bin. Erst mein Vater, dann mein Mann. Wieso ich dennoch erst jetzt hier bin liegt vor allem daran, dass mein Mann sich seit jetzt sechs Jahren aktiv mit seiner Sucht beschäftigt, seit fast 2 Jahren trocken ist und wir sehr transparent miteinander umgehen. Wir fühlen uns sehr gut beieinander aufgehoben, mein Mann geht regelmäßig zu der örtlichen AA Gruppe, die ihm gut tut.

    Was mich also zu Euch bringt ist mein Vater- und meine Mutter, die seit 45 Jahren mit ihm lebt und jetzt, in der Rente, immer verzweifelter bzgl ihrer Lage wird. Und ich habe keine Ahnung, was ich tun kann um, im Idealfall, dazu beizutragen, dass es beiden besser geht und sie einen Weg aus der Lage sehen.

    Mein Vater zeigt allerdings keinerlei Selbstreflexion- für ihn ist klar, dass er kein Problem mit Alkohol hat und alle anderen das Problem sind, vor allem meine Mutter. Gestern hat er die Familienfeier gesprengt (mal wieder) weil er unter Alkohol verbal noch aggressiver ist als ohne, er ist alkoholisiert vom Stuhl gefallen, alle sind letztlich geflüchtet. Meine Mutter ist nun an einem Punkt, an dem sie nicht mehr weiß wohin, gleichzeitig fehlt ihr der Antrieb, sich von ihm zu trennen. Ich, als Tochter, fühle mich völlig hilflos, da ich sie ja auch nicht zu diesem Schritt bringen kann, aber ziemlich fest davon überzeugt bin, dass sie diesen Schritt machen muss.

    Nun bin ich also hier- ich weiß, dass ihr mir keine Lösung geben könnt, hoffe hier nur auf Eure Erfahrungen und dass ich aus ihnen etwas für mich lernen kann.

    Danke, dass ihr bis hierher gelesen habt ❤