Hallo Theresa, ich bin auch ganz neu hier, es ist super, dass du den Weg hierher gegangen bist!
Ich habe selber einen Alkoholiker als Partner und bin EMA, mein Vater ist bis heute leider nicht einsichtig was seine Erkrankung angeht.
Für mich war es bzgl meinem Partner wichtig, drei Dinge WIRKLICH zu verstehen
1. Ich bin völlig machtlos bzgl SEINER Erkrankung, dh alle Gedanken oder Versuche ihm zu helfen sind zum Scheitern verurteilt. Das führt zu
2. Er wird nur trocken, wenn ER das FÜR SICH will. Solange er versucht FÜR DICH trocken zu werden, wird es nicht klappen. Er muss, es für sich selbst wollen.
3.Alkoholismus ist eine chronische Erkrankung. Sie heilt nicht, sie verschwindet nicht, sie ist immer da- das einzige Gegenmittel ist, dass der Alkoholiker sich jeden Tag aufs Neue gegen das erste Glas entscheidet.
Es war/ist für mich immer wieder wichtig, zu diesen Punkten zurück zu kehren und nach ihnen zu leben.
Was heißt das für Dich?
Hole Dir Hilfe, Deinen Weg gehen zu können. Mit deinem Post hier ist der erste Schritt getan.
Verstehe, dass DU nicht für ihn verantwortlich bist- für Deine Kinder aber schon.
Es mag hart klingen-aber wenn er sich nach einer Trennung entscheidet weiter zu trinken ist das SEINE Verantwortlichkeit, SEINE Entscheidung.
Ist von seiner Seite denn eine gewisse Bereitschaft da, sich Hilfe zu suchen?
Ich kann, zumindest momentan, einen positiven Bericht geben. Mein Partner hatte vor ca 6 Jahren erkannt, dass er ein Alkoholproblem hat, wie viele Alkoholiker dachte er, er macht einfach Pause und kontrolliert dann das Trinken-ein Irrglaube! Erst vor 2 Jahren hat es geklickt, er hat erkannt dass es um ihn geht, dass sein Leben auf dem Spiel steht. Er ist in Therapie und hat eine AA Gruppe, die ihm sehr gut tut. Dennoch gibt es auch bei ihm immer wieder Phasen, in denen der Alkohol wieder "nahe kommt" in Gedanken, das bleibt auch für immer so.
Auch mein Partner ist übrigens "lieb und anschmiegsam" unter Alkohol - aber natürlich vor allem enthemmt und verantwortungslos, das kann ich nicht brauchen mit zwei Kindern.
Solange ich an seinem Verhalten sehe, dass er ernsthaft weiter trocken bleiben will und ist, kann er bleiben,denn er ist als Mensch ohne Alkohol wirklich großartig und momentan gehen wir so offen und ehrlich miteinander um wie noch nie in unseren über 20 gemeinsamen Jahren. Ändert sich das, bin ich weg, mit Kindern, bzw er wird ausziehen-diese Entscheidung habe ich gefällt!
Als Partner muss man sich also fragen: will ICH damit Leben? Wo ist MEINE Grenze?
Und es ist absolut verständlich hier zu sagen: Nein! Ich schütze mich und die Kinder, die Grenze ist erreicht.
Ich kann es nicht beschönigen- das ist die Entscheidung die vor dir liegt. Und wenn er kein Einsehen bzgl seiner Erkrankung hat und du aber nicht mehr damit Leben kannst, bleibt nur der harte Cut um Dich und die Kinder zu schützen. Damit ihr EUER Leben führen könnt!